Lade Inhalt...

Evaluationskonzept für den Lernerfolg und die Qualität eines Online-Kurses zum Erwerb von Grundkenntnissen der der Sprache Spanisch

Kann ein Online-Sprachkurs zum Erwerb einer einer neuen Fremdsprache führen?

Hausarbeit 2012 44 Seiten

Didaktik - Romanistik - Spanisch

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis Beispiel!)

1 Einleitung

2 Die Sprache
2.1 Wozu mehr als eine Sprache sprechen?
2.2 Erwerb einer Sprache durch Unterricht
2.3 Sprachkurse

3 Gestaltung von Online-Sprachkursen
3.1 Didaktische Modelle als Grundlage für Lernvorgänge
3.2 Instruktionsdesign zur Konstruktion von Lernprozessen
3.3 Die Angebote des Online-Kurs „Super-Spanisch.de“

4 Evaluation von „Super-Spanisch.de“
4.1 Modell zur Beurteilung von Weiterbildungsangeboten
4.2 Einschätzung der Qualität des Kurses
4.2.1 Instrument zur Qualitätsanalyse
4.2.2 Erhebung der Daten in einem Pretest
4.2.3 Analyse der Daten nach erfolgter Kursteilnahme
4.3 Möglichkeiten und Grenzen der Evaluation

5 Auswertung
5.1 Auswertende Zusammenfassung Fragebogen 1
5.2 Auswertende Zusammenfassung Fragebogen 2
5.3 Reflexion des Kurses
5.4 Reflexion der Evaluation

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Christiane Sander - Evaluationskonzept Onlinekurs -- Seite 1 von 44

1 Einleitung

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich die Technisierung von vielfältigen Lehr- und Lernmitteln im Bildungsbereich eingestellt. Mannigfaltige Angebote auf dem Weiterbildungsmarkt führen zu einer fast undurchschaubaren Masse. Interessen- ten stehen vor Fragen, wie: Was möchte ich ausprobieren? Was möchte ich er- reichen? Was bringt mich zu meinem Ziel? Auch wenn sich das Lernziel, dem Erlernen einer Fremdsprache mit einem Online-Kurs herauskristallisiert hat, ist die Palette der Anbieter noch enorm umfangreich. In dieser Hausarbeit wird ein Online-Seminar evaluiert, das aufgrund persönlicher Erfahrung absolviert wurde. Aufgrund der Neueinführung eines Wahlfaches an einer Schule haben sich Eltern dazu entschieden, diesen Kurs zu belegen und die Kinder mit einem eigenen, aber parallelen Lernprozess zu begleiten. Es handelt sich um einen Grundkurs zum Erlernen der Sprache Spanisch. Es wird untersucht, ob der Online-Kurs sei- nen Zweck erfüllt hat und ein eigenständiges Erlernen der Fremdsprache möglich wurde. Die Forschungsfrage lautet: Kann ein Online-Sprachkurs zum Erwerb einer neuen Fremdsprache führen? Ausgehend von Grundlagen des Spracher- werbs in Kapitel 2, werden didaktische Modelle in Kapitel 3 betrachtet und an- schließend mit dem Aufbau des Online-Kurses verglichen. Um die Qualität von Aufbau, Inhalt und Umsetzung im Lernprozess festzustellen, wird der Kurs evalu- iert. Vorrangig interessieren die Reaktionsebene und die Lernebene nach dem Vier-Ebenen-Evaluationsmodell von Donald L. Kirkpatrick. Kapitel 5 beinhaltet die Beschreibung von Evaluationsaspekten und Auswertungsmöglichkeiten. In Kapi- tel 6 werden real erfasste Daten ausgewertet und eine Gesamteinschätzung prä- sentiert.

Für eine bessere Lesbarkeit wird in diesem Text meist die männliche Form verwendet, gemeint sind dabei stets beide Geschlechter gleichermaßen.

2 Die Sprache

Die Sprache dient als ein uns Menschen typisches soziales Zeichensystem auf- grund von Denk-, Erkenntnis- und Handlungsprozessen. Kinder lernen ihre Mut- tersprache folglich nicht nur für ihren Selbstzweck, sondern um Kontakt mit ande- ren Menschen herstellen zu können als kommunikative Kompetenz (vgl. Oskaar, 1979, S. 149). Eine Sprache erwerben, bedeutet nicht nur, grammatisch richtige Äußerungen zu formulieren - auch die Situationen, in denen die Äußerung ge- macht wird, müssen richtig eingeschätzt werden. Sprache verbindet die erkenn- baren Tätigkeiten Sprechen und Reden, Schweigen, Zuhören, Bedeutungen er- kennen. Das Sprechen mit Anderen ermöglicht die Kommunikation nach be- stimmten historischen und globalen Aspekten (vgl. Coseriu, 1979, S. 92ff). Der Spracherwerb umfasst eine komplexe Mehrdimensionalität von Zusammenhän- gen und Wechselwirkungen verschiedener funktionaler und formbezogener Ei- genschaften einzelner Wörter in Netzstrukturen, in einer Verflechtung von sprachlichen, kognitiven und sozialen Strukturen (vgl. Bremer, 2009, S. 352). Es werden nicht nur Begriffe aufgenommen, die visuell nachvollziehbar sind, son- dern ein Großteil der Sprache umfasst Abstraktionen und Begrifflichkeiten ver- borgener oder multifunktionaler Art. Zu ihrer Erschließung werden syntaktische Informationen der Wortbedeutung angewendet. Verben funktionieren z.B. als Sinnstruktur verbindend - sie bauen ein bestimmtes Verhältnis zwischen Ele- menten auf (vgl. Bremer, 2009, S. 354). Neben dem Ausbau der Sprachkompe- tenz erfolgen konzeptionelle Entwicklungsaufgaben. Somit wird die Sprache nicht nur als kommunikatives Verständigungswerkzeug, sondern parallel als Werkzeug zum Verstehen und Aufbau von Wissen eingesetzt (vgl. Bremer, 2009, S. 358).

2.1 Wozu mehr als eine Sprache sprechen?

In vielen Ländern ist es normale, mehrere Sprachen zu sprechen. Nicht mehr nur im Tourismusbereich sind Fremdsprachenkenntnisse im Zuge der fortschreiten- den Globalisierung Voraussetzungen für Kommunikations- und Arbeitsprozesse in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und wissenschaft- lichen Lebens geworden. Bei weltweit operierenden Unternehmen reicht oft nicht nur Englisch als Zweitsprache aus. Eine Studie des Instituts für Wirtschaftsfor- schung (vgl. DIW, 2003) belegte, dass mehr Menschen ohne Sprachkenntnisse arbeitslos sind als Menschen mit Mehrsprachigkeit, denn gerade diese Zusatz- qualifikation grenzt von Mitbewerbern ab. Für viele Menschen beinhaltet der Er- werb einer Fremdsprache, dass sich mit der anderen Kultur auseinandergesetzt wird. So könnten Barrieren zwischen den Völkern abgebaut werden.

2.2 Erwerb einer Sprache durch Unterricht

Sprache wird in Zusammenhängen erlernt. Nach dem Erlernen weniger einzelner Wörter erfolgt ein Übergang zur Satzgestaltungen. Eine große Herausforderung ist es, den unterschiedlichen Verschiedenheiten in z.B. Vorwissen, Mentalität oder Lernaktivität gerecht zu werden.

Ein Bildungskonzept, das auf dieses Ziel gerichtet ist, ist das Scaffolding (eng- lisch: Gerüstbau). Es gibt dem Lehrenden anhand konstruktivistischer Lerntheo- rien eine systematische Unterstützung für den Lernenden zur Aneignung der Kenntnisse und fördert bei dem Lernenden den eigenen Anteil am Lernprozess.

Nach dem Scaffolding-Ansatz gestaltet der Lernende diesen Übergang bewusst mit, indem er Verknüpfungen wahrnimmt und sich somit Strukturen aufbaut.

Dazu gehören Input-orientierte Techniken, die durch den Lehrer und durch Texte den Inhalt verständlicher machen und Output-orientierte Interventionen, die Lücken beim Lernenden zwischen kognitiven und fremdsprachlichen Kompetenzen schließen sollen. So kann auch von einfachen alltagsrelevanten Worten ausgehend ein umfassender Spracherwerb mit fachlichen Satzkonstruktionen und Verschriftlichungen erlangt werden. Nach Thürmann (vgl. 2010, S. 144-146) sind den sprachlichen Aspekt unterstützende Techniken:

- Das sprachliche Vorwissen z.B. über semantische Netze oder Wortfelder soll aktiviert werden.
- Schlüsselvokabular und Wendungen mit thematisch definierten Angebo- ten werden zur bewussten Auswahl bereitgestellt.
- Eine dem Sprachniveau angepassten Lehrersprache z.B. mit angepass- tem Sprechtempo und deutlicher Artikulation wird verwendet.
- Zum Sprechen wird animiert und ggf. das Gestikulieren angewandt.
- Für Schülerreaktionen wird genügend Zeit zur Verfügung gestellt
- Das Wechseln zwischen Fremd- und Muttersprache wird zugelassen.
- Kurzformate wie Lückentexte werden eingesetzt.

Techniken, die den inhaltlichen Aspekt beeinflussen:

- Sprachliches Vorwissen z.B. über Mindmaps soll aktiviert werden.
- Inhaltliche Ziele und Sprachziele werden verdeutlicht (Erwartungen, Schwerpunkte).
- Methoden und Materialien werden kommentiert. Kurze klare Anweisungen werden formuliert. Beispiele werden aufgezeigt.
- Visualisierungstechniken, multimediales Material und wechselnde Darstel- lungsformen werden eingesetzt. (z.B. Podcasts)
- Es wird überprüft, ob die Instruktionen verstanden wurden.
- Konzepte werden aktiv entdeckt und kognitive Operationen bewusst durchgeführt.
- Sozialformen werden gewechselt.
- Lesetechniken, Worterschließungstechniken werden angewandt.

Der Lernprozess beim Erwerb einer Sprache wird durch ein kontrastintensives Material- und Inventionsarrangement aktiviert und unterstützt.

2.3 Sprachkurse

Ein Sprachkurs ist aus vielfältigen sprachlichen Tätigkeiten wie benennen, be- schreiben, darstellen, erzählen, berichten, erklären, argumentieren aufgebaut. Das erfordert vom Lehrenden ein umfangreiches explizites Sprachfeld und vom Lernenden Kompetenzen zur Aufnahme und Umsetzung. Texte und audio- /visuelle-Bausteine unterstützen den Lernprozess, der in kleinen Unterrichtsein- heiten und -aktionen ausgearbeitet ist. Besonders hervorzuheben ist ein aktiver und andauernder verbaler Spracheinsatz. Durch Hören und Sprechen wird der einzelne Fremdsprache-Baustein auch durch Umschreibungen verinnerlicht und nutzbar. Diese kurze Beschreibung des Spracherwerbs soll nun im folgenden Kapitel im Zusammenhang mit der Nutzung didaktischer Modelle betrachtet wer- den, um eine didaktische Grundlage für die Erstellung eines Online-Sprachkurses zu setzen.

3 Gestaltung von Online-Sprachkursen

Eine Methode, eine Fremdsprache zu erlernen, ist einen Online-Kurs zu absolvie- ren. Hierbei sind Online-Lernaufgaben phasenweise durchführbar. Der Einsatz neuer Medien zeigt sich durch Benutzerfreundlichkeit. Online-Sprachkurse wer- den entweder über das Internet angeboten oder können als Dateien herunterge- laden werden. Unter Beachtung ökonomischer Überlegungen kann z.B. durch Überwindung von Orts- und Zeitbeschränkungen motivierend ein konstruktivisti- scher Lernprozess erfolgen.

Durch Online-Lernen mit einem Computer Based Training (CBT) kann der Ler- nende Software ort- und zeitunabhängig nutzen und arbeitet überwiegend selbst- reguliert (vgl. Preußler, 2011, S. 9f). Eigenschaften wie Multimedialität, -modalität und Interaktivität zeichnen sie aus. Sie enthalten u.a. Bilder, Simulationen und durch die Eigenschaften und Vielfältigkeit der einsetzbaren Medien werden In- formationen multipler aufgenommen. Die Unterstützung des erfolgreiches Ler- nens durch subjektive Komponenten wie Aufmerksamkeit, Relevanz, Selbstver- trauen und Zufriedenheit darf nicht unterschätzt werden (vgl. Schneider, 2011, S. 39).

Die Reflexion konkreter und virtueller Erfahrungen wirkt sich auf kreative Neuge- staltungen im z.B. im wirtschaftlichen (vgl. Kron & Sofos, 2003, S. 24f) und im bildungswissenschaftlichen Bereich aus. Online-Kurse sind computerunterstützte Instruktionssysteme, die sich durch Interaktivität, Adaptivität und Kontrollinstanz auszeichnen. Sie sind interaktiv, da Abfolge, Auswahl und Darbietungszeitpunkt der vom Medium zu vermittelnden Informationen durch die Aktionen des Nutzers wesentlich bestimmt werden. So folgt auf eine Anweisung z.B. ein Auswählen (vgl. Niegemann, 1995, S. 40ff.).

Mit Online-Kursen werden die verschiedensten Lernprogramme für eine Vielzahl an Sprachen angeboten. Der Lernende muss für sich entscheiden, welches An- gebot er am effektivsten für sich nutzen kann. Für die Nutzung eines Online- Kurses benötigt der Lernende nach Kron & Sofos (2003, Seite 70f) multifunktio- nale Medienkompetenzen wie technische, selbstbezogene und soziale Kompe- tenzen. Durch Leistungsmotivation, Interesse und Flow-Erleben wird der Wis- senserwerb unterstützt.

3.1 Didaktische Modelle als Grundlage für Lernvorgänge

Einen Lernprozess aktiviert man nicht nur durch Erstellung und Vermittlung von Unterrichtsinhalten. Er wird strukturiert und aktiviert durch theoretische Vorüber- legungen. So nutzt man Unterrichtsmethoden, die auf didaktischen Fragen nach dem wer, wie, was, wann, womit, warum und wieso (um nur einiges einzugren- zen) aufgebaut sind. Mit einem technisch angereicherten didaktischen Modell soll Online-Lernen einen Mehrwert u.a. durch die eben beschriebenen Faktoren er- halten. Didaktik heißt schlicht: Handlung oder Tun und nach Flechsig (1996, S. 19ff) können didaktische Modelle Rekonstruktionen von Ereignissen und Erfah- rungen als auch „Konstruktionspläne“ für zukünftige geplante Ereignisse sein. Ein didaktisches Modell kann nur wenige bedeutende Merkmale der Realität abbil- den, deshalb legt es als Handlungsempfehlung nur ein „Grundmuster“ vor. Die Umsetzung in die Praxis erfolgt durch ein didaktisches Design und die Durchfüh- rung. Vorangestellt bedarf es verschiedener Analysen z.B. über Zielgruppe, Pro- gramm oder Anforderungen. Eine sorgfältige Dokumentation des Lehr- und Lern- prozesses rundet das Lernprojekt ab. Es gibt sehr verschiedene didaktische oder Unterrichts- und Arbeitsmodelle wie Erkundung, Fallmethode, Frontalunterricht, Werkstattseminar, programmierter Unterricht oder Simulation - um nur einige zu nennen.

3.2 Instruktionsdesign zur Konstruktion von Lernprozessen

Davon ausgehend wurden unter lern- und kognitionspsychologisch Aspekten Instruktionsdesigns entwickelt. Das Instruktionsdesign bezieht sich auf das Leh- ren und Lernen in allen Handlungsfeldern. Gagné (1985) hat für die Instruktions- planung Grundprinzipien entwickelt, die für computerunterstützte Unterrichtsfor- men übertragbar sind. Für Gagné (vgl. 1985, S.25ff) sind sprachliches Wissen, kognitive Fähigkeiten und Strategien, Einstellungen und motorische Fähigkeiten Lehrzielkategorien. Verschiedene Arten des Lernens hat Gagné auch für den Fremdsprachenerwerb betrachtet (vgl. 1969, S. 156ff). Das Verketten von sprachlichen Sequenzen basierend auf dem Reiz-Reaktions-Lernen gelangt über multiple Diskrimination zum Begriffslernen und wird daraus zum Regellernen. Abschließend kann der Lernende Probleme lösen und ist im tatsächlichen Ver- stehen und Sprechen der Fremdsprache sicher. Für einen Online-Sprachkurs ist diese Folge an Lehrschritten ebenso umsetzbar und analysefähig:

1. Aufmerksamkeit gewinnen
2. Informieren über die Lehrziele
3. Vorwissen aktivieren
4. Darstellung des Lehrstoffs mit den charakteristischen Merkmalen
5. Lernen anleiten
6. Ausführen/ Anwenden lassen
7. Informative Rückmeldung geben
8. Leistung kontrollieren und beurteilen
9. Behalten und Transfer sichern

Für einen erfolgreichen Lerntransfer bedarf es technischer, selbstbezogener und sozialer Informations- und Medienkompetenzen, um das Wissen über Sachverhalte und Fertigkeiten mit neuen Informationen zu verbinden (vgl. WinterhoffSpurk, 1999, S. 132f.). Ob diese sogenannten Kommunikationskompetenzen im nachfolgend beschriebenen Kurs einen Lernprozess erzielen, wird im weiteren Verlauf der Arbeit untersucht und evaluiert.

3.3 Die Angebote des Online-Kurses „Super-Spanisch.de“

Die vorangegangenen Überlegungen führen nun zur Betrachtung der Bedeutung von Medien in Online-Kursen. Medien üben hierbei einen Informationstransfer aus. Verbunden mit Lernmethoden und Lernstrategien unterstützen sie den Lernprozess. Wichtige Voraussetzung beim Lernenden sind Medienkompeten- zen. Für die Aufbereitung von Informationen in Online-Kursen gilt somit, dass die Qualität der Adaptierbarkeit des Wissens und die Anwendbarkeit der Medien konzeptionell durchdacht sein müssen. Das wiederum wird durch Instruktionsde- signs unterstützt (vgl. Clark, 1994, S.22).

Ausgehend von den theoretischen Aussagen wird nun der Online-Sprachkurs Super-Spanisch.de, im Folgenden nur Kurs genannt, beschrieben. Er ist ein An- gebot der Language School Worldwide S.L. (LSW) und wird rechtlich in Barcelo- na verantwortet.

Betrachtet man kurz die Lernschritte aus Kapitel 3.2, lassen sich folgende Aussagen formulieren, die dann in einer Evaluation betrachtet werden sollten:

1. Aufmerksamkeit gewinnen - Auf der Seite www.super-spanisch.de ist der Kurs frei und kostenlos verfügbar. Die Kategorien Spanisch - Wörterbuch - Spa- nisch lernen - Übersetzung - Sprachreisen - Spanien - Shop sind übersichtlich aufgeteilt und haben vielfältige Unterkategorien. Optisch hell, schlicht und über- sichtlich werden vielseitige Funktionen zum Lernen dargestellt.
2. Informieren über die Lehrziele - Der Kurs präsentiert sich überzeugend und motivierend. Die Aussagen vermitteln den Eindruck, dass die Fremdsprache mit diesem Produkt erworben werden kann.
3. Vorwissen aktivieren - es gibt verschiedene Stufen für den Spracherwerb. Anfänger benötigen kein spanisches Vorwissen. Für die technische Nutzung des Kurses erfolgen vielfältige und einfach gehaltene Instruktionen. Fortgeschrittene erhalten Möglichkeiten, ihr Wissen zu erweitern und weitere Sprachkompetenzen aufzubauen.
4. Darstellung des Lehrstoffes - kombiniert mit
5. Lernen anleiten - und
6. Ausführen/ Anwenden lassen - Der kostenlose Spanisch-Kurs ist die Kate- gorie „Spanisch lernen“ unter einigen kommerziellen Angeboten wie Sprachreisen und Übersetzungen.

Die Funktionen des kostenfreien Angebotes sind jedoch mit kostenpflichtigen Produkten vermischt. Kostenfrei sind Funktionen wie Grundwortschatz, Vokabel- listen, Kreuzworträtsel, Lernkartei, eBooks, Verbenkonjugator und Tandem ler- nen. Der Grundwortschatz umfasst diverse Themen wie Begrüßung, Wetter, Le- bensmittel und Reisen. Auf der Seite Grundwortschatz können Vokabeln oder Wortgruppe per Audiofunktion angehört werden. Der Lernende kann die The- menbereiche aus einen Angebot selbst wählen und interaktiv die angeführten Handlungen ausführen.

Für Interessierte wird als kostenloser Service eine Vokabelmail angeboten, die inklusive Tondatei, Übersetzung und Beispielsatz angefordert werden kann. Es gibt folgende Zusatzmodule: Bewerbung und Liebesbriefe verfassen; Zun- genbrecher.

7. Informative Rückmeldung geben - Ein Angebot zu sozialen Interaktionen ist das Tandemlernen in einem Forum mit Muttersprachlern. Dies ist eine kosten- freie Möglichkeit, ein Feedback für die eigene Aussprache zu erhalten. Über Skype gibt es Online-Spanisch-Klassen, die wie ein virtuelles Plenum funktionieren. Hier kann ein sozialer Austausch der Lernenden erfolgen. Diese Klassen sind nach Lernfortschritt gestuft und ermöglichen die Verbindung mit anderen Lernenden, um Spanisch zu sprechen.

8. Leistung kontrollieren und beurteilen - Der Kurs bietet keine Möglichkeit, die Aussprache aufzunehmen. Prinzipiell gibt es die Verbindung zu anderen Lernenden. Ein kostenpflichtiges Tutoring wird angeboten, tritt jedoch durch seine Form aus dem Kurs heraus.

9. Behalten und Transfer sichern - Dies wird durch diesen Kurs nachgewie- sen. Der Lernende muss entscheiden, was er mit Hilfe der Lernmodule gelernt hat. Alle Bausteine sind zeitunabhängig und variabel nutzbar und wiederholbe- reit.

4. Evaluation von „Super-Spanisch.de“

Für den Betrachter erscheint mit diesem Kurs ein E-Learning-Angebot, das ver- mutlich einen begrenzten Grunderwerb der Sprache ermöglicht. Das E-Learning umfasst alle Formen des Lernens durch ein strukturiertes Konzept mit einfachen Lehrbausteinen und mit Hilfe elektronischer Medien (vgl. Ehlers, 2011, S. 16). Der Kurs steht kostenlos und frei zur Verfügung und aufgrund einer Empfehlung wurde er in der Gruppe genutzt, um spanische Sprachkenntnisse zu erwerben. Diese Art der Propaganda für ein Produkt ist eine Möglichkeit, die für eine be- sondere Qualität spricht und somit Interessenten findet. Andererseits ist eine Produktrecherche von Vorteil. Um den Erfolg der Bildungsmaßnahme zu mes- sen, werden Evaluationen erstellt, in denen „… Die Abschätzung von Leistungen, die nicht exakt messbar sind, […] nach vorgegebenen Kriterien ein-gestuft wer- den …“ und Kennzahlen zur Bewertung festgelegt werden (Umstätter, 2001). Bedeutend ist die Evaluation der Qualität auch für die Weiterentwicklung des Produktes. Folglich ist eine Evaluation für beide Seiten - Produzent und Konsu- ment - von Bedeutung.

Für den Kurs wird nun ein Evaluationskonzept für den Lernerfolg von Grund- kenntnissen der Sprache Spanisch erarbeitet. Die Qualität wird u.a. am Lerner- folg gemessen (vgl. Preußler, 2011, S.48). Unter der Fragestellung: Kann ein Online-Sprachkurs zum Erwerb einer neuen Fremdsprache führen, wird die Qua- lität des Online-Kurses „super-spanisch.de“ als Lernsoftware betrachtet.

4.1 Modell zur Beurteilung von Weiterbildungsangeboten

Aus einer Vielfalt von Konzepten zur Bewertung von Qualitäten ist für eine sach- gerechte Beurteilung von Weiterbildungsmaßnahmen das Modell von Donald L. Kirkpatrick prädesziniert. Das viel diskutierte und weiterentwickelte vierstufige Modell hat einen schlüssigen Ansatz zur Erfolgsmessung von Trainings und Weiterbildungseinheiten (vgl. Kirkpatrick & Kirkpatrick, 2005, S. 4). Dieses Eva- luationskonstrukt strukturiert sich u.a. durch folgende Fragestellungen: Was soll mit welchen Methoden auf welcher Ebene von wem, mit welcher Güte und wann gemessen werden? Kann das Ergebnis (Output) bzw. die Wirkung (Outcome) auf die Weiterbildung zurückgeführt werden?

Jede Stufe erarbeitet ein genaueres Ergebnis der Beurteilung:

1. Reaction Zufriedenheitserfolg
2. Learning Lernerfolg
3. Behavior Transfererfolg
4. Results Geschäftserfolg

Der Schwierigkeitsgrad, um Belege für die Zusammenhänge zwischen Prozess (Training) und Lernerfolg oder Zufriedenheit (Produkt) zu finden, steigt mit den Ebenen.

1. Stufe "Reaction"

Diese Stufe nimmt die Reaktionen der Teilnehmer, z.B. anhand von Feedback-

bögen, direkt nach einer Weiterbildung auf. Sie beurteilen subjektiv die Trainings- inhalte, Methodenvielfalt, Relevanz, Arbeitsmaterial und die Rahmenbedingun- gen. Ein positives Feedback der Zufriedenheit ist keine Garantie für einen guten Lernerfolg, aber Unzufriedenheit könnte den Erfolg auf den nächsten Ebenen verhindern. „ … Reactions of participants should be measured on all programs for two reasons: to let the participants know value their reaction, and to measure their reactions and obtain suggestions for improvement. ..” (Kirkpatrick & Kirkpatrick, 2005, S. 5).

2. Stufe "Learning"

Der Lernerfolg lässt sich über Tests, Simulationen oder Probearbeiten ermitteln, dabei wird die Erweiterung von Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten gemessen. Der Lernerfolg lässt sich zeitnah durch eine vergleichende Auswertung von Pre- Tests vor einer Maßnahme und Post-Tests danach ermitteln (vgl. Kirkpatrick & Kirkpatrick, 2005, S. 5).

[...]

Details

Seiten
44
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656293590
ISBN (Buch)
9783656294276
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v202956
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Bildung und Medien
Note
Schlagworte
Evaluation Online-Kurs Sprache lernen online wissenschaftliche Betrachtung konstruktivistisches Lernverständnis Anwendungsbezogene Bildungsforschung Instruktionsdesign

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Evaluationskonzept für den Lernerfolg und die Qualität eines Online-Kurses zum Erwerb von Grundkenntnissen der der Sprache Spanisch