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Probleme in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Südkorea

Hausarbeit 2012 14 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Sonstige Staaten

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau
1.3 Forschungsstand

2. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Südkorea
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Motive
2.3 Vergleich zu den Wirtschaftsbeziehungen Nordkoreas und Chinas

3. Probleme in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Südkorea

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturangabe

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Chinas rasanter Aufstieg als eine der führenden globalen Wirtschaftsmächte ist begleitet von einem rasanten Handelswachstum Chinas mit verschiedenen Märkten. Einer dieser Märkte ist das ehemals verfeindete Südkorea. Betrachtet man die jüngste Geschichte der beiden Staaten wird deutlich das die Beziehungen zwischen China und Südkorea noch immer kritisch sind. Grund dafür ist die heikle Situation bezüglich Nordkoreas, einem ehemals engen Verbündeten Chinas. Trotzdem haben sich zwischen China und Südkorea enge Wirtschaftsbeziehungen entwickelt. Doch welchen Charakter haben diese Wirtschaftsbeziehungen? Was prägt den Handel der beiden Länder und welche Probleme ergeben sich? Die Beantwortung dieser Fragestellung soll das Ziel der folgenden Hausarbeit sein.

1.2 Aufbau

Zum Vermitteln eines grundlegenden Verständnis der Thematik wird zunächst die historische Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Südkorea analysiert. Darauf folgt eine Charakterisierung der Motive und Ziele der beiden Staaten sowie ein allgemeiner Vergleich zu den Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Nordkorea. Auf diese einleitende Analyse der allgemeinen Situation folgt eine genaue Untersuchung der Probleme, die sich den beiden Staaten in den Wirtschaftsbeziehungen zueinander stellen. Als Literaturquelle für die oben genannten Themen dienen wissenschaftliche Aufsätze, Statistiken der jeweiligen Staaten sowie Artikel und Beiträge aus Zeitungen.

1.3 Forschungsstand

Die politische Diskussion um die Situation der koreanischen Halbinsel ist ein breit gefächertes und viel behandeltes Thema. Grund dafür sind internationale Interessen, welche mit der Politik in Korea behaftet sind. Besonders Interessen der USA spielen dabei eine große Rolle, folglich sind Fragen zur koreanischen Halbinsel ein viel diskutiertes Thema. Zu nennen ist hierbei das Werk: „From deterrence to engagement, the U.S. defense committment to South Korea“, des Autors Terence Roehrig.[1] Betrachtet man nun konkret die Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Südkorea dann gibt es zu diesen eine große Zahl von wissenschaftlichen Aufsätzen und Veröffentlichungen. „Trade, Investment and Economic Integration of South Korea and China“[2] ein Aufsatz von den koreanischen Politikwissenschaftlern Joon-Kyung Kim, Yangseon Kim und Chung H. Lee vermittelt eine gute Übersicht über die Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Südkorea. Die Beiträge „Sino-South Korean Trade Relations: From Boom to Recession“[3] von Zhou Shengqi, sowie „China-ROK Trade Disputes and Implications for Managing Security Concerns“[4] von Scott Snyder und See-Won Byun vermitteln einen guten Eindruck über die Probleme und Schwierigkeiten in den Wirtschaftsbeziehungen. In deutschsprachiger Literatur werden die Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Südkorea wenig behandelt, hier liegt der Fokus eher auf der allgemeinen Situation bezüglich der politischen Lage Nordkoreas und deren Wirkung auf die Region.

2. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Südkorea

2.1 Historische Entwicklung und aktuelle Situation

Während der Zeit des Kalten Krieges gab es zwischen China und Südkorea keine offiziellen Beziehungen. Demzufolge gab es auch keinen offiziellen Handel oder anderweitige Wirtschaftsbeziehungen. Allerdings gab es ab 1983 ersten diplomatischen Kontakt. 1992 wurden zwischen China und Südkorea erstmals offizielle diplomatische Beziehungen etabliert.[5] Dies hatte zur Folge das sich die Wirtschaftsbeziehungen der beiden Länder in den Folgejahren extrem verbesserten. Von 1992 bis 1997 verfünffachte sich das Handelsvolumen.[6] Wichtig ist dabei auch dass sich das Handelsvolumen von China und Südkorea schneller steigerte als das Handelsvolumen von China und anderen Märkten. Das rapide Handelswachstum ist also nicht nur auf das Wirtschaftswachstum Chinas zurückzuführen, sondern auf verbesserte Wirtschaftsbeziehungen und eine wachsende Bedeutung Südkoreas für China. Auch spielten koreanische Investitionen eine große Rolle für die chinesische Wirtschaft und deren rapide Entwicklung zu einem global führenden Markt.[7] Weitere Gründe für die schnelle Entwicklung der chinesisch-koreanischen Wirtschaftsbeziehungen sind die geografische Nähe, Ähnlichkeiten der chinesischen und koreanischen Gesellschaften sowie größer werdende persönliche Kontakte zwischen Südkoreanern und Chinesen. Ein weiterer begünstigender Faktor waren die damaligen Unterschiede bezüglich des Entwicklungsstatus in der chinesischen und koreanischen Wirtschaft. Während Korea Technologie, Wissen und finanzielle Investitionen lieferte, sorgte China für billige Arbeitskräfte und bedeutende Rohstoffe wie Metalle und Erden. Im Verlaufe der Jahre wurde China für Südkorea zu einem immer wichtigeren Handelspartner. Bereits 2003 ersetzte China die USA als Südkoreas wichtigster Handelspartner.[8] Auffallend ist dabei aber dass Chinas Exporte nach Südkorea langsamer wachsen als Chinas Importe aus Südkorea. Aber auch für China ist Südkorea ein wichtiger Handelspartner. Nach der USA, der EU, Hong Kong und den ASEAN Staaten ist Südkorea Chinas sechst größter Exportmarkt.[9] Noch wichtiger ist Südkorea allerdings für Chinas Importe, so ist Südkorea Chinas viert größte Quelle von Importen hinter Japan, der EU und den ASEAN Staaten. 2008 erreichte das Handelsvolumen zwischen China und Südkorea 186 Milliarden US-Dollar, 1992 betrug es im Vergleich dazu gerade mal 5 Milliarden US-Dollar, was ein durchschnittliches jährliches Wachstum von ca. 30 Prozent bedeutet.[10]

2.2 Motive

China und Südkorea haben ihre Wirtschaftsbeziehungen aus verschiedenen Gründen verbessert. Zum einen besteht auf beiden Seiten das Bedürfnis möglichst vielfältige Alternativen in der Außenpolitik zu haben und zum anderen gibt es auf beiden Seiten ein starkes Interesse an der Verbesserung der wirtschaftlichen Profite und der Maximierung der wirtschaftlichen Effizienz.[11] Da beide Länder aus diesem Grund ein Interesse an einem möglichst schnell wachsenden Handelsvolumen haben ist es wenig verwunderlich das Südkorea mehr in China investiert als in irgendein anderes Land. Diese Investitionen beziehen sich hauptsächlich auf kleine Unternehmen in den Grenzgebieten Chinas (Shantung, Tianjin and Liaoning. Burgeoning) zur koreanischen Halbinsel.[12] Ein weiterer Aspekt ist aber das Südkorea in engeren Beziehungen zu China eine Chance sieht, eine gewisse Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel zu erreichen. Südkorea sieht die verbesserten Beziehungen zu China als einen „indirekten Informations- und Kommunikationskanal bezüglich der nordkoreanischen Führung.“.[13] Auf der chinesischen Seite werden verbesserte Beziehungen zu China politisch hauptsächlich als Chance gesehen den chinesischen Einfluss auf der koreanischen Halbinsel zu erhöhen. Dieser Einfluss ist hauptsächlich darauf zurückzuführen den Einfluss bzw. die Beliebtheit der USA in Korea zu begrenzen.[14] Dieses Ziel ist allerdings wage und langfristig. Wichtiger ist es für China und Südkorea eine Partnerschaft aufzubauen, die es beiden Ländern ermöglicht, mit möglichen Krisen, die sich aus der Instabilität des nordkoreanischen Regimes ergeben können, leichter umzugehen. Die Beziehungen zwischen China und Südkorea stellen für Südkorea allerdings noch eine weitere Chance dar. Da Südkorea durch die Verbesserten Beziehungen zu China mehr Optionen in der Außenpolitik hat, kann Südkorea in den traditionell wichtigen Beziehungen zu den USA eigenständiger und fordernder agieren.[15]

[...]


[1] Roehrig, Terrence: From deterrence to engagement: the U.S. defense committment to South Korea, Lanham 2007.

[2] Kim, Joon-Kyung u.a.: Trade, Investment and Economic Integration of South Korea and China, in: http://faculty.washington.edu/karyiu/confer/seoul06/papers/kim-kim-lee.pdf am 07.07.2012.

[3] Shengqi, Zhou: Sino-South Korean Trade Relations: From Boom to Recession, in: http://www.eai.nus.edu.sg/BB508.pdf am: 07.07.2012.

[4] Snyder, Scott/ Byun, See-Won: China-ROK Trade Disputes and Implications for Managing Security Concerns, in: http://www.keia.org/sites/default/files/publications/APS-Snyder-2010.pdf am 07.07.2012.

[5] Kristof, Nicholas D.: Chinese and South Koreans Formally Establish Relations, in: http://www.nytimes.com/1992/08/24/world/chinese-and-south-koreans-formally-establish-relations.html am 26.07.2012.

[6] Vgl. Shengqi, Zhou: Sino-South Korean Trade Relations: From Boom to Recession, in: http://www.eai.nus.edu.sg/BB508.pdf am: 07.07.2012.

[7] Vgl. Debaere, Peter u.a.: Agglomeration, backward and forward linkages: evidence from South Korean investment in China, in: http://faculty.smu.edu/Millimet/classes/eco6375/papers/debaere%20et%20al.pdf am 07.07.2012.

[8] Vgl. Shengqi, Zhou: Sino-South Korean Trade Relations: From Boom to Recession, in: http://www.eai.nus.edu.sg/BB508.pdf am: 07.07.2012.

[9] Vgl. Ebd.

[10] Vgl. Ebd.

[11] Vgl. Sutter, Robert G.: Korea: Improved South Korean-Chinese Relations. Motives And Implications, in: http://www.policyarchive.org/handle/10207/bitstreams/433.pdf am 07.07.2012.

[12] Vgl. Ebd.

[13] Ebd.

[14] Vgl. Ebd.

[15] Vgl. Ebd.

Details

Seiten
14
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656330271
ISBN (Buch)
9783656330493
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v205493
Institution / Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
2,7
Schlagworte
probleme wirtschaftsbeziehungen china südkorea

Autor

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Titel: Probleme in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Südkorea