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Die Weltmeere - ein Wirtschaftsfaktor vor dem Kollaps

Seminararbeit 2012 18 Seiten

VWL - Umweltökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was lebt im Meer - Bestandsaufnahme

3 Überfischung
3.1 Gründe der Überfischung
3.2 Maßnahmen gegen die Überfischung

4 Zukunftsvisionen
4.1 worst case
4.2 best case

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In einer Zeit des zunehmenden Gesundheitsbewusstseins der Menschen steigt die Nachfrage nach Fisch (Röse, 2010, S. 1). Er gehört wegen seinem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren zu einen die gesündesten Lebensmittel und ist die gesunde Alternative zum Fleisch. Das wird häufig von Wissenschaftlern und Medien propagiert (Hirn, 2011, S.59). Der Aufwärtstrend der Entwicklungsländer und die neue „Generation Sushi“ wirken sich stark auf den Fischkonsum aus. In den vergangen Jahren ist der Fischkonsum angestiegen und wird in den nächsten Jahren weiter steigen, besagen die Tendenzen (Röse, 2010, S. 1).

Doch die Meere stehen am Rand ihrer Existenzgrenzen und die Bestände vieler Arten sind durch Überfischung gesunken und stehen vor dem Aussterben (Rodenberg, 2004, S. 7). Ein wesentlicher Grund für die Überfischung ist die Plünderung von Fanggebieten durch Piratenfischerei und die großen Mengen an Beifang (Röse, 2010, S. 9-10).

Vor diesem Hintergrund befasst sich die vorliegende Seminararbeit mit der Überfischung und den daraus resultierenden Zukunftsvisionen. Insbesondere setzt sich die Arbeit mit der wissenschaftlichen Frage, „Wie lange reichen die Fischbestände der Weltmeere noch aus und erholen sich die Fischbestände überhaupt jemals?“, auseinander. Einleitend wird die momentane Sachlage der Fischbestände näher beleuchtet. Anschließend werden die Gründe der Überfischung, sowie die Maßnahmen gegen die Überfischung, analysiert. Dabei habe ich festgestellt, dass Maßnahmen getroffen werden müssen, um die Fischbestände zu schützen und wieder zu regenerieren, sonst droht ein aussterben der Fische. Abschließend werden die Zukunftsversionen der Fischbestände untersucht. Bestehende Forschungsergebnisse von WWF und Greenpeace zeigen, dass die Fischbestände in den letzten Jahrzehnten deutlich zurück gegangen sind. Dies hat zur Folge, dass die Nachhaltigkeit der Fischbestände nicht gewährleistet wird. Nach anschaulicher Betrachtung würden eine Verringerung der Fangquote, Schutzzonen oder ein Fangverbot das Aussterben der Meerestiere verhindern. Ein Forschungsbedarf liegt in weiterführenden Untersuchungen zum Nachhaltiger Konsum sowie Fangmethoden.

2 Was lebt im Meer - Bestandsaufnahme

Am Anfang des 21. Jahrhundert wurde erkennbar, dass sich die Weltmeere verändern. Im Magazin Nature erscheint ein Artikel, dass die Vorkommen großer Raubfische wie Kabeljau, Hai, Schwertfisch und Thunfisch bereits zu 90 Prozent ausgebeutet sind. Ökologen prognostizieren das bei derzeitigen Fangquoten alle wichtigen und frei lebenden Fischbestände bis zum Jahre 2048 ausgehen werden (Grescoe. 2008. S. 26).

Fisch ist trotz der katastrophalen Lage und trotz der Warnungen von Umweltorganisationen ein beliebtes Nahrungsmittel. In den Metropolen dieser Welt sprießen die Sushi-Restaurants aus dem Boden und sogar in Steakhäusern wird Fisch angeboten. So erhöhte sich der weltweite Pro-Kopf-Verbrauch von 11,50 Kilogramm in den 70er Jahren, um 5,90 Kilogramm, auf 17,40 Kilogramm im Jahre 2007. Ein Grund für diese Entwicklung ist der gestiegene Fischkonsum in den Schwellenländern(Hirn. 2011. S. 59-60). Deutschlandweit stieg der Pro-Kopf-Verbrauch von 15,50 Kilogramm im Jahre 2007 auf 15,60 Kilogramm im Jahre 2008 (Röse. 2010. S. 4). Deutschland liegt damit unter dem weltweiten Durchschnitt. Portugiesen und Spanier essen vier Mal so viel und Isländer knapp das Sechsfache (Abromeit Lars et al., 2007. S. 116- 166). In Deutschland ist der „Alaska-Seelachs“ der beliebteste Seefisch (Röse. 2010. S. 4). Abbildung 1 zeigt den Marktanteil der fünf beliebtesten Seefische.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die großen 5 beim Fischverzehr vom Fisch-Informationszentrum (2012)

Etwa ein Drittel des Fisches kommt als Tiefkühlfisch auf den Markt und rund 25 % werden zu Konserven und Marinaden verarbeitet. 9 % werden als Frischfisch gekauft (Röse. 2010. S. 4). In Abbildung 2 werden die beliebtesten Fischprodukte, in Prozent, abgebildet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die großen 5 beim Fischverzehr vom Fisch-Informationszentrum (2012)

Ein großes Problem für den Lebensraum im Meer ist der nicht selektive Fischfang. Für ein Kilogramm Shrimps werden bis zu zehn Kilogramm andere Meerestiere mit gefangen. Dieser unerwünschte Beifang wird tot wieder zurück ins Meer geworfen. Dadurch sind große Raubfische und viele andere Fischarten fast aus den Meeren verschwunden (Greenpeace. 2007).

Die derzeitig gesetzlich vorgeschriebene Rückverfolgbarkeitspflicht reicht für den Verbraucher momentan nicht aus, um eine verantwortungsvolle und bewusste Kaufentscheidung zu treffen. Es ist nicht ersichtlich aus welchen Bestand ein Fisch gefangen wurde oder mit welcher Methode. Keine Kennzeichnungspflicht haben marinierte Fischprodukte oder Konserven (Greenpeace. 2007).

Weltweit setzt die Fischindustrie rund 50 Milliarden Euro pro Jahr um, versorgt 2,6 Milliarden Menschen mit Protein und beschäftigt 200 Millionen Menschen. 2006 kauften zwei Milliarden Amerikaner 170-Gramm-Dosen Thunfisch und aßen zwei Kilogramm Garnelen pro Kopf. In den letzten 30 Jahren hat sich der Fischkonsum verdoppelt. In Betrachtung dieser Tatsachen ist es kein Wunder das die Fischbestände bedroht sind (Grescoe. 2008. S. 28).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Die Meeresfischerei – Stand der Dinge von Maribus gGmbH (2010)

2002 betrug die Gesamtmenge an Fisch 130 Millionen Tonnen aus Fischfang und Aquakulturen. Dabei entfielen 80-90 Millionen Tonnen Fisch auf die Meeresfischerei. Seit den 1990er Jahren stagniert die Menge an gefangen Fisch und die Aquakultur verzeichnen alljährlich Zuwachsraten (Mayer-Tasch. 2007. S. 61).

In den letzten Jahrzehnten hat die Fischerei zugenommen. In den 1950er Jahren wurden die Weltmeere nicht einmal um 10 % der Fischbestände befischt und heute sind es rund 70 % der Bestände. Die Abbildung 3 zeigt die Fangmengen seit 1950. Beifang, illegaler Fang sowie Fische aus Aquakulturen sind nicht dargestellt.

China mit 16,6 Millionen und Peru mit 8,8 Millionen Tonnen sind die größten Fischfangnationen. Die Vereinigten Staaten mit 4,9 Millionen Tonnen, Indonesien mit 4,5 Millionen Tonnen und Japan mit 4,4 Millionen Tonnen folgen mit großem Abstand (Mayer-Tasch. 2007. S. 61). China ist seit 2002 größter Exporteur von Fischereierzeugnissen und Fisch. Japan und USA hingegen sind die größten Importeure. Viele Entwicklungsländer sind für drei Viertel der exportierten Fischerprodukte verantwortlich. Diese werden zum Großteil von den entwickelten Ländern importiert. Es werden Produkte wie Fischöl und Fischmehl sowie Thunfisch, Lachs oder Garnelen zum direkten Konsum oder zur Weiterverarbeitung importiert (Mayer-Tasch. 2007. S. 71-72).

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Details

Seiten
18
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656338666
ISBN (Buch)
9783656340119
Dateigröße
715 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v206650
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,7
Schlagworte
Überfischung Profit Nachhaltigkeit Wirtschaft BWL Betriebswirtschaft

Autor

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