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Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Definition

3. Der Hirntod in der Medizin

4. Der Tod in den Religionen
4.1 Der Tod in der christlichen Theologie
4.2 Der Tod im Islam
4.3 Der Tod und die Wiedergeburt in der Vorstellung schwarzafrikanischer Völker
4.4 Der Tod im Hinduismus und Buddhismus

5. Der Tod in der Philosophie
5.1 Die Metaphysik
5.1.1 Pythagoras und die Pythagoreer
5.1.2 Platon
5.1.3 Die Stoiker
5.1.4 Epikur
5.1.5 Aristoteles und Thomas von Aquin
5.1.6 Schopenhauer
5.2 Die Existenzphilosophie
5.2.1 Jaspers
5.2.2 Sartre und Camus
5.2.3 Heidegger

6. Schlussteil

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Tod beschäftigt die Menschen schon seit ihrer Entstehung. Mit der Möglichkeit, Organe verstorbener Menschen anderen zu transplantieren, ist die Frage, wann der Mensch tot ist, noch aktueller geworden. Den Todeszeitpunkt stellen natürlich Ärzte bei den einzelnen Menschen fest. Doch ist der Tod ein naturwissenschaftliches Faktum? Oder ist er ein soziokulturelles Phänomen, dass sich theologisch oder philosophisch erklären lässt?[1]

2. Definition

Der Tod wird in Meyers großem Taschen Lexikon als „der Stillstand der Lebensfunktionen bei Mensch, Tier und Pflanze“[2] definiert. „Das entgültige Erlöschen der Funktionen des Zentralnervensystems (Gehirntod) bestimmt den biologischen Tod, während Herz- oder Atemstillstand unter Umständen (durch Reanimation) reversibel sind (sog. klinischer Tod). Die Diagnose des Gehirntodes ist auch maßgeblich für die Todesfeststellung, was besonders im Hinblick auf eine etwaige Organentnahme zu Transplantationszwecken Bedeutung haben kann“[3].

In der Philosophie versucht man die Sinnbedeutung des Todes herauszufinden, die „die Weisung für die Lebensgestaltung und Antwort auf die Frage nach dem Weiterleben nach dem Tod einschließt: Tod als endgültiges Erlöschen, als Durchgangsstadium zur Wiederverkörperung, als Befreiung der Seele zur Unsterblichkeit oder als unübersehbare Grenzsituation“[4].

„In fast allen Religionen herrscht der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod in einer veränderten Existenz“[5].

3. Der Hirntod in der Medizin

Bei einem Hirntoten kann die Herz- und Kreislauffunktion durch künstliche Beatmung aufrecht erhalten werden. Die Gesamtfunktion des Gehirns ist jedoch irreversibel erloschen. Dies bedeutet ebenso wie der Herztod den Tod des Menschen. Durch den Hirntod „fehlt dem Menschen die unersetzbare und nicht wiederzuerlangende körperliche Grundlage für sein geistiges Dasein in dieser Welt“[6] Ein hirntoter Mensch kann nichts mehr wahrnehmen, verarbeiten oder äußern, kann keine Gefühlsregungen empfinden oder zeigen, kann nie mehr irgend etwas entscheiden. Das Gehirn ist Sitz des menschlichen Geistes und macht den individuellen Menschen aus[7].

Befürworter des Hirntodes als Todeskriterium sehen das Gehirn als Träger des Geistes und argumentieren damit, dass die Lebensfunktionen ja nur künstlich aufrecht erhalten werden. Hirntod heißt ja auch, dass die künstlichen Beatmung abgebrochen werden muss. Der Hirntote muss also tot sein, sonst dürfte man die Apparate nicht abstellen.

Kritiker sehen das Gehirn nicht unbedingt als Zentralorgan, vielmehr ist der Mensch mehr als die Summe seiner Organe. Der Sitz von Gefühlen und Empfindungen ist nicht bestimmbar. Das Lebensende wird nicht als punktuelles Ereignis, sondern als ein Prozess empfunden. Der Hirntod wird als Entnahmekriterium von Organen und nicht als Todeskriterium verstanden.

4. Der Tod in den Religionen

In fast allen Religionen herrscht der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod, zum Beispiel in Form einer Auferstehung oder einer Unsterblichkeit, die entweder mit der Erhaltung des Körpers verbunden ist oder die Seele betrifft, die nach ihrer Trennung vom Körper als Geistwesen oder in einem anderen Lebewesen weiter existiert[8].

4.1 Der Tod in der christlichen Theologie

Der Tod erscheint im Christentum als Folge und als Strafe der Sünde. Durch den ungehorsam Adams ist der Tod als eine Folge seiner Sünde in die Welt gekommen. Deshalb ist die Menschheit der Herrschaft des Todes unterworfen. Der Tod wird also nicht als Naturphänomen, sondern vor allem als eine geistige Macht, die Ursache und Folge der Nichterfüllung der Gesetze Gottes durch die Sünder ist, verstanden[9].

Durch den Opfertod Jesu konnte Gott aufheben, was der Teufel durch Adam in die Menschheit eingeführt hat, die Sünde und den Tod. Jesus selbst hat sein eigenes Schicksal, die Ablehnung seiner Botschaft, die ihm widerfahrenen Leiden und seine Hinrichtung am Kreuz, als die einzigartige göttliche Bestimmung verstanden. So schrieb der Apostel Paulus, dass Jesu Tod für unsere Sünden geschehen sei und sich dadurch die göttliche Verheißung, jenseits dieses Lebens erfüllen wird. Dem Tod Jesu kommt eine Art Heilsbedeutung zu, da er eine Auferstehung und so ein Überwinden des Todes möglich macht. Wer seinen Glauben ausübt und getauft wird, wird symbolisch mit Jesus begraben und zu neuem Leben erweckt[10].

Martin Luther schrieb in seiner Theologie des Todes, dass die Menschen solange ihr Leben währt, immer in Sünde leben, aber Gott den Leib der Sünde hasst und ihn durch einen anderen ersetzt und uns gebietet, ihn ebenfalls zu hassen, zu zerstören und in den Tod zu geben. Im realen Tod wird der Leib der Sünde ganz untergehen. Gleichzeitig wirkt Gott in uns den neuen Menschen. Der Tod, der die Trennung von Leib und Seele bewirkt, ist somit kein Übel, sondern gut, weil er die Befreiung von einem Leben bringt, das eigentlich ein Sterben ist. Sterben ist deshalb für den Christen der Gewinn neuen Lebens. Der Mensch wird von dem irdischen Sein befreit und in das Göttliche versetzt[11].

Die Apostel Paulus und Johannes sprechen aber noch von einem zweiten Tod. Dieser zweite und ewige Tod ist der Tod der Verdammten, der Tod der Sünder, in dem nicht die Sünde stirbt, sondern vielmehr der Mensch, der dann nicht mehr ins ewige, vollkommene Leben auferstehen kann[12]. Auch der zum Katholizismus übergetretene Mystiker Angelus Silesius sah das wahre Leben nur durch den realen Tod kommen, da dieser die Auferstehung bringt. Er verneinte sogar den Tod, weil er immer der Übergang zu neuem Leben ist. Als „ewiger Tod“ bezeichnete er ähnlich wie Luther den Tod, der nicht zu einem neuen Leben führt[13].

Jesus Christus erwies sich dem Tod gegenüber als der „Lebendige“. Er besitzt die Schlüssel des Todes und des „Hades“, womit seine dem Tod überlegene Macht ausgesagt wird. Im „Hades“ befinden sich symbolisch die durch den realen Tod vom Leib getrennten Seelen. Die „Gehenna“ symbolisiert den zweiten und endgültigen Tod[14].

[...]


[1] vgl. Hoff, 1994, S. 10

[2] Meyers Lexikonredaktion, 1992, S. 130

[3] http://www.wissen.de

[4] http://www.wissen.de

[5] Meyers Lexikonredaktion, 1992, S. 130

[6] Schlake / Roosen, 2001, S.14

[7] vgl. Schlake / Roosen, 2001, S.14

[8] vgl. Mayers Lexikonredaktion, 1992, S. 130f

[9] vgl. Meinhold, 1980, S. 150f

[10] vgl. Meinhold, 1980, S. 145ff

[11] vgl. Meinhold, 1980, S. 145ff

[12] vgl. Meinhold, 1980, S. 152ff

[13] vgl. Meinhold, 1980, S. 160f

[14] vgl. Meinhold, 1980, S. 163f

Details

Seiten
16
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638243216
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v20455
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart – Sozialwesen
Note
1,7
Schlagworte
Wann Mensch Philosophie

Autor

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Titel: Wann ist der Mensch tot?