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Finanzierung von Projekten im Bereich erneuerbarer Energien

am Beispiel von Belarus

Diplomarbeit 2011 93 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Begriffserklärungen und Gang der Untersuchung

2 Entwicklungsaspekte des belarussischen Energiemarktes
2.1 Länderprofil und Struktur des Energiemarktes
2.1.1 Länderprofil Belarus
2.1.2 Akteure des Energiemarktes
2.1.3 Primärenergie: Öl, Gas, erneuerbare Energien
2.1.4 Sekundärenergie: Elektrizität und Wärmeversorgung
2.2 Politische und ökonomische Rahmenbedingungen
2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

3 Finanzierungsquellen für Investitionen in erneuerbare Energien
3.1 Eigenkapitalinvestoren
3.1.1 Strategische Investoren
3.1.2 Finanzinvestoren
3.2 Fremdkapitalinvestoren
3.2.1 Kredite der Geschäftsbanken: Klassische Kreditfinanzierung vs. Projektfinanzierung
3.2.2 Kredite internationaler Organisationen
3.3 Subventionsfinanzierung

4 Entwicklungsperspektiven des Marktes für erneuerbare Energien in Belarus

5 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1. Beispiel einer Projektfinanzierung in Belarus

Abbildung 2. Finanzierungsmechanismus der EBRD

Abbildung 3. Zertifikateneinbindung in die Finanzierung mit einem Bestellkredit

Tabelle 1. Kreditkonditionen des Darlehensfonds und belarussischer Geschäftsbanken im Vergleich

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

1.1 Problemstellung

Ähnlich wie Deutschland verfügt Weißrussland (die Republik Belarus) kaum über eigene Öl- und Gasvorkommen und ist deshalb auf Importe von mehr als 85 % seiner Energieträger aus Russland angewiesen. Für die Durchleitung des russischen Gases nach Westeuropa wurde das Land mit niedrigen Energiepreisen subventioniert. In den letzten Jahren haben sich die russisch-belarussischen Beziehungen stetig verschlechtert. 2006 musste Weißrussland einer 50%-Beteiligung von Gazprom am eigenen Pipelinebetreiber Beltransgas zustimmen, um eine drastische Gaspreiserhöhung um 325 % zu vermeiden.[1] Durch die für das Jahr 2011 vorgesehene Fertigstellung der Ostseepipeline Nordstream wird die Machtposition Weißrusslands als wichtiges Transitland deutlich geschwächt. Bis dahin sollen die russischen Subventionen vollkommen abgeschafft werden.[2] Erschwerend kommt hinzu, dass der Primärenergieverbrauch des Landes durch einen außerordentlich hohen Anteil an Erdgas gekennzeichnet ist und die Energieintensität[3] der Wirtschaft das Niveau der Europäischen Union um das Zweifache übersteigt.[4]

Andererseits verfügt Weißrussland als Agrarland über erhebliche Ressourcenpotentiale, was vor allem die Nutzung von Biomasse (Holz und Holzabfälle, Tier- sowie kommunale Abfälle, Energiepflanzen u.a.) und Windenergie betrifft, die bis dato noch in relativ geringem Maß erschlossen sind. Dabei rechnet die belarussische Regierung in den nächsten Jahren mit einem starken Zuwachs bei der Nutzung einheimischer nachwachsender Rohstoffe .[5]

Aus diesen Gründen ist eine verstärkte Nutzung der einheimischen und regenerativen Energiequellen für die Strom- und Wärmeversorgung Weißrusslands strategisch enorm wichtig.

Dadurch wird nicht nur die Diversifikation im Energiesektor erreicht, sondern auch die Energieversorgungssicherheit des Landes erhöht[6] und die technologische Entwicklung vorangetrieben. Zu den weiteren positiven Auswirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energiequellen zählen das Schaffen neuer Arbeitsplätze und die Reduktion des CO2-Ausstoßes.[7] So gehören in Deutschland die regenerativen Energien zu den wichtigsten Wachstumsmotoren.[8]

Die Finanzierung von solchen Projekten wird in der Literatur[9] oft als Schlüsselfaktor für die Implementierung von Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien angesehen. Dabei ist die Finanzierung in Weißrussland aufgrund der relativ problematischen rechtlichen Rahmenbedingungen und Eigentumsrechte enorm erschwert. Es fehlt weiterhin an Investitionsmitteln sowie an Know-how.

Vor diesem Hintergrund ist das Ziel der vorliegenden Arbeit, einerseits die Rahmenbedingungen für Investitionen in Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien in Belarus zu analysieren sowie die Finanzierungsmöglichkeiten für diese Investitionen darzustellen und zu bewerten. Ziel ist ferner, die Entwicklungsperspektiven des Marktes für regenerative Energiequellen in Belarus unter Berücksichtigung der Finanzierungsmöglichkeiten zu untersuchen.

1.2 Begriffserklärungen und Gang der Untersuchung

Die Darstellung eines Energiesektors bedarf zunächst der Erläuterung einiger Begriffe. In Abhängigkeit von der Stufe ihrer Umwandlung werden Energieträger in primäre und sekundäre aufgeteilt.[10] Zu Primärenergieträgern gehören Stoffe, die noch „keiner technischen Umwandlung unterworfen wurden“[11], wobei deren Energiegehalt als Primärenergie bezeichnet wird. Aus Primärenergieträgern (das sind beispielsweise Erdgas, Erdöl, Steinkohle und Biomasse) bzw. Primärenergie (Wind- und Wasserkraft) werden direkt oder durch geeignete technische Verfahren Sekundärenergieträger bzw. Sekundärenergie gewonnen. Dazu gehören beispielsweise Benzin und Rapsöl als Energieträger sowie elektrischer Strom, Wärme und heißes Wasser als sekundäre Energien.[12]

Erneuerbare (oder regenerative) Energie ist Energie aus unerschöpflichen[13] Quellen. Eine Quelle kann als unerschöpflich bezeichnet werden, wenn sie sich entweder aus kurzfristiger Sicht von selbst erneuert (nachwachsende Rohstoffe) oder sich durch ihre Nutzung nicht erschöpft.[14] Unter erneuerbare Energien fallen nach dem deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) „Wasserkraft einschließlich der Wellen-, Gezeiten-, Salzgradienten- und Strömungsenergie, Windenergie, solare Strahlungsenergie, Geothermie, Energie aus Biomasse einschließlich Biogas, Deponiegas und Klärgas sowie aus dem biologisch abbaubaren Anteil von Abfällen aus Haushalten und Industrie“[15].

Im Rahmen dieser Arbeit liegt der Fokus wegen der klimatischen Bedingungen in Belarus nur auf Windenergie und auf Energie aus Biomasse (siehe Definition im Anhang 1). Die aus Biomasse erzeugte Energie oder Energieträger werden oft mit dem Zusatz „Bio“ bezeichnet (Biostrom, Biokraftstoff).

Für die Bearbeitung des Themas sind eine Erklärung und Abgrenzung der Begriffe Energieeffizienz und erneuerbare Energie notwendig. Energieeffizienz ist „das Verhältnis des Einsatzes von Energie (Input) zur erzielten Dienstleistung im weitesten Sinn (Output)“[16], wobei die gewünschte Leistung mit möglichst geringem Energieeinsatz angestrebt wird. Dies ist nachhaltig nur erreichbar, wenn unnötiger Verbrauch vermieden wird.[17] Deshalb zählen Infrastrukturprojekte, die auf effiziente Energieproduktion und -über­tragung ausgerichtet sind, meist auch zu Projekten zur Energieeffizienzerhöhung. Das gilt beispielsweise für die Modernisierung der Erzeugungskapazitäten oder die Nutzung regenerativer Energien zur Strom- und Wärmeproduktion. Somit kann der Ausbau erneuerbarer Energien als Energieeffizienzmaßnahme angesehen werden. In der Literatur werden jedoch beide Begriffe aufgrund ihrer wichtigen Rolle beim Klimaschutz oft gleichgestellt.

Bei Projekten zur Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wird zwischen kleinen (dezentrale oder Off-Grid-Energieerzeugung) und großen Projekten (zentrale oder On-Grid-Erzeugung) unterschieden. Ebenso wie die Projekte selbst sind auch die Finanzierungsmechanismen beider Typen unterschiedlich. Große Projekte sind durch komplexe Finanzierungsstrukturen gekennzeichnet, wobei Investoren umfassende Fähigkeiten und Erfahrung einbringen müssen.[18]

Das Untersuchungsfeld im Rahmen dieser Arbeit sind an erster Stelle große und mittlere On-Grid-Projekte, da sie aus mittelfristiger Perspektive einen signifikanten Beitrag zur Energieversorgungssicherheit des Landes sowie zur Technologiediffusion leisten können. Kleine dezentrale Projekte zur Strom- und Wärmeproduktion aus erneuerbaren Energiequellen werden in Belarus im Hinblick auf die hohe Importabhängigkeit von primären Energieträgern einstweilen eine sekundäre Rolle spielen. Deshalb werden sie wie auch deren Finanzierungsmechanismen nur am Rande behandelt.

In der Literatur trifft man oft auf den Ausdruck „Investitionen in erneuerbare Energien“[19]. Darunter werden Investitionen in Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien verstanden. In der vorliegenden Arbeit wird auf diesen Ansatz ebenso zurückgegriffen.

Die Abhandlung ist wie folgt strukturiert. Zunächst werden in Kap. 2 die Entwicklungsaspekte des weißrussischen Energiemarktes dargestellt und analysiert. Dabei wird in Kap. 2.1 nach dem allgemeinen Landesüberblick der belarussische Energiemarkt beschrieben und analysiert. Darunter fallen Märkte für Primär- und für Sekundärenergie sowie Institutionen, die diese Märkte regulieren. Im Kap. 2.2 werden die politischen Maßnahmen im Energiesektor und die ökonomische Entwicklung des Landes dargestellt. Ein Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen in Belarus als Grundlage für die Investitionstätigkeit wird in Kap. 2.3 gegeben. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Risikofaktoren, die mit einer ausländischen Investition in erneuerbare Energien verbunden sind.

In Kap. 3 werden Quellen und Mechanismen der Finanzierung von Projekten zur Erzeugung sauberer Energie dargelegt. Eine besondere Rolle spielt dabei die theoretische Fundierung von praktischen Vorgängen. Investoren, die sich mit Eigenkapital an einem Projekt beteiligen – und dazu zählen strategische sowie Finanzinvestoren –, werden in Kap. 3.1 untersucht. Fremdkapitalinvestoren (Kap. 3.2) haben eine zentrale Stellung in dieser Arbeit. So wird das Verfahren der Kreditvergabe durch Geschäftsbanken hinsichtlich einer klassischen Kreditfinanzierung „on balance sheet“ und einer Projektfinanzierung betrachtet. Dabei wird die Projektfinanzierung (und Public Private Partnership als spezielle Form der Projektfinanzierung) in den Vordergrund gestellt. Die Kreditvergabe durch internationale Organisationen als ein bedeutender zusätzlicher Finanzierungsmechanismus wird den Abschnitt über die Fremdkapitalzuführung vervollständigen. Die Finanzierung durch Subventionen als Instrument staatlicher Fiskalpolitik und darunter Exportkreditgarantien des Staates wird in Kap. 3.3 ausgeführt. Praktische Beispiele von (Pilot-)Projekten[20] zur Energieerzeugung aus regenerativen Energiequellen in Belarus verdeutlichen die theoretischen Strukturen und runden sie ab.

Das Kap. 4 liefert einen Überblick über Entwicklungsperspektiven des Sektors erneuerbarer Energien in Belarus sowie ihre potentiellen Auswirkungen auf die belarussische Wirtschaft.

Im Schlussteil der Arbeit erfolgt eine Zusammenfassung der Inhalte und Ergebnisse der Arbeit.

2 Entwicklungsaspekte des belarussischen Energiemarktes

2.1 Länderprofil und Struktur des Energiemarktes

2.1.1 Länderprofil Belarus

Für viele Europäer ist Weißrussland (Belarus) „ein weißer Fleck auf der Karte“. Dabei befindet sich das Land im geografischen Zentrum Europas. Über dessen Territorium führen die kürzesten Transportwege, welche die GUS-Staaten mit den westeuropäischen Staaten verbinden. Belarus grenzt an Polen, die baltischen Länder, Russland und die Ukraine. Die Fläche dehnt sich auf 207.000 km² aus. Es leben knapp 10 Mio. Menschen in Belarus, ca. 70 % davon in Städten. In der Hauptstadt Minsk lebt etwa ein Fünftel der Einwohner des Landes. Administrativ gesehen gibt es sechs Regionen in Belarus.[21]

Belarus ist eines der ökonomisch entwickelten Länder Osteuropas mit einem realen BIP-Jahreswachstum[22] von über 9 % in den Jahren 2003 bis 2008 und einem Pro-Kopf-BIP, das sich den neuen EU-Ländern wie Bulgarien und Rumänien annähert.[23] Der Industrie­sektor, gefolgt von der Landwirtschaft, spielt die wichtigste Rolle in der belarussischen Wirtschaft.[24] Diese Situation bestimmt die wachsende Energienachfrage und die Notwendigkeit des Ausbaus des Brennstoff- und Energiebereiches im Gleichschritt mit dem Tempo des ökonomischen Wachstums.[25]

1991 hat Belarus seine Unabhängigkeit von der ehemaligen Sowjetunion erklärt.[26] Staatsoberhaupt der Republik Belarus ist der seit 1994 regierende Präsident Alexander Grigorjewitsch Lukaschenko. Der Präsident ist mit weitgehenden Vollmachten und Rechten ausgestattet. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Parlament, das aus dem Repräsentantenhaus (110 Mitglieder) und dem Rat der Republik (64 Mitglieder) besteht und von Anhängern des Präsidenten dominiert ist.[27] Bei den ersten und einzigen demokratischen Präsidentenwahlen hat Lukaschenko die absolute Mehrheit der belarussischen Bevölkerung erhalten.[28] Seitdem regiert er autokratisch. Im Jahr 2004 hat Lukaschenko die Verfassung geändert, so dass es keine Beschränkungen mehr im Hinblick auf seine Wiederwahl gibt.[29] Bei den letzten Präsidentenwahlen im Dezember 2010 gewann Lukaschenko mit ca. 80 % aller Stimmen, ähnlich wie im Jahr 2006. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSCE) hat die Wahlen für fehlerhaft erklärt.[30] Die Wahl­ergebnisse haben massive Proteste der Opposition ausgelöst, die mit hunderten von verhafteten Demonstranten einschließlich aller sieben Präsidentschaftskandidaten endeten. Dies kann zu EU- und US-Sanktionen führen, so dass sich die internationale Isolation des Landes fortsetzen kann.[31]

Seit seiner Unabhängigkeitserklärung hat Belarus den Transformationsprozess[32] „von der Zentralverwaltungswirtschaft in die Marktwirtschaft noch nicht richtig bewältigt“[33]. Nahezu zwei Drittel der Produktionsmittel befinden sich in staatlicher Hand[34], nur ca. 25 % des BIP werden durch den privaten Sektor erwirtschaftet.[35] So befindet sich der gesamten Rohstoffsektor Weißrusslands (und dazu gehören Unternehmen, die mit ihrer Tätigkeiten den nationalen Energiemarkt abdecken) fast ausschließlich im Besitz des Staates (siehe dazu Kap. 2.1.2) und weist somit einen hohen Zentralisierungsgrad auf.

Vielmehr hat Lukaschenko seit Anfang seiner Regierung das Land in Richtung sozialistischer Marktwirtschaft gesteuert. Im Einklang mit dieser Politik hat er administrative Kontrollen über Preise und Wechselkurse wiedereingeführt und das Recht des Staates erweitert, in das Management von privaten Unternehmen einzugreifen. Seit 2005 hat der Staat einige von ihnen wieder verstaatlicht. Darüber hinaus standen Unternehmen unter dem Druck zentraler und lokaler Regierungen. Dies bedeutet willkürliche Änderungen der Vorschriften, zahlreiche strenge Kontrollen und die rückwirkende Anwendung neuer Vorschriften für Unternehmen. Diese staatliche Kontrolle über das Wirtschaftsgeschehen erschwerte den Markteintritt sowohl für inländische als auch für ausländische Unternehmen.[36]

Allerdings haben die veränderten Rahmenbedingungen wie die Finanzkrise und die Verschlechterung der politischen Beziehung zu Russland die Notwendigkeit politischer Reformen mit sich gebracht und die Annäherung an die westlichen Ökonomien angekurbelt. Ferner erfordert der angestrebte Beitritt des Landes zur Welthandelsorganisation (WTO) die wirtschaftliche Liberalisierung in verschiedenen Bereichen. Vor diesem Hintergrund hat Belarus mit dem Verkauf von Staatsbetrieben und der Schaffung neuer Möglichkeiten für lokale und ausländische Investoren begonnen.[37] Dies beschleunigte den Transformationsprozess, der durch den beginnenden Wandel im Wirtschaftssystem gekennzeichnet ist. So wird Belarus zu einem Transformationsland, das westliche Unterstützung anstrebt.[38] Überdies zählen einige internationale Organisationen Belarus zu den Schwellenländern[39] (Emerging Markets).[40] Bei Emerging Markets i.w.S. handelt es sich um die Länder, die sich durch das Überwinden der Strukturmerkmale eines Entwicklungslandes auf dem Weg zu einem Industrieland befinden.[41]

2.1.2 Akteure des Energiemarktes

Ein Energiemarkt ist ein Markt für den Handel mit Energie(trägern) sowie für die Energieversorgung. Akteure des belarussischen Energiemarktes, der durch Elektrizitäts-, Erdöl- und Erdgas- sowie Torf- und Braunkohlebereiche gekennzeichnet ist, befinden sich mit einer Teileinschränkung (siehe unten) in Staatshand.[42] Dies bedeutet, dass der Energiepreis im Land nicht aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage resultiert, sondern zentralistisch vorgegeben wird und somit auch nicht die realen Kosten widerspiegelt.

Die wichtigsten Energiemarktteilnehmer Weißrusslands sind nach ihren ökonomischen Aktivitäten innerhalb des Brennstoff- und Energiebereiches unterteilt und dem Energieministerium der Republik Belarus[43] zugeordnet. Das sind

- die staatliche Produktionsvereinigung Beltopgas, die für die Gasversorgung sowie die Förderung und Verarbeitung von Torf und Braunkohle verantwortlich ist,
- die offene AG Beltransgas, deren Haupttätigkeit die Förderung und Lieferung von Erdgas zu Endverbrauchern sowie der Gastransit aus Russland ist (seit dem 3. März 2010 ist die Beltransgas zu 50 % im Besitz des Staates und zu 50 % im Besitz der russischen offenen AG Gazprom)[44],
- und die staatliche Produktionsvereinigung Belenergo – der wichtigste Teilnehmer auf dem Elektrizitäts- und Wärmemarkt.[45]

Der staatliche Konzern Belneftekhim vereinigt Unternehmen und Organisationen aus Bereichen der Förderung und Raffination von Erdöl sowie der Chemie und der Petrolchemie und ist dem Ministerrat der Republik direkt unterstellt.[46]

Im Folgenden wird die staatliche Produktionsvereinigung Belenergo aufgrund ihrer herausragenden Stellung auf dem Energiemarkt für die Bearbeitung des Themas eine besondere Rolle spielen.

2.1.3 Primärenergie: Öl, Gas, erneuerbare Energien

Belarus ist zu mehr als 85 % auf Energieimporte angewiesen. Die einheimischen Ressourcen (einschließlich erneuerbarer Energiequellen) decken nur 13 % des Energiebedarfs des Landes.[47] Dazu gehören Torf, Biomasse (hauptsächlich Holz), geringe Mengen an Rohöl, Kohle, Erdgas und Wasserkraft. Der Primärenergieverbrauch des Landes ist durch einen außerordentlich hohen Anteil (63 %) von Erdgas sowie einen relativ hohen Anteil von Rohöl (30 %) gekennzeichnet[48], die aus der Russischen Föderation importiert werden.[49]

In Belarus werden weniger als 10 % der gesamten importierten Rohölmenge gefördert. Rohöl wird zu Mineralölerzeugnissen verarbeitet und zu 90 % ins Ausland exportiert.[50] Somit ist die erdölverarbeitende Industrie mit einem Anteil von mehr als 30 %[51] an der gesamten Industrieproduktion (die ihrerseits ein Viertel des BIP[52] ausmacht) ein bedeutsamer Wirtschaftszweig.[53] Die niedrigen (von Russland subventionierten) Preise haben dazu geführt, dass sich die Rohöl­importe im Zeitraum von 2000 bis 2006 auf jährlich 21 Mio. Tonnen[54] fast verdoppelt haben. Am 1. Januar 2007 hat Russland jedoch einen Öl-Ausfuhrzoll in Höhe von 180 US-$ je Tonne[55] eingeführt (und ein Jahr später auf 333,8 US-$ je Tonne[56] angehoben), wodurch die Attraktivität des Geschäftes für Belarus dramatisch gesunken ist. Der Grund dafür war der angebliche Verstoß Weißrusslands „gegen eine bilaterale Übereinkunft über den Export der Erdölderivate“[57]. Die belarussische Regierung wehrte sich dagegen, was einen Streit mit Russland und einen mehrtägigen Lieferstopp für Öl durch die Pipeline „Druschba“ nach Belarus und somit auch nach anderen westeuropäischen Ländern verursacht hatte. Die belarussische Raffinerieproduktion musste somit heruntergefahren werden.[58]

Erdgas wird fast vollständig (zu 99 %[59] ) importiert. Dabei spielt dieser primäre Energieträger eine dominante Rolle im Energiesektor Weißrusslands: 97 % der Elektrizität und 88 % der Wärme werden aus Erdgas generiert.[60] Dies ist darauf zurückzuführen, dass von 2000 bis 2007 Erdgas ein strategischer Rohstoff für die weißrussische Wirtschaft war: Um Kosten für inländische Produzenten durch die Nutzung des billigen russischen Gases[61] zu verringern, hat Belarus den Anteil des Gases in der Primärenergieversorgung von 43 % im Jahr 1990 auf bis zu 65 % 2007 erhöht.[62] Somit ist ein unausgeglichenes Portfolio von Primärenergieträgern entstanden. Dabei führte eine solch hohe Abhängigkeit vom Gas[63] zu energiepolitischen Konflikten, die zahlreiche Risiken für die Wirtschaft und der Energiesicherheit des Landes darstellen.[64]

Ein Beispiel dafür liefern sequentielle Preiserhöhungen seitens Russlands. Um sich von der Transitabhängigkeit von Belarus zu befreien, verfolgte Gazprom folgende Strategien: erstens die Transportwege zu diversifizieren (Bau der Nordstream-Pipeline über die Ostsee) und zweitens die nationale Pipelinebetreibergesellschaft zu übernehmen.[65] Der Streit um den belarussischen Pipelinebetreiber Beltransgas hat 2004 durch die eintägige Einstellung von Gaslieferungen die erste Gaskrise ausgelöst, was zur tiefen Beunruhigung der westeuropäischen Abnehmerländer bezüglich ihrer Energiesicherheit führte.[66] Im Jahr 2006 hat Gazprom gedroht, den Gaspreis für Belarus, der damals bei 47 US-$ pro 1.000 m³ lag, an das europäische Preisniveau von 230 US-$ pro 1.000 m³ anzupassen.[67] Nach langen Streitigkeiten hat Gazprom die Zustimmung der weißrussischen Regierung erhalten, einen 50%igen Aktienanteil am belarussischen Pipelinebetreiber Beltransgas für 2,5 Mrd. US-$[68] zu erwerben. Weiterhin sollte der Preis für das russische Erdgas auf 100 US-$ pro 1.000 m³ angehoben[69] und „bis 2011 schrittweise an den europäischen Preis herangeführt werden“[70]. Damit werden russische Subventionen vollkommen abgeschafft.[71]

Vor diesem Hintergrund ist die Energiebilanzdiversifikation bzw. der verstärkte Ausbau einheimischer und im Speziellen erneuerbarer Energiequellen die nachhaltigste Weise für Belarus, seine Abhängigkeit von Auslandsenergieimporten zu reduzieren.[72] Das Potential im Bereich regenerativer Energiequellen liegt dabei hauptsächlich in der Wind- und Bioenergie. Nun sollen diese beiden Formen detaillierter dargestellt werden.

Belarus verfügt über ein relativ großes Potential für die Nutzung von Windenergie. Dafür sprechen die großen Landflächen[73], die für Windparks genutzt werden können, sowie das gut ausgebaute zentralisierte Stromnetz.[74] So wurden bereits 1.840 Standorte in Belarus ermittelt, die sich für die Nutzung von Windenergie eignen. Dabei handelt es sich um solche Gebiete, die in einer Höhe von 30 m eine Windgeschwindigkeit von 4-5 m/s aufweisen. Das ökonomisch zweckmäßige Potential[75] beträgt 14 bis 18 Mio. MWh p.a.[76], eine Größe, die ca. 50 % des Strombedarfs des Landes[77] decken könnte.[78]

Dessen ungeachtet erfolgte der Ausbau des Potentials tatsächlich bisher nur in sehr geringem Maße. 2009 betrug die Gesamtkapazität der Windanlagen in Belarus 1,9 MW[79]. Dies ist eine Leistung, die mit einer einzigen deutschen Windkraftanlage[80] vergleichbar ist.[81] Dabei produziert gegenwärtig nur ein Unternehmen in Belarus Windkraftanlagen. Sein Potential ist ziemlich schwach und die Qualität wesentlich schlechter als bei ausländischen Analoga. Deshalb stehen dem Land zwei Alternativen zur Verfügung: entweder die Anpassung und effektive Nutzung ausländischer Anlagen oder der Kauf einer Lizenz in Übersee für die eigene Produktion.[82]

Nach Angaben des Staatlichen Komitees für Standardisierung der Republik Belarus sollen viele ausländische Investoren 2010 den Wunsch ausgesprochen haben, Projekte im Bereich Windenergie in Belarus realisieren zu wollen. So beabsichtigen Unternehmen aus Spanien, Tschechien, der Schweiz und der Volksrepublik China Windenergieparks in Weißrussland aufzubauen.[83] Dabei ist eine Fertigstellung von insgesamt 8 Windparks mit einer Gesamtleistungskapazität von knapp 500 MW vorgesehen.[84]

So stammt beispielsweise aus dem Jahre 2010 ein Vertrag zwischen einer der regionalen Einrichtungen von Belenergo und der chinesischen privaten Gesellschaft HEAG. Vereinbart ist der Bau einer Windkraftanlage in Weißrussland mit einer Kapazität von 1,5 MW und einer jährlichen Stromerzeugung von 3,8 Mio. kWh. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf ca. 2 Mio. €, mit der Fertigstellung wird für das Jahr 2012 gerechnet. Darüber hinaus wurde eine Option für die spätere Gründung eines gemeinsamen belarussisch-chinesischen Joint Ventures[85] zum Bau eines Windparks mit einer Kapazität von bis zu 25 MW vereinbart.[86]

Obwohl das Nutzungspotential von Windenergie in Belarus relativ hoch ist, kommt der Energie aus Biomasse (dazu gehören feste, flüssige und gasförmige Bioenergieträger – siehe Anhang 1) eine hohe Bedeutung zu. Sie trägt zur Wärmegenerierung sowie zur Produktion von Biostrom und Biokraftstoff bei.

Eine feste Art von Biomasse stellen Holz und Holzabfälle dar. Holz ist die bedeutendste (ca. 32 %) der einheimischen Energieressourcen[87], da durch die geografische Lage und die flache Landschaft sehr gute Voraussetzungen für den Industriewaldanbau und die Landwirtschaft gegeben sind. So beträgt die gesamte Waldfläche 38 % des Landterritoriums (ca. 10 Mio. Hektar). Der Holzbestand von 1.340 Mio. m3 weist einen jährlichen Zuwachs von 28 Mio. m3 aus, obwohl nur die Hälfte davon in Gebrauch genommen wird.[88] Diese Bioenergieträger werden hauptsächlich für die Wärmegenerierung und Wasserheizung verwendet. Gegenwärtig funktionieren 7 Mini-Heizkraftwerke und etwa 2.000 Brennholzkessel in Belarus.[89]

Ein weiteres Potential für Energieerzeugung liegt bei Biogas (ein gasförmiger Bioenergieträger) aus Tierabfällen und Exkrementen und wird auf 3,1 bis 3,4 Mio. MWh[90] geschätzt. In Belarus existieren laut Angaben des Staatlichen Komitees für Standardisierung mehr als 6300 Rinderzuchtanlagen, mehr als 100 Schweinezuchtanlagen und 48 Geflügelzuchtanlagen.[91] Jährlich entstehen ca. 30 Mio. m3 Gülle und Ackerbauabfälle im Land, woraus Biogas im Umfang von 16 Mio. MWh produziert werden könnte. Außerdem verwandeln sich die in Biogasanlagen verarbeiteten organischen Abfälle in Biomasse, die viel Nährstoffe enthält und als Biodünger und Futterzusatz verwendet werden kann.[92] Es werden gegenwärtig 5 Biogasanlagen[93] in Belarus betrieben, wobei zum Vergleich die Anzahl von Biogasanlagen in Deutschland ca. 5.000[94] beträgt.

Die Produktion von Biokraftstoffen bzw. von flüssigen Bioenergieträgern stellt ein weiteres Potential zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe dar. Dazu gehören Biodiesel (wird u.a. aus Raps und Soja hergestellt) und Bioethanol (wird aus Zuckerrüben und Getreide produziert).[95] Unter den belarussischen klimatischen Bedingungen wird eine Pflanzenmenge von 10 t trockener Substanz (was einer Leistung von 40.000 MWh entspricht) aus einem Hektar Energiepflanzen gewonnen, wobei durch den Einsatz verbesserter landwirtschaftlicher Methoden diese Produktivität verdoppelt werden kann. Aus dieser Phytomasse können 5 bis 7 t Flüssigstoffe, die dem Erdöl äquivalent sind, produziert werden.[96] Die Biodieselproduktion sollte 2010 nach dem Staatsprogramm für Biodieselproduktion[97] 780.000 bis 1 Mio. t betragen.[98]

Laut dem Bericht der Weltbank[99] kann die Ausrichtung auf Biokraftstoffproduktion zur Erhöhung der Lebensmittelpreise führen. Dies hätte negative Auswirkungen auf den Konsumenten und wäre somit unwirtschaftlich. Im Falle von Belarus trifft dies indessen nicht zu. Erstens werden für den Anbau von Phytomasse Flächen genutzt, die aufgrund des Torfbodens keiner landwirtschaftlichen Nutzung zugänglich sind. Das ist ein Areal von 180.000 Hektar. Das Potential dieser Fläche für die Produktion von Biorohstoffen liegt bei bis zu 1 Mio. MWh jährlich.[100] Zweitens sollen Energiepflanzen[101] eine Fläche von 50.000 km2, die nach der Katastrophe von Tschernobyl mit radioaktiven Elementen verseucht wurden[102] (knapp ein Viertel des Territoriums von Belarus), innerhalb von 20 bis 40 Jahren dekontaminieren.[103] Und während europäische Biokraftstoffproduzenten verstärkt in Projekte in Litauen, Rumänien und der Ukraine investieren, steckt nach Angaben der Weltbank viel ungenutztes Potential für Wachstum im Biomassesektor in Belarus.[104]

Ferner werden in Belarus jährlich ca. 2,4 Mio. t kommunale Abfälle (Hausmüll) deponiert. Das Potential der Vergasung dieser Energieressource liegt bei 814.000 MWh. Der Effekt ist dabei nicht nur die direkte Biogasproduktion, sondern auch die Vermeidung des Methanausstoßes[105], den Mülldeponien produzieren.[106]

In diesem Zusammenhang sollen in Belarus bis 2012 39 Biogasanlagen mit einer Gesamtkapazität von 40,4 MW in Betrieb genommen werden. Dies ist das Ziel des Programms zum Ausbau von erneuerbaren Energiequellen für 2010 bis 2012.[107] Der Bau neuer Biogasanlagen, die mit den Abfällen der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion, den kommunalen und den Haushaltsabfällen sowie mit Klärschlamm betrieben werden, soll jährlich 340.000 MWh elektrische Energie produzieren. Dabei wird die ökologische Belastung für die Umwelt sinken und die landwirtschaftlichen Betriebe werden hochwertigen organischen Dünger bekommen. Es ist außerdem geplant, in den Jahren 2013 bis 2015 noch 146 solcher Biogasanlagen in Betrieb zu nehmen. Die gesamte Anlagenmenge wird importiertes Erdgas im Umfang von 370 Mio. m3 ersetzen.

Die geplanten Finanzierungsvolumina des Programms belaufen sich auf ca. 142 Mio. €. Dabei sollen die finanziellen Mittel durch ausländische Investitionen, Kredite der Geschäftsbanken, eigene Mittel der staatlichen Organisationen, Budgetmittel sowie staatliche Innovationsfonds bereitgestellt werden.[108] An dieser Stelle ist auf die geplante umfangreiche Partizipation des Staates an der Finanzierung des Vorhabens hinzuweisen. Dies soll nach Meinung von Experten[109] überdacht werden. Der Grund dafür ist die gegenwärtig ohnehin starke Belastung des Staatsbudgets. Die stärkere Partizipation ausländischer Investoren im gesamten Finanzierungsmix wäre die beste Alternative bei der Implementierung des Programms.[110]

2.1.4 Sekundärenergie: Elektrizität und Wärmeversorgung

Wie im Kap. 2.1.2 erwähnt, ist die staatliche Monopol-Produktionsvereinigung Belenergo für die Elektrizitäts- und Wärmeversorgung des Landes verantwortlich. Zu den Aufgabenfeldern der unter ihrem Dach vereinigten Organisationen gehören u.a. die Verwaltung des gesamten Energiesektors, die Produktion, Übertragung und Verteilung elektrischer und thermischer Energie. Im Jahr 2008 betrug die Gesamtkapazität des belarussischen Energiesystems 7.729 MW, wobei der Stromverbrauch bei 37 Mio. MWh und der Wärmeverbrauch bei 280 Mio. GJ lag.[111] Im Folgenden werden der Elektrizitäts- und Wärmesektor sowie die Tarifpolitik in Belarus dargestellt und analysiert.

Die Entwicklung des Elektrizitätssektors in der ehemaligen UdSSR ist durch die Konzentration und Zentralisierung der Energieversorgung gekennzeichnet.[112] Heute ist Belarus der einzige Staat in Europa, der eine vollständig vertikal integrierte monopolistische Struktur des Elektrizitätsmarktes aufweist, ohne dabei Anstrengungen zu unternehmen, diesen zu entbündeln, zu privatisieren oder zu liberalisieren. Die sechs regionalen Einrichtungen, jede für ein Gebiet, betreiben alle Kraftwerke sowie die Stromübertragung und die Vertriebsnetze im entsprechenden Gebiet und sind unter Belenergo konsolidiert.[113] Diese Einrichtungen haben 2008 mehr als 90 % des Gesamtverbrauchs an Elektroenergie erzeugt, wobei noch 5 % aus Russland und Litauen[114] importiert wurden.[115]

Strom wird in Belarus fast ausschließlich mit Gaskraftwerken generiert. Dabei weisen Gaskraftwerke gegenüber Grundkraftwerken (Kohle- und Atomkraftwerken) vergleichsweise niedrige Investitionskosten, dafür aber hohe Brennstoffkosten auf. Gasturbinen, die in Belarus 43 % der installierten Kapazität abdecken, sind besser regulierbar und somit flexibler als Grundkraftwerke. Deshalb ist der belarussische Stromsektor durch hohe variable Kosten der Stromerzeugung und hohe Flexibilität gekennzeichnet. Dies liefert gute Voraussetzungen für den Einsatz von erneuerbaren Energiequellen zur Stromerzeugung.[116] Derzeit beträgt der Anteil der Nutzung regenerativer Energien nach Angaben belarussischer Quellen 9 % am Gesamtenergieverbrauch und 13 % an der Wärmeenergieerzeugung,[117] wobei diese Daten stark verschönert zu sein scheinen.[118]

Das Hochspannungsnetz des belarussischen Elektrizitätsnetzes ist ein Teil des großen Hochspannungsrings, der auch die baltischen Staaten und die Russische Föderation abdeckt. Die Infrastruktur der Stromnetze ist weitgehend flächendeckend und hat die Gesamtlänge von 269.000 km.[119] Da die noch in 1960er und 70er Jahren gebauten Stromnetze[120] veraltet sind, besitzen sie aufgrund der hohen Erzeugungs- und Übertragungsverluste eine niedrige Energie­effizienz. Erschwerend kommt hinzu, dass die Energieintensität der weißrussischen Wirtschaft trotz ihrer Reduzierung gegenüber 2005 um 31 % relativ hoch ist.[121] Diese Faktoren deuten auf den hohen Investitionsbedarf in die Infrastruktur des Landes hin.

Die sukzessive Entstehung unabhängiger dezentraler Stromerzeuger im Bereich Heizkraftwerke[122] in der letzten Zeit, die nicht zur Produktionsvereinigung Belenergo gehören, fördert die Schaffung eines Energiemarktes in Belarus.[123] Jedoch ist deren Anteil am Gesamtstromverbrauch[124] im Bezug auf die Energiesicherheit des Landes noch relativ unbedeutend.

Wärme und heißes Wasser werden in Groß- und Kleinstädten über Fernheizung (zentrale Versorgung) und im ländlichen Raum überwiegend durch dezentrale Heizanlagen geliefert.[125] Dabei sind zentrale Heizsysteme durch eine rationellere Verwendung des Brennstoffs sowie Synergiepotentiale gekennzeichnet. Dies ist durch eine kombinierte Strom- und Wärmeproduktion gewährleistet (Kraft-Wärme-Kopplung). Ein wesentlicher Vorteil der zentralen Wärmeversorgung ist das relativ effektive und umweltfreundliche Verfahren zur Kraftstoff- und Hausmüllverbrennung.[126] Allerdings führt die hohe Entfernung von Wohnsiedlungen, die typisch für zentrale Heizkraftwerke ist, zu hohen Übertragungsverlusten.[127]

Die staatliche Produktionsvereinigung Belenergo liefert ungefähr 50 % der Wärme und des Warmwassers[128] an Endverbraucher. Sie betreibt 23 große Heizkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von knapp 4.400 MW und 35 regionale Heizkesselanlagen mit Kapazitäten von 80 bis 700 MW. Die restlichen 50 % werden durch kleinere Heizkessel generiert. Davon betreiben das Ministerium für Kommunalwirtschaft 1.700 Heizkessel mit 5 MW Durchschnittskapazität, während 10.000 Heizkessel unter 10 MW im Verantwortungsbereich anderer Ministerien, staatlicher Industrieunternehmen und privater Gesellschaften liegen.[129] Die 4.500 km der Hauptwärmezuführung werden von Belenergo betrieben (zentrale Wärmeversorgung), während das Ministerium für Kommunalwirtschaft für 5.800 km verantwortlich ist.[130]

In die Heizung und Warmwasserbereitung gehen in Belarus rund 70 % des gesamten Energieverbrauchs.[131] Thermische Energie wird, wie auch Elektrizität, hauptsächlich aus fossilen Energieträgern, nämlich aus Erdgas, generiert.[132] Befeuert wird außerdem mit Masut, Dieselöl und Kohle, wobei solche Befeuerungsarten schädliche Treibhausgasemissionen verursachen. Nur ein kleiner Anteil von Heizkesseln wird teilweise oder komplett mit Holz befeuert.[133] Um die Energieeffizienz des weißrussischen Wärmemarktes zu erhöhen, hat die Weltbank dem Land im Juni 2009 einen Kredit über 125 Mio. US-$ für ein fünfjähriges Programm gewährt. Das Ziel ist die Umwandlung von bestehenden Heizkesseln in einigen belarussischen Städten in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, was ca. 90 MW zusätzlicher elektrischer Energie liefern soll. Dies ermöglicht den Erdgasverbrauch um jährlich ca. 90 Mio. m3. und den CO2-Ausstoß um jährlich 165.000 t zu verringern.[134]

Der belarussische Industriesektor ist für ca. 50 % des gesamten Elektrizitätsverbrauchs verantwortlich (gefolgt vom Haushaltssektor mit 21 %) und für 36 % des Wärmeverbrauchs. Der Verbrauch von Wärmeenergie durch private Haushalte ist jedoch höher als der industrielle und betrug 2007 mehr als 40 %.[135] Nach Prognosen der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) wird der Wärmeverbrauch bis 2020 um 20 bis 30 % (auf 340 bis 370 Mio. GJ) und der Elektrizitätsverbrauch um 15 bis 35 % (auf 43 bis 50 Mio. MWh) ansteigen.[136] Um die Nachfrageerhöhung zu befriedigen, ist eine Erweiterung der Erzeugungskapazitäten notwendig.[137] Dies erfordert hohe Investitionen in den Ausbau des gesamten Energiesektors und der erneuerbaren Energie insbesondere deshalb, weil diese aus langfristiger Sicht die hohe Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen reduzieren lassen.

Strom- und Wärmetarife für private Haushalte legt der Ministerrat fest, während das Energieministerium für Tarife für industrielle Konsumenten verantwortlich ist. Dem Wirtschaftsministerium kommt dabei die Rolle einer unabhängigen Regulierungsbehörde zu, welche die Tarifpolitik durch die Festlegung von Energiepreisen für Endkonsumenten reguliert. Die Tarife für Elektrizität und Wärme unterscheiden sich im Hinblick auf Konsumentengruppen und Gebäudenutzung, die Zeit (Tag und Nacht) und die Periode (Low- und High-Heizperiode) der Nutzung sowie andere Faktoren.[138] Dabei ist die Differenzierung der Tarife nach Konsumentengruppen relativ stark. Es besteht eine Quersubventionierung der Bevölkerungstarife durch Tarife für Industrieunternehmen:[139] Gegenwärtig liegt der Elektrizitätspreis für private Haushalte bei ca. 4,3 ct/kWh[140], wobei Industrieunternehmen[141] 12 ct/kWh bezahlen.[142] Und trotz der mehrmaligen Tariferhöhungen[143] der letzten Jahre decken die Preise die tatsächlichen Kosten der Stromerzeugung nicht. Dabei hängen diese Kosten mit dem Gaspreis zusammen, der einen drastischen Anstieg durchläuft (vgl. Kap. 2.1.3). Dasselbe gilt für die Tarife der Wärmeversorgung.[144] So kostet ein MJ Wärmeenergie gegenwärtig 0,26 ct für private Haushalte und 0,88 ct für Industriekunden.[145]

Beinahe 50 % aller im Land produzierten Elektroenergie wird im Kraft-Wärme-Kopplungs-Prozess generiert (siehe oben), was die Zuteilung von Selbstkosten der Elektrizitäts- sowie Wärmeproduktion erheblich erschwert. Dabei ist die Quersubventionierung der Wärmeenergieproduktion auf Kosten von Elektrizität gegeben: Die Verluste aus dem Vertrieb von Wärmeenergie werden auf den Elektrizitätssektor übergewälzt.[146] Dies schreckt Investoren ab und führt zu Marktverzerrungen bei der Energieproduktion und beim Energieverbrauch.[147]

[...]


[1] Vgl. Hett (2007), S. 6; Götz (2006), S. 14.

[2] Vgl. Meister (2010).

[3] Die Energieintensität wird nach der IEA-Definition als Primärenergieverbrauch pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts gemessen. Vgl. IEA (2004), S. 554.

[4] Vgl. Hett (2007), S. 4.

[5] Vgl. dena (2009), S. 37 ff.

[6] Noch der britische Premierminister Winston Churchill hat Anfang des 20. Jahrhunderts die Wichtigkeit der Diversifikation im Energiesektor aufgrund der hohen Weltabhängigkeit vom Rohöl betont: „Safety and certainty in oil lie in variety and variety alone“, abgedruckt in Yergin (2006), S. 69.

[7] Vgl. Kriedel (2008), S. 1; Meißner/Ueckerdt/Schenk (2010), S. 4.

[8] Vgl. AEE/Schmidt (2010), S. 1ff.

[9] Siehe dazu Liming (2008); Wiser/Pickle (1998).

[10] Die sog. dritte Stufe der Umwandlung – die Nutzenergie (z.B. das aus dem Strom gewonnene Licht) – ist kein Gegenstand dieser Arbeit.

[11] Kaltschmitt (2006), S. 2.

[12] Vgl. Kaltschmitt (2006), S. 2 ff.

[13] Vgl. Kaltschmitt (2009), S. 9.

[14] Vgl. FVEE (2010), S. 4.

[15] § 3 Abs. 3 EEG.

[16] Berger/Bachmann/Cremer (2005), S. 116.

[17] Vgl. Pehnt (2010), S. 2 ff.

[18] Vgl. UNECE (2010a), S. 8 f.

[19] Vgl. Pfeifer (2009), S. 168; Suck (2008), S. 251.

[20] Im Hinblick darauf, dass das Thema erneuerbare Energien in Belarus erst seit einigen Jahren breite Aufmerksamkeit gewonnen hat, gibt es noch keine Beispiele erfolgreich abgeschlossener Großprojekte. Alle im Rahmen dieser Arbeit dargestellten Projekte unter Einbezug des privaten Sektors sind entweder Vorhaben oder Pilotprojekte, die sich gerade im Realisierungsstadium befinden.

[21] Vgl. Energieministerium der Republik Belarus (2009), S. 5.

[22] Das reale BIP-Wachstum lag im ersten bis dritten Quartal 2010 bei 6,6 %. Dies wurde jedoch durch eine Fiskalpolitik gesteuert, welche auch die Inflation auf 9 % im September erhöht hat. Vgl. Euler Hermes Kreditversicherungs-AG (2010).

[23] Vgl. UNECE (2010b), S. 3; The World Bank Group, Data.

[24] Vgl. UNECE (2010b), S. 3.

[25] Wirtschaftswachstum führt wiederum oft zu Umweltverschmutzung. Vgl. UNECE (2010b), S. 3.

[26] Vgl. UNECE (2010b), S. 90.

[27] Vgl. Deloitte & Touche FE (2008), S. 4.

[28] Vgl. Savchenko (2009), S. 171.

[29] Vgl. dena (2009), S. 8.

[30] Vgl. Malerius (2010).

[31] Vgl. Euler Hermes Kreditversichrungs-AG (2010); Dehmer (2007).

[32] (System-)Transformation bedeutet den Wandel eines Wirtschaftssystems, den Übergang von einer kommunistischen Planwirtschaft zu einer sozialistischen Marktwirtschaft. Vgl. Liefner (2006), S. 19 f.

[33] Wiesner (2004), S. 52.

[34] Vgl. Utkina/Hercksen (2010), S. 3.

[35] Vgl. dena (2009), S. 9.

[36] Vgl. CIA (2011).

[37] Vgl. UNCTAD (2009), S. 5

[38] Vgl. OWC/Belarus Aktuell (2010), S. 1 ff.

[39] Die Schwellenländer sind durch das rasche Wirtschaftswachstum und die hohe Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Rahmenbedingungen gekennzeichnet. So überstanden sie nach Angaben des IMF den globalen Konjunkturabschwung besser und erholten sich davon schneller als fortgeschrittene Volkswirtschaften. Vgl. Kose/Prasad (2010), S. 7.

[40] Nach der Länderkategorien des IMF ist Belarus eine „emerging and developing economy“, nach der Definition der Worldbank eine „upper-middle-income economy“. Vgl. IMF, Country Information; The World Bank Group, Country and Lending Groups.

[41] Vgl. Strietzel (2005), S. 14; Wilhelmi (2007), S. 15.

[42] Vgl. dena (2009), S. 11ff.

[43] Das Energieministerium der Republik Belarus ist ein republikanisches Organ der staatlichen Verwaltung, das die Energiepolitik des Landes gestaltet und durchführt. Vgl. Energieministerium der Republik Belarus (2009), S. 9 f. sowie Ministerratsbeschluss der Republik Belarus Nr. 1330 vom 10.09.2008.

[44] Vgl. Beltransgas, Geschichte.

[45] Vgl. dena (2009), S. 12 ff.; Energieministerium der Republik Belarus (2009), S. 11 ff.

[46] Vgl. dena (2009), S. 11 ff.; Ministerratsbeschluss der Republik Belarus Nr. 788 vom 26.06.1997.

[47] Vgl. dena (2009), S. 17.

[48] Vgl. IEA Energy Statistics, Share of total primary energy supply.

[49] Vgl. dena (2009), S. 17; UNECE (2009), S. 16.

[50] Vgl. UNECE (2010b), S. 91.

[51] Vgl. Nationales Komitee für Statistik der Republik Belarus, Main indicators of industry.

[52] Vgl. Meyer (2010a).

[53] Vgl. Hett (2007), S. 4.

[54] Vgl. Nationales Komitee für Statistik der Republik Belarus, Main indicators of foreign trade.

[55] Vgl. Lindner (2007), S. 2.

[56] Vgl. o.V. (2008).

[57] Dena (2009), S. 16.

[58] Vgl. o.V. (2010a).

[59] Vgl. IEA Energy Statistics, Natural Gas.

[60] Vgl. IEA Energy Statistics, Electricity/Heat.

[61] Durch Belarus fließt Gazproms Erdgas aus Russland in die EU über die Jamal-Europa-Gaspipeline. Als ein wichtiges Transitland hat Belarus noch bis 2007 das russische Erdgas zu niedrigen Preisen erhalten. Vgl. Tochitskaya/Rakova/Shymanovich (2007), S. 6.

[62] Vgl. Tochitskaya/Rakova/Shymanovich (2007), S. 6.

[63] Ca. 70 % in der Energiebilanz von Belenergo. Vgl. European Commission (2008), S. 279.

[64] Vgl. European Commission (2008), S. 279; dena (2009), S. 11 ff.

[65] Vgl. Hett (2007), S. 6 ff.

[66] Vgl. Götz (2006), S. 14; Hett (2007), S. 6.

[67] Vgl. Grib/Sapozhinkov (2006).

[68] Die letzte Tranche wurde Anfang 2010 bezahlt.

[69] Mitte 2010 kam es wieder zu einem „Gaskrieg“ zwischen Russland und Belarus: Letzteres wollte den von Russland geforderten Preis nicht akzeptieren. Daraus resultierte eine 200 Mio. US-$ schwere Schuld, weshalb die Gaslieferungen um 30 % gedrosselt wurden, bis Minsk diese Verbindlichkeit beglichen hat. Vgl. o.V. (2010b).

[70] Vgl. Hett (2007), S. 6.

[71] Vgl. Meister (2010).

[72] Vgl. EEC (2010); UNECE (2010b), S. 2.

[73] Zum Vergleich: Die Bevölkerungsdichte in Deutschland beträgt 230 Einwohner pro km2, in Belarus 46 Einwohner pro km2, was fünf Mal weniger als in Deutschland ist. Vgl. Huinink/Schröder (2008), S. 59.

[74] Vgl. dena (2009), S. 9.

[75] Bei den Potentialen erneuerbarer Energien wird u.a. zwischen den technischen und den ökonomischen Potentialen unterschieden. Das technische Potential gibt den Teil der theoretisch physikalisch nutzbaren Energie an, der angesichts der gegebenen technischen Einschränkungen praktisch nutzbar ist. Das ökonomische Potential stellt den Teil des technischen Potentials dar, der unter den jeweiligen politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen wirtschaftlich erschlossen werden kann. Vgl. Kaltschmitt (2009), S. 10 f.; Pontenagel (1995), S. 47.

[76] Um dieses Potential vollständig auszuschöpfen, werden ca. 3.500 WKA mit der Gesamtkapazität von 7.028 MW benötigt. Vgl. Pashiniskij/But’ko (2010).

[77] Vgl. Energieministerium der Republik Belarus (2008), S. 6.

[78] Vgl. dena (2009), S. 35; Meißner/Ueckerdt/Schenk (2010), S. 1.

[79] Vgl. WWEA (2010), S. 17.

[80] Zu dem Zeitpunkt betrug die Gesamtkapazität aller Windanlagen in Deutschland 25.777 MW. Vgl. WWEA (2010), S. 16.

[81] Vgl. Meißner/Ueckerdt/Schenk (2010), S. 1.

[82] Vgl. Pashiniskij/But’ko (2010).

[83] Vgl. Kot (2010).

[84] Vgl. Minenkov (2010).

[85] Für ausführliche Informationen zu einer staatlich-privaten Zusammenarbeit siehe Kap. 3.2.1.

[86] Vgl. Kot (2010).

[87] Vgl. Ministerratsbeschluss der Republik Belarus Nr. 1180 vom 09.08.2010.

[88] Vgl. dena (2009), S. 41.

[89] Vgl. Minenkov (2010).

[90] Zum Vergleich: Es ist ca. 15% der heutigen Biogasnutzung in Deutschland. Vgl. Meißner/Ueckerdt/Schenk (2010), S. 1.

[91] Vgl. Minenkov (2010).

[92] Vgl. Pashiniskij/But’ko (2010).

[93] Vgl. Meißner/Ueckerdt/Schenk (2010), S. 1.

[94] Vgl. Fachverband Biogas e.V. (2010).

[95] Vgl. dena (2009), S. 42.

[96] Vgl. Kundas/Tarasenko/Pazniak (2007), S. 290.

[97] Vgl. Ministerratsbeschluss der Republik Belarus Nr. 1760 vom 17.12.2007.

[98] Vgl. Ministerratsbeschluss der Republik Belarus Nr. 1180 vom 09.08.2010.

[99] Vgl. The World Bank (2010), S. 87.

[100] Vgl. Kundas/Tarasenko/Pazniak (2007), S. 290 f.

[101] Es wurde wissenschaftlich bewiesen, dass Energiepflanzen radioaktive Elemente viel schneller aus dem Boden entziehen als herkömmliche Agrarkulturen, da sie keine Abfallprodukte wie z.B. Stroh hinterlassen. Vgl. dena (2009), S. 42.

[102] Mehr als 80 % des radioaktiven Niederschlags von Tschernobyl kamen im südlichen Weißrussland herunter. Ein Gebiet, das so groß wie Dänemark ist, wurde mit Strontium 90, Cäsium 137, Plutonium und Americium verseucht, die Leukämie und andere Krebsarten verursachen. Es wird bis zu 600 Jahre dauern, bis der radioaktive Staub selbstständig verschwindet. Vgl. Yablokov/Nesterenko/Nesterenko (2009), S. 32 ff.

[103] Vgl. dena (2009), S. 42.

[104] Vgl. The World Bank (2010), S. 87.

[105] Methan ist um 25 Mal schädlicher für die Umwelt als CO2. Vgl. Wiesner (2002), S. N-129.

[106] Vgl. Kundas/Tarasenko/Pazniak (2007), S. 289 f.

[107] Vgl. Ministerratsbeschluss Nr. 885 vom 9.06.2010 zum Vollzug der Direktive Nr. 3 vom 14.06.2007.

[108] Vgl. Ministerratsbeschluss der Republik Belarus Nr. 885 vom 9.06.2010.

[109] Vgl. IPM Research Center; German Economic Team (GET).

[110] Vgl. Zachmann/Zaborovsky (2009), S. 3ff.

[111] Vgl. Energieministerium der Republik Belarus (2009), S. 11 f.

[112] Vgl. Padalko/Zaborovsky (2004).

[113] Vgl. Zachmann/Zaborovsky (2008), S. 5.

[114] Am 31.12.2009 wurde jedoch das Kernkraftwerk Ignalina in Litauen geschlossen, was die Importabhängigkeit vom russischen Strom verstärkte. Vgl. GTAI (2010), S. 2.

[115] Vgl. Tochitskaya/Rakova/Shymanovich (2007), S. 20; Energieministerium der Republik Belarus (2009), S. 16.

[116] Vgl. Meißner/Ueckerdt/Schenk (2010), S. 7 f.

[117] Stand 2009. Vgl. Minenkov (2010); Meißner/Ueckerdt/Schenk (2010), S. 7 f.

[118] So betrug beispielsweise nach Angaben der IEA der Anteil der erneuerbaren Energiequellen am Gesamtenergieverbrauch im Jahr 2008 5,5 % und an der Wärmeenergieerzeugung knapp 6 %. Das belarussische Staatliche Komitee für Normung veröffentlichte jedoch andere Daten für dasselbe Jahr: 7,3 % am Gesamtenergieverbrauch bzw. 10,3 % an der Wärmeerzeugung. Vgl. IEA Energy Statistics, Share of total primary energy supply; IEA Energy Statistics, Electricity/Heat sowie Minenkov (2010). Leider liegen keine aktuellen öffentlich zugänglichen Daten unabhängiger Analysten vor.

[119] Vgl. Energieministerium der Republik Belarus (2009), S. 16.

[120] Vgl. dena (2009), S. 11 f.

[121] „Um eine Einheit des BIP zu erzeugen, wird doppelt so viel Energie benötigt als in den Nachbarländern Polen und Litauen.“ Hett (2007), S. 4; vgl. o.V. (2010c).

[122] Ein Heizkraftwerk ist eine dezentrale Industrieanlage, die Strom und Wärme gleichzeitig in einem kombinierten Prozess erzeugt. Dieser Prozess, der sich Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) nennt, ist eine der wichtigsten Technologien zur Reduktion von CO2-Emissinonen. Vgl. Konstantin (2009), S. 359 ff.

[123] Vgl. Bogushevich (2010).

[124] Im Jahr 2008 wurde 1,4 Mio. MWh Elektroenergie durch unabhängige industrielle Anlagen erzeugt. Dies entspricht 3,7 % des gesamten Stromverbrauchs im Land. Vgl. Energieministerium der Republik Belarus (2009), S. 15.

[125] Vgl. UNDP (2005), S. 5 f.

[126] Die Kraftstoffvorbereitung sowie Filtersysteme zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen sind komplex und teuer und deshalb ökonomisch nur für große Heizkraftwerke zweckmäßig.

[127] Vgl. dena (2007), S. 11 ff.

[128] Vgl. Energieministerium der Republik Belarus (2009), S. 16.

[129] Vgl. UNECE (2010b), S. 96; UNDP (2005), S. 5 f.

[130] Vgl. UNECE (2010b), S. 96.

[131] Vgl. dena (2009), S. 16.

[132] Vgl. UNECE (2010b), S. 92.

[133] Vgl. UNDP (2005), S. 5 f.; dena (2007), S. 10.

[134] Vgl. Auswärtiges Amt der Republik Belarus, Internationale Organisationen: Weltbank.

[135] Vgl. UNECE (2010b), S. 94 f.

[136] Im Vergleich zu 2008. Vgl. UNECE (2009), S. 16.

[137] Vgl. UNECE (2009), S. 16.

[138] Vgl. UNECE (2009), S. 16.

[139] Vgl. Tochitskaya/Rakova/Shymanovich (2007), S. 22.

[140] Vgl. UNECE (2009), S. 17; Ministerratsbeschluss Nr. 1942 vom 16.12.2008.

[141] Die Tarife gelten für die Industriegruppe mit einer Anschlussleitung bis 750 kVA. Vgl. UNECE (2010b), S. 480 ff.

[142] Zum Vergleich: Der Stromtarif lag im Jahr 2007 in Deutschland bei 18 ct/kWh für private Haushalte und bei 12 ct/kWh für Industrieunternehmen. Dies deutet auf die signifikanten Unterschiede der Tarifpolitik von Belarus und Deutschland hin. Einerseits sind die deutschen Tarife wesentlich höher, anderseits besteht eine umgekehrte Proportionalität der Tarife für die beiden Konsumentengruppen. Vgl. Tochitskaya/Rakova/Shymanovich (2007), S. 24.

[143] Zum Beispiel eine 20%ige Tariferhöhung für Industrieunternehmen Mitte letzten Jahres sowie eine Tariferhöhung für private Haushalte um 17 % im Jahr 2009. Vgl. UNECE (2010b), S. 480.

[144] Vgl. UNECE (2010b), S. 480; Tochitskaya/Rakova/Shymanovich (2007), S. 23; dena (2009), S. 22.

[145] Vgl. UNECE (2009), S. 17; Ministerratsbeschluss Nr. 1942 vom 16.12.2008.

[146] Vgl. UNECE (2010b), S. 480; Tochitskaya/Rakova/Shymanovich (2007), S. 23.

[147] Vgl. Zachmann/Zaborovskiy/Giucci (2008) S. 10.

Details

Seiten
93
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656308461
ISBN (Buch)
9783656309260
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v203385
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,0
Schlagworte
Erneuerbare Energie Osteuropa Belarus Weißrussland Finanzierung Projektfinanzierung Bioenergie Windenergie

Autor

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Titel: Finanzierung von Projekten im Bereich erneuerbarer Energien