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Geschichtliche Entstehung der Europäischen Union

Hausarbeit 2003 11 Seiten

Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Die neue Weltordnung nach dem 2. Weltkrieg
1.1 Ansätze zur Einigung Europas vor dem 2. Weltkrieg
1.2 Die Entwicklung des zweiten Krieges
1.3 Die Einbindung der BRD in das westliche System und der
1.4 DDR in das östliche
1.4 Die Bildung der Montanunion
1.5 Die ökonomischen Verträge und die Gründung der EWG 1957

2. Von der EWG zur EU
2.1 Die „Norderweiterung“
2.2 Die „Süderweiterung“
2.3 Deutsche Wiedervereinigung
2.4 EFTA-Erweiterung

3. Die Verträge von Maastricht, Amsterdam und Nizza
3.1 Maastricht-Vertrag
3.2 Vertrag von Amsterdam
3.3 Vertrag von Nizza

4. Die Beitritte 2004
4.1 Probleme der EU-Erweiterung
4.2 Zypern-Frage
4.3 Polen-Problematik

5. Die europäische Verfassung

6. Ausblicke
6.1 Möglicher Beitritt Kroatiens
6.2 Rumänien
6.3 Bulgarien
6.4 Die Türkei

7. Schluss: Vom Europa der Vaterländer zum Vaterland Europa

Literaturverzeichnis

Anhang

Verzeichnis der Abbildungen

Verzeichnis der Zeitungsartikel

0. Einleitung

Das Thema dieses Referates ist die Entstehung und die geschichtliche Entwicklung der Europäischen Union. Dabei sollen nicht nur die wichtigsten Meilensteine in der Historie der EU vorgestellt und erklärt werden, sondern eine Tendenz in der Entwicklung aufgezeichnet werden, und zwar unter Berücksichtigung folgender zwei Fragen:

1. Europa der Vaterländer oder Vaterland Europa?
2. Vom durch Kriege zerrissenen Vielvölkergemisch zu den Vereinigten Staaten von Europa?

Meine Theorie ist, dass Europa sich auf dem Weg zu einem Bundesstaat befindet. Es soll also in dieser Arbeit verifiziert werden, dass in einigen Jahren das „Vaterland Europa“ zu Tage tritt.

In diesem Referat ist nicht nur die einschlägige Literatur benutzt worden, sondern auch das zahlreiche Material aus der Presse, welches für die vorliegende Fragestellung unabdingbar ist. In dem Anschnitt „Ausblicke“ wurden die neuesten Artikel aus den Zeitungen benutzt (Zeitraum November)[1], um die aktuellsten Fragestellungen zu beleuchten.

1.Die neue Weltordnung nach dem 2. Weltkrieg

1.1 Ansätze zur Einigung Europas vor dem 2. Weltkrieg

Die Idee eines vereinten Europas existierte bereits im Mittelalter. Schon damals waren die Vorteile bekannt, die heute noch gelten:[2]

- dauerhafter Friede
- gesicherte Handelsbeziehungen
- höherer Wohlstand der Bürger
- Stärkung der beteiligten Staaten

Diese Ideen wurden im 18. und 19. Jahrhundert weiter entwickelt. Rousseau war z.B. Vertreter dieser Ideen zur Einigung Europas.

Nachdem die Kriege in Europa immer schrecklichere Ausmaße annahmen, wurde die Notwendigkeit einer dauerhaften Friedenslösung deutlich. Erste Vorschläge aus der Politik kamen von dem französischen Außenminister Aristide Briande bei der Völkerbundversammlung 1919. Diese Ideen waren aber angesichts des damals herrschenden Nationalismus chancenlos.

Erst die Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges führten in weiten Bevölkerungskreisen zu einer Abkehr vom Ideal des souveränen Nationalstaates. Es setzte sich in der Folgezeit die Erkenntnis durch, dass sich die Nachkriegsprobleme wie z.B. Wiederaufbau des zerstörte Europas, Sicherung eines dauerhaften Friedens, aufkommender Ost-West-Konflikt nur im Rahmen einer europäischen Integration lösen lassen. Bereits 1946 forderte Churchill die Gründung der Vereinigten Staaten von Europa.

1.2 Die Entwicklung des „Kalten Krieges“

Am 11. November 1940 verkündeten der Chef der polnischen Exilregierung, Sikorski, und der Präsident der provisorischen tschechoslowakischen Exilregierung, Benes, zwischen beiden Ländern „eine engere politische und wirtschaftliche Assoziation bilden zu wollen, zu der sie auch andere Länder „des europäischen Kontinents“ einluden.[3]

Beide Regierungen schlossen am 23. Januar 1942 einen Vertrag zur Bildung einer polnisch-tschechoslowakischen Konföderation, genau wie die jugoslawische und griechische Exilregierung wenige Tage zuvor. Im selben Jahr versammelte Sikorski die polnischen, norwegischen, belgischen, niederländischen, luxemburgischen, griechischen und jugoslawischen Exilregierungen und das von Charles de Gaulle geleitete Komitee des „Freien Frankreichs“, um über die Organisation einer Europäischen Gemeinschaft nachzudenken.

Bekanntlich ist aus diesem Projekt nichts geworden. Das lag an der Regierung der Sowjetunion und an Stalin persönlich. Stalin war die antisowjetische Stimmung dort bekannt, daher war ihm wichtig, die an die Sowjetunion grenzenden Staaten zu kontrollieren.

Stalins „Njet“ zur politischen Integration Europas hat die Nachkriegsteilung des Kontinentes untermauert. So wäre es bereits 1950 zur Einigung Europas gekommen.[4]

Bereits in Jalta wurde die Teilung Europas endgültig vorbestimmt. Die Länder des Osteuropas hatten kommunistische Regierungen an der Macht und wurden zu den Satelliten-Staaten der Sowjetunion. Auch die Gründung der DDR war damals schon vorprogrammiert.

1.3 Die Einbindung der Bundesrepublik in das westliche System und der DDR in das östliche

Von Anfang an gab es in der Diskussion zwei Lager. Die eine Seite setzte sich für eine europäische Zusammenarbeit auf der Basis der nationalen staatlichen Souveränität ein, die andere plädierte für eine überstaatliche europäische Ordnung mit starken gemeinschaftlichen Institutionen und einem Vorrang des gemeinsamen Rechts. Beide Konzepte fanden 1949 mit der Schaffung des Europarates in der Praxis ihren Niederschlag.

Die Bundesrepublik Deutschland trat im Juli 1950 dem Europarat bei und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der EGKS. Auf der Grundlage dieser Einbindung in die westeuropäischen Strukturen konnte sie wieder gleichberechtigt ihren Platz in der europäischen Völkerfamilie finden.

Die DDR wurde in das östliche System eingebunden. Die Ostblockstaaten stellten eine politische, wirtschaftliche und Militärgemeinschaft dar; mit der Gründung der EU sollte ein Gegengewicht geschaffen werden. In allen Ländern war die Staatsführung mit der sozialistischen oder kommunistischen Partei gewährleistet. Das war eine politische Grundlage. Die wirtschaftliche bestand darin, dass eine Arbeits- und Ressourcenteilung vorgenommen wurde. So wurden z.B. in der DDR die Ersatzteile für die Weltraumschiffindustrie der Sowjetunion gebaut, Polen und Bulgarien waren beispielsweise für die Nahrungsindustrie verantwortlich. So wurde ein Wirtschaftsraum geschaffen, welcher auch durch den Warschauer Pakt militärisch untermauert wurde.

[...]


[1] Die Artikel stammen aus den Zeitungen „Hamburger Abendblatt“ und „Frankfurter Allgemeine Zeitung“

[2] Nach Weidenfeld, Werner: „Europa – aber wo liegt es?“ Bonn 2002, S. 13

[3] Schmuck, Otto: Motive, Leitbilder und Etappen der Integration, in: Information zur politischen Bildung, 279, S. 5

[4] Juncker, Jean-Claude: Der weite Weg in die Zukunft, in: Der Spiegel 10/2002

Details

Seiten
11
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638245517
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v20754
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung Hamburg – Allgemeine Verwaltung
Note
Sehr gut
Schlagworte
Geschichtliche Entstehung Europäischen Union EU-Recht

Autor

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