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Handlungsorientierung und Kategoriale Bildung im Politikunterricht

Ein widersprüchlicher Dualismus oder eine wünschenswerte Vielfalt in den didaktischen Prinzipien des Unterrichts im Fach Politik?

Seminararbeit 2012 21 Seiten

Didaktik - Politik, politische Bildung

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Politische Bildung an Nordrhein -Westfälischen Schulen
1.1 Kernlehrpläne und Bildungsstandards
1.2 Ziele und Leitideen der Politischen Bildung

2. Didaktische Prinzipien des Politikunterrichts
2.1 Handlungsorientierung im Unterricht
2.2 Kategoriale Bildung

Fazit

Literatur

Einleitung

Mit dem Vorwort des Autors Hermann Giesecke ist ein grundlegendes Ziel der politischen Didaktik an deutschen Schulen benannt, welche es als den elementaren Lehrauftrag im Fach Politik ansieht, junge Menschen an die politisch-inhaltlichen Dynamiken, den politischen Strukturen und dem Aufzeigen der Möglichkeiten der Partizipation am politischen Leben in der Bundesrepublik Deutschland heranzuführen. Im Zentrum der didaktischen Orientierungen innerhalb des Politikunterrichts bzw. den Fächern der Sozialwissenschaften insgesamt, steht die „Politische Bildung“ nach demokratischen Verständnis, mit dem Ziel der Schaffung einer politischen Mündigkeit bei Schüler und Schülerinnen, welche zur aktiven Teilhabe am politischen Leben in der Bundesrepublik Deutschland befähigen soll. Die didaktischen Zielsetzungen und die zu erlangenden Kompetenzen im Fach Politik, finden ihren Niederschlag in den Kernlehrplänen und den Bildungsstandards der Länder in der Bundesrepublik Deutschland. Die Verantwortung für die Umsetzung der bildungstheoretischen Vorgaben liegt jedoch beim Lehrkörper allein. Die in meiner Hausarbeit vorzustellenden didaktischen Modelle der Handlungsorientierung und der kategorialen Bildung sollen der Lehrkraft helfen, die Komplexität der vielfältigen Unterrichtsfaktoren zu ordnen und zwischen theoretischer sowie praktischer Ebene der politischen Unterrichtsdidaktik zu changieren.

Das Ziel meiner Hausarbeit ist es, heraus zu erarbeiten, ob die didaktischen Modelle der Handlungsorientierung und der Kategorialen Bildung einen in sich widersprüchlichen Dualismus der Politikdidaktik darstellen, oder ob es sich im Sinne einer didaktischen Vielfalt um sich ergänzende Theorien handelt, welche den verschiedenen Unterrichtsfaktoren Rechnung tragen und den politischen Unterricht zu komplettieren vermögen.

Daher möchte ich zunächst auf die diversen Inhalte, Leitvorstellungen und Zielsetzungen des Kernlehrplans für das Gymnasium- Sekundarstufe I (G 8) des Landes Nordrhein Westfalen, im Bezug auf den sozialwissenschaftlichen Fachbereich Politik/Wirtschaft eingehen, und die zu erreichenden Bildungsstandards exemplarisch darlegen.

Im folgenden Teil der Hausarbeit werden die didaktischen Modelle der Handlungsorientierung und der kategorialen Bildung zunächst vorgestellt und im Hinblick auf die diversen didaktischen Handlungsanleitungen sowie der Begründung des didaktischen Handelns analysiert. Das Ziel ist es, eine Beantwortung der Frage zu ermöglichen, ob es sich bei den didaktischen Modellen um einen in sich widersprüchlichen Dualismus oder um eine sich ergänzende Synthese didaktischer Vielfalt im Fach Politik handelt.

1. Politische Bildung an Nordrhein -Westfälischen Schulen

Die Ziele, Leitvorstellungen und Inhalte der politischen Bildung an Nordrhein-Westfälischen Schulen sind institutionell in den Kernlehrplänen und Bildungsstandards des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW festgelegt. Diese Zielsetzungen und Leitvorstellungen unterliegen im entscheiden Maße den bildungspolitischen Vorstellungen der jeweiligen Landesregierung, den Einflüssen diverser gesellschaftlicher Gruppierungen und letztlich der vorherrschenden öffentlichen Meinung, denn „Unter Bildungspolitik lässt sich die Gesamtheit aller politischen, finanziellen und organisatorischen Maßnahmen, Aktivitäten und Einflüsse staatlicher Institutionen und gesellschaftlicher Gruppierungen verstehen, die sich auf die Einrichtung, Bewahrung, Gestaltung und Veränderung des Erziehungs-und Bildungssystems beziehen.“ (Massing 2011, S. 186). Diese Umstände führen zu dem Tatbestand, dass es sich bei schulpolitischen Entscheidungen und Maßnahmen zur politischen Bildung hauptsächlich um Erscheinungen handelt, welche in einem hohen Maße konsensabhängig sind. Hierbei sind sowohl politische-, wirtschaftliche-, gesellschaftliche- und kulturelle Interessen von Belang, aber auch subjektive Vorstellungen und Motive von Institutionen (z.B. Schulämtern und Schulen) oder den Eltern und den Schülern selbst (ebenda). Die Gemeinsamkeit, welchen allen Beteiligten zu Eigen ist, ist die Betonung der Notwendigkeit der politischen Bildung in der Schule. In diesem Punkt sieht sich politische Unterrichtsdidaktik in der Pflicht, denn „Kinder und Jugendliche zu politisch wie ökonomisch mündigen Bürgern zu erziehen, stellt zweifelsfrei eine der großen (pädagogischen) Herausforderungen unserer Zeit dar.“ (Engartner 2010, S. 9). Dabei gilt es die Politikverdrossenheit und das Desinteresse von Schülern entgegen zu treten und zu verdeutlichen, dass alle Bürger eines Staates bzw. alle Mitglieder einer Gesellschaft gleichermaßen von politischen Entscheidungen betroffen sind. Den Stellenwert sowie den Prozess der eigenen und allgemeinen politischen Meinungsbildung zu verdeutlichen, und die Möglichkeit der Partizipation am politischen Leben in unserer demokratischen Staats-und Gesellschaftsordnung teilzunehmen aufzuzeigen, sind für die politische Unterrichtsdidaktik wesentliche Triebfedern zur Entwicklung diverser didaktischer Prinzipien. Auf diesem Wege soll der primäre Auftrag der politischen Bildung, einen jungen Menschen zu einem politisch mündigen Bürger zu befähigen und bestenfalls zum Hüter der Demokratie heranzuziehen, gelingen (ebenda). Nur wenn Schüler und Schülerinnen in den didaktischen Modellen im Vordergrund stehen und ihre ureigensten Interessen und ihr soziales Umfeld so weit wie möglich Berücksichtigung finden, kann meiner Meinung nach die Vermittlung politischer Bildung an Schulen erfolgreich stattfinden. Obwohl an den gesetzlichen Kernlehrplänen, Bildungsstandards und der Schulcurricula gebunden, werden bei der Realisierung einer ertragreichen Vermittlung von politischer Bildung, den einzelnen Schulen mehr Eigenverantwortlichkeit und didaktische Handlungsspielräume zugestanden, wobei die konkrete Umsetzung der Unterrichtsplanung und Unterrichtsdurchführung bei der Lehrkraft nach Vorgabe der jeweiligen Schulleitung liegt (MSW/NRW (G8) 2007, S.3). In diesem Sinne sind die derzeitig gültigen Vorgaben für die Lehrpläne und die Bildungsstandards gestaltet, deren einzelnen Inhalte und Bedeutung im Folgenden exemplarisch vorgestellt werden sollen.

1.1 Kernlehrpläne und Bildungsstandards

Die Kernlehrpläne gibt es in Nordrhein-Westfalen seit dem Jahr 2004 und ihre Einführung steht sicherlich in enger Verbindung mit den Ergebnissen der von der OECD durchgeführten PISA-Studien und den Erkenntnissen aus diversen empirischen Studien, wonach die bildungspolitischen Maßnahmen der Länder innerhalb der Bundesrepublik Deutschland bis dahin nur zu unzulänglichen Verbesserungen bei der Vermittlung von Bildung im Bildungswesen geführt haben. Als Konsequenz erfolgte ein Paradigmenwechsel auf mehreren Ebenen des Bildungswesens. Zum einen wurden die Einzelschulen, wie bereits erwähnt, mit mehr didaktischer und organisatorischer Eigenständigkeit ausgestattet und zum anderen kam es zu einer Verschiebung „Von der Input- zur Outputorientierung“, (…)“ (Massing 2011, S. 187). Damit ist die Tatsache umschrieben, dass es zu einer Verlagerung der Bedeutsamkeit der Lerninhalte in Richtung der stärken Gewichtung der Lernziele kam. Die Lernziele äußern sich verbindlich in den vom zuständigen Ministerium festgelegten Bildungsstandards, die angeben welche Kompetenzen, Fertigkeiten und Fähigkeiten jemand besitzt, der in einem Fach ein bestimmtes formelles Niveau (z.B. Schulabschluss, Jahrgangsstufe) erreicht hat. Ein Bildungsstandard ist somit ein Kriterium zur Leistungsbeurteilung des Bildungsniveaus von einzelnen Schülern und auch der entsprechenden Kohorte insgesamt, welche innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zu erlangen ist. Nach dem derzeitigen Vokabular der Bildungspolitik, spezifiziert ein Bildungsstandard den Output der schulischen Ausbildung. Somit stellen Bildungsstandards den Nachweis von schulischen Lernergebnissen dar, denn „Bildungsstandards benennen präzise, verständlich und fokussiert die wesentlichen Ziele der pädagogischen Arbeit, ausgedrückt als erwünschte Lernergebnisse (…) und grundsätzlich mit Hilfe von Testverfahren erfasst werden können. Die domänenspezifischen Kompetenzmodelle formulieren damit eine Antwort auf die Konstruktions-und Legitimationsfragen an die Erstellung von Lehrplänen“ (Rheinhardt 2010, S. 26). Die Lehrpläne sind somit systematische Zusammenstellungen des Lerninhaltes und geben die Art und Weise an, wie dieser Leninhalt zu vermitteln ist. In diesem Zusammenhang wird der Unterricht an Nordrhein-Westfälischen Schulen verstärkt von der internen Curricula der jeweiligen Einzelschule determiniert, welche sich an den Kernlehrplänen zu orientieren hat und durch die Bildungsstandards einer fachspezifischen Leistungskontrolle und Qualitätssicherung unterliegt (MSW/NRW (G 8)2007, S. 3). Im Zentrum der Bildungsstandards stehend, bzw. den Kern des Bildungsstandard bildend, sind zu erlangenden Kompetenzen. Die Kompetenzen können unterteilt werden in fachspezifische und allgemeine Kompetenzen. Allgemeine Kompetenzen sind beispielsweise Sozialkompetenzen, Sprach- und Schriftkompetenzen. Die fachspezifischen Kompetenzen sind Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche personengebunden erlernt werden müssen und in gestuften Ausprägungen messbar sind. Ferner enthalten fachspezifische Kompetenzen mitunter diverse Komponenten, die sowohl emotionale und kognitive Anteile eines sehr komplexen Kompetenzgebildes sind, welche zur „Bewältigung domänenspezifischer Aufgaben (…)“ (Reinhardt 2010, S. 22).erforderlich sind. Im Kernlehrplan für das Gymnasium- Sekundarstufe I (G 8) des Landes Nordrhein-Westfalen im Fachbereich Politik/Wirtschaft sind als Rahmenvorgabe für die zu erreichenden Kompetenzen zur Politischen Bildung, vier elementare Kompetenzbereiche benannt, welche als elementarer Teil der gesellschaftswissenschaftlichen Grundbildung angesehen werden. Es handelt sich um die Kompetenzbereiche:

- Sachkompetenz:

Die Sachkompetenz bezieht sich auf den Erwerb von politischen-, wirtschaftlichen- und gesellschaftliche Kenntnissen und anwendbarem Wissen, welche es den Schülern ermöglicht, gesellschaftliche Strukturen und Prozesse zu erklären, verstehen und deuten zu können. Dementsprechend findet eine Unterteilung in Deutungs- und Orientierungswissen statt. Als Deutungswissen ist jenes Wissen definiert, welches durch Interaktionen innerhalb der sozialen Umgebung und Selbstreflexion gesellschaftspolitischer Phänomene vom Schüler erworben wird. Das Ordnungswissen ist jenes spezifische Wissen, das durch die Fähigkeit geprägt ist, erlernte Sachverhalte über die politische-, wirtschaftliche- und gesellschaftliche Ordnung der Bundesrepublik Deutschland so zu modifizieren, dass systematische Analysen über das System als Wirkungsgefüge erfolgen können, sodass das Beziehungsgeflecht zwischen Strukturen, Mechanismen und Zusammenhängen gedeutet werden kann (MSW/NRW (G 8) 2007, S. 18).

- Urteilskompetenz:

Die Urteilskompetenz besteht aus politischen Kompetenzen, welche zur eigenständigen und begründbaren Deutung und Beurteilung der politischen Prozesse, Phänomene sowie Kontroversen und Problemen erforderlich sind und für ein fundamentales Verständnis von wirtschaftlichen und politischen Wechselwirkungen notwendig erscheinen (Reinhardt 2010, S. 22).

- Methodenkompetenz:

Die Methodenkompetenz zielt auf den Erwerb von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für den Erkenntnisgewinn zur Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Fragestellungen notwendig sind. Hierzu gehören Arbeitstechniken und Lernstrategien mit stark instrumentellem Charakter genauso, wie die fachspezifischen Methoden der Sozialwissenschaften selbst. Das vorrangige Ziel ist die Befähigung sich mit den diversen Themen und Phänomenen der Politik und Wirtschaft auseinandersetzen zu können, sowie das eigenständige Lernen zu ermöglichen (MSW/NRW (G 8) 2007, S. 18 f.).

- Handlungskompetenz:

Die Handlungskompetenzen sind bezogen auf den Politikunterricht jene Kompetenzen, welche zur Partizipation am gesellschaftspolitischen und ökonomischen Leben befähigen, sowie ein sich Zurechtfinden und Auftreten in der politischen Öffentlichkeit ermöglichen. Die Schüler sollen in der Lage sein, die Möglichkeiten zu erkennen um an politischen Prozessen der Meinungsbildung und Entscheidungsfindung mitwirken zu können, sowie ihre Einflussnahme auf sozialwissenschaftliche Problem-und Fragestellungen innerhalb der demokratischen Staats-und Gesellschaftsordnung selbstreflexiv und handlungsorientiert einzuschätzen (ebenda).

Die Ausrichtung des Kernlehrplans für das Gymnasium-Sekundarstufe I an den Nordrhein-Westfälischen Schulen lässt unschwer erkennen, dass es sich bei den aktuellen Lehrplänen um stark kompetenzorientierte Kernlehrpläne handelt. Die in diesem Zusammenhang gewählten Bildungsstandards sind demnach Mechanismen zur Kontrolle und des Niveaus eines von einem Schüler oder Schülerin faktisch erreichten Kompetenzstandes. Darüber hinaus sollen Bildungsstandards für die Schule dafür sorgen, dass im Bezug auf die Qualität und Validität der gewählten Testverfahren und der didaktischen Vermittlung von Lehrinhalten, ein möglichst hoher Erkenntnisgewinn für metatheoretische Verfahren und empirische Studien zur Verfügung steht. „Qualifikationen, Lernziele, Kompetenzen und Standards sind insgesamt Ausdrücke für die Reflexion über den Sinn des Lernens und zunehmend über die Überprüfung der konkreten Bemühungen von Lehrenden und Lernenden (…)“. (Reinhardt 2010, S. 27).

Jedoch sind nicht alle Didaktiker der Ansicht, dass es sich bei der Verschiebung von der Input- zur Outputorientierung, um eine sinnvolle Beantwortung von Konstruktions-und Legitimationsfragen bei dem Entwurf von Kernlehrplänen handelt (ebenda, S. 26). Der Sozialwissenschaftler und Didaktiker Peter Massing gibt zu bedenken: „Die dominierende Orientierung am Output führe zu einer Vernachlässigung des Inputs. Standards machten keinen Lehrer effektiver und keinen Schüler besser, sondern sie bedrohten den Schwachen. „Umgesetzt in „Kompetenz-Tests“ verstärkten sie den Selektionsdruck (bis in die Grundschule) und erhöhen den Schulfrust und die Ratlosigkeit der Eltern.“ (Massing 2011, S. 190). Ferner verweist Massing an dieser Stelle auf das altbekannte Theorie/Praxis-Problem, denn er gibt zu bedenken, dass Kinder und ihre Verhaltens-und Denkweisen sich nicht standardisieren lassen. Dieses wäre jedoch der Fall, wenn es bei den Zielsetzungen des sozialwissenschaftliche Unterrichts zu einer fortwährenden Reduktion auf die Erreichung von Standards der leistungsorientierten Aspekte des Arbeits-und Wirtschaftslebens käme, worunter die didaktischen Dimensionen der Unterrichtsplanung und Unterrichtsgestaltung zu leiden hätten (ebenda). Um dieser Behauptung nachzugehen, möchte ich an dieser Stelle einen kurzen Einblick auf die Themenbereiche der vierzehn Inhaltsfelder des Kernlehrplans G 8 für die Sekundarstufe I des Gymnasiums in NRW geben. In diesem Lehrplan beziehen sich lediglich die Inhaltsfelder „Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie“ (Inhaltsfeld 1 und 7) und „Die Rolle der Medien in Politik und Gesellschaft“ (Inhaltsfeld 6 und 13) auf rein politische Themen, während die anderen Inhaltsfelder sich gänzlich oder zumindest teilweise auf die Themen der Wirtschafts-und Arbeitswelt beziehen (MSW/NRW (G 8) 2007, S. 32 f.). Für mich ist es allerdings fraglich, ob diese Gewichtung in Richtung Wirtschaftswissenschaften ein Nachteil ist. Denn für mich hängt die Teilhabe am politischen und vor allem gesellschaftlichen Leben, stark von wirtschaftlichen und beruflichen Aspekten des Individuums, sowie seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gesellschaftsgruppe ab. Die Möglichkeit des Schülers zur Allokation von Ressourcen (Zeit, Förderung und Hilfen durch die Eltern, Schulmaterialen, usw.) und seine Gruppenzugehörigkeit (Peer-Group, informelle Gruppe in der Schule) werden nachhaltig vom sozialen Status, der sozialen Position und den wirtschaftlichen Verhältnissen sowie dem Rollenverständnis der Eltern bestimmt. Die Schüler sind demnach selbst, wenn auch auf der Mikroebene, von den wirtschaftspolitischen Gegebenheiten in der Bundesrepublik Deutschland betroffen, wobei die Globalisierung und die Schaffung eines Zunehmens vereinigten europäischen Wirtschaftsraumes erhebliche Einflüsse genommen haben und weiterhin für starke Veränderungen sorgen, welche die gesamte Lebenswelt der Menschen betreffen. Ferner bin ich der Ansicht, dass wirtschaftliche und politische Prozesse untrennbar, miteinander in einer sich bedingen Wechselwirkung stehen. Die politische Unterrichtsdidaktik muss dieser Tatsache Rechnung tragen, wenn sie realistische Einsichten und sachgerechtes Wissen über politische Strukturen und Prozesse vermitteln möchte. Diese Überlegungen lassen sich auch im G 8-Lehrplan widerfinden, da als fachdidaktische Prinzipien die Problemorientierung und die Situationsorientierung benannt und durch das produkt- und handlungsorientierte Lernen, sowie dem Konzept der Schülerorientierung erweitert werden (MSW/NRW (G 8) 2007, S. 23).

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Details

Seiten
21
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656315407
ISBN (Buch)
9783656315551
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v204657
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,3
Schlagworte
handlungsorientierung kategoriale bildung politikunterricht dualismus vielfalt prinzipien unterrichts fach politik

Autor

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