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Imagewirkung von Sportveranstaltungen

Bachelorarbeit 2012 40 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

Anhangsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise

2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Sportveranstaltung
2.1.1 Abgrenzung der Definition Ereignis, Veranstaltung und Event
2.1.2 Definition von Sportveranstaltung
2.2 Image
2.2.1 Definition von Image und Imagetransfer
2.2.2 Definition von Sporteventimage
2.2.3 Definition von Destinationsimage

3 Wege der Nutzung von Sportveranstaltungen zu Marketingzwecken
3.1 Imagetransfer und -passfahigkeit zwischen Sportveranstaltung und Destination
3.2 Strategien zur Integration von Sportveranstaltungen in das Destinationsmarketing
3.2.1 Match-up Hypothese
3.2.2 Co-Branding
3.2.3 Leveraging
3.2.4 Bundling

4 Imageprofilierung durch die FIFA Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland
4.1 PotenzialderFufiball-WM
4.2 AusgangssituationderAustragungsorte
4.3 Analyse der Konzepte und Mafinahmen zur Imageprofilierung der Austragungsorte Koln und Leipzig
4.3.1 Koln
4.3.2 Leipzig
4.3.3 Ein Vergleich zwischen Kolner und Leipziger WM- Imagekampagne

5 Schlussbetrachtung und Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

Verzeichnis zusatzlicher Materialien und Werbemittel der untersuchten Austragungsorte

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhangsverzeichnis

Anhang 1: Dreiecksverhaltnis zwischen Ereignis, Veranstaltung und Teilnehmer bzw. Zuschauer

Anhang 2: Event-Leveraging

Anhang 3: Konzept der WM-City „La Ola Colonia“ 2006 in Koln

Anhnag 4: Google Trends zum Suchbegriff „Cologne“ von 2004 bis heute

Anhang 5: Google Trends zum Suchbegriff„Leipzig“ von 2004 bis heute

Anhang 6: Event-Logo ,,Leipzig FuBball Erleben“

Anhang 7: Logo der FIFA WM-Stadt Leipzig

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

In den vergangenen Jahren haben sich Sportveranstaltungen weltweit zu einem wichti- gen Standortfaktor mit wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Tragweite entwickelt.1 Im intensiven nationalen wie internationalen Wettbewerb um prestigetrachtige Sportveran­staltungen erhoffen sich Stadte und Regionen (Destinationen) von der Austragung einen positiven Effekt auf das lokale und regionale Image sowie eine Steigerung der Attrakti- vitat als Reiseziel.2 Destinationen sehen heutzutage Sportveranstaltungen nicht nur als touristische Ressource, sondern auch als Medienereignis, das als Alleinstellungsmerk- mal in der Marketingkommunikation herausgearbeitet werden kann.3

Einher mit dem weltweiten Bedeutungszuwachs von Sportgrofiveranstaltungen gehen jedoch auch steigende Anspruche der Besucher an den Erlebniswert dieser Veranstal- tungen und die Qualitat der sportlichen und organisatorischen Leistungen, wodurch hohe offentliche und private Investitionen notwendig werden.4 Neben der sportlichen Darbietung erwarten Zuschauer eine perfekte Dienstleistung. Daher wird die Sport- veranstaltung von heute zu einem Freizeitprodukt und der Zuschauer zu dessen Konsument.5

Folglich stellt sich die Frage, wie Destinationen Sportveranstaltungen effektiv zu ihren Marketingzwecken nutzen konnen, um nachhaltig von einer positiven Imagewirkung zu profitieren. Hiervor ist aber zu klaren, inwieweit Wechselwirkungen, Imagetransfer und -passfahigkeit zwischen Sportveranstaltung und Destination gebildet werden mussen, um eine erfolgreiche Integration der Veranstaltung in das Destinationsmarketing zu er- moglichen.

1.2. Zielsetzung

Zur Bearbeitung der Problemstellung bedarf es einer wissenschaftlichen Auseinander- setzung mit Fachliteratur aus den Bereichen Imageforschung, Tourismus- und Sport- management sowie Stadtmarketing.

Zumjetzigen Zeitpunkt herrscht eine hohe Dichte an Veroffentlichungen zu den Wech- selwirkungen zwischen Sportevents und Destinationen, wobei sich der GroBteil mit den wirtschaftlichen Auswirkungen eines Sportevents beschaftigt.6 Die Imagewirkung des Events wird dabei zumeist (wenn uberhaupt) nur am Rande untersucht. Studien von Wolfgang Maennig konnen fur diese Herangehensweise exemplarisch herangezogen werden.7 Des Weiteren ist auffallig, dass vorwiegend SportgroBveranstaltungen wie Olympische Spiele oder FIFA FuBballweltmeisterschaften betrachtet werden.8 Kleinere oder regelmaBig stattfindende Veranstaltungen werden als Studienobjekt meist vernach- lassigt.9

Konkrete Strategien zur Nutzung von Sportevents im Destinationsmarketing werden nahezu ausschlieBlich in Veroffentlichungen des amerikanischen Wissenschaftlers Laurence Chalip thematisiert. Bisher wurden seine Studienergebnissejedoch noch nicht dazu genutzt, um eine Imagekampagne zu analysieren und evaluieren, die von einer Destination anlasslich der Austragung einer Sportveranstaltung initiiert wurde.

Dies ist Anlass, im Rahmen der vorliegenden Arbeit die Konzepte und MaBnahmen zur Imageprofilierung der Stadte Koln und Leipzig wahrend der FIFA FuBballweltmeister- schaft 2006 basierend auf den Strategien von Chalip zu analysieren und anschlieBend kritisch zu vergleichen.

1.3. Vorgehensweise

Die vorliegende Arbeit ist in funf Kapitel gegliedert. Das erste Kapitel geht einleitend auf die Thematik und Vorgehensweise der Arbeit ein. In diesem Rahmen wird ein kur- zer Uberblick uber den momentanen Forschungsstand gegeben.

Um eine theoretische und begriffliche Grundlage fur die weitere Untersuchung zu schaffen, werden im Kapitel 2 die zentralen Begrifflichkeiten definiert. Die Ausdrucke Ereignis, Veranstaltung und Event werden dabei definitorisch voneinander abgegrenzt, um Missverstandnisse zu vermeiden. Aufgrund einer fehlenden Definition des Begriffs Sportveranstaltungsimage in der Fachliteratur wird der Terminus Sporteventimage eingefuhrt.

Da eine empirische Studie zur qualitativen und quantitativen Messung der Imagewir­kung von Sportveranstaltungen im festgelegten Rahmen dieser Arbeit nicht durchfuhr- bar ist, dienen die darauffolgenden beiden Kapitel dazu, die Imagewirkung indirekt von der Bewertung stadtischer Imagekampagnen wahrend der FIFA FuBballweltmeister- schaft 2006 in Deutschland abzuleiten. Kapitel 3 legt durch die Zusammenfassung verschiedener Studien zur Schaffung von Wechselwirkungen zwischen Event- und Destinationsimage eine theoretische Grundlage, anhand derer die MaBnahmen zur Imageprofilierung in den WM-Stadten Koln und Leipzig analysiert und evaluiert wer- den konnen. Diese zwei WM-Stadte wurden ausgewahlt, da Leipzig als einzige ostdeut- sche Stadt hinsichtlich ihres Image im Gegensatz zu Koln international weitestgehend unbekannt war. Um die beiden WM-Stadte und deren Marketingkonzepte angemessen vergleichen zu konnen, wird der Analyse eine Beschreibung des Potentials der FuBball- WM und der unterschiedlichen Ausgangssituationen der Austragungsorte vorangestellt. AbschlieBend werden im letzten Kapitel die Analyseergebnisse bewertet und auf For- schungslucken hingewiesen.

2. Begriffliche Grundlagen

2.1. Sportveranstaltung

2.1.1. Abgrenzung der Definitionen Ereignis, Veranstaltung und Event

Da dem englischen Begriff Event in der deutschen Sprache sowohl die Bedeutung des Ereignisses als auch der Veranstaltung zugeordnet werden kann, sind diese Begrifflich- keiten voneinander abzugrenzen, um Widerspruche zu vermeiden. Die Bezeichnungen Event, Veranstaltung und Ereignis werden selbst in der Fachliteratur uneinheitlich verwendet, wie die Textausschnitte ,,von den Veranstaltungen von Sportereignissen“ 10, ,,Veranstaltereines Sportevents“11 und ,,Sportereignisse werden zu Events“12 belegen.13

Ein Ereignis beschreibt einen einzigartigen, zeitlich und raumlich begrenzten Moment, der durch die Teilnehmer subjektiv erlebt und wahrgenommen wird.14 So kann ein ein- zelner Wettkampf (z.B. ein FuBballspiel) als Sportereignis bezeichnet werden.

Eine Veranstaltung besteht aus dem Inhalt eines oder mehrerer Ereignisse, die zu einer geschlossenen, zeitlich abgrenzbaren Einheit zusammengefasst werden.15 Veranstaltun­gen orientieren sich im Gegensatz zu Ereignissen in Planung, Organisation und Durch- fuhrung an Zielgruppen, bestehend aus potentiellen Teilnehmern und Zuschauern.16

Je hoher der Unterhaltungs- bzw. Nachrichtenwert eines Ereignisses fur die Zielgruppen ist, desto attraktiver ist es dieses Ereignis in einer Veranstaltung zu inszenieren.17

Anhand einer Auflistung verschiedener Merkmale lasst sich eine Veranstaltung nach Wochnowski als zeitlich begrenzte, personenbezogene Dienstleistung definieren, welche raumlich kongruent und zeitlich simultan einem Kollektiv an Nachfragern Nut- zen stiftet, bspw. in Form von Unterhaltung.18

In den letzten beiden Jahrzehnten wurde der Anglizismus Event zunehmend als Ersatz fur die deutschen Worte Veranstaltung und Ereignis gebraucht. Das Oxford Dictionary of English definiert Event als ,,a thing that happens or takes place, especially one of importance19. Bruhns kommunikationswissenschaftliche und Gebhards soziologische Definition zusammenfassend lasst sich ein Event als personenbezogenes Dienstleis- tungsangebot beschreiben, das sich durch monothematische Fokussierung, Einzigar- tigkeit, Authentizitat, Emotionalisierung, kulturellen und asthetischen Synkretismus so- wie der Bildung eines Gemeinschaftsgefuhls auszeichnet.

Dementsprechend istjedes Event eine besondere Form der Veranstaltung undjede Ver­anstaltung ein inszeniertes Ereignis. Um moglichst prazise die englische Fachliteratur in die vorliegende Arbeit einzuarbeiten, wird im Folgenden von einer Ubersetzung des Worts Event in das dt. Veranstaltung bzw. Ereignis abgesehen.20

2.1.2. Definition von Sportveranstaltung

Sportveranstaltungen sind als besondere Form der Veranstaltung anzusehen. Nach Gans et al. handelt es sich bei einer Sportveranstaltung um ein ,,geplante[s], zeitlich begrenzte[s] Ereignis, das einen Wettkampf in einer oder mehreren [...] Sportarten zum Inhalt hat“21. Wenn dieses Ereignis zudem ,,eine herausragende Bedeutung innerhalb der jeweiligen Sportart besitzt22, spricht man von einer Sportgrofiveranstaltung.23 Kennzeichnende Attribute einer Sportveranstaltung sind

(1) die Dauer und zeitliche Befristung, d.h. Differenzierung zwischen ein- und mehrtatigen Veranstaltungen und Definierung eines klaren Anfangs- und Endtermins.24
(2) die RegelmaBigkeit, d.h. die Unterscheidung zwischen einmalig, regelmaBig und unregelmaBig stattfindenden Veranstaltungen.25
(3) die GroBe, welche die ,,Association Internationale d’Experts Scientifique du Tourisme“ zur Abstufung von SportgroBveranstaltung und Sportveranstaltung in vier Faktoren differenziert: Zuschauerzahl, Teilnehmerzahl, monetare GroBen wie Kapitaleinsatz und Gewinn sowie die psychologische Bedeutung in Form der Wertschatzung von Touristen.26
(4) die Wirkung bezuglich Tourismus, Medien, Stadtentwicklung u.a. .27
(5) der Typ des Leistungsvergleichs, der auf Grundlage eines genau definierten Regelwerks erfolgt.28

Folglich zeichnet sich eine Sportveranstaltung durch ihre Dauer, RegelmaBigkeit, GroBe, wirtschaftliche, touristische und mediale Wirkung sowie Sportart aus.

2.2. Image

2.2.1. Definition von Image und Imagetransfer

Der Begriff Image lasst sich etymologisch nicht eindeutig einem sprachlichen Ursprung zuordnen. Das griechische „eikon“ , lateinische „imago“ , franzosische „l’image“ und englische bzw. amerikanische „image“ teilen eine nahezu identische Grundbedeutung.29 So stehen „eikon“ und „imago“ fur das wesenhafte Vorstellungsbild von einem Objekt oder einer Person im geistigen Auge.30

Zahlreiche Veroffentlichungen in englischer und deutscher Literatur befassen sich mit der Definition des Begriffs Image. Gardner und Levy setzen den Ausdruck in ihrer Pub- kation ,,The Product and The Brand“ erstmals in einen wirtschaftswissenschaftlichen Zusammenhang und beschreiben diesen als die Personlichkeit eines Produktes, die wichtiger fur Gesamteindruck des Produktes und dessen Verkaufspotenzial ist als dessen technische Daten.31

Nach dem heute gultigen, einstellungsorientierten Begriffsverstandnis (abgegrenzt zu den okonomisch und gestaltpsychologisch orientierten Ansatzen) lasst sich Image als mehrdimensionales Konstrukt beschreiben, das basierend auf affektiven, kognitiven und konativen Bewertungen von denotativen und konnotativen Eigenschaften ein subjekti- ves Bildnis eines Objektes im Kopf des Betrachters erzeugt.32 Im Gegensatz zur Einstel- lung wird das Image weniger bewusst und rational entwickelt und dient vornehmlich durch im Evaluierungsprozess geschaffene Praferenzen als Wissensersatz.33

Die Definition des Begriffs Imagetransfer wird an dieser Stelle notwendig, da dieser Prozess als Grundlage fur die Erlauterung der Wechselwirkungen zwischen Sportevent- und Destinationsimage in 3.2. dient. Zentes definiert den Terminus als wechselseitige ,,Ubertragung und Verstarkung von Objektassoziationen zwischen Objekten unter- schiedlicher Kategorien“ 34. Fur einen erfolgreichen Transfer des Image wird im Allgemeinen Imagepassfahigkeit vorausgesetzt, welches als ,,subjektive Beurteilung der Beziehung zwischen einer Marke und einem weiteren Imageobjekt“35 definiert ist.

2.2.2. Definition von Sporteventimage

Aus der Erklarung des Begriffs Event in 2.1.1. und des Begriffs Image in 2.2.1. lasst sich der Ausdruck Sporteventimage zusammenfassend als mehrdimensionales Einstel- lungskonstrukt eines Sportevents beschreiben, das auf Grundlage eines Regelwerks ausgetragen wird und im offentlichen Interesse steht.36

Gwinner definiert Eventimage als “cumulative interpretation of meanings or associa­tions attributed to events by consumers”37 und konkretisiert diese Definition durch die Faktoren Event-Typ, Event-Charakteristika und individuelle Aspekte. Unter Event-Typ wird die Ausrichtung des Events als sportlich, kulturell oder wirtschaftlich verstanden.38 GroBe, Professionalitat und Anzahl der Teilnehmer, Tradition und Status der Veranstal- tung sowie das werbliche Erscheinungsbild bilden die Event-Charakteristika.39 Zuletzt sind individuelle Aspekte in Form von moglicher Erfahrung und personlicher Bindung zum Event weitere ausschlaggebende Faktoren in der Wahrnehmung eines Events.40

2.2.3. Definition von Destinationsimage

Im Gegensatz zum Eventimage lasst sich die Definition des Begriffs Destinationsimage auf ein breiteres Spektrum an Literatur aufbauen, wobei kein einheitliches Begriffsver- standnis besteht.41 Um die Wortbestandteile „Destination“ und „Image“ (s. 2.2.1.) voll- standig darzulegen, ist Destination als geographischer Raum (Ort, Region, Land) zu de- finieren, den ein potentieller Gast als Reiseziel auswahlt.42

Das Image einer Destination wird meist als Eindruck bzw. Wahrnehmung eines Orts umschrieben.43 Cromptons Begriffserklarung „a set ofbeliefs, ideas, and impressions that people have of a place or destination”44 wird dabei als gangige Definition heran- gezogen.

Verschiedene Studien zusammenfassend lasst sich das Destinationsimage als mehrdi- mensionales, dynamisches Einstellungskonstrukt beschreiben, welches Einfluss auf die Wettbewerbsfahigkeit und Beliebtheit einer Destination als Reiseziel hat.45

3. Wege der Nutzung von Sportveranstaltungen zu Marketingzwecken

3.1. Imagetransfer und -passfahigkeit zwischen Sportveranstaltung und Destination

Sportveranstaltungen bieten die Moglichkeit, ein Wunschimage uber die Zeit der Veranstaltung hinaus auf eine Destination zu projizieren, indem die Vorzuge der Destination kommuniziert werden.46 Um eine Profilierung des Destinationsimage zu erreichen, ist der Imagetransfer zwischen Veranstaltung und Destination in der Kooperation von Eventveranstalter und Destinationsvermarkter als zentrales Ziel der Marketingstrategie zu betrachten.

Ein erfolgreicher Imagetransfer setzt verschiedenen Studien von Chalip zufolge voraus, dass Destinations- und Eventimage miteinander kompatibel sind.47 D.h. bezuglich His- torie, Tradition und Kultur sollte die Destination zur Sportart bzw. zum Sportevent pas- sen.48 Daruber hinaus kann eine hohe Imagepassfahigkeit als Pradiktor bar zukunftige Besuche der Destination gesehen werden.49

Mehrere Veroffentlichungen haben ferner gezeigt, dass der Imageeffekt bei der Austra- gung eines Sportevents in einer Destination meist nur einseitig ist.50 Mit anderen Wor- ten, das Sporteventimage hat zwar einen signifikant positiven Einfluss auf das Destina- tionsimage, jedoch lasst sich in der Regel (wenn uberhaupt) nur ein geringer Einfluss des Destinationsimage auf das Sporteventimage nachweisen. Studien von Xing/Chalip und Hallmann/Breuer unterstutzen dieses Ergebnis, heben aber hervor, dass der positive Einfluss des Sporteventimage nur gegeben ist, wenn das Event von Zuschauern und Teilnehmern attraktiver eingeschatzt wird als die Destination.51

Aus diesen Erkenntnissen lassen sich verschiedene Handlungsempfehlungen fur Desti- nationsvermarkter und Eventorganisatoren ableiten, welche im weiterenVerlauf der Arbeit naher thematisiert werden.

3.2. Strategien zur Integration von Sportveranstaltungen in das Destinationsmarketing

Um einen nachhaltigen Imageeffekt und eine Steigerung der touristischen Attraktivitat einer Destination zu erreichen, ist eine durchdachte strategische Planung notwendig. Im Folgenden werden vier Strategien zur Schaffung von Wechselwirkungen zwischen Sportevents und Destinationen vorgestellt, die zur Integration von Sportevents in das Destinationsmarketing genutzt werden konnen.

3.2.1. Match-up Hypothese

Die Match-up Hypothese besagt, dass die Richtung und Intensitat eines Imagetransfers von der Imagepassfahigkeit zwischen Event und Destination abhangen.52 Dabei wird davon ausgegangen, dass der zu erzielende Effekt bei Ahnlichkeit zwischen Event- und Destinationsimage grofier ist.53 Die Herausforderung bei der werbetechnischen Verbin- dung von Event und Destination liegt darin, einerseits herauszufinden, welche relevan- ten Imagekomponenten Destination und Event teilen und andererseits, welche Kompo- nenten davon die Imagepassfahigkeit beeinflussen.54

[...]


1 Vgl. Fourie/Santana-Gallego 2011, S. 1364f.

2 Vgl. Getz 1998, S. 10; Emery 2002, S.317.

3 Vgl. Ritchie & Yangzhou 1987, S. 20; Brown et al, 2004.

4 Vgl. B.A.T. - Freizeitforschungsinstitut 1998, S. 1f.

5 Vgl. Albers 2006, S. 356ff.

6 Vgl Hallmann 2010, S. 2.

7 Vgl. Maennig 2007, S. 378; Allmers/Maennig 2009, S. 500; du Plessis/Maennig 2010.

8 Vgl. Preuss 2007, S. 83; Kaplanidou 2009, S. 249.

9 Vgl. Kaplanidou/Gibson 2010, S. 163; Mohan 2010, S. 157.

10 Lucerna 1997, S. 1.

11 Schaffrath 1999, S. 64.

12 Nickel 2007, S. 87.

13 Vgl. Riedmuller 2003, S. 48.

14 Vgl. Schulz 1994, S. 337; Holzbaur et al. 2002, S. 7ff.

15 Vgl. Kruse 1991, S. 26; Heinemann 1995, S. 177.

16 Vgl. Riedmuller 2003, S. 49.

17 Vgl. Riedmuller 2003, S. 49; Anhang 1.

18 Vgl. Wochnowski 1996, S. 12-17.

19 Vgl. Oxford University Press 2005, S. 600.

20 Vgl. Gebhard 2000, S. 20ff.; Bruhm 2005, S. 463; Hallmann 2010, S. 41.

21 Gans et al, S.19.

22 ebd.

23 Vgl. ebd.

24 Vgl. Bos iq87, S. 18; Schneider iqq3, S. 115.

25 Vgl. Schneider iqq3, S. 116.

26 Vgl. Marris 1q87, S. 3; Witt 1q88, S. 77.

27 Vgl. Gans etal., S.1q.

28 Vgl. Riedmuller, 2003, S. 52.

29 Vgl. Johannsen 1q68, S. 6.

30 Vgl. Johannsen 1q68, S. q; Stern et al. 2001, S. 204.

31 Vgl. Gardner/Levy 1q55, S. 3q; Glogger 1qqq, S. 47.

32 Vgl. Hallmann/Breuer 2009, S. 2.

33 Vgl. Schweiger 1995, S.917.

34 Zentes 1996, S. 157.

35 Baumgarth 2000, S. 48.

36 Vgl. Hallmann 2010, S. 71.

37 Gwinner 1997, S. 147.

38 Vgl. ebd.

39 Vgl. Gwinner 1997, S. 147ff.

40 Vgl. ebd.

41 Vgl. Echtner/Ritchie 1991, S. 41ff.; Baloglu/McCleary 1999, S. 870ff.; Gallarza et al. 2002, S. 68ff.; Beerli/Martin 2004, S. 660.

42 Vgl. Bieger 2008, S. 56.

43 Vgl. Crompton 1979, S. 18; Kotler et al. 1993, S. 179; Lee et al. 2005, S. 840.

44 Crompton 1979, S. 18.

45 Vgl. Ahmed 1996, S. 37f.; Ritchie/Crouch 2000, S. 1; Tapachai/Waryszak 2000, S. 37.

46 Vgl. Florek et al. 2008, S. 200.

47 Vgl. Chalip/Green 2001, S. 350; Chalip et al. 2003, S. 228; Chalip/McGuirty 2004, S. 279.

48 Vgl. Chalip/Green 2001, S. 350; Chalip et al. 2003, S. 228; Chalip/McGuirty 2004, S. 279.

49 Vgl. Kaplanidou/Vogt 2007, S. 199f.; Hallmann/Breuer 2010a, S. 234.

50 Vgl. Brown et al. 2004; Kaplanidou/Voigt 2007, S. 199f.

51 Vgl. Xing/Chalip 2006, S. 70; Hallmann/Breuer 2010b, S. 232.

52 Vgl. Xing/Chalip 2006, S. 49.

53 Vgl. Hallmann 2010, S. 61.

54 Vgl. Xing/Chalip 2006, S. 53f.; Hallmann 2010, S. 61.

Details

Seiten
40
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656317753
ISBN (Buch)
9783656318507
Dateigröße
10 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v205186
Institution / Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,3
Schlagworte
FIFA Weltmeisterschaft 2006 FIFA WM Sportevent Imagewirkung Sportveranstaltung

Autor

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Titel: Imagewirkung von Sportveranstaltungen