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Zu: Janusz Korczak - "Das Kind im Internat"

Referat (Ausarbeitung) 2001 11 Seiten

Pädagogik - Geschichte der Päd.

Leseprobe

Inhalt

1. Korczaks Idee, dieses Buch zu schreiben

2. Internatserziehung

3. Ratschläge für Erzieher

4. Verbote und Regeln

5. Pädagogik = Wissenschaft vom Menschen

6. Erziehungsziel und Wirklichkeit

11. Wünsche der Kinder

12. Strafen

13. Kritik am Internat

14. Recht auf Geheimnisse

15. Vergleich: Internat - Klinik

16. Der "Gute Erzieher"

1. Korczaks Idee, dieses Buch zu schreiben

Janusz Korczak beschreibt, dass er ein Buch über ein Internat schreiben will. Seine Erfahrung erhielt er durch seine Tätigkeit als aufsichtführender Erzieher in einem städtischen Internat mit 100 Waisenkindern in schulpflichtigem Alter. In diesem Internat sind nur wenige Erzieher und wenig Hauspersonal eingestellt.

Dieses Buch soll für „Pädagogen in der Gefängnis-Kaserne, wie sie das Internat ist“ (S. 151 Mitte) und für „Erzieher in der Gefängnis-Zelle der Familie in der sich die Kinder von heute eingesperrt fühlen“ (S. 151 Mitte) aufschlussreich sein und es soll möglichst kurz sein, weil ein Erzieher einen solch harten Arbeitsalltag hat, dass er keine Zeit oder Lust hat, ein Buch zu lesen

2. Internatserziehung

Korczak kritisiert die Erziehung im Internat, indem er sagt: „Sowohl im Internat als auch in der Familie werden die Kinder geplagt, [...] hartnäckig und ohne Hoffnung kämpfen sie für ihre Rechte.“ (S.151 Mitte) Dies revidiert er allerdings durch folgenden Kommentar selbst wieder: „Ich fürchte, die Leser könnten geneigt sein, mir Glauben zu schenken. Dann würde dieses Buch ihnen zum Schaden gereichen.“ (S. 151 unten)

Ein Erzieher verliert während seiner Arbeit an Schwung und Initiative, büßt seine Energie ein. Kleine Vergehen nimmt er absichtlich nicht mehr wahr und ist froh, wenn nichts Besonderes passiert. Früher hat er jeden Tag etwas Neues an den Kindern entdeckt, die Kinder waren ihm zugetan. Heute meiden sie ihn.

3. Ratschläge für Erzieher

Des Weiteren gibt Korczak den Erziehern mehrere Ratschläge, wie sie ein guter Erzieher werden:„Habe Mut zu dir selbst und suche deinen eigenen Weg. Erkenne dich selbst, bevor du Kinder zu erkennen trachtest. Unter ihnen allen bist du ein Kind, das du zunächst einmal erziehen und ausbilden musst.“ (S. 156 Mitte)

Ein Erzieher wird von den Kindern ebenso erzogen und eventuell „verdorben“, wie er auch die Kinder erzieht. („...die Kinder, die du nicht nur erziehst, sondern von denen du selbst ebenfalls erzogen wirst, können dich auch verderben.“ S. 175 Mitte)

4. Verbote und Regeln

Einige Verbote und Regeln, die in einem Internat als normal angesehen werden, sieht Korczak als unnötig oder auch als schadend an. Zum Beispiel meint er zur Ruhe im Schlafsaal: „Anstatt eines Vergehens wird hier eine der tiefen Herzenssorgen deiner Kinder offenbar. Im Lärm und im Jahrmarktsgetümmel des Tages ist kein Platz für eine vertrauliche Mitteilung, eine trübe Erinnerung, einen herzlichen Rat, eine diskrete Frage.“ (S. 218 unten) Die Kinder brauchen diese Zeit im Schlafsaal, um solche intimen Gespräche führen zu können.

5. Pädagogik = Wissenschaft vom Menschen

Fortlaufend durch den gesamten Text betont Korczak, dass Pädagogik die Wissenschaft vom Menschen und nicht nur Wissenschaft vom Kind bedeutet. Er meint, es gäbe keine „Kinder an sich“, denn auch sie sind Menschen. Zum Vergleich erläutert er, dass ein Kind in Erregung zuschlägt, während ein Erwachsener im Affekt mordet.

Auf die Frage, ob Kinder reif sind, antwortet Korczak sich selbst, dass ein Greis einen 40-jährigen für unreif hält. In der Welt der Kinder existieren ebenso Rechte, Wünsche, etc., die man, insbesondere als Erzieher, akzeptieren und ernstnehmen muss. („Hundert Kinder – Hundert Menschen, die nicht irgendwann einmal, sondern jetzt, schon heute Menschen sind. Keine Liliputwelt, sondern eine richtige Welt mit ihren Werten, Tugenden, Lastern, Bestrebungen und Wünschen, die durchaus nicht klein und gering, sondern wichtig sind, und nicht unschuldig, sondern eben menschlich.“ S.162 unten)

6. Erziehungsziel und Wirklichkeit

Es besteht ein gravierender Widerspruch zwischen dem Erziehungsziel, welches von der Gesellschaft erwartet wird, und den in der Wirklichkeit notwendigen Zielen.
Die Kinder sollen sich untereinander lieben, aber müssen auf den Hass in der Gesellschaft vorbereitet werden, man soll sie zu Aufrichtigkeit erziehen obwohl die Welt verlogen ist und Aufrichtigkeit als Unverschämtheit angesehen wird. („Schließlich, wenn das Leben Krallen erfordert, haben wir dann das Recht, die Kinder nur mit Schamröte und leisem Seufzen auszurüsten?“ S. 206 unten)

Die Gesellschaft erwartet vom Erzieher, dass er die Kinder zurechtbiegt, dressiert und für die Umwelt genießbar macht. Ein wenig Disziplin muss eingeführt werden, damit der Erzieher das erforderliche Minimum an Ordnung erreicht. („In loser Gruppierung ohne feste Organisation vermögen nur wenige, außergewöhnliche Kinder zu gedeihen und sich zu entwickeln; aber Dutzende verkümmern dabei.“ S. 179 oben)

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638242066
ISBN (Buch)
9783638937368
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v20275
Institution / Hochschule
Technische Universität Dortmund – Pädagogik
Note
gut
Schlagworte
Janusz Korczak Kind Internat

Autor

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