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Erstellung eines Finanzplans zur Gründung eines Unternehmens nach der Seebacher-Methode

Studienarbeit 2012 34 Seiten

BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Start Up - „Logopädische Praxis“
1.1.1 Das Unternehmen
1.1.2 Portfolio
1.2 Ziele der Arbeit

2 Planung
2.1 Umsatzplanung
2.2 Investitionsplanung
2.3 Deckungsbeitragsplanung
2.3.1 Variable Kosten
2.3.2 Deckungsbeitragsrechnung
2.4 Fixkostenplanung
2.4.1 Personalkosten
2.4.2 Buchhalterische Abschreibungen
2.4.3 Instandhaltung
2.4.4 Kalkulatorischer Unternehmerlohn
2.4.5 Kalkulatorische Zinsen
2.4.6 Versicherungen
2.4.7 Marketingkosten
2.4.8 Kommunikationskosten
2.4.9 Sonstige betriebliche Aufwendungen

3 Erfolgsplanung

4 Kennzahlen auf Basis des Betriebsergebnisses
4.1 Deckungsgrad
4.2 Mindestumsatz
4.3 Mengenspielraum
4.4 Preisspielraum

5 Finanzplanung
5.1 Cash Flow
5.2 Working Capital
5.2.1 Forderungen und Verbindlichkeiten
5.3 Langfristbereich
5.4 Gesellschafterbereich
5.5 Finanzplan Gesamtbetrachtung

6 Planbilanz

7 Kennzahlen auf Basis des Unternehmensergebnis
7.1 Eigenkapitalrentabilität (ROE)
7.2 Gesamtkapitalrentabilität (ROI)
7.3 Umsatzrentabilität (ROS)

8 Fazit

Literaturverzeichnis

Anlagenverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Planungsansatz für Therapien und Umsatz

Tabelle 2: Eröffnungsbilanz

Tabelle 3: Umsatzplanung

Tabelle 4: Investitionsplanung

Tabelle 5: Variable Kosten

Tabelle 6: Deckungsbeitragsrechnung

Tabelle 7: Fixkostenplanung

Tabelle 8: Personalkostenplanung

Tabelle 9: Abschreibungen

Tabelle 10: Kalkulatorischer Unternehmerlohn

Tabelle 11: Darlehen

Tabelle 12: Zinsen & Tilgung

Tabelle 13: Versicherungen

Tabelle 14: Marketingkosten

Tabelle 15: Kommunikationskosten

Tabelle 16: sonstige betriebliche Aufwendungen

Tabelle 17: Ertragssteuerberechnung

Tabelle 18: Erfolgsplan

Tabelle 19: Mindestumsatz

Tabelle 20: Mengenspielraum

Tabelle 21: Preisspielraum

Tabelle 22: Finanzplan

Tabelle 23: Planbilanz

Tabelle 24: Eigenkapitalrentabilität

Tabelle 25: Gesamtrentabilität

Tabelle 26: Umsatzrentabilität

1 Einleitung

Mit Hilfe der vorliegenden Ausarbeitung, dem Erfolgsplan, Finanzplan und der Planbilanz soll eine vorausschauende Betrachtung der Zahlungsströme des Start Up´s sichtbar gemacht werden. Hintergrund ist die Darstellung möglicher Liquiditäts- und Investitionsrisiken und deren Vermeidung sowie das Aufdecken von Gestaltungsräumen zur Beeinflussung der Zahlungsströme. Das Bestreben der Finanzplanung besteht in der Sicherung der Zahlungsfähigkeit; somit in der Wahrung der Liquidität. Die Durchführung der finanziellen Planung ist es wichtig, realistische und wenn vorhanden zeitpunkt- und betragsgenaue Daten zu nutzen. Somit ist es mögliche valide Aussagen und Bewertungen durchzuführen. Diese werden durch Kennzahlen untermauert und dienen dem Vergleich mit anderen Unternehmen in branchenähnlichen Situationen sowie der Planung, Steuerung und Kontrolle.

1.1 Start Up - „Logopädische Praxis“

Der vorliegende Finanzplan dient als Grundlage für die Gründung einer logopädischen Praxis in Thüringen. Dabei handelt es sich um eine Personengesellschaft.

1.1.1 Das Unternehmen

„ Daß wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen.“1 sagte einst Karl Jaspers, ein deutscher Philosoph sowie „Die Grenzen unserer Sprache bedeuten die Grenzen unserer Welt"2, so formulierte das seinerzeits der bekannte Philosoph Ludwig Wittgenstein. Die Intension für die Auswahl dieser Zitate ist in der Gründung der Unternehmung zu finden, denn es ist wichtig die Grenzen zu verschieben und problemlos zu kommunizieren.

Eine erfolgreiche Sprach- und Sprechkompetenz beinhaltet korrekte grammatikalische Strukturen, verständliche, phonetisch korrekte und klanglich ästhetische Aussprache sowie einen umfangreichen Wortschatz. Diese Faktoren bilden die Grundvoraussetzung für eine optimale Kommunikation, Akzeptanz in der Gesellschaft sowie Integration und Erfolg im Beruf. Eine erfolgreiche Sprache und Kommunikation ist keine Selbstverständlichkeit. Anomalien des menschlichen Sprach- und Sprechvermögens sind oftmals physischer oder psychischer Natur und nicht selten auch umwelt- oder erziehungsbedingt.3 Auffälligkeiten, wie beispielsweise Sprachfehler oder Schluckstörungen sind Krankheitsbilder, die mit logopädischer Hilfe korrigiert werden können.

Die Gründerin des Unternehmens blickt auf eine langjährige Erfahrung als Logopädin und professioneller Sprachcoach zurück. Sie absolvierte ihre fundierte Ausbildung an einer renommierten Fachhochschule für Logopädie. Ihr erworbenes Wissen nutzt sie zur Analyse der Ursache von Sprach- und Sprechdefiziten in allen Altersgruppen und entwickelt erfolgreiche therapeutische Konzepte zur Behebung dieser. Auch im Business-Bereich unterstützt Sie mit speziellen Lösungen, im Bereich des „Artikulationstrainings“, Chefetagen von ansässigen Unternehmen und hilft durch das „Hochdeutsch- Coaching“ Dialekte zu entwöhnen. Dabei betreute sie bereits eine Vielzahl an Patienten über Monate hinweg.

1.1.2 Portfolio

Die Logopädische Praxis spezialisiert sich dabei auf folgende Bereiche:

- therapeutische Behandlung von Sprachanomalien
- Sprachstörungen
- Sprechstörungen
- Stimmstörungen
- Schluckstörungen
- Präventionsplanung
- Training und Coaching im Businessbereich
- Hochdeutsch - Coaching

In dem ersten Jahr nach der Gründung fokussiert man sich zunächst auf die typische Behandlung von Sprachanomalien. Hierbei ist es Ziel, durch einen dynamischen und situativen Therapieansatz positive Ergebnisse zu erzielen. Nach dem erfolgreichen Start des Unternehmens soll ab dem zweiten Jahr der Schwerpunkt neben der typischen Behandlung auf die Prävention und dem Training und Coaching ausgebaut werden.

1.2 Ziele der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es, die Profitabilität der Unternehmung darzustellen, um so eine Prognose über die Finanziellen Aspekte des Start Up’s zu erhalten und eine Aussage über die Durchführung und Umsetzung der Selbstständigkeit treffen zu können. Des Weiteren soll die grundsätzliche Frage beantwortet werden, ob es lohnenswert sein kann solch eine Praxis überhaupt zu gründen. Die detaillierte Betrachtung von drei aufeinander folgenden Geschäftsjahren sollte Aufschluss darüber geben und zudem zeigen, ob es sich als wirtschaftlich erweist, neben dem Kerngeschäft weitere Bereiche in das Portfolio aufzunehmen.

2 Planung

Die in der folgenden Arbeit angeführten Zahlen und Daten, wurden auf der Basis einer bestehenden Praxis, aus der benachbarten Stadt Eisenach, angenommen. Im Vergleich wurde die Dichte an Logopäden sowie deren Portfolio und Qualifikationen analysiert und auf dieses Start Up angewandt. Des Weiteren wurden Gespräche mit verschiedenen Praxen in der Stadt geführt. Verschiedene Informationen und Trends basieren somit auf dem Wissen von anderen Logopäden, die bereits langjährige Erfahrungen und Wissen mit dem selbstständigen führen von Praxen besitzen.

Weiterhin wurden verschiedene Annahmen im Internet gezielt recherchiert und mit den hier erhobenen oder in Gesprächen erworbenen in Verhältnis gesetzt, um realistische Zahlen annehmen zu können. In der folgenden Tabelle 1 kann die Verteilung der Praxen mit entsprechender durchschnittlicher Kundenanzahl in der Umgebung betrachtet werden. Es ist deutlich zu erkennen, dass zwischen der Einwohneranzahl und der letzten Spalte, dem Umfang der wöchentlichen Therapien, keine Korrelation besteht. Im direkten Vergleich zwischen Eisenach und Mühlhausen ist die Differenz der Einwohner sowie der Menge der wöchentlichen Therapien zu erkennen. Die weiterhin aufgeführten Städte besitzen trotz geringerer Einwohnerzahlen als Mühlhausen jeweils 4 Praxen mit ähnlicher Gesamtanzahl an Therapien. Anhand dieser Daten vom bestehendem Markt und gezielten Recherchen und Gesprächen in Mühlhausen scheint eine weitere Praxis mit Zusatzangeboten erfolgreich einzuführen zu sein.

Tabelle 1: Planungsansatz für Therapien und Umsatz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung

Die Gründerin der Praxis verfügt über Eigenkapital im Wert von 10.000€ als Bankguthaben, wie in der Tabelle 2, der Eröffnungsbilanz im Jahr 1 zu erkennen.

Tabelle 2: Eröffnungsbilanz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung

2.1 Umsatzplanung

Die Umsatzplanung basiert auf den Erfahrungswerten der Gründerin sowie den erhobenen durchschnittlichen Therapieanzahl, wie in der Tabelle 1 zu erkennen. In Verbindung mit den bereits benannten Recherchemethoden konnte so eine fundierte Grundlage für die Umsatzplanung der logopädischen Praxis erstellt werden.

Die in der Tabelle 2 dargestellte Umsatzprognose beinhaltet die Planung der „normalen“ Therapiesitzungen, in denen Patienten mit Sprachstörungen oder Anomalien behandelt werden sowie die Darstellung der zusätzlich angebotenen Schwerpunkte und den Mieteinnahmen aus der Vermietung von Arbeitsräumen der Praxis.

Tabelle 3: Umsatzplanung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung

Spezifisch betrachtet wurde von folgenden Annahmen ausgegangen:

- Umsatzplanung Patientenbehandlung und -betreuung
- Behandlung von Montag - Sonnabend, 6 Tagen die Woche im Durchschnitt über 45 Minuten je Therapie
- Behandlung in einem Behandlungszimmer
- Doppelbehandlungen bei Kindern möglich um spezifische Therapieeffekte zu erzielen ( + Zeiteinsparungseffekte)

Die Steigerung des geplanten Umsatzes von 75.600€ im 1. Jahr um das doppelte im Jahr 3, kann durch aktives Marketing sowie der Anstellung einer zusätzlichen Logopädin im 3. Jahr erreicht werden. Die geplante Anschaffung eines PKWs für Hausbesuche und Therapien im 2. Jahr dient der Erhöhung der Patientenreichweite und somit der Steigerung der Bekanntheit der Unternehmensgründerin im Umland.

- Umsatzplanung Coaching und Prävention

- „Crossselling Angebote“ die im Arbeitsbereich von Logopäden liegen, um ein größeres Portfolio anbieten zu können
- Grundversion des Coachings für Privatpersonen beinhaltet 3 Sitzungen im Umfang von 2 Stunden mit speziellem Trainingsund Präventionsplan
- Sprachtrainings & Coachings ab Jahr 1 möglich

Das dargestellte Angebot vergrößert das Portfolio der Praxis, wodurch zusätzlicher Umsatz und Kunden generiert werden können. Bereits im Jahr 1 werden Sprachtrainings & Coachings angeboten. Aufgrund der wirtschaftlichen Struktur Mühlhausens wird davon ausgegangen, dass über das Jahr 1 eine mäßige Nachfrage vorhanden sein wird. Dennoch wird von einem Zuwachs an Kunden und Patienten in den nächsten Jahren ausgegangen, was anhand der anwachsenden prognostizierten Kundenanzahl in Tabelle 3 zu erkennen ist. Die gezielte Präventionsplanerstellung wird aktiv ab Jahr 2 in das Portfolio aufgenommen. Aufgrund steigender Nachfrage und einem verbesserten und spezifischer auf die Patienten ausgelegten Plan findet eine Preiserhöhung statt, die den Mehraufwand abdecken soll. Des Weiteren wird mit einem starken Erfolg des eingesetzten Marketings gerechnet, wodurch neue Kunden und Interessenten angelockt werden. Darunter fallen ebenfalls Unternehmen, die beispielweise in Managementebenen Sprachtrainings & Coachings durchführen wollen. Die unvorteilhafte wirtschaftliche Lage Mühlhausens führt jedoch dazu, die Prognoserechnung ohne Businesskunden durchzuführen, um eine Fehlplanung zu vermeiden. Der prognostizierte Umsatz in diesem Bereich beläuft sich somit im Jahr 1 auf 1.750€ und kann im Jahr 2 durch die Hinzunahme der Präventionsplanung um mehr als das dreifache erhöht werden. Dies führt zu einem geplanten Gesamtumsatz von 77.350€, 90.150€ und 162.900€ vor Steuern in den 3 Jahren.

2.2 Investitionsplanung

Für die Gründung der logopädischen Praxis sind verschiedene Investitionen notwendig. Diese sind in der Tabelle 4 genauer aufgeführt. Die Hauptanschaffungen werden im Jahr 1 getätigt, um den Geschäftsbetrieb regulär aufnehmen zu können. Darunter fällt die Ausstattung des Büros und des ersten Behandlungsraumes. Ebenfalls wichtig sind Kommunikationsmittel und eine Software für die Verwaltung der Patienten und Kunden für Coachings und Therapien. Die Investition in einen Firmenwagen im Jahr 2 soll weitere Hausbesuche im Umkreis der Stadt ermöglichen und somit den Einzugsbereich

Tabelle 4: Investitionsplanung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung

von Patienten erhöhen. Die Anstellung einer Logopädin im 3. Jahr führt zur Anschaffung der Einrichtung des 2. Behandlungsraums sowie eines Desktop PCs für die Praxis. Dies ist für den Datenabgleich zwischen der Gründerin und der Angestellten sehr wichtig, um Doppelterminierungen und Missverständnisse zu vermeiden.

2.3 Deckungsbeitragsplanung

Innerhalb der Deckungsbeitragsrechnung werden die erzielten Umsätze den variablen Kosten des Unternehmens gegenübergestellt.4 Der sogenannte Deckungsbeitrag 1 ist in dieser Betrachtung der Wert, der zu Deckung der fixen Kosten zur Verfügung steht.

2.3.1 Variable Kosten

Variable Kosten stellen den Anteil an Kosten dar, der sich mit dem Volumen an hergestellten Produkten oder in diesem Beispiel, der Menge der Kunden verändert. Daraus abgeleitet konnten folgende variable Kosten, wie in Tabelle 4 ersichtlich, angenommen werden. Die Tabelle 5 zeigt, dass die variablen Kosten relativ gering sind im Vergleich zum prognostizierten Umsatz.

[...]


1 Vgl.:www.zitate.de

2 Vgl.:www.zitate.de

3 Vgl.: klangfaktor.de

4 Vgl.: Seebacher S. 48 Skript

Details

Seiten
34
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656307488
ISBN (Buch)
9783656310808
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v204623
Institution / Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin
Note
1,4
Schlagworte
Finanzplan Kostenplan Erfolgsplan Planbilanz Kostenplanung Fixkosten Umsatzplanung Deckungsbeitragsrechnung; Cash Flow Kennzahlen Controlling ; Eigenkapitalrentabilität; Gesamtkapitalrentabilität; Umsatzrentabilität; Forderungen; Verbindlichkeiten Logopädie ;

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