Lade Inhalt...

Nationalpolitische Erziehungsanstalten

Formte die Erziehung in den NAPOLAs eine Führerelite?

Essay 2012 8 Seiten

Pädagogik - Geschichte der Päd.

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Totale Erziehung

3. Die Erziehung in den NAPOLAs

4. Elite für den Führer?

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Was wir Ausbilder des Führernachwuchses wollen, ist ein modernes Staatswesen nach dem Muster der hellenischen Stadtstaaten. […] Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung, ihre beste Auslese, sollen herrschen, der Rest hat zu arbeiten und zu gehorchen.“1 Eugen Kogon nutzt diese Aussage, um deutlich zu machen, was den SS-Staat ausmachen soll. Gerade die Betonung auf die Bestenauslese macht deutlich, dass zur Zeit des Nationalsozialismus eine besondere Förderung der Elite stattfinden sollte. Eben diese Förderung wurde durch die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten, bekannter unter der Bezeichnung NAPOLA, umgesetzt. Damit entstand ein Mittel zur Auslese und zur Formung von geeigneten Nachfolgern für wichtige Führungspositionen in zivilen Bereichen des Dritten Reichs.2 Eine zentrale Frage hierbei ist jedoch, wie sich diese Ausbildung darstellte und ob diese wirklich eine Elite für den Führer hervorbrachte.

Im Folgenden sollen kurz die Eckpfeiler der nationalsozialistischen Erziehung aufgezeigt werden. Weiterhin werden exemplarisch genutzte Erziehungsmittel dargestellt und auf die wichtigsten Unterrichtsfächer eingegangen. Als Quellen dienten Bücher, die zum einen die NAPOLAs verschiedener Orte näher beleuchten, zum anderen durch Erfahrungsberichte ehemaliger Schüler einen tiefen Einblick in den Alltag der Eliteschulen ermöglichen.

2. Totale Erziehung

Um den Sinn und Zweck der NAPOLAs verstehen und nachvollziehen zu können, ist es von großer Bedeutung, die Eckpfeiler der nationalsozialistischen Erziehung zu betrachten.

Adolf Hitler selbst vertrat die Auffassung, dass „[d]ie gesamte Bildungs- und Erziehungsarbeit des völkischen Staates .. ihre Krönung darin finden [muss], daß sie den Rassesinn und das Rassegefühl instinkt- und verstandesmäßig in Herz und Gehirn der ihr anvertrauten Jugend hineinbrennt.“3 Hier zeigt sich bereits der erste, für Hitler wichtigste, Eckpfeiler der Erziehung im Nationalsozialismus. Ein jeder Schüler sollte bereits frühzeitig an die Rassentheorie herangeführt werden. Jedoch kam Hitlers Auffassung von Bildung und Erziehung nicht völlig zum Tragen. Durch Streitigkeiten zwischen Partei und Staat war die Totale Erziehung nie komplett ausgearbeitet. Weiterhin ermöglichte der rasche Wandel von Weimarer Republik zum Nationalsozialismus und dem folgenden Kriegsverlauf keine Ausarbeitung akkurater Konzepte und Erziehungsziele.4

„absolute Unterordnung unter die jeweils höhere Autorität“5 wurde als weiterer zentraler Punkt der Erziehung genutzt, um frühzeitig eine militärische Hierarchie zu etablieren und den Nachwuchs auf spätere Lebensabschnitte im Dritten Reich vorzubereiten. Auch die Organisation des Sports, der eher einem Drill, als einer Art von Spaß glich, führte zu diesem Ergebnis. Gleichzeitig verankerte diese pädagogische Umsetzung die Anschauung des Rechts des Stärkeren.6 Der genannte Militarismus wird weiterhin durch die Tatsache gefördert, dass die Schüler die Fähigkeit besitzen müssen, reflexartig bestehende Normen abzulegen und eine Bereitschaft zu Gewalt und Tötung aufzuweisen. Auch die Abrichtung des Körpers und das Exerzieren von Formaldienst unterstreicht eben dieses pädagogische Ziel.7

[...]


1 Kogon, Eugen (1946): „Der SS-Staat“. Frankfurt/Main: Verlag der Frankfurter Hefte. S. 1

2 Vgl. Leineweber, Bernd; Schneider, Christian; Stillke, Cordelia (1996): „Das Erbe der Napola - Versuch einer Generationengeschichte des Nationalsozialismus“ 2. Auflage. Hamburg: Hamburger Edition. S. 33

3 Hitler, Adolf (1943): „Mein Kampf“. 855. Auflage. http://archive.org/download/Mein- Kampf2/HitlerAdolf-MeinKampf-Band1Und2855.Auflage1943818S..pdf. Abgerufen am: 03.01.2013. S. 475

4 Vgl. Leineweber, Bernd; Schneider, Christian; Stillke, Cordelia (1996): „Das Erbe der Napola - Versuch einer Generationengeschichte des Nationalsozialismus“ 2. Auflage. Hamburg: Hamburger Edition. S. 53

5 Müncheberg, Hans (1991): „Gelobt sei, was hart macht - Aus dem Leben eines Zöglings der NAPOLA“. Potsdam, Berlin. S. 271

6 Vgl. Leineweber, Bernd; Schneider, Christian; Stillke, Cordelia (1996): „Das Erbe der Napola - Versuch einer Generationengeschichte des Nationalsozialismus“ 2. Auflage. Hamburg: Hamburger Edition. S. 55

7 Vgl. Leineweber, Bernd; Schneider, Christian; Stillke, Cordelia (1996): „Das Erbe der Napola - Versuch einer Generationengeschichte des Nationalsozialismus“ 2. Auflage. Hamburg: Hamburger Edition. S. 56-57

Details

Seiten
8
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656349587
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v207614
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
Schlagworte
nationalpolitische erziehungsanstalten formte erziehung napolas führerelite

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Nationalpolitische Erziehungsanstalten