Lade Inhalt...

Systemisches Arbeiten in der Schule: Chancen und Grenzen für die Konfliktbewältigung im Klassenzimmer

Diplomarbeit 2003 104 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Fragestellungen der Arbeit
1.1 Disziplinstörungen in der Schule
1.2 Inhalt und Aufbau der Arbeit

2. Grundlagen der systemischen Familientherapie
2.1 Systemtheoretische Aspekte der Familientherapie
2.1.1 Was ist ein System?
2.1.2 Die Entwicklung der Systemtheorie
2.1.3 Systemtheoretische Begriffe
2.1.4 Das systemische- konstruktivistische Denken und Sehen
2.2 Basiskonzepte der Familientherapie
2.2.1 Das psychoanalytische Konzept
2.2.2 Das interaktionelle Konzept
2.2.3 Das strukturelle Konzept
2.3 Das system-phänomenologische Familienkonzept

3. Systembeschreibung und Systemanalyse
3.1 Die Familie als soziales System
3.2 Soziale Systeme und ihre Umwelt
3.3 Beziehungen im sozialen System
3.3.1 Interaktion
3.3.2 Kommunikation
3.3.3 Strukturen
3.4 Systemische Handlungsrichtlinien
3.4.1 Hypothesenbildung
3.4.2 Zirkularität
3.4.3 Ressourcen- und Lösungsorientierung

4 . Systemtherapeutische Praxis
4.1 Das Problemverhalten vor dem familiären Hintergrund
4.2 Informationen und Hypothesen
4.2.1 Telefonerstgespräch, Anmeldebögen und Akten
4.2.2 Genogramme
4.2.3 Systemzeichnungen
4.2.4 Zuweisungskontext
4.3 Systemische Fragen
4.3.1 Zirkuläres Fragen
4.3.2 Anfangs- und Abschlussfragen
4.4 Metaphorische Techniken
4.4.1 Familienskulptur
4.4.2 Das Familienbrett
4.4.3 Familienstellen
4.5 Interventionen und Kommentare
4.5.1 Positive Konnotation
4.5.2 Umdeutung - Refraiming
4.5.3 Splitting Methode und Reflektierendes Team
4.5.4 Schlussintervention
4.6 Behandlungstechniken für Kinder

5. Möglichkeiten des systemischen Arbeitens in der Schule
5.1. Unterstützung der Schule im familiären Therapieprozess
5.1.1. Kontaktaufnahme des Therapeuten mit dem System Schule
5.1.2 Diagnostik und Unterrichtsbeobachtung
5.2 Systemische Supervision für Lehrer
5.3 Klassische Familientherapie in der Schulklasse
5.4 Das Landshuter Schulentwicklungsprojekt
5.4.1 Intension und Ziele
5.4.2 Struktur des Projekts
5.4.3 Hintergründe: Schule und das Thema „Gewalt“
5.4.4 Methoden
5.4.5 Evaluation und Ausblick
5.4.6 Das Projekt als Beitrag zur Schulentwicklung

6. Grenzen der Familientherapie in schulischen Konflikten
6.1 Familie entzieht sich dem Therapieprozess
6.2 Stationäre systemische Familientherapie
6.3 Schulische Überforderung
6.4 Defizit im Lern- und Arbeitsverhalten
6.5 Pädagogisches Ungeschick des Lehrers

7. Zusammenfassung und Schlussbemerkung

8. Literaturverzeichnis

9. Anhänge
9.1 Reaktionsmuster nach V. Satir.
9.2 Fragebogen an Lehrer
9.3 Ergebnisse der 1. Lehrerbefragung
9.4 Ergebnisse der 2. Lehrerbefragung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Problemschüler in seinem sozialen Netzwerk

Abbildung 2: Rückkopplungskreislauf zwischen zwei Personen

Abbildung 3: Die vier Bedeutungsbereiche einer Botschaft

Abbildung 4: Die Matrix der Identität nach Minuchin

Abbildung 5: Familienlebenszyklus

Abbildung 6: Das Stockwerkmodell von Hennig und Knödler

Abbildung 7: Symbolsprache des Genogramms

Abbildung 8: Das Genogramm der Familie Beierle

Abbildung 9: Symbole für Systemzeichnung

Abbildung 10: Subsysteme innerhalb des Gesamtsystems Schule

Abbildung 11: Projektverlauf

Abbildung 12: Das Modell der Affektlogik nach Hirmer

1. Fragestellungen der Arbeit

Diskussionen über die Schwierigkeiten, die sich ergeben, wenn Schüler und Schülerinnen übliche Regeln des Umgangs verletzen, den Unterricht stören oder sich Mitschülern bzw. Lehrern gegenüber unangemessen verhalten, sind so alt wie die Schule selbst. Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer empfinden den Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern als schwierig und belastend. Es wird beklagt, dass Schüler unsozial und ego-istisch seien. Man benötigt mehr Zeit, um sie zu den Verhaltensweisen zu bewegen, die für einen normalen Unterrichtsverlauf unerlässlich sind. Darüber hinaus sind Lehrer und öffentliche Meinung der Ansicht, Konflikte würden heute härter und rücksichtsloser ausgetragen als früher.1

Die Situation im Klassenzimmer hat sich im Verlauf der letzten Jahre offenbar drastisch verändert. Die Lebensbedingungen heutiger Schülern verändern sich rasant und spiegeln sich auch in deren schulischen Verhaltensweisen. Auffälliges Verhalten kann nicht ausschließlich den Kindern zum Vorwurf gemacht werden. Denn es ist oft Ausdruck von Problemen, die sie aus dem häuslichen Bereich in die Schule hineintragen. Viele Schüler sind introvertiert oder aggressiv, weil sie sich mit Problemen auseinandersetzen, die eigentlich ihre Eltern lösen müssten2.

Bei einer Scheidungsrate von 50 Prozent in Großstädten ist es natürlich, dass viele Schulkinder lang andauernde Konfliktsituationen und Trennungen durchstehen müssen. Innere Turbulenzen werden in der Schule und anderen sozialen Situationen ausgelebt. Das Verhalten vieler Kinder verweist auf eine große Beziehungsunsicherheit.3 Ein Schüler ist in diesem Verständnis nach kein isoliertes Individuum, sondern in ein System von sozialen Beziehungen eingebettet, das sein Verhalten beeinflusst. Ein Problemschüler wird somit von seinem sozialen Netzwerk geprägt. Die Familie und die Schule sind dabei die beiden Hauptbezugssysteme. Wiederum beeinflusst er durch sein Verhalten die anderen Mitglieder seines Bezugssystems (Familie, Schulklasse).4 Die systemische Sichtweise ist, die individuellen Störungen unter dem Aspekt des an der Störung beteiligten System zu betrachten. In diesem Kontext spricht man von systemischer Familientherapie bzw. wenn ein weiteres soziales Umfeld betrachtet wird, von Systemtherapie. Nach diesem Ansatz werden Disziplinstörungen bzw.

Verhaltensauffälligkeiten von Schülern in ihrem familiären Kontext betrachtet. Doch welche Verhaltensauffälligkeiten weisen Schüler überhaupt auf?

1.1 Disziplinstörungen in der Schule

Zunächst ist der Unterschied zwischen Verhaltensstörungen und alltäglichen Disziplinkonflikten zu klären. Unter Verhaltensstörungen werden üblicherweise schwerwiegende Beeinträchtigungen in der psychischen Regulation von Kindern und Jugendlichen verstanden. Dagegen werden unter der Bezeichnung „Disziplinkonflikte“ auch kleinere, alltägliche Störungen mit einbezogen, die zwischen den an Unterricht und schulischen Leben Beteiligten im Umgang mit den impliziten oder expliziten Normen und Regeln entstehen, die für einen ungestörten Verlauf von Unterricht bzw. ein reibungsloses Zusammenleben im schulischen Alltag vorausgesetzt werden.5

Untersuchungen im deutschen Sprachraum ergaben, dass circa 13% der Kinder eines Jahrgangs Verhaltensstörungen aufweisen. In diese Zahl zur Verbreitung von psychischen Störungen gehen auch kleinere Auffälligkeiten mit ein. Die Zahl therapiebedürftiger Kinder und Jugendlicher ist daher kleiner als die Gesamtzahl der „Verhaltensgestörten“ und liegt bei 50% aller auffälligen Kinder und Jugendlichen. Dies entspricht 5% der minderjährigen Bevölkerung Deutschlands. Bei weiteren 5% besteht Beratungsbedarf zur Abklärung der Symptomatik.6

Als Problemkinder bzw. Problemschüler werden Kinder und Jugendliche bezeichnet, die Symptome in einem eng umschriebenen Problembereich aufweisen. Diese sind nach Jürgens Folgende:

- Hyperkinetische Störungen: beeinträchtigte Aufmerksamkeit und Überaktivität, Ablenkbarkeit, exzessive Ruhelosigkeit, Redseligkeit, Lärmen und Zappeln.

- Störungen des Sozialverhaltens: wiederholtes und andauerndes Muster dissozialen aggressiven oder aufsässige Verhaltens, extremes Maß an Streiten, Grausamkeit gegenüber anderen Menschen oder Tieren, erhebliche Destruktivität gegenüber Eigentum, Stehlen, Lügen, schwere Wutausbrüche, Ungehorsam.
- Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen: Kombination von aggressiven, dissozialen und aufsässigen Verhalten mit Depressionen, Angst etc..
- Emotionale Störungen des Kindesalters: extreme Angst, Unglücklichsein, Verstimmungszustände, übermäßige Angst vor Trennung von Eltern und anderen Familienmitgliedern, Phobien, extreme Geschwisterrivalität
- Störungen sozialer Funktionen: reaktive Bindungsstörungen, Rückzugreaktionen, Mangel an emotionaler Ansprechbarkeit, Schwierigkeiten beim Aufbau enger emotionaler Beziehungen.7

Diese Symptome können bei Schülern mehr oder weniger stark auftreten und den gesamten Unterrichtsverlauf bestimmen bzw. zu Schulproblemen führen. Die systemische Familientherapie in ihrer Anwendung diesen Problemen darzustellen, hat sich die Autorin in der vorliegenden Arbeit zur Aufgabe gemacht. Die Arbeit ist folgendermaßen strukturiert.

1.2 Inhalt und Aufbau der Arbeit

In der vorliegenden Diplomarbeit mit dem Titel: „Systemisches Arbeiten in der Schule: Chancen und Grenzen für die Konfliktbewältigung im Klassenzimmer“ werden Schulprobleme eines Kindes in Abhängigkeit von dem in der Familie bestehenden Beziehungssystem betrachtet. Die Arbeit beschäftigt sich jedoch nicht ausschließlich mit dem System „Familie“, sondern wendet sich auch dem System „Schule“ zu. Es werden systemische Sichtweisen und Interventionen vorgestellt, die in beiden Systemen Anwendung finden.

Die Idee, dass Probleme in engem Zusammenhang mit den Beziehungen in Familien stehen, erweist sich als ein interessanter Ansatz im Bereich einer beraterischen oder therapeutischen Tätigkeit. Um die Hintergründe der systemischen Herangehensweise zu klären, erscheint es im ersten Teil dieser Arbeit sinnvoll einige Basiskonzepte der systemischen Familientherapie und die Grundlagen der Systemtheorie vorzustellen. Eine der systemischen Sichtweisen ist es, die Familie als ein soziales System zu betrachten. Zur Vertiefung dieser Sichtweise werden einzelnen Konzept zur Analyse und Beschreibung von sozialen Systemen vorgestellt. Da sich das soziale System

Familie aus Menschen, die in Beziehung zueinander stehen, zusammensetzt, werden in diesem Kapitel die Interaktion, die Kommunikation und die Strukturen einer Beziehung besonders hervorgehoben.

Daran anschließen werden im vierten Kapitel Ausführungen über Grundannahmen und Haltungen systemtherapeutischer Arbeit angeführt. Ebenso werden zur Verdeutlichung systemtherapeutischen Vorgehens an dieser Stelle allgemeine und spezielle Techniken bzw. Methoden therapeutischer Arbeit vorgestellt.

Im fünften Kapitel wird dann der Schwerpunkt auf das System Schule gelegt. Es soll gezeigt werden, wie die Schule den familiären Therapieprozess unterstützen kann und wie die systemische Denkweise in die Schule integrierbar ist. Besonderer Schwerpunkt in diesem Kapitel wird die Vorstellung des Schulentwicklungsprojektes „Wir gehen gut miteinander um“ sein, an dessen Planung und Durchführung die Autorin beteiligt ist. Es wird verdeutlicht, dass zum systemische Arbeiten in der Schule der Aufbau einer Systemstruktur unbedingt notwendig ist, um negative Verhaltensweisen bei Schülern zu reduzieren. Darüber hinaus werden in diesem Kapitel die Grenzen der Familientherapie bzw. systemischen Arbeitens in der Schule dargelegt.

2. Grundlagen der systemischen Familientherapie

Die Familientherapie entwickelte sich in den letzten 25 Jahren zu einer wissenschaftlichen und psychotherapeutischen Methode mit einer Vielfalt von theoretischen Konzepten, die kaum noch überblickbar ist. Eine Fülle von Literatur sowohl im angelsächsischen als auch im deutschen Sprachraum bezeugt das große Interesse auf diesem Gebiet.

Ausgehend von der Annahme, dass Familientherapie eine neue Sichtweise menschlicher Probleme darstellt, wird im allgemeinen von einem neuen Paradigma gesprochen, in dessen Vordergrund die Auffassung von der Bezogenheit des Menschen steht. Das Augenmerk richtet sich nicht auf das Individuum, sondern auf die Wechselwirkungen zwischen den Individuen in der Familie. Die Familie als Ganzes wird als Patient behandelt, weil hier von der Erkenntnis ausgegangen wird, dass die engste Umwelt mit ihren Beziehungsnetz zur Entstehung von Konflikten und Erkrankungen beiträgt.8 Diese Zusammenhänge haben ihren Ursprung in der Systemtheorie, deren Grundannahmen im Weiteren erläutert werden.

2.1 Systemtheoretische Aspekte der Familientherapie

2.1.1 Was ist ein System?

Wenn wir von der Familie oder Schule als „System“ sprechen, stellt sich zuerst die Frage, wie ein System definiert werden kann. Matura, ein chilenischer Wissenschaftler, hat diese Frage ausführlich beantwortet. Er unterscheidet zwischen einfachen und komplexen Einheiten9.

„Ein Auto zum Beispiel, das wir als Vehikel mit eigenem Antrieb sehen, ist eine einfache Einheit. Als zusammengesetzte Einheit betrachten wir es, wenn wir die Komponenten und deren Vernetzung spezifizieren. Da erscheint das Auto als ein Vehikel, das aus Karosserie, Motor, Rädern usw. Besteht; die Zusammensetzung prägt seine Eigenschaften als Ganzes: Beschleunigung, Wendigkeit usw.“10

Zusammengesetzte Einheiten heißen Systeme. Jedes System weist zwei Komponenten auf: eine Organisation, damit ist das Verhältnis zwischen zwei Elementen gemeint, die dazugehören, und eine Struktur, das ist die räumliche Ausgestaltung dieser zusammen wirkenden Einheiten.11

Man unterscheidet zwischen lebenden und nicht lebenden Systemen. Die Struktur von Lebewesen kann sich mit der Zeit ändern. Dabei muss jedoch ihre Organisation in gewissen Grenzen gehalten werden, um weiterzuleben. Bei Störungen und Verletzungen können sich lebende Systeme nicht nur selbst regenerieren, sondern auch ein neues Gleichgewicht finden, das die Organisation aufrechterhält. Da die Fortentwicklung aller Lebewesen durch eine Veränderung der Struktur vor sich geht, besteht in jedem Lebewesen auch eine Ambivalenz gegenüber erhofften und abzuwehrenden Einwirkungen. Es ist oft nicht voraussehbar, wie das System eine Außeneinwirkung verarbeiten wird. Dies spielt vor allem bei der Betrachtung von Familien eine große Rolle.12

Doch bevor dem System Familie nähere Beachtung geschenkt wird, soll zunächst die Herkunft der systemischen Sichtweise, die Entwicklung der Systemtheorie weiter beschrieben werden.

2.1.2 Die Entwicklung der Systemtheorie

Als Begründer der Systemtheorie gilt heute der österreichische Biologe Bertalanffy.13 Von ihm wurden bereits 1928 die ersten Ansätze systemischen Denkens formuliert und bis in die 1940er Jahre zu einer sogenannten Allgemeinen Systemtheorie weiterentwickelt.14 Die grundlegende Idee der Theorie ist, dass Gesetzmäßigkeiten in verschiedenen Wissensgebieten zu finden sind. Wenn man ihre Strukturen beobachtet, stellt man fest, dass sich diese Strukturen gleichen. Mittels einer solchen Sichtweise ist es möglich, atomare, molekulare, zellulare, organismische, persönliche, soziale und gesellschaftliche Phänomene als System zu betrachten, deren Charakteristika sich auf jede Organisationsstufe herausarbeiten lassen. Somit ist die Systemtheorie eine Metatheorie, entwickelt mit dem Ziel der Integration der verschiedenen Wissensgebiete.

Nach Ritscher (2002) eignet sich die Systemtheorie gut systemische Modelle bzw.

Familien zu beschreiben, weil die sich von Anfang an quer zur klassischen Einteilung der Wissenschaften in Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften entwickelt und statt deren Unterschiedlichkeit den gemeinsamen erkenntnistheoretischen Rahmen betont.16 Böse und Schiepeck (2000) weisen jedoch darauf hin, dass die Systemtheorie bis heute weit davon entfernt ist, eine einheitliche Wissenschaft mit klar abgegrenzten Begrifflichkeiten zu sein. Als einer der Gründe dafür sehen sie, dass sich das systemische Denken „relativ unabhängig aus den unterschiedlichen Gebieten, wie der Biologie, Physik, Chemie, Ökologie, Planwirtschaft, Soziologie, Philosophie u.a. Heraus entwickelt hat“17

Neben der allgemeinen Systemtheorie von Bertalanffy existieren dementsprechend weitere Wurzeln systemischen Denkens. Dazu gehören unter anderem die Kybernetik, die der Systemtheorie als Steuerungslehre technische Systeme nach den zweiten Weltkrieg zum Durchbruch verhalf.18 Im Bereich der Sozialwissenschaften sind Lewins Feldtheorie, die Gestaltpsychologie und Parsons frühe Ansätze in der Theorie sozialer Systeme als Versuch zu sehen, die in die Richtung einer Systemtheorie gingen.19

2.1.3 Systemtheoretische Begriffe

Im Folgenden werden nun die wichtigsten systemische Begriffe erläutert, die für die Entwicklung der Familientherapie bedeutsam waren. Dazu gehören die Kybernetik, die Homöostase, die Synergetik und die Autopoiese.

2.1.3.1 Kybernetik

Der Begriff der Kybernetik geht auf den Mathematiker Wiener zurück, welcher damit, unabhängig ob auf Mensch oder Maschine bezogen, „das gesamte Gebiet der Kontroll- und Kommunikationstheorie“ meint20. Ebenso wie der allgemeinen Systemtheorie, liegt auch der Kybernetik die Annahme zugrunde, dass komplexe Strukturen, wie Maschinen, Organismen und soziale Gebilde, den gleichen Prinzipen folgen.21 Die Kybernetik legt dabei ihr Augenmerk auf die wissenschaftliche Untersuchung systemischer Prozesse der verschiedensten Art, um objektive Aussagen über Systeme und ihr Verhalten zu treffen.22

Als wesentlicher Bestandteil eines kybernetischen Systems wird der sogenannte Regelkreis betrachtet. Der Regelkreis besteht im Grunde aus nur zwei Elementen, der zu regelnden Größe (Regelgröße) und dem Regler, der diese misst und verändern kann. Ist die Regelgröße durch einen inneren oder äußeren Störfaktor verändert, gibt der Regler eine entsprechende Anweisung an ein Stellglied weiter, welches die Störung durch Zu- und Abfuhr entsprechender Austauchgrößen ausgleicht. Durch seine stabilisierende Dynamik schafft er die Grundlage für das selbstorganisierende Verhalten von Systemen. Dadurch, dass Systeme mit sich selbst und ihrer Umwelt rückgekoppelt sind, sind sie in der Lage interne und externe Störungen zu erkennen und auszugleichen. Dies versetzt sie in die Lage ihre Stabilität zu bewahren.23 Neben der Eigenschaft ihre Stabilität zu bewahren, tritt in bestimmten Systemen auch das Phänomen auf, durch ein verstärkendes, positives Feedback, eine ursprünglich geringfügige Abweichung von Regelgrößen so zu verstärken, „daß ein überproportional starker Veränderungsprozess des Systems eingeleitet wird“24.

In der Familientherapie wurde das Konzept der Kybernetik schon früh aufgenommen. Aus familientherapeutischer Sicht beruht die menschliche Interaktion auf Rückkopplungen zwischen den Individuen. Unter Rückkopplung wird in der Kybernetik die zirkuläre Verknüpfung mehrerer Ereignisse verstanden.

„Eine Kausalkette, in der Ereignis a Ereignis b bewirkt, b dann c verursacht und c andererseits d usw., würde die Eigenschaft eines deterministischen, linearen Systems haben. Wenn aber a auf a zurückwirkt, so ist das System zirkulär und funktioniert auf eine völlig andere Weise“.25

Heute unterscheidet man zwischen einer Kybernetik erster und zweiter Ordnung. Die Entwicklungsphase der Systemtheorie zwischen 1950 und 1980 wird als Kybernetik erster Ordnung bezeichnen. Darunter verstehen Schlippe und Schweitzer:

„Aussagen darüber zu haben, wie ein System wirklich ist: es hat Grenzen, Regeln, Subsysteme, Koalitionen usw.26.“

Diese Sichtweise wird kritisch gesehen, da sie ein Denken in Begriffen von Kontrolle, Steuerung und Regelung implizieren. Bei der Kybernetik zweiter Ordnung werden die Prinzipien der Kybernetik auf sich selbst bezogen. Es geht um die „Landkarte“, um die Fragen, wie menschliches Erkenntnis kybernetisch organisiert ist. In der Kybernetik zweiter Ordnung müssen die Beobachter und seine Erkenntnismöglichkeiten als Teil des Kontextes, den er beobachtet, mitkonzeptualvisiert werden.27

2.1.3.2 Homöostase

Das Homöostasekonzept der Systemtheorie befasst sich mit den Bedingungen des Gleichgewichts. Cannon, ein Hirnphysiologe, schuf den Begriff der „Homöostase“28. Damit ist der Prozess der Selbstregulierung gemeint, „der es Organismen erlaubt, einen Zustand des dynamischen Gleichgewichts zu erhalten, wobei ihre Variablen innerhalb gewisser Toleranzgrenzen schwanken“29.

Ein homostatisches System lässt sich daher als ein System definieren, das in der Lage ist bestimmte Sollwerte in einer bestimmten Bandbreit zu halten. Aus systemtheoretischer Sicht bedeutet dies, es gibt Systeme, die in der Lage sind gewisse Umweltveränderungen auszugleichen, ohne ihre eigene Struktur zu verändern.30 Homöostase wir durch negatives Feedback sichergestellt. Eine Abweichung vom Gleichgewichtszustand wird wahrgenommen und löst eine regulierende Handlung aus, die den Parameter auf seinen alten Zustand zurückführt. Beispielsweise füllen wir den Tank des Autos neu auf, wenn die Tankanzeige absinkt.31

Positives Feedback würde hingegen bedeuten, auf die Rückmeldung einer Abweichung vom Sollzustand folgen Handlungen, die das System noch weiter vom Gleichgewichtszustand weg in Richtung Eskalation führen: Der Vater schlägt das Kind, das Kind schlägt zurück, daraufhin schlägt der Vater noch massiver zu usw.32

Die Voraussetzung des Homöostasekonzept ist ein Sollzustand im System, der beständig angestrebt wird. Im besten Fall ist der Istzustand eines Systems identisch mit dem Sollzustand. In der Regel ist jedoch davon auszugehen, dass er sich unterhalb des Sollzustandes befindet. Die Homöostase wird durch die Existenz eines negativen Feedbacks sichergestellt.33

Der Begriff der Familienhomöostase wurde von Jackson eingeführt. Nach Jackson hat eine Besserung eines Patienten oft drastische Auswirkungen auf die Familie. Nicht selten reagieren Familienmitglieder auf die Genesung des psychiatrischen Familienmitgliedes mit ähnlichem symptomatischen Verhalten.34

Nach Schlippe und Schweitzer führt dieses Konzept aus systemischer Sicht zu zwei Problemen. Zum einen wird der Therapeut verführt, den Sollzustand von außen zu definieren, zum anderen fehlt darin die Möglichkeit, dass sich ein System selbst in einen unvorhergesehen, kreativen Zustand versetzen kann. Ebenso führt dies leicht dazu, Systemen die Möglichkeit abzusprechen, sich in ihren Strukturen zu verändern, um sich veränderten Umweltbedingungen anzupassen.

2.1.3.3 Synergetik

Die Synergetik ist ein interdisziplinärer Ansatz des Physikers Haken35. Die Anwendungsfelder liegen in der Physik, der Chemie, der Biologie, der Wirtschaftstheorie und den Sozialwissenschaften. Die Überlegung Hakens basiert auf den grundlegenden Fragen nach der Entstehung von spontan geordneten Strukturen in offenen Systemen und ob, unabhängig von der Natur der jeweiligen Elemente, allgemeingültige Prinzipen dieser Selbstorganisation existieren

„...die spontane Entstehung geordneter Strukturen in offenen Systemen (ist) kein Einzelfall, sondern ist in Natur und Technik weit verbreitet. Dies führt mich ... dazu, ein interdisziplinäres Forschungsgebiet zu gründen, das ich Synergetik nannte und das sich als erstes der systematischen Behandlung derartiger Übergänge von mikroskopischen Chaos zu makroskopischer Ordnung widmet.“36

Nach Simon lässt sich ein homöostatisches System als ein System definieren, das in der Lage ist, bestimmte Sollwerte in einer bestimmten Bandbreite zu halten.37 Aus systemtheoretischer Sicht bedeutet dies, wie auch bei dem Konzept der Morphostase, dass es Systeme gibt, die in der Lage sind, gewisse Umweltveränderungen auszugleichen, ohne ihre eigene Struktur zu verändern.

Bedeutsam für die Synergetik sind die sogenannten „Ordner“. Dies sind bestimmte Strukturen, die zwar ihrerseits durch die Elemente erzeugt werden, die aber andererseits diese wieder „versklaven“, indem sie dem Verhalten der Elemente ihre Ordnung aufzwingen. Dabei ist es bezeichnend, dass es eben die Langlebigkeit, nur langsamer veränderlichen Größen sind, die die kurzlebigen, schnell veränderlichen Größen „versklaven“38. Als Beispiel für einen Ordner nennen Schlippe und Schweitzer “die Sprache, die als <langlebige Größe> jeden, der sich ihrer bedient, ihre Gesetzmäßigkeiten aufzwingt“39

Auf die Familientherapie übertragen bedeutet dies, wenn z.B. ein Gespräch (Umweltbedingungen) mit einer Familie (System) geführt wird, kann das Familiensystem in einen neuen Zustand geraten, es kann Streit oder Frieden geben. Dieser neue Zustand ist jedoch durch die Gesprächsführung (Randbedingungen) nicht unbedingt bestimmbar, da die Zusammenhänge zwischen der Veränderung der Umweltbedingungen und der des Systems als nicht-linear betrachtet werden. Auch kleine Veränderungen können große Folgen haben und umgekehrt.40

Für die Therapie bedeutet das, die chaotischen Prozesse nutzen zu lernen, um dem System zu helfen, von einem als unbefriedigend erlebten Ordnungszustand in einen anderen überzugehen.41

2.1.3.4 Autopoiese

Anfang der 1970er Jahre wurde von den chilenischen Neurophysiologen Maturana und Varela Konzepte zur Erklärung der Besonderheiten lebender (biologischer) Systeme, wie Zellen oder Organismen, entwickelt.42

Der Kernbegriff der Theorie ist Autopoiese43. Bei allen Lebewesen sind deren

Komponenten zu einer autopoietischen, also sich selbst erzeugenden Organisation verknüpft.44

Schlippe und Schweitzer charakterisieren autopoietische Systeme folgendermaßen:

- „Sie sind strukturell determiniert, das heißt die jeweils aktuelle Struktur determiniert, in welchen Grenzen sich ein Lebewesen verändern kann, ohne seine autopoietische Organisation zu verlieren, also zu sterben.
- Sie haben keinen anderen Zweck, als sich selbst zu reproduzieren. Alle anderen Behauptungen über ihrer Sinn werden durch Beobachter an sie herangetragen.
- Sie sind operationell geschlossen, das heißt sie können nur mit ihren Eigenzuständen operieren und nicht mit systemfremden Komponenten. Operationelle Geschlossenheit meint etwas ganz anderes als informationelle Geschlossenheit. Lebende Systeme können sehr wohl Umweltinformationen aufnehmen (>hören, verarbeiten<). Aber sie sind nicht unbegrenzt beeinflussbar, formbar, instruierbar durch diese. Die Außenwelt wird nur soweit zu relevanten Umwelt (und von dort kommende Informationen werden nur soweit zu relevanten Informationen), wie sie im System Eigenstände anzustoßen vermag.45

Obwohl das Konzept der Autopoiese nach der Ansicht Maturanas und Varela in erster Linie auf Zellen und biologische Organismen angewendet werden kann, erfreut es sich doch starker Interesse in den Sozialwissenschaften und der Familientherapie46. Insbesondere der Soziologe Niklas Luhmann baut seine Theorie sozialer Systeme auf dem Autopoiesekonzept auf. Dabei definiert er nicht die Individuen als die autopoietisch erzeugende Elemente einer sozialen Systems, sondern die Kommunikation.47

Diese Übersicht macht deutlich, in welch komplexen Traditionsprozessen wir sind, wenn wir heute den Begriff des Systems verwenden. Nach Ritscher ist diese Erkenntnis von großer Bedeutung, um die vorgestellten systemischen Handlungswerkzeuge nicht als pure Technik zu missbrauchen, sondern den Mensch als Teil eines größeren Zusammenhangs zu sehen.48

2.1.4 Das systemische- konstruktivistische Denken und Sehen

Geht man von den oben beschriebenen systemtheoretischen Zusammenhängen aus, stellt sich die Frage wie der Mensch systemisch denken und sehen kann. Systemisches Denken und Sehen im Sinne des konstruktivistischen Denkansatzes wurde durch die Wissenschaftler Glasersfeld (1996), Foerster (1985) und Maturana (1987) beschreiben. Sie gehen davon aus, dass der Mensch als geschlossenes System mit seinem Gehirn nicht fähig ist, die Welt zu erkennen, etwa einen Stein, einen Baum, einen Menschen zu sehen, zu hören, zu riechen, zu tasten wie er ist. Die moderne Hirnforschung weist nach, dass bereits wenige Impulse aus der Welt, z.B. ein Photon, unser Gehirn in einen produktiven Zustand versetzen, sodass unser Gehirn etwas erschafft und in die Außenwelt projiziert, was wir dann Stein, Baum oder Mensch nennen. Da alle menschlichen Gehirne ähnlich arbeiten, ergibt sich daraus eine konsensuelle Wirklichkeit.49

Entsprechend dieser Erkenntnis können wir annehmen, dass das System Schule zum Beispiel aus Schulhaus, Rektor, Lehrern und Schülern. Eltern, Schulbehörde (Kulturministerium und Gesellschaft) besteht. Darüber hinaus nehmen wir die Schule auch als „...ein fließendes Netzwerk interagierender Ideen und damit verbundener Hoffnungen und Handlungen wahr“50 Die Wahrnehmung davon, wie die einzelnen Einheiten des Systems beschaffen sind, unterliegen einem ständigen Wandlungsprozess. Sie zwingen den Menschen, vertraute Vorstellungen von Stabilität, Ordnung und Kontrolle aufzugeben.51

Neben der systemisch- konstruktivistischen Sichtweise gibt es noch weitere, die das systemischen Handeln beeinflussen. Dabei sei ein besonderes Augenmerk auf die Zirkularität gelegt, die in den Kapiteln 4.1.2 und 4.2.2 noch näher beschrieben wird. Doch nun sollen zunächst die wichtigsten Basiskonzepte der Familientherapie vorgestellt werden.

2.2 Basiskonzepte der Familientherapie

Wer versucht, sich einen Überblick über die verschiedenen Methoden der Familientherapie zu verschaffen, der wird bald feststellen, dass es keinen einheitlichen Familientherapiebegriff gibt, sondern eine Vielfalt von Konzepten, die sich zum Teil ergänzen oder auch widersprechen. Bei aller Vorsicht, die solch einem Vorhaben zukommen, soll an dieser Stelle versucht werden, die verschiedenen Modelle systemischer Therapie in einem Schema zusammengefasst dar zu stellen.

In Anlehnung an Burgsmüller werden nun drei verschiedene Ansätze näher betrachtet. Burgsmüller unterscheidet zwischen dem psychoanalytischen Konzept, dem interaktionellen und dem strukturellen Konzept. In diesem Kapitel wird den Ansätzen, Ideen und Zielsetzungen der namhaften Vertreter besondere Beachtung geschenkt. Die theoretische Einbettung der Ansätze in die Begrifflichkeiten der Systemtheorie erfolgt dann im darauf folgenden Kapitel.52

2.2.1 Das psychoanalytische Konzept

In Deutschland veröffentlichte Richter, ein Psychoanalytiker, als einer der Ersten, Bücher über Familienbehandlung. In seinem 1976 erschienen Buch „Patient Familie“ reflektiert er zunächst über die Familie im sozialen Wandel und über deren spezifischen Probleme und Belastungen. Seiner Ansicht nach kann man dann von einer gesunden Familie sprechen, wenn sie innere als auch äußere Spannungen aushält. Seiner Meinung nach müssen bei Familienkonflikten stets sowohl persönliche als auch soziale Faktoren berücksichtigt werden.53

Ein weiterer Vertreter eines psychoanalytischen Konzeptes ist Stierlin54. Er beschäftigt sich vor allem mit psychoanalytischer Grundlagenforschung, Familientherapien sowie Ablösungsproblemen zwischen Adoleszenten und ihren Familien. Mit seinem Delegationsmodell versucht er Familienbeziehungen zu beschreiben und zu erklären. Bei seiner therapeutischen Arbeit konzentriert er sich auf die Aspekte des Trennungsprozesses zwischen den Generationen und erfasst damit die Familiendynamik. Er schreibt dazu folgendes:

„Unbewusste Treueverpflichtungen machen die Kinder zu loyalitätsgebundenen Delegierten der Eltern; es ist vielleicht das wichtigste Element in den Familienbeziehungen. Dieses Band bildet sich in der intimen Abhängigkeit der frühen Eltern-Kind- (Mutter-Kind-) Beziehung aus. Die wesentlichen Aufträge werden dabei oft unbewusst vermittelt. Eine Delegation muss nicht pathologisch sein; es kann aber auch ein Auftragskonflikt vorliegen, z.B. Wenn die Aufträge der Delegierten miteinander unvereinbar sind und das Kind in verschiedenen Richtungen zerrt.“55

Bei der therapeutischen Arbeit konzentrieren sich Stierlin (1977) und seine Mitarbeiter auf die Verarbeitung von Konflikten, die aus den verschiedenen Delegationen entstehen können. Das Therapieziel besteht in der Bewältigung der unbewussten, unsichtbaren Loyalitätsprobleme und der Aussöhnung mit den Familienmitgliedern untereinander.56 Mit seinem Ansatz über Familie und Familientherapie steht Stierlin nahe dem Konzept von Ivan Boszormenyi-Nagy57. Boszormenyi-Nagy (1981) konzentriert sich auf die Tiefenschichten der Familienbeziehungen. In seinem Ansatz, den er als kontextuelle Familientherapie bezeichnet, geht es um die unsichtbaren Bindungen, um gegenseitige Verpflichtungen und Schuld in der Familie. Er versucht verschiedene Aspekte der analytischen, dynamischen Psychologie, der existentiellen Phänomenologie und der System-Theorie zu vereinigen.58

Bei der psychoanalytischen Familientherapie handelt es sich somit um keine einheitliche Behandlungsmethode. Richter (1976), Stierlin (1977) und Boszormenzy- Nagy (1981) zeigen in ihrem Denken und Handeln Eigenständigkeit. Ihre Aufmerksamkeit legen sie jedoch gemeinsam auf die Verarbeitung von inneren Konflikten bzw. auf den Inhalt der über Generationen unbewusst vermittelten Aufträge und Rollen. Das gemeinsame Ziel ist die Aussöhnung mit den Familienmitgliedern.

2.2.2 Das interaktionelle Konzept

Vertreter der interaktionellen Familientherapie sind Satir, Watzlawik, Haley sowie das Mailänder Team um Selvini59. Obwohl auch sie sich in ihren Vorgehensweisen teilweise unterscheiden, werden sie hier gemeinsam unter einer Überschrift erwähnt, weil sie bei ihrer Arbeit den Nachdruck auf beobachtendem Verhalten legen und als Therapieziel die Veränderung der Interaktion anstreben60. Satir wird oft im Zusammenhang mit systemischer oder interaktiver Familientherapie genannt61. Bei Schlipper und Schweitzer (1997) wird die Familientherapie von Satir auch als erlebnisorientiert bezeichnet.

Während Haley als Kommunikationsanalytiker und Vertreter der strategischen und system-paradoxen Interventionstherapie gilt.62 Watzlawik erwarb sich einen Namen als Kommunikationsexperte auf dem Gebiet der interaktionellen Familientherapie.63

Wie deutlich wurde, entwickelte sich die interaktionelle Familientherapie aus einer interdisziplinären Zusammenarbeit. Deshalb fließen in ihr viele verschiedene Begriffe und Gedanken zusammen. Neben der System- und Kommunikationstheorie spielen auch der Begriff der Kybernetik, der unter 2.1.3.1 erläutert wurde, eine wichtige Rolle64. Satir veröffentlichte 1964 als eine der Ersten ein Buch über Familientherapie. Ihre Grundvorstellung von der Familie basieren auf dem Gedanken der Familienhomöostase von D. Don Jackson.65

Satir ist davon überzeugt, dass die Familienhomöostase von der ehelichen Beziehung beeinflusst wird. Eine leidvolle Ehebeziehung tendiert zu dysfunktionaler Ausübung der elterlichen Aufgaben. Funktionale und dysfunktionale Familien werden von Satir unter verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Ein niedriges Selbstwertgefühl charakterisiert die Mitglieder einer dysfunktionalen Familie. Dysfunktionale Familien leben in geschlossenen Systemen, sie reagieren ängstlich und rigide auf Veränderungen. Daher leben sie zumeist isoliert. Dagegen besteht bei funktionalen Familien ein reger Realitätsbezug, das System wird als offen bezeichnet. Dysfunktionale Familienmitglieder kommunizieren in einer indirekten und hintergründigen Art miteinander. Für Satir ist Kommunikation ein wichtiger Grundbegriff, dessen Vielschichtigkeit sie immer wieder hervorhebt.66 In wie weit Kommunikation die Beziehung in sozialen Systemen beeinflusst, wird in Kapitel 3.3.2 nochmals eingegangen.

Das Denken und Handeln von Satir basiert auf einem „optimistischen“ Menschenbild, das zum Teil in der humanistischen Psychologie verankert ist und als Wachstumsmodell bezeichnet wird. Dabei steht für sie die Entwicklung und das Wachstum der einzelnen Familienmitglieder, Abbau von Ängsten und der Aufbau von Hoffnung und Selbstvertrauen im Fordergrund.67

Bezeichnet man die von Satir praktizierte Familientherapie als wachstumsorientiert, könnte man die von Watzlawik (1976) durchgeführte Kurztherapie als problemorientiert betiteln. In seiner langjährigen Erfahrung als Therapeut auf Grundlage von C. C. Jung beobachtete er, dass die Menschen die Tendenz haben an einmal gefundenem Verhalten festzuhalten, auch wenn es sich als destruktiv erweist. Seine Aufgabe sieht er hauptsächlich darin, dieses Verhalten durch neues und effektiveres zu ersetzen.68

Im Jahre 1967 veröffentlichte er zusammen mit D. D. Jackson und J. H. Beavin das vielbeachtete Buch über menschliche Kommunikation. In diesem Buch stellen die Verfasser fünf Hypothesen über menschliche Kommunikation auf:

- Man kann nicht nicht kommunizieren.
- Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzteres den ersten bestimmt und daher eine Metakommunikation ist.
- Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.
- Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten.

Digitale Kommunikationen haben eine komplexe und vielseitige logische Syntax, aber auf dem Gebiet der Beziehungen unzulängliche Semantik. Analoge Kommunikationen dagegen besitzen dieses semantische Potential.

- Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem, ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder auf Unterschiedlichkeit beruht.69

Diese fünf Hypothesen ziehen sich wie ein Leitfaden im Denken und Handeln von Watzlawik (1967). Daraus entwickelt Watzlawik die Technik der Symptomverschreibung. Diese ist nur verständlich auf grund seiner Kommunikationstheorie. „Prescribing the symptom“ (=Symptomverschreibung) ist eine doppelbindende therapeutische Maßnahme, die von der Annahme ausgeht, dass man Gleiches mit Gleichem heilen kann (=similar similibus curantur). Wenn man störendes Verhalten einer Person ändern will (=beeinflussen), so gibt es nach Watzlawik dafür grundsätzlich nur zwei Möglichkeiten:

1. Man versucht, die Person zu einem anderen Verhalten zu bewegen. Diese Methode scheitert zumeist bei symptomatischen Verhalten, da der Patient keine Kontrolle über seine Symptome hat.
2. Besteht die Möglichkeit dem anderen das Verhalten vorzuschreiben, das er bereits an den Tag legt, und das beeinflusst werden soll. Diese Aufforderung läuft auf eine Paradoxie heraus: Wenn man den Patienten auffordert sich in einer bestimmten Situation spontan zu verhalten, dann kann man nicht mehr spontan sein, da die Aufforderung die Spontaneität unmöglich macht.70

Wenn in einer Therapie Watzlawik seinen Patienten auffordert sich symptomatisch zu verhalten, dann verlangt er spontanes Benehmen und bewirkt durch diese paradoxe Aufforderung eine Verhaltensänderung. Das Symptom ist nicht mehr spontan. Der Patient wird somit veranlasst aus dem Rahmen seiner Zwangslage heraus zu treten.71

Bei Haley (1987) steht die Interaktion von Klient und Therapeut im Mittelpunkt seines Interesses. Er fungiert als Mitherausgeber der Zeitschrift „Family Process“. Nach Watzlawik lautet die erste Hypothese über menschliche Kommunikation, dass man nicht umhin kann, zu kommunizieren. Haley geht noch einen Schritt weiter und behauptet, dass man nicht umhin kann, eine Botschaft zu qualifizieren. Außerdem zwingt die Natur der menschlichen Kommunikation die Partner sich mit folgenden Problemen auseinander zu setzen:

1. Welche Botschaft bzw. Verhaltensweisen sollen die Beziehung kennzeichnen?
2. Wer bestimmt was in der Beziehung passiert, d.h. wer hat Kontrolle über die Definition der Beziehung? Dieser Zusammenhang ist für die Beziehung von Therapeut und Klient von großer Bedeutung.72

Der Therapeut muss nach J. Haley die Initiative ergreifen, Probleme herausgreifen, Ziele setzen und Interventionen planen um diese Ziele zu erreichen. Allerdings muss die Familie das zu bearbeitende Problem selbst bestimmen. Der Therapeut formuliert, so dass es lösbar bzw. operrationalisierbar wird.73

Der Begriff „Mailänder Modell“ ist eng mit den Namen folgender vier Therapeuten verbunden: Palazzolo, Boscolo, Cecchin und Prata.74 Das Mailänder Modell, bei Schlippe und Schweitzer auch als systemisch-kybernetisches Konzept bezeichnet, hat ebenfalls für die Entwicklung der systemischen Therapie eine enorme Bedeutung. Perspektiven wie Zirkularität, Neutralität und die damit verbundenen Methoden sind aus dem systemischen „Werkzeugkasten“ nicht mehr wegzudenken. Das Mailänder Team versuchte schon früh, einen kybernetischen Konstruktivismus zu verwirklichen.75 Diese Perspektiven der Zirkularität und Neutralität werden im Kapitel 4.2 noch näher beschrieben.

2.2.3 Das strukturelle Konzept

Im Jahre 1967 verfasste Minuchin das Buch „Families of the Slums“, worin Familientherapie mit Randgruppen beschrieben wird. Darin wird zum ersten mal die strukturelle Familientherapie dargestellt. Die von Minuchin praktizierte strukturelle Familientherapie basiert auf einem theoretischen Grundkonzept, das in seinem Buch „Familie und Familientherapie“ (1979) näher erläutert wird.

Er betrachtet die Familie als ein offenes soziales System, als eine Ganzheit, das mehr ist als die Summe ihrer Teile. Um die Interdependenzen der verschiedenen Teile zu erklären, bestimmt Minuchin einige Parameter, wie z.B. Struktur, Subsysteme, Funktion und Organisation. Die Familienstruktur ist nicht ohne weiteres erkennbar. Sie äußert sich durch die Art und Weise, wie die Familienmitglieder miteinander umgehen. Die Familie vollzieht ihre Funktionen durch ihre Subsysteme. Nach diesem Ansatz vollzieht sich die Veränderung zunächst nicht im Individuum, sondern zuerst zwischen ihm und den anderen. Die Veränderung geschieht gewissermaßen in der Synapse, in der Art, in der die Menschen miteinander verbunden sind. Grundsätzlich geht es in dieser Therapieform darum, komplementäre Beziehungssysteme zu schaffen, durch die das Selbstwertgefühl und die Identität jedes einzelnen aufgebaut und gestärkt werden.76

Diese Zusammenhänge werden in Kapitel 3.3.3 genauer erläutert.

2.3 Das system-phänomenologische Familienkonzept

Das system-phänomenologische Familienkonzept ist eine Weiterentwicklung der klassischen Familientherapie und geht auf Bert Hellinger zurück77. Obwohl Hellinger seine Methode systemisch-phänomenologisch nennt, unterscheidet sie sich in Vorgehensweise und Zielsetzungsrichtung doch weitgehend von der Denk- und Arbeitsweise systemischer Familientherapeuten, selbst wenn Berührungspunkte beider Schulen erkennbar sind.78

Die systemisch-phänomenologisch Familientherapie ist durch Hellingers Grundhaltung geprägt. Diese soll nun kurz beschrieben werden.

Hellinger hat im Verlauf seiner Arbeit als Psychotherapeut noch eindringlicher als seine Vorgänger (Satir, Selvini und Boszormenyi-Nagy) darauf hingewiesen, wie wir auf einer tiefen unbewussten Ebene in unsere Familie als Schicksalsgesellschaft hinein verworben sind und welche Wirkkräfte die Beziehungen zu unseren Eltern, Geschwister, Großeltern, Onkeln und Tanten entfalten können.79 Mit der Methode des Familienstellen, die im Kapitel 4.2.3 noch beschrieben wird, zeigt er dass es eine grundlegende Ordnung im System der Familie gibt, in der sich alle Familienmitglieder wohl fühlen.80

Allen beschriebenen Konzepten ist die systemische Sichtweise, d.h. Die Einbettung des einzelnen Symptomträgers in das System der Familie gemeinsam. Eine unsystematische Familientherapie wäre ein Widerspruch in sich. Allerdings existieren Unterschiede im Fokus der jeweiligen familientherapeutischen Richtungen, wie oben erläutert wurde. Während beispielsweise Stierlin (1977) bei seiner therapeutischen Arbeit vor allem die Delegationen in einer Familie und die damit verbundenen Loyalitätsprobleme im Blick hat, konzentriert sich Satir (1973) mehr auf das Wachstum der Familie und den Abbau von Ängsten.

3. Systembeschreibung und Systemanalyse

3.1 Die Familie als soziales System

Die Familie ist ein soziales System, in dem die Mehrheit aller Menschen aufwächst. Da der Mensch nicht von Geburt an in der Lage ist sein Leben zu sichern, ist er auf jemanden angewiesen, der sich seiner annimmt bis er selbst sein Leben mehr oder weniger bestreiten kann. Dazu ist mindestens ein Elternteil oder eine andere Person nötig, die diese Rolle übernimmt. Insofern ist das Aufwachsen in einer Familie ein wesentlicher Aspekt des Menschseins und prägt somit das Denken, Handeln und Fühlen des Heranwachsenden.81

Die Familienformen, in denen heute Kinder heranwachsen, sind vielfältig. Neben der traditionellen Kernfamilie, gibt es auch viele nicht-traditionelle Familienstrukturen. Dazu gehören z.B. alleinerziehende Elternteile, unverheiratete Paare oder auch gleichgeschlechtliche Familienformen. Unabhängig davon, in welcher Form eine Familie existiert, ist sie als ein besonderes soziales System zu sehen. Ihre Besonderheit liegt darin, dass die Beziehungen zueinander eine unfreiwillige, unlösbare Komponente besitzen. Die Eltern haben zwar die Möglichkeit ihre Partner frei zu wählen, aber das Kind wird in diese Partnerschaft hineingeboren und wird somit ungefragt ein Teil der Familie. Ebenso besitzen beide Elternteile eine Herkunftsfamilie, mit der sie durch die Blutsverwandtschaft verbunden sind.82

Hinzu kommt ein gewisser Zusammenhang zwischen bestimmten äußeren und inneren Merkmalen des Familiensystems sowie der Entwicklungsphase, in der sich die Familie befindet, mit ganz bestimmten Themen und Problemstellungen. So besteht z.B. in einer zweiköpfigen Restfamilie eine ganz andere Dynamik als in einer zehnköpfigen Großfamilie.83

Aus diesem Grund werden sich die folgenden Kapitel mit der Beschreibung des sozialen Systems der Familie bzw. mit den Beziehungen zwischen den Mitgliedern der Familie beschäftigen, um später auf Handlungsmöglichkeiten bei Schulproblemen hinzuführen. Dazu gehört die Abgrenzung der einzelnen Systemebenen, die Dynamik der Kommunikation und die Beschreibung der Familienstrukturen.

3.2 Soziale Systeme und ihre Umwelt

Im Folgenden werden nun fünf Systemebenen dargestellt, die auf den Entwicklungspsychologen Bronfenbrenner zurückgehen. In diesem Modell werden die unterschiedlichen sozialen Systeme als Teil eines übergeordneten Ganzen miteinander in Beziehung gebracht84. Somit beginnt die Umwelt eines sozialen Systems mit den Systemgrenzen der unterschiedlichen Ebenen85.

Bronfenbrenner unterscheidet in Mikro-, Meso-, Exo- und Makroebene:

- Mikrosystem-Ebene definiert den unmittelbaren Lebenszusammenhang, z.B. das Kind und die Familie.
- Die Mesosystem-Ebene umfasst die direkte Handlungsebene auf der institutionalisierten Ebene, z.B. das Kind, seine Familie und die Schule. Innerhalb des Mesosystems verknüpfen sich die tatsächlichen vorhandenen und gelebten Netzwerke.
- Die Exosystem-Ebene ist auf der gleichen Ebene lokalisiert, wobei es hier nicht um direkte Handlungsvollzüge und Eingebundenheit geht, sondern um Einflussnahme, z.B. das Kind, die Familie, das Jugendamt und das Sozialministerium.
- Die Makrosystem-Ebene stellt die bisher allen genannten Systemen übergeordnete Systemebene dar, mit den politischen, rechtlichen, sozialen, ökonomischen, kulturellen und technologischen formalen Festlegungen und den ihnen zugrunde liegenden Ideologien und Weltanschauungen. Die Meso- und Exosystem-Ebene wird von dort aus strukturiert.86

Die jeweiligen Systemgrenzen lassen sich dabei nicht klar und eindeutig definieren, sondern sind deutungsabhängig. Die Systemgrenzen müssen von den Systemakteuren oder jenen, die sie rekonstruieren, definiert werden. hier geht es nicht um richtig oder falsch, sondern darum, was systemfunktional Sinn macht.87

[...]


1 Vgl. Jürgens, B., 2000, S. 1.

2 Vgl. Gebauer, K., 1997, S. 17.

3 Ebenda, S. 18.

4 Vgl. Hennig, C., Knödler, U., 1998, S. 25.

5 Vgl. Jürgens, B., 2000, S. 30.

6 Ebenda, S. 31.

7 Ebenda, S. 33.

8 Vgl. Schlippe, A. v., Schweitzer, J., 1997.

9 Vgl. Franke-Gricksch, M.., 2002, S. 70.

10 Ludewig, K. 1992, S. 67 in Franke-Gricksch, M.., 2002, S. 70.

15

11 Vgl. Franke-Gricksch, M., 2002, S. 70f.

12 Ebenda.

13 Böse, R. & Schiepek, G., 2000, S. 218.

14 Ebenda.

15 Vgl. Schlippe A. v., 1995, S. 21.

16 Vgl. Ritscher, W., 2002, S. 22.

17 Böse, R., Schiepeck, G., 2000, S. 218.

18 Vgl. Schlippe, A. v. , Schweitzer, J., 1997, S. 50.

19 Vgl. Böse, R., Schiepeck, G., 2000, S. 218.

20 Simon F. B. et al., 1999, S. 192.

21 Vgl. Böse, R., Schiepeck, G., 2000, S. 99.

22 Vgl. Simon F. B. et al., 1999, S. 192.

23 Vgl. Böse, R., Schiepeck, G., 2000, S. 99.

24 Simon F. B. et al., 1999, S. 221.

25 Watzlawik et al., 1974, S. 31.

26 Schlippe, A. v., Schweitzer, J., 1997, S. 53.

27 Vgl. Schlippe, A. v. , Schweitzer, J., 1997, S. 53.

28 Vgl. Ritscher, W., 2002, S: 22.

29 Capra 1996, S. 58 in Ritscher, W., 2002, S. 22.

30 Vgl. Simon, F. B: et al., 1999, S. 135.

31 Vgl. Schlippe, A. v., Schweitzer, J., 1997, S. 62.

32 Ebenda.

33 Ebenda.

34 Vgl. Watzlawik, P. et al., 1976, S. 128.

35 Vgl. Schlipper, A. v., Schweitzer, J., 1997, S. 65.

36 Haken 1998, S. 67f. in Schlipper, A. v., Schweitzer, J., 1997, S. 65.

37 Vgl. Simon F. B. et al., 1999, S. 135.

38 Vgl. Schlipper, A. v., Schweitzer, J., 1997, S. 65.

39 Schlipper, A. v., Schweitzer, J., 1997, S. 65.

40 Vgl. Schlipper, A. v., Schweitzer, J., 1997, S. 65.

41 Ebenda.

42 Vgl. Schlipper, A. v., Schweitzer, J., 1997, S. 67

43 Aus dem griechischen Wort „Selbst-Erzeuger“.

44 Agl. Schlipper, A. v., Schweitzer, J., 1997, S. 68

45 Schlipper, A. v., Schweitzer, J., 1997, S. 68.

46 Vgl. Böse, R., Schiepeck, G., 2000, S. 25.

47 Ebenda.

48 Vgl. Ritscher, W., 2002, S. 24.

49 Vgl. Franke-Gricksch, M., 2002, S. 72.

50 Goolishian, H. A., Anderson, A., 1988, S. 190, in Franke-Gricksch, M., 2002, S. 73.

51 Vgl. Franke-Gricksch, M., 2002, S. 72..

52 Vgl. Brugsmüller, R., 1984, S. 42.

53 Vgl. Richter, H. E., 1975, S. 43.

54 Vgl. Brugsmüller, R., 1984, S. 46.

55 Stierlin , H., 1977, S.110f.

56 Vgl. Brugsmüller, R., 1984, S. 47.

57 Ebenda, S.48.

58 Ebenda.

59 Ebenda, S. 55.

60 Ebenda.

61 Ebenda.

62 Vgl. Schlippe, A.v., Schweizer, J., 1997, S.18.

63 Brugsmüller, R., 1984, S. 55.

64 Ebenda, S. 56.

65 Vgl. Satir, V., 1973. S. 117.

66.Ebenda.

67 Vgl. Brugsmüller, R., 1984, S. 61.

68 Ebenda, S. 62.

69 Vgl. Watzlawik, P. et al., 1976, S. 50ff

70 Vgl. Watzlawik, P et al., 1976, S. 220f

71 Ebenda.

72 Vgl. Burgmüller, R., 1984, S67.

73 Ebenda.

74 Vgl. Schlippe, A. v. , Schweitzer, J., 1997, S. 28

75 Ebenda.

76 Vgl. Burgmüller, R., 1984, S.73.

77 Vgl. Franke-Grcksch, M., 2002, S. 70

78 Ebenda.

79 Ebenda.

80 Ebenda, S. 5f

81 Vgl. Friedl, H., Müller-Egloff, P., Stanislawski, M., 2002a.

82 Ebenda.

83 Vgl. Hennig, C., Knödler, U., 1998, S. 68.

84 Vgl. Ritscher, W., 2002, S. 78.

85 Vgl. Friedl, H., Müller-Egloff, P., Stanislawski, M., 2002a.

86 Ebenda.

87 Ebenda..

Details

Seiten
104
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638244435
Dateigröße
1.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v20614
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Fakultät für Wirtschaft und Soziales
Note
2,0
Schlagworte
Systemisches Arbeiten Schule Chancen Grenzen Konfliktbewältigung Klassenzimmer

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Systemisches Arbeiten in der Schule: Chancen und Grenzen für die Konfliktbewältigung im Klassenzimmer