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Die verschärfte Missbrauchsaufsicht im Strom- und Gasmarkt – ein geeignetes Instrument für mehr Wettbewerb?

Seminararbeit 2008 19 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historie

3. Aktuelle Wettbewerbssituation im Strom- und Gasmarkt

4. Ursachen für die stagnierende Wettbewerbssituation

5. Funktion und Rolle der verschärften Missbrauchsaufsicht

6. Beurteilung der Tätigkeit der verschärften Missbrauchsaufsicht
6.1 Argumente für eine Missbrauchsaufsicht
6.2 Argumente gegen eine Missbrauchsaufsicht

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1:Strompreis in Deutschland im internationalen Vergleich (2007).

Abbildung 2:Entwicklung der Anteile der großen Vier von 1997 bis 2002.

Abbildung 3:Marktanteile führender Player in Deutschland (2006).

Abbildung 4:Strom- und Gaspreise für Privathaushalte in Deutschland, Veränderung gegenüber 2000 in Prozent.

Abbildung 5:Entwicklung des Strompreises (1998-2007) und die Zusammensetzung des Preises.

Abbildung 6:Strompreisanstieg und Gewinne der Energiekonzerne (2000-2006).

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

§ 29 GWB Energiewirtschaft:

„Einem Unternehmen ist es verboten, als Anbieter von Elektrizität oder leitungsgebundenem Gas (Versorgungsunternehmen) auf einem Markt, auf dem es allein oder zusammen mit anderen Versorgungsunternehmen eine marktbeherrschende Stellung hat, diese Stellung missbräuchlich auszunutzen, indem es (1) Entgelte oder sonstige Geschäftsbedingungen fordert, die ungünstiger sind als diejenigen anderer Versorgungsunternehmen oder von Unternehmen auf vergleichbaren Märkten, es sei denn, das Versorgungsunternehmen weist nach, dass die Abweichung sachlich gerechtfertigt ist, wobei die Umkehr der Darlegungs- und Beweislast nur in Verfahren vor den Kartellbehörden gilt, oder (2) Entgelte fordert, die die Kosten in unangemessener Weise überschreiten.“

1. Einleitung

Die verschärfte Missbrauchsaufsicht der Kartellbehörden im Bereich des Strom und Gasmarktes nahm ihre Tätigkeit zu Beginn des Jahres 2008 auf. Ihre gesetzliche Legitimierung ergibt sich aus § 29 GWB „Energiewirtschaft“. Nachfolgend wird im Rahmen der vorliegenden Seminararbeit nach einem kürzeren historischen Abriss, beginnend bei der Liberalisierung des Strom und Gasmarktes in 1998, das aktuelle Problemfeld der schwachen Wettbewerbssituation im Strom und Gasmarkt betrachtet. Hierbei wird die Novellierung des GWB berücksichtigt und im ökonomischen Kontext analysiert. Abschließend erfolgt eine Beurteilung der Funktion und Tätigkeit der verschärften Missbrauchsaufsicht – und damit die Beantwortung der Frage, ob die verschärfte Missbrauchsaufsicht ein geeignetes Mittel für mehr Wettbewerb ist.

2. Historie

Die Liberalisierung des Energiemarktes begann zunächst auf europäischer Ebene. Bereits in den achtziger Jahren erarbeitete die Europäische Kommission ein Konzept, mit dem Ziel einen europäischen Energiebinnenmarkt zu verwirklichen.[1]Jedoch bestanden bis zum Jahr 1998 sogenannte Gebietsmonopole in der deutschen Energiewirtschaft.[2]

Die Energieversorgungsunternehmen hatten in ihren Versorgungsgebieten ein vom Gesetz anerkanntes Monopol. Die von der EU- Kommission beschlossenen Binnenmarktrichtlinien zu Elektrizität und Gas bezweckten vornehmlich die Verwirklichung eines wettbewerbsorientierten Marktgeschehens.[3]

Diese Richtlinien wurden mit dem erneuerten Energiewirtschaftsgesetz des Jahres 1998 in nationales Recht umgesetzt. Damit wurde bezweckt zunächst die staatlich eingerichteten Gebietsmonopole abzuschaffen, was dann auch gelang. Mit dieser Neuregelung des Energiewirtschaftsgesetzes erfolgte dann 2003 eine Umsetzung der EU- Richtlinie zum Gasbinnenmarkt.[4]

Gleichfalls im Jahre 2003 wurden auf europäischer Ebene wiederum neue Richtlinien zur Verwirklichung des Energiebinnenmarktes einheitlich beschlossen. Mit Hilfe dieser Beschleunigungsrichtlinien verfolgte der europäische Gesetzgeber die Absicht die Liberalisierung im gesamten Energiebereich und ebenso auch die Schaffung von einheitlichen Wettbewerbsbedingungen auf dem Erdgas- bzw. Elektrizitätsbinnenmarkt weiter voranzutreiben.

Die Neuerung des Energiewirtschaftsgesetzes aus dem Jahre 2005 setzte die europäischen Richtlinien zum Elektrizitäts- und Gasbinnenmarkt ins nationale deutsche Recht um.

In den Anfängen der Liberalisierung haben nur die großen Abnehmer aus Gewerbe und Industrie Ihre Energiepreise mit den Anbietern frei verhandeln können. Nachdem zu Beginn ein großes Einsparpotenzial vorhanden war und es viel Wirbel um neue unseriöse Anbieter gab, beruhigte sich der Markt erst einmal wieder.[5]Erst 2002 ist die Liberalisierung auch schließlich beim Privatkunden angekommen.[6]Bisher entschlossen sich nur wenige deutsche Haushalte zu einem günstigeren Stromanbieter zu wechseln.[7]

Im Zuge der Öffnung des deutschen Strommarktes 1998 haben sich lediglich zwei Millionen Haushalte für einen neuen Lieferanten entschieden. Damit beträgt die Wechselquote bei Stromkunden lediglich 5 Prozent, da es in Deutschland rund 39 Millionen Haushalte gibt.[8]

Diesbezüglich steht die Entwicklung im Vergleich zum europäischen Ausland hier noch am Anfang. In England beispielsweise wechselten im identischen Zeitraum bereits mehr als 40 Prozent der Kunden den Stromanbieter.

[...]


[1]Vgl. Monopolkommission, Sondergutachten 49 (2007) Strom und Gas: Wettbewerbsdefizite und zögerliche Regulierung., S. 18.

[2]Vgl. Theobald, C. et al. ( 2001): Grundlagen der Strom- und Gasdurchleitung, München, S. 43.

[3]Vgl. Stromgas (2008), elektronisch veröffentlicht unter http://www.stromgas.de/index.php?see=liberalisierung, recherchiert am 19.10.2008.

[4]Vgl. Monopolkommission, Sondergutachten 49 (2007) Strom und Gas: Wettbewerbsdefizite und zögerliche Regulierung, S. 19.

[5]Vgl. BMWi (2008), elektronisch veröffentlicht unter http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Energie/wettbewerb-strom,did=232494.html?view=renderPrint, recherchiert am 22.10.2008.

[6]Vgl. Monopolkommission, Sondergutachten 49 (2007) Strom und Gas: Wettbewerbsdefizite und zögerliche Regulierung., S. 28.

[7]Vgl. BMWi (2008), elektronisch veröffentlicht unter http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Energie/wettbewerb-strom,did=232494.html?view=renderPrint, recherchiert am 22.10.2008.

[8]Vgl. Internet Energieagentur GmbH & Co. KG (2008), elektronisch veröffentlicht unter http://www.energie-tarife.de/index.php?see=liberalisierung, recherchiert am 20.10.2008.

Details

Seiten
19
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656300687
ISBN (Buch)
9783656301561
Dateigröße
802 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v203410
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,7
Schlagworte
Wettbewerb Strommarkt Gasmarkt Mißbrauchsaufsicht

Autor

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Titel: Die verschärfte Missbrauchsaufsicht im Strom- und Gasmarkt – ein geeignetes Instrument für mehr Wettbewerb?