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Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe I zum Thema Alkoholkonsum im Jugendalter und Verkehrssicherheit

Planung, Durchführung und Evaluation

Examensarbeit 2012 67 Seiten

Biologie - Krankheiten, Gesundheit, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Jugendalter
2.1 Die Begriffserklärung und zeitliche Entwicklung
2.2 Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
2.3 Das soziale Umfeld Jugendlicher
2.3.1 Familie
2.3.2 Schule
2.3.3 Gleichaltrige
2.4 Risikoverhalten im Jugendalter

3. Alkoholkonsum
3.1 Definition von Drogen
3.1.1 Illegale Drogen
3.1.2 Legale Drogen
3.2 Die Substanz Alkohol
3.2.1 Aufnahme und Abbau
3.2.2 Wirkung und Gefahren
3.2.2.1 Verhalten und Stimmung
3.2.2.2 Physische Gefahren
3.2.3 Alkoholgenuss und Alkoholmissbrauch
3.2.4 Alkoholkonsum in Deutschland
3.3 Alkoholkonsum im Jugendalter
3.3.1 Jugendalkoholismus
3.3.2 Jugendlicher Alkoholkonsum in Deutschland
3.3.3 Motive des jugendlichen Alkoholkonsums
3.3.4 Alkoholkonsummuster bei Jugendlichen
3.3.5 Einflussfaktoren auf den jugendlichen Alkoholkonsums
3.3.6 Gefahren des Jugendalkoholismus

4. Konsequenzen für die Teilnahme am Straßenverkehr
4.1 Verkehrsunfälle in Zahlen
4.2 Gesetzliche Regelungen
4.3 Auswirkungen des Alkoholkonsums auf den Straßenverkehr

5. Prävention
5.1 Aufgaben der Alkoholprävention
5.2 Arten der Alkoholprävention
5.3 Ebenen der Prävention
5.4 „Darauf fahr‘ ich ab: Trinken und Fahren könnt ihr euch sparen!“

6. Mobilitätserziehung
6.1 Verkehrs- und Mobilitätserziehung in Deutschland
6.2 Mobilitätserziehung in der Schule
6.2.1 Aufgaben, Ziele und Grundsätze
6.2.2 Schwerpunkte in der Schule
6.2.2.1 Sekundarstufe I
6.2.2.2. Sekundarstufe II

7. Unterrichtseinheit zum Thema Alkoholkonsum und Verkehrssicherheit
7.1 Stationenlernen
7.2 Die Unterrichtseinheit
7.3 Lernstationen
7.3.1 Alkoholbrille (Station 1)
7.3.2 Tunnelblick (Station 2)
7.3.3 Alkopops (Station 3)
7.3.4 Anhalteweg (Station 4)
7.3.5 Jacquelines Geschichte (Station 5)
7.3.6 Quizfragen (Station 6)
7.4 Evaluation

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

10. Anhang

1. Einleitung

Wer bin ich? Diese Frage beschreibt das Kernproblem der Lebensphase Jugend/Adoleszenz. Jugendliche befinden sich in einem Lebensabschnitt, den man auch als Umbruch bzw. Zeit der Veränderung bezeichnen kann (vgl. Stimmer, 2008, S.36). Dieser Weg vom Abschied von der Kindheit zum Erwachsenensein bringt allerdings auch viele Probleme mit sich. Neben der Ablösung von den Eltern und dem Aufbau einer Beziehung zum anderen Geschlecht stellt die Suche nach der eigenen Identität eine sensible Phase dar, die als Überschrift „das Bewältigen von Konflikten/Krisen“ bzw. „Lernen durch Ausprobieren“ haben kann.

„Die Jugendphase wird von der Gesellschaft als mehr oder weniger lange Phase des Ausprobierens akzeptiert.“ (ebd., S.38).

Jeder Mensch macht im Laufe seiner Entwicklung eine Phase durch, in der er nicht weiß, was er will. So kommt es zur Auflehnung gegen die Eltern, der Suche nach dem Anschluss an Cliquen, auffälliger Kleidung und Verhaltensweisen, die von anderen nicht verstanden und akzeptiert werden.

In dieser Zeit sind Jugendliche mit vielen Dingen konfrontiert, die neu für sie sind. Etwas Neues birgt bekanntlich auch einen gewissen Reiz. Ein passendes Beispiel dazu wäre natürlich der Konsum von Suchtmitteln, der auch in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert wird. Jugendliche greifen häufig nach der legalen Droge Alkohol, ohne sich dessen bewusst zu sein, welche Konsequenzen dies haben könnte. Da dieses Verhalten insbesondere in einem Lebensabschnitt stattfindet, in dem sie mobiler werden, sei es durch Moped oder Pkw, hat dies die Folge, dass Jugendliche sich selbst und ihre Mitmenschen im Straßenverkehr erheblich gefährden. Statistiken zeigen, wie schnell die Anzahl der Unfallverletzungen bzw. Todesopfer im fortschreitenden Jugendalter wächst. Es ist die häufigste Unfallursache in den industrialisierten Ländern.

In dem Seminar „Mobilität im Jugendalter“ von Prof. Dr. Maria Limbourg wurde darauf hingewiesen, dass tödliche Verletzungen von Jugendlichen oft die Folge von riskanten „Mutproben“ sind. Aus diesem Grund ist es wichtig, möglichst früh mit der Aufklärung über die Gefahren des Alkoholkonsums und seine Konsequenzen für den Straßenverkehr zu beginnen, damit Jugendliche in die Lage versetzt werden, verantwortungsbewusster zu handeln. In dieser Arbeit „Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe I zum Thema Alkoholkonsum im Jugendalter und Verkehrssicherheit: Planung, Durchführung und Evaluation“ werden die Ursachen des Alkoholkonsums von Jugendlichen sowie dessen Folgen für die Teilnahme am Straßenverkehr analysiert und dargelegt. Dementsprechend gliedert sich die Arbeit wie folgt:

Zunächst wird auf das Jugendalter eingegangen. Da zu diesem Lebensabschnitt verschiedene Ansichten vertreten werden, werde ich versuchen, dies im Hinblick auf die zeitliche Entwicklung zu erläutern. Nach der Beschreibung des sozialen Umfelds werde ich auf das Risikoverhalten Jugendlicher eingehen, welches in engem Zusammenhang mit den in den folgenden Kapiteln behandelten Fragestellungen steht.

Das 3. Kapitel meiner Arbeitet befasst sich mit dem Drogenkonsum, speziell dem Alkoholkonsum. Nach der Definition von legalen und illegalen Drogen wird auf die Substanz Alkohol eingegangen. Aufnahme, Abbau, Wirkungen, Gefahren usw. spielen hierbei eine Rolle. Den allgemeinen Informationen folgt die Problematik des Alkoholkonsums in Deutschland bzw. des Jugendalkoholismus.

Die Konsequenzen für die Teilnahme am Straßenverkehr werden im 4. Kapitel untersucht. Dabei wird neben den statistischen Daten zu den Verkehrsunfällen und Auswirkungen des Alkoholkonsums auf den Straßenverkehr die gesetzliche Lage dargestellt.

Im 5. Kapitel Prävention wird neben den Ebenen und Aufgaben der Alkoholprävention (wobei zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention unterschieden wird) ein sehr erfolgreiches Präventionsprogramm vorgestellt.

Mit dem 6. Kapitel Mobilitätserziehung endet der theoretische Teil meiner Arbeit. Die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz sowie die Inhalte und Ziele bilden die Unterpunkte dieses Abschnitts. Das 7. Kapitel beinhaltet den praktischen Teil meiner Arbeit. An dieser Stelle soll das Projekt „Unterrichtseinheit zum Thema Alkoholkonsum und Verkehrssicherheit“ gezeigt werden, das in einem Nachhilfeinstitut in Duisburg unter der Anleitung von Prof. Limbourg durchgeführt und evaluiert wurde. Hierbei werden einzelne Stationen zum Thema Alkohol vorgestellt. Die Arbeit schließt mit meinem Fazit ab.

2. Das Jugendalter

2.1 Die Begriffserklärung und zeitliche Entwicklung

Obwohl der Begriff „Jugend“ in der Wissenschaft und auch im alltäglichen Leben häufig und selbstverständlich benutzt wird, ist er nicht eindeutig und einheitlich definiert.

Der Anfang bzw. der Verlauf dieser Lebensphase wird heutzutage unterschiedlich bezeichnet. Die Begriffe „Jugend“, „Pubertät“ und „Adoleszenz“, die ebenfalls unterschiedliche Bedeutungen und Vorstellungen von der Entwicklung des Menschen aufweisen, sind dabei die geläufigsten.

Zu klären ist in diesem Zusammenhang, wie Jugendliche von Kindern und von Erwachsenen abgrenzbar sind.

Diese Frage findet verschiedene Antworten, die jedoch nicht immer schlüssig sind, da die Jugend „aus einer Vielfalt sukzessive aufeinanderfolgender und einander überschneidender Teilübergängen besteht“ (vgl. Mitterauer, 1986, S.93).

Eine eindeutige Altersfestlegung der Jugendphase gibt es nicht, vielmehr wird zwischen den verwendeten internationalen, nationalen sowie rechtlichen Definitionen unterschieden.

Die deutlichste Festlegung von Altersgrenzen finden wir im Strafrecht. Allerdings variieren auch hier die Auffassungen von Land zu Land. Die Altersfestlegung für die Erlangung der Erwachsenenrechte fällt sogar innerhalb der Staaten in Abhängigkeit von dem betroffenen Bereich (z.B. Recht auf Religionsfreiheit, Heiratsrecht, Autoführerschein, Stimm- und Wahlrecht) unterschiedlich aus (vgl. Flammer et al., 2002, S.18f).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Strafrechtliche Jugenddefinitionen

In der Bundesrepublik Deutschland wird jemand als Jugendlicher betrachtet, der zwischen 14 und 18 Jahre alt ist. Wer schon 18, aber noch nicht 27 Jahre alt ist, wird als junger Volljähriger eingestuft (vgl. § 7 SGB VIII.).

Aus biologischer Sicht wird Jugend als die Zeit zwischen Kindheit und Erwachsenenalter gesehen und gilt als ein reifebedingter Entwicklungszeitraum. Der Eintritt in diese Phase wird mit dem Beginn der Pubertät, also ungefähr mit dem 12. Lebensjahr, verbunden. Körperliche Veränderungen im Menschen wie z.B. Wachstum, Körperänderung und Entwicklung der Geschlechtsmerkmale kennzeichnen diesen Prozess. Der Körper verändert sich hormonell, physisch und anatomisch, er wird geschlechtsreif. Dabei findet eine Art „Neuprogrammierung“ statt (vgl. Hurrelmann, 2005, S.26). Nach Fend erstreckt sich die Pubertät über vier Jahre. Die pubertären Prozesse umfassen:

1. das Längenwachstum und die damit einhergehende

Veränderung des Körpergewichts sowie die Veränderung

der Körperproportionen

2. die Entwicklung sekundärer Geschlechtsmerkmale

(Brust, Stimme, Körperbehaarung)

3. die Entwicklung primärer Geschlechtsmerkmale

(Penis, Hoden bzw. Gebärmutter) und die sexuelle Reifung

Er beschreibt die Phase der Pubertät als eine Wendung nach innen und als eine Zeit der Selbstreflexion, in der sowohl das eigene Seelenleben als auch das anderer Menschen ständig analysiert werden. In dieser Phase beginnt das Individuum, die eigenen Gedanken, Gefühle, Stimmungen und Affekte zu entdecken (vgl. Fend, 1990, S.59).

Die sozialwissenschaftliche und psychologische Jugendforschung spricht sich dagegen für einen erweiterten Begriff der Jugend und des Jugendalters aus. Die Psychologie betrachtet Jugend primär in Bezug auf die psychische Gestalt und das psychische Erleben der menschlichen Entwicklung. Die eigene Persönlichkeit stellt hier den Schwerpunkt der Entwicklung dar.

Die Soziologie hingegen sieht die Jugend als ein „soziales Gruppenphänomen“ und definiert sie als eine nach „historischer Bedingtheit sortierte Gruppe von Menschen“ (vgl. Fend, 2001, S.23).

Aus dieser Perspektive erlangen Jugendliche allmählich den Status von Erwachsenen, deren Verhalten sie beobachten, nachahmen und erlernen. Insofern stellt die Jugend einen eigenständigen sozialen Status dar, der mit vielen Innovationsprozessen verbunden ist (vgl. Hurrelmann, 2005, S.23).

Die vorstehenden Ausführungen lassen erkennen, dass die von Wissenschaftsdisziplinen wie Biologie, Soziologie, Pädagogik und Psychologie für die Unterteilung der Lebensphase Jugend verwendeten Kriterien sehr verschieden sind, da sich unterschiedliche Fragestellungen/Interessen herausgebildet haben.

Hurrelmann begründet dieses damit, dass keine Lebensphase, also auch nicht die Jugendphase, allein biologisch definiert wird, sondern durch kulturelle, wirtschaftliche und generationsbezogene Faktoren festgelegt wird (vgl. ebd., S.13).

Die Jugend ist geprägt von Veränderungen auf biologischer, psychischer sowie sozialer Ebene. Aus diesen Veränderungen ergeben sich nicht nur neue Handlungsmöglichkeiten, sondern auch neue Handlungsanforderungen. Diese fasst man unter den Begriff der Entwicklungsaufgaben. Das Bestehen dieser Aufgaben ist wichtig für eine positive Persönlichkeitsentwicklung bzw. für die Ich-Identität (vgl. Oerter/Montada, 2002, S.258ff). Diese Entwicklungsaufgaben werden im Kapitel 2.3 näher erläutert.

Die demografische Entwicklung hat ebenfalls Auswirkungen auf die „Gestaltung von Lebensphasen“. Nach Hurrelmann umfasste das Kindheitsalter um 1900 knapp die ersten 15-17 Jahre, während das Erwachsenenalter etwa vom 15. Lebensjahr bis zum 60. Lebensjahr andauerte. Heute sind fünf Lebensphasen zu unterscheiden:

Kindheits-, Jugend-, Erwachsenen- und Seniorenalter sowie hohes Alter.

Die Gründe für die Neustrukturierung der Lebensphasen und die Ausweitung der Jugendphase sind vielfältig. Insbesondere ist die Jugendphase charakterisiert durch längere Bildungs- und Ausbildungszeiträume, durch den verzögerten Eintritt ins Berufsleben sowie die Verschiebung des Alters für Heirat und Familiengründung. Hinzu kommen ökonomische und kulturelle Faktoren des Wandels der Gesellschaft.

Bei der Betrachtung der genannten Sichtweisen wird letztendlich erkennbar, dass für das Jugendalter zahlreiche Prozesse und Probleme kennzeichnend sind. Folglich ist davon auszugehen, dass das Jugendalter frühestens bereits in der Vorpubertät beginnt, also zwischen dem 11. und 12. Lebensjahr und je nach Sichtweise bis in die Postadoleszenz, also bis zum 23. – 25. Lebensjahr dauert (vgl. Fend, 1990, S.15f).

2.2 Entwicklungsaufgaben im Jugendalter

Damit Jugendliche als Erwachsen angesehen werden, müssen sie nicht nur älter werden, sondern vielfältige Aufgaben erfüllt haben, etwa aus dem geistigen und sozialen Bereich. Das gesamte Lebensumfeld ist davon betroffen, wie im Kapitel 2.1 ersichtlich wurde.

„Unter einer Entwicklungsaufgabe werden die psychisch und sozial vorgegebenen Erwartungen und Anforderungen verstanden, die an Personen in einem bestimmten Lebensabschnitt gestellt werden.“ (Hurrelmann, 2005, S.26)

Der Mensch wächst in der Lebensphase Jugend in einen neuen Körper hinein. Ihn „bewohnen“ zu lernen, wird nach Fend zu einer zentralen Entwicklungsaufgabe, die mit vielen Unsicherheiten verbunden ist

(vgl. Fend, 2001, S.102).

Das Konzept dieser Aufgaben im Jugendalter, auf das im Folgenden eingegangen werden soll, wurde von dem Pädagogen Robert Havighurst etabliert und beschreibt den Lebenslauf als eine Folge von Problemen, mit denen das Individuum konfrontiert wird und die es bewältigen muss. Er hat folgende Liste von Entwicklungsaufgaben vorgeschlagen:

1. neue und reifere Beziehungen zu den Gleichaltrigen beiderlei Geschlechts aufbauen
2. Übernahme der männlichen/weiblichen Geschlechtsrolle
3. Akzeptieren der eigenen körperlichen Erscheinung und effektive Nutzung des Körpers
4. emotionale Unabhängigkeit von den Eltern und von anderen Erwachsenen
5. Erwerb ökonomischer Unabhängigkeit
6. Vorbereitung auf eine berufliche Karriere
7. Vorbereitung auf Ehe und Familienleben
8. Erwerb von Begriffen und intellektuellen Fähigkeiten zur Ausübung der bürgerlichen Pflichten und Rechte
9. sozial verantwortliches Verhalten erstreben und erreichen
10. Werte und ein ethisches System erlangen, das als Leitfaden für Verhalten dient – Ideologie entwickeln

(vgl. Flammer et al., 2002, S.57).

Weiter hat Havighurst ein Schema entwickelt, in dem auch die Entwicklung der Aufgaben je nach Alter variiert (siehe Abb.2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Schema der Entwicklungsaufgaben nach Havighurst

(vgl. Schenk-Danzinger, 1988, S.356ff)

Eva und Michael Dreher (1985) haben untersucht, ob die so festgelegten Entwicklungsaufgaben in der Jugendphase heute gültig sind bzw. ob sich Veränderungen gegeben haben. Sie legten Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren (9. und 10. Klasse) den Aufgabenkatalog von Havighurst vor und führten Befragungen bezüglich der Relevanz dieser Entwicklungsaufgaben für die Teilnehmer durch.

Die Beurteilung der Stichproben wies auf eine Übereinstimmung in mehreren Punkten hin, sodass man sagen kann, dass es sich bei den Aufgaben um generationsüberdauernde Probleme handelt. Jedoch waren einige Entwicklungsaufgaben für die Befragten nicht so wichtig, wie z.B. Ehevorbereitung, ökonomische Unabhängigkeit usw.

Dies ergibt durchaus Sinn, da in der heutigen Zeit z.B. junge Frauen traditionelle Verhaltensmuster wie Heirat nicht sofort als selbstverständlich ansehen. Viele Frauen streben inzwischen stattdessen berufliche Karrieren an.

Bei der Arbeit kamen neue bzw. speziell formulierte Entwicklungsaufgaben wie Aufnahme und Aufbau intimer Beziehungen, Entwicklung einer Identität und Aufbau einer Zukunftsperspektive neu hinzu. Infolge des sozialen Wandels sind heute die Entwicklungsaufgaben Identität, Sexualität und Zukunft/Beruf für Jugendliche in den Vordergrund gerückt.

(vgl. Liepmann et al., 1985, S.56ff)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Einschätzung der Bedeutung der Entwicklungsaufgaben von Jugendlichen. (Dreher & Dreher 1985)

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass der Begriff der Sexualität schwer zu definieren ist, da verschiedene Kulturen wie auch die einzelnen Individuen auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema Sexualität umgehen.

Insgesamt ist jedoch erkennbar, dass der Kern der Aufgaben im Vergleich zwischen den Entwicklungsaufgaben von Havighurst und Dreher & Dreher gleich geblieben ist.

Auch nach Hurrelmann ist das Ziel der Jugendphase die Herausbildung einer sozialen und persönlichen Identität, am Ende steht das produktiv Realität verarbeitende Subjekt. Er gliedert die Entwicklungsaufgaben in vier Bereiche:

- Entwicklung einer intellektuellen/sozialen Kompetenz
- Entwicklung eines inneren Bildes einer Geschlechtszugehörigkeit, Aufbau einer Partnerbeziehung
- Entwicklung von selbstständigen Verhaltensmustern für die Nutzung des Konsum- und Medienmarktes
- Entwicklung eines Normen- und Wertsystems (vgl. Hurrelmann, 2005, 27f).

Da sich die Jugendphase immer mehr erweitert hat, wird es außerdem notwendig, dass Jugendliche sich im Klaren sind d.h., sie müssen und sollen eigenen Erfahrungen im Prozess der Adoleszenz reflektieren.

Die Identitätssuche ist eine der zentralen Aufgaben des Jugendalters. Die Identität muss in sozialer, kultureller und politischer Hinsicht ausgebildet werden, allerdings ist dies nicht immer einfach. (vgl. Fend, 1990, S.27).

Aufgrund dessen kritisiert Baacke, dass die Entwicklungsaufgaben von den Erwachsenen den Jugendlichen als ein „Muss“ vorgetragen werden. Stattdessen müsse man die persönlichen Ziele und Werte der Jugendlichen mit berücksichtigen (vgl. Baacke, 2003, S. 62ff).

Aufgrund des oben Gesagten lässt sich feststellen, dass die Jugend von heute im Allgemeinen immer noch mit den gleichen Problemen wie früher, aber auch mit in der heutigen Zeit neu hinzugekommenen Problemen konfrontiert wird. Jugendliche mit vielen Bewältigungsproblemen neben Berufswahl und Ausbildung zu kämpfen, sodass es nicht verwunderlich ist, dass sie z.B. in vielen Fällen die Lösung beim Alkoholkonsum suchen. Bezüglich der Bewältigungsstrategien sind zwei einfache Methoden zu nennen.

Der Betroffene versucht entweder die Probleme mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu lösen oder er wählt den Weg des Ausweichens und Verdrängens. Viele Jugendliche tendieren zur Verdrängung- bzw. Vermeidung, was zum Alkohol führt. Der Alkohol ist Bestandteil kulturellen Lebens geworden.

Aus diesem Grund sollen Jugendliche lernen, auch in schwierigen Situationen persönliche Interessen, Bedürfnisse und realistische Handlungschancen zu erkennen (vgl. Hurrelmann, 2005, S.54).

Man muss ihnen helfen und sie die Fähigkeit erwerben lassen, mit den Herausforderungen der Umwelt zurechtzukommen.

2.3 Das soziale Umfeld Jugendlicher

Die Entwicklungsaufgaben haben gezeigt, dass Jugendliche in eine soziale Struktur eingebettet sind, bestehend aus verschiedenen Personen (Eltern, Freunde, Lehrer, Arbeitgeber usw.), die alle unterschiedliche Erwartungen/Beziehungen an/zu den jeweiligen Jugendlichen haben. Alle haben Kontakt mit ihnen und beeinflussen ihr Verhalten. In diesem Kapitel werde ich auf Themen wie Familie, Schule und Gleichaltrige eingehen, die zum sozialen Umfeld eines Jugendlichen gehören und sich als besonders wichtige Sozialisationsinstanzen herauskristallisiert haben.

2.3.1 Familie

Die Familie ist die primäre Sozialisationsinstanz Jugendlicher. Im Idealfall wächst das Kind mit beiden Elternteilen zusammen auf. Heute wachsen auch Kinder jedoch vermehrt mit einem Elternteil oder in Patchwork-Familien auf, was andererseits nicht zwingend negative Auswirkungen auf das Kind haben muss. In der Regel erhalten sie in den Familien auch dann die Fürsorge, Zuneigung, den Rückhalt und die Liebe, die sie benötigen.

Doch die Eltern-Kind-Beziehung ändert sich im Laufe der Zeit. Die in der Familie verbrachte Zeit und die emotionale Bindung lassen nach. Im Gegensatz dazu nimmt die Interaktion mit Eltern zu und es werden neue Freiheiten eingefordert.

Vor allem während der Pubertät fühlen Jugendliche sich von den Erwachsenen öfters missverstanden, distanzieren sich und entwickeln im Allgemeinen relativ frühzeitig einen eigenen, von den Eltern weitgehend unabhängigen Lebensstil. Trotzdem bleibt die Familie ein wichtiger Kontext für sie. Sie sind beispielsweise aufgrund der verlängerten Ausbildungszeiten materiell von den Eltern abhängig.

Je nach Strenge der Eltern bzw. Einstellung der Jugendlichen und weiteren Umständen, kann dies zu Konfliktsituationen führen und der Anstieg dieser Konflikte ist nach Fend „als Ausdruck der Resynchronisierung von Eltern-Kind-Beziehungen“ zu sehen. (vgl. Fend, 2001, S.288).

Themen wie Äußerlichkeit, Kleidung, Kaufwunsch und später Konsumverhalten, Freundschaften, Ausgehen oder das Risikoverhalten sind Beispiele dafür, aus welchen Gründen Probleme entstehen. Aber auch Konflikte wegen schulischer Leistungen zeigen sich sehr häufig. Die Kommunikation zwischen den Eltern und Kindern nimmt auch ab und die Eltern verlieren den Einfluss auf ihre Kinder. Jugendliche leiden unter Depressionen, laufen weg oder brechen die Schule ab. Häufig greifen sie auch zum Alkohol oder zu anderen Drogen, was vielfach einen übermäßigen Konsum nach sich zieht. Dies hat für die Gesellschaft negative Auswirkungen. Die gilt insbesondere dann, wenn Jugendliche alkoholisiert ihr Risikoverhalten und Mutproben auf der Straße zeigen möchten. Auf dieses Problem werde ich in den nächsten Kapiteln eingehen.

Zu erwähnen ist natürlich auch, dass es Eltern-Kind-Beziehungen gibt, bei denen dieser Prozess anders abläuft und die Problematiken durchaus gut bewältigt werden. Fend (2001) wies empirisch nach, dass sich ca. drei Viertel aller Jugendlichen bei ihren Eltern trotz häufiger konfliktreicher Auseinandersetzungen wohl fühlen.

Faktoren wie die ökonomischen Ressourcen der Familie, Familienstruktur an sich und die Bildungsressourcen des Elternhauses haben auf die Beziehung ebenfalls einen Einfluss (vgl. ebd., S.294f).

Insgesamt muss man sagen, dass die Instanz Familie für die Persönlichkeits- und die Identitätsbildung der Jugendlichen unverzichtbar ist. Die Familie kann dazu beitragen, Konflikte zu lösen und Spannungen auszubalancieren. Sie erfüllt damit eine herausragende Unterstützungsfunktion (vgl. Hurrelmann, 2005, S.108ff).

2.3.2 Schule

Die sekundäre Sozialisationsinstanz Schule ist für Jugendliche von großer Bedeutung, da sie für die meisten eine sehr lang andauernde Phase des Lebens bestimmt. Analog zur Erweiterung der Jugendzeit ist auch die Schulzeit stetig ausgeweitet worden. Schule stellt an Jugendliche bestimmte Sozial- und Leistungsanforderungen. Unterrichten, Bilden, Erziehen und Beraten sind z.B. Aufgaben der Schule. Des Weiteren sind nach der Theorie von Helmut Fend (1980, 2006) folgende klassische Schulfunktionen zu nennen:

1. Qualifikationsfunktion – Vorbereitung auf spätere Lebensanforderungen in Beruf, Privatleben und gesellschaftlichen Funktionen. Die Vermittlung von Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten als lebensnotwendige Kenntnisse (z.B. Rechnen, Schreiben, Höflichkeit usw.)
2. Selektionsfunktion – Auslese- und Zuweisungsfunktion der Schule (z.B. Schulabschluss)
3. Legitimationsfunktion – Schule muss gesellschaftliche Grundwerte zur Sicherung der Loyalität und Integration vermitteln
4. Sozialisationsfunktion – Vermittlung gesellschaftlich erwünschten Verhaltens

Dennoch kann die Institution Schule aus vielerlei Gründen ein Hindernis für Jugendliche darstellen und der Sozialisationsprozess nicht gut verlaufen. Ein wichtiger Punkt besteht darin, dass infolge der Situation auf dem Arbeitsmarkt sich das Verhältnis zwischen dem Bildungs- und Beschäftigungssystem verändert hat. Die Erwartung der sozialen Umwelt, einen guten und qualitativ hochwertigen Abschluss zu erzielen, verursacht einen Druck, der in letzter Zeit enorm gestiegen ist.

Ein abweichendes Verhalten oder bemerkbare Unsicherheiten kommen dann zustande, wenn der Jugendliche einen Rückschlag in der Schule erleidet oder in eine Stresssituation verwickelt ist, die dazu führt, dass er seine Ziele nicht erreichen kann. Die schulische Belastung kann so weit gehen, dass sie bei den Schülern emotionale Anspannungen, aber auch oft psychosoziales Problemverhalten (z.B. Alkoholkonsum) hervorrufen kann.

Der Konsum sowohl legaler als auch illegaler Drogen zeigt sich vor allem bei Kindern, die von ihren Eltern einem zu hohen Druck ausgesetzt werden. Nach Hurrelmann sind meist Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien betroffen, da sie nicht in der Lage sind, den Anforderungen zu entsprechen (vgl. Hurrelmann, 2005, S.107ff).

2.3.3 Gleichaltrige

Wie bereits erwähnt stellt die Familie für die Kindheit das zentrale und prägende soziale Umfeld dar. Infolge der angesprochenen Probleme und der Ablösung vom Elternhaus nehmen allerdings die Peers, also Freunde und Freundinnen bzw. Gleichaltrige in der Freizeit einen immer höheren Stellenwert ein. Jugendliche entziehen sich der ständigen Kontrolle durch die Eltern und verbringen daher viel Zeit mit Peers, sowohl in der Schule als auch in der Freizeit.

Sie finden hier die Quelle von Freundschaft, Orientierung, emotionaler Stabilisierung und Intimität. Die Gleichaltrigen werden zu einer sehr wichtigen sozialen Bezugsgruppe. Sie können alle möglichen Themen miteinander, wie z.B. Sexualität, besprechen, während dies in der Familie nicht möglich ist. Eine Bestätigung ihrer Identifikation mit Werten, Zielen, Idealen, Vorbildern von Peers zu bekommen, ist für Jugendliche unumgänglich.

Nach Mansel/Hurrelmann ist dies folglich auch für die Identitätsentwicklung ganz wichtig, so können sie Gemeinsamkeiten untereinander erkennen und sich von anderen Personen bzw. der Umwelt abgrenzen und auf diese Weise ihre Identität stabilisieren

(vgl. Mansel/Hurrelmann, 1991, S.17).

Cliquen üben einen also sehr hohen Einfluss auf die Sozialisation aus. Doch neben Identifikations- und Orientierungsmöglichkeiten können sich

negative Einflüsse seitens der Gleichaltrigen zu einem ernsthaften Problem

entwickeln, da durch die Gruppe entwicklungshemmende Werte vermittelt werden können. Als Folgen können sowohl Kriminalität und Gewaltausübung als auch Alkoholkonsum genannt werden. Darüber hinaus gehören Mutproben und Risikoverhalten, um z.B. in eine Gruppe aufgenommen zu werden, ebenfalls dazu. Insgesamt sind die die Peer-Gruppen demzufolge eine zwar notwendige und nützliche, aber auch kritische soziale Gruppe. Aus diesem Grund stehen die Peergroups und ihre Handlungsräume im Gegensatz zu den beiden anderen Sozialisationsinstanzen Schule und Familie. Man kann die Peers auch als Verbindungsglied zwischen Familie und Gesellschaft sehen.

2.4 Risikoverhalten im Jugendalter

Obwohl Jugendliche für Themen wie Gesundheit, Sicherheit, Gefahr usw. im Laufe der Lebensphase ein Bewusstsein entwickeln, neigen sie zu ungesunden und risikoreichen Lebensweisen.

„Unter Risikoverhalten lassen sich in sozialisationstheoretischer

Perspektive alle Verhaltensweisen zusammenfassen, bei denen mittel- und langfristig die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass sie zu Schwierigkeiten der sozialen Integration oder zu Problemen bei der Weiterentwicklung einer stabilen und gesunden Persönlichkeit führen.“ (Engel u. Hurrelmann, 1993, S.9)

Kurz gefasst ist Risikoverhalten daher ein Verhalten, dessen unerwünschte Konsequenz ein Schaden oder ein Verlust sein kann. Nach Luhmann handelt es sich im Falle von Selbstzurechnung um Risiken und im Fall von Fremdzurechnung um Gefahren (vgl. Luhmann, 1990, S.148ff).

In der Literatur werden verschiedene Formen von Risikoverhalten unterschieden. Als Gesundheitsrisiken speziell im Jugendalter beschreibt beispielsweise Seiffge-Krenke (1994) den Konsum legaler und illegaler Drogen, das sexuelle Risikoverhalten, den Bereich der Ernährung, die Suizidgefährdung sowie das riskante Verkehrsverhalten. In gleicher Weise benennen auch Engel und Hurrelmann (1993) die gesundheitsriskanten Verhaltensweisen, im Übrigen aber auch das gewalttätige und delinquente Verhalten. In der Abb.4 sind noch einmal in einer Tabelle die möglichen Schäden und die Handlungsfelder der jeweiligen Risikoverhaltenstypen zusammengefasst.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.4: Typen risikoreichen Verhaltens (vgl. Raithel, 2004, S.24ff)

Hinsichtlich des Risikos wird zwischen „risk behaviour“ (substanzmittelbezogene Risikoverhaltensweisen, z.B. Alkoholkonsum) und „risk taking behaviour“ (risiko-konnotative Verhaltensweisen, z.B. Mutpro­ben) unterschieden. Die Schädigungen, die ein Jugendlicher daraufhin erleidet, können akut oder langfristig sein.

Raithel (2004) betrachtet Risikoverhalten als eine wichtige altersspezifische Verhaltensweise, in der sich die Jugendlichen alltäglichen Problemen stellen.

Ein Beispiel, warum bei Jugendlichen riskante Verhaltensweisen zu beobachten sind, besteht in der Absicht, die Akzeptanz in der Peer-Gruppe zu gewinnen. Um dies zu erreichen, führen sie z.B. Mutproben durch wie nackt über den Schulhof laufen, schnell über die Autobahn laufen, veranstalten Autorennen oder trinken Alkohol bis zum Exzess. Auf diese Weise soll Mut unter Beweis gestellt werden.

Häufig überschätzen sie ihre eigene Fähigkeit und sehen sich als Helden. Unter dem Einfluss von Alkohol führen sie Handlungen durch, ohne über deren Folgen nachzudenken. Ein weiterer Grund für riskantes Verhalten ist die Beeinflussung durch Medien und Gewaltspiele. Jugendliche unterscheiden die Realität nicht von der Spielwelt und führen auch real die im Spiel geforderten Handlungen durch, was mit viel Gewaltpotenzial verknüpft ist. Der Spaßfaktor oder Wille nach etwas Neuem und einem intensiveren Erlebnis stellt für Jugendliche ebenfalls eine entscheidende Motivation dar, um Mutproben durchzuführen. Bei der Befragung NRW Kids 2001 von Raithel (2003) nannten über die Hälfte der Jugendlichen als Motiv für Mutproben „Spaß haben“ oder „etwas Neues ausprobieren“. Hieran ist zu erkennen, dass die Risikowahrnehmung sehr gering ist. Somit sind tödliche Verletzungen von Jugendlichen allzu oft die Folge von risikoreichen Mutproben.

Im nächsten Kapitel werde ich auf das Thema Drogenkonsum und speziell den Konsum der legalen Droge Alkohol eingehen, welcher wie erwähnt auch ein Risikoverhalten darstellt.

3. Alkoholkonsum

Bei der Betrachtung des jugendlichen Alkoholkonsums ist stets zu bedenken, dass das Jugendalter eine Phase ist, in der die jungen Leute eine Vielzahl von Entwicklungsaufgaben bewältigen müssen und in vielerlei Hinsicht ein hohes Risikoverhalten aufweisen. In diesem Kapitel soll der Alkoholkonsum zunächst generell analysiert werden, bevor er auf das Jugendalter mit seinen Besonderheiten fokussiert wird.

3.1 Definition von Drogen

Das in unserer Gesellschaft herrschende Bild des Alkohols ist vergleichsweise positiv geprägt, insbesondere vor dem Hintergrund, dass es sich dabei um eine eigentlich schädliche Substanz handelt. Weil wir Alkohol häufig eher als Genussmittel statt als Droge wahrnehmen, besteht jedoch die Gefahr, die schädigenden Folgen des Alkoholkonsums zu unterschätzen (vgl. Tossmann et al., 2001, S.10). Mit Drogen verbinden wir dagegen meist ein sehr negatives Bild, was nicht zuletzt dadurch verstärkt wird, dass Droge in der Gesetzessprache häufig mit „Rauschgift“ übersetzt wird (vgl. Wilms, 2005, S.19). Vorrangig werden mit dem Drogenbegriff verbotene Substanzen wie etwa Cannabis, LSD oder Heroin assoziiert. Dennoch ist es notwendig, Drogen unabhängig von ihrem Legalitätsstatus zu definieren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet als „Drogen […] alle psychoaktiven und psychotropen Stoffe, die aufgrund ihrer chemischen Beschaffenheit Strukturen oder Funktionen im lebenden Organismus verändern, wobei sich diese Veränderungen besonders in den Sinnesempfindungen, der Stimmungslage, dem Bewusstsein und anderen psychischen Bereichen oder Verhalten bemerkbar machen“ (ebd.). Diese chemischen Stoffe wirken „auf das zentrale Nervensystem […] und [können] die Stimmung, das Verhalten, die Wahrnehmung und das Denkvermögen beeinflussen“ (www.drugcom.de/drogen). Bei beiden Definitionen werden neben verbotenen Substanzen (z.B. Cannabis) auch Stoffe wie Alkohol, Nikotin und Koffein einbezogen, da alle diese Drogen dem Körper schaden und zu einer Abhängigkeit führen können. Erst im engeren Sinne bezeichnen Drogen psychoaktive Stoffe, die durch das Betäubungsmittelgesetz verboten, also illegal sind (vgl. ebd.).

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Details

Seiten
67
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656607700
ISBN (Buch)
9783656607694
Dateigröße
2.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v206942
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,0
Schlagworte
unterrichtseinheit sekundarstufe thema alkoholkonsum jugendalter verkehrssicherheit planung durchführung evaluation

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Titel: Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe I zum Thema Alkoholkonsum im Jugendalter und Verkehrssicherheit