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Der Mörder Grenouille (Das Parfum) im Vergleich zu Jack the Ripper und Charles Manson

Facharbeit (Schule) 2012 17 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition der verschiedenen Mördertypen

3. Vorstellung der drei Mörder
3.1 Jean-Baptiste Grenouille in Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“
3.2 Charles Miles Manson
3.3 Jack the Ripper

4. Der Vergleich von Grenouille, Manson und Jack the Ripper

5. Faszination Serienmörder

6. Fazit

7. Quellen-/Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„ Die Geschichte eines Mörders „ so steht es im Untertitel des von Patrick Süskind verfassten Romans „ Das Parfum“ . Im Mittelpunkt der Kriminalgeschichte stehen der Junge Jean Baptiste Grenouille und die Auflösung eines rätselhaften Verbrechens.

Der Roman handelt von dem Protagonisten Jean-Baptiste Grenouille, der 1738 in Frankreich ohne jeglichen Körpergeruch auf die Welt kommt, dafür jedoch mit einem höchst ausgeprägten Geruchssinn. Für die Herstellung seines eigenen Körpergeruches wird er im Laufe des Romans zum Mörder. Nach einer schwierigen Kindheit, ohne Liebe und Freundschaft, geht er in die Lehre bei dem weltbekannten Parfümeur Baldini. Er beginnt alle Gerüche in sich aufzunehmen und zu speichern. Eines Tages nimmt er in Paris einen neuen Duft war, den er einem jungen Mädchen zuordnen kann. Er sucht, findet und tötet sie, um ihren Geruch intensiver in sich aufzunehmen. Daraufhin begibt er sich auf eine Reise außerhalb von Paris. Die Menschen ekeln ihn an, genauso wie er die Menschen anekelt mit seinem Äußerem. Deswegen verbarrikadiert er sich sieben Jahre lang in einem Vulkanberg. Danach beginnt er eine Serie weiterer Mädchenmorde, die ihn zu seinem perfekten Parfüm führen soll. Dies ist ihm gelungen, da er mittels der „kalten Enfleurage“ den Körpergeruch aus Menschen extrahieren kann.

In meiner Facharbeit gehe ich der Frage nach, worin die Motivation und Ursache von Grenouilles Verhalten liegen. Darüber hinaus untersuche ich Charles Manson und Jack the Ripper zwei weitere Serienmörder und vergleiche sie mit Grenouille. Ich habe aus dem Grund diese Beiden Mörder gewählt, da mich Beide sehr interessieren und ich gerne herausfinden möchte ob so unterschiedliche Menschen Gemeinsamkeiten haben können. Außerdem möchte ich erläutern, was einen Serienmörder kennzeichnet und wieso die Gesellschaft ein enormes Interesse an der Geschichte von so genannten „Serienkillern“ hat.

2 Definition der drei Mördertypen

Massenmörder, Spree-Killer oder Serienmörder, all diese Unterscheidungen gibt es erst seit Anfang der achtziger Jahre. Zuvor wurden alle Mörder von den Statistikern als „Mehrfachmörder“ bezeichnet.

Die Massenmörder sind heutzutage sehr selten und kennzeichnen sich dadurch, dass sie eine Vielzahl von Personen, der Durchschnitt liegt bei circa 4, in kurzer Zeit an ein und demselben Ort töten. Massenmörder interessieren sich nicht für die Identität ihrer Opfer, daher sind sie meist zufällig ausgewählt.

„Der Spree-Killer bringt in einem kurzen Zeitraum mehrere Opfer an verschiedenen Orten um. Diese Verbrechen ergeben sich aus einem einzigen Geschehen und ihre Abfolge kann sich eine gewisse Zeit hinziehen.“[1]

Als Letztes gilt es noch den wohl bekanntesten Mördertypen zu beschreiben, der Serienmörder. Der Serienmörder tötet meist drei Menschen, diese tötet er jedoch an klar voneinander abgegrenzten Orten und zu weit auseinanderliegenden Zeiten. Dieser Typus tötet nicht ohne eine genaue Vorstellung seiner Opfer zu haben (zum Beispiel kleine Mädchen) .

3 Vorstellung der drei Mörder

3.1 Der Mörder Grenouille in Patrick Süskinds Romas „Das Parfum“

„Er, Jean-Baptiste Grenouille, geboren ohne Geruch am stinkendsten Ort der Welt, stammend aus Abfall, Kot und Verwesung, aufgewachsen ohne Liebe, lebend ohne warme menschliche Seele, einzig aus Widerborstigkeit und der Kraft des Ekels, klein, gebuckelt, hinkend, häßlich, gemieden, ein Scheusal innen wie außen […]“[2] glaubt und hofft durch ein Parfum, welches er selbst kreiert, seine Eigenschaften, die ihn zum Außenseiter machen, überdecken zu können. Und von der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Seit seinem zwölften Lebensjahr hat sich sein Leben und sein Lebensziel äußerst verändert. Am 1 September 1753, dem Jahrestag der Thronbesteigung des Königs erwürgte Grenouille ein junges Mädchen. Er nahm mit seinem wichtigsten Organ, der Nase deren Geruch so lange auf, bis „er sie welkgerochen hatte“[3]. In dieser Nacht verspürte er zum ersten Mal in seinem Leben „Was Glück sei […]“[4].Der Ursprung seiner Morde, ist also das Mädchen vom erstem September, aber was motivierte ihn? Wie oben aus dem Zitat deutlich wird, war er kein ansehnlicher Mensch, und das Volk missachtet ihn. Es ignorierte ihn scheinbar vollkommen. Er bemerkt, dass er geruchslos ist. Die Menschen riechen ihn einfach nicht, und das ist auch der Grund, wieso ihn jeder übergeht. Aufgrund seines fehlenden Geruches und des neu entdeckten Geruchs, dem des Mädchens, plant er, ein Parfüm zu kreieren, das all die Düfte und Nuancen enthält, welches die Ganzheit, die Bevölkerung betören kann. Er ist also angetrieben von einer Idee. Angetrieben von seiner Genialität und dem Wissen, dass er der Einzige ist, der jemals so etwas kreieren kann. An jenem Tag an dem er in Grass ankam, dem Rom der Düfte, vernahm er einen Geruch „wie er ihn in seinem Leben noch nicht – oder nur ein einziges Mal in die Nase bekommen hatte“[5], der Geruch eines jungen Mädchens, wie in der Nacht in Paris. Er folgte ihr und als er sie sah beschrieb er sie mit seiner Nase: „Diese fast noch geschlossene Blüte […] duftet schon jetzt so haarsträubend himmlisch“[6]. Durch ihren Geruch wird ihm deutlich, dass er sich die Techniken aneignen muss wie man Gerüche aus Lebewesen trennt und einfängt. Er lässt sich für das erlernen zwei Jahre lang Zeit, so lange bis das Mädchen in Grass, Laure reif genug ist um ihren Duft vollkommen auszuschöpfen. Durch eine Gesellenstelle erlernt er zügig die aufwändige Methode der „kalten Enfleurage“. Natürlich musste er das sich Beigebrachte auch in der Praxis üben, und daher ermordete er „vierundzwanzig der schönsten Jungfrauen aus allen Schichten“[7]. Für Grasse war es eine mehr als große Herausforderung den Täter zu fassen, denn die Frauen waren zwar alle nackt und geschoren jedoch unberührt. Es gab also keine Sexuellen Motive und auch kurzzeitige rassistische Vermutungen wie Zigeuner oder Juden entpuppten sich als nicht standfest. Nach jahrelanger Übung bereitete Grenouille mit äußerster Sorgfalt und Präzision seine Präparate für die „kalte Enfleurage“ an Laure vor. Nach dem Akt des Umbringens und dem sechsstündigem Warten bis der Prozess der Methode vorbei ist sieht er sich am „Ziel seiner Wünsche“[8]. Für sich selbst ist er „ein wirklich begnadetes Individuum“[9]. Sein Glück hält aber nicht lange an, da er kurz nach seiner Tat gefasst wird, und am 15. April 1766 zum Tode verurteilt wird. Er soll bei lebendigem Leibe innerhalb von vierundzwanzig Stunden gekreuzigt werden. Der Tag seiner Hinrichtung gleicht eher einem Jahrmarkt. Der Hinrichtungsplatz ist überfüllt mit schaulustigen Menschen die von ihm angewidert sind. Doch dann öffnet Grenouille sein durch Laure fertiggestelltes Parfum und tröpfelt es auf sich und auf einmal wissen die Menschen nicht mehr wieso er der Mörder sein soll und es entwickelt sich hin zu einem Gefühl der Liebe hin zu erotischen Fantasien sich selbst gegenüber und den anderen. Die Menschen begingen Orgien miteinander. Grenouille kann diese Situation nutzen um zu entkommen. Für Grenouille ist dies, der „größte Triumph seines Lebens“[10] und er spricht davon eine „prometheische Tat vollbracht“[11] zuhaben.

Seine Motivation bestand ja eigentlich darin, die Menschen zu täuschen und aus ihm einen ansehnlichen Mann zu machen. Doch nun ist Grenouille an seinem großen Tag unzufrieden mit dem, was er selbst geschaffen hat. Denn nur er weiß, wie genial er ist und nur er weiß, dass die Menschen ihn nur wegen seines Duftes lieben. Deswegen begibt er sich auf die Reise zurück nach Paris. Dem Ursprung seiner Reise. Dem Ursprung seiner Motivation. Und genau dort, am Cimentière des Innocents, der stinkende Schutthalde des Todes zückt er sein Fläschchen aus der Tasche, entkorkt es und überschüttet sich vollkommen mit seinem Zaubertrank. Das umherlaufende Gesindel strömt zu ihm und „wie die Hyänen fielen sie über ihn her“[12], um in einem Akt des Kannibalismus den Engel aufzufressen. Zurück bleiben das Gesindel ohne schlechtes Gewissen und ein toter Grenouille.

[...]


[1] http://serien-killer.com/000000968e12bbe54/000000968e136445c/index.html

[2] Patrick Süskind, “Das Parfum-Die Geschichte eines Mörders“, Diogenes Verlag AG Zürich, 1994, S. 304.

[3] Süskind, a.a.O. , S. 56.

[4] Süskind a.a.O. , S. 57

[5] Süskind a.a.O. , S. 214.

[6] Süskind a.a.O. , S. 217.

[7] Süskind, a.a.O. , S. 252.

[8] Süskind, a.a.O. , S. 278.

[9] Süskind, ebd.

[10] Süskind, a.a.O. S. 304.

[11] Süskind, ebd.

[12] Süskind, a.a.O. , S.319.

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656301165
ISBN (Buch)
9783656303992
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v204040
Note
2-
Schlagworte
Grenouille Serienmörder Serienmord Jack the Ripper Charles Manson Psychologie Vergleich Das Parfum Definition Faszination

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