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Die Debatte um die Mohammed-Karikaturen

„Kunst- und Pressefreiheit versus Verletzung religiöser Gefühle“

Essay 2010 6 Seiten

Medien / Kommunikation - Medienethik

Leseprobe

Kunst- und Pressefreiheit versus Verletzung religiöser Gefühle“ [1]

Die Debatte um die Mohammed- Karikaturen

Im Verlauf des Streits um die zwölf Mohammed- Karikaturen in Dänemarks Tageszeitung „Jylland- Posten“ wurden nach einer Auflistung auf der Website ‚Cartoon Body Count: Death by Drawing‘ bis zum 22. Februar 2006 139 Menschen getötet und 823 verletzt.[2] Dass die Veröffentlichung ihrer Bilder solche verheerenden Folgen nach sich ziehen würden, hatten die Zeichner nicht bedacht. Was in Dänemark harmlos begonnen hatte, verursachte eine internationale Debatte über die Konflikte zwischen Ost und West. Im Folgenden sollen Argumente und Positionen heraus gearbeitet werden, die wichtige Vertreter der muslimischen und der westlichen Welt zu den Karikaturen, der Debatte und ihren Folgen geäußert haben. Die Ergebnisse sollen anschließend ausgewertet werden.

Zunächst sollen die Argumente vorgestellt werden, die die Mohammed- Karikaturen beurteilen und durch sie mangelnde Kenntnisse des Islams im Westen schlussfolgern. Außerdem werden Gefahren diskutiert, die die Karikaturen mit sich bringen.

Die Veröffentlichung der Mohammed- Karikaturen wurde von marokkanischen Karikaturisten als Form eines neuen Terrorismus angesehen. Außerdem wirft man den Mohammed- Karikaturisten mangelnde Kenntnisse über den Islam allgemein und speziell über den Propheten Mohammed vor. Die Karikaturen seien mit den Grundsätzen der Demokratie in den europäischen Staaten nicht vereinbar, da diese den religiösen Umgang eigentlich respektieren und ihn als unantastbar geltend machen.[3] Die bekannteste Karikatur von Kurt Westergaard zeigt Mohammed mit einer Bombe als Turban. So gesehen wird dem Zeichner also vorgeworfen, was er dem Islam vermutlich selbst vorwerfen wollte: die Anwendung von Gewalt aufgrund einer politischen Motivation. Die Gewalt besteht im Fall der Karikaturen weder auf einer physischen noch einer verbalen Ebene, sondern auf einer neuen bildlichen und symbolhaften Ebene. Deshalb waren vor allem Karikaturisten auf der ganzen Welt geschockt, was ihre Ausdrucksform, ihr Medium, auf das sie spezialisiert sind, international anrichten konnte. Ihre Meinung soll nun betrachtet werden.Karikaturisten haben sich international über die Karikaturen aufgeregt, denn die meisten sind der Meinung, dass diese die Religion als Ganzes diffamieren, was professionelle Karikaturisten nicht beabsichtigen würden.[4] „Für die Zeichner gehen die Mohammed- Karikaturen zudem am eigentlichen Problem vorbei, denn es war und ist ja der islamische Fundamentalismus und der aus ihm erwachsene Terrorismus, den es zu kritisieren gilt.“[5] Eine gute Karikatur sollte die Schwächen einer Person entlarven ohne sie dennoch zu verletzen.[6] Die Mohammed- Karikaturen haben aber nicht einmal richtig eine Schwäche entlarvt und trotzdem verletzt.

[...]


[1] Uli Schöler, Wenn der Zauberlehrling am Pfropfen spielt. Mohammed- Karikaturen und Pressefreiheit –

eine falsche Debatte, in: Neue Gesellschaft, Frankfurter Hefte, Nr. 4, 2006, S. 17

[2] siehe Florian Reil, Ein Kind der Aufklärung? Anlässlich der Mohammed- Karikaturen streiten Karikaturisten über den Sinn von Bildsatiren, in: eins. Entwicklungspolitik, Verein zur Förderung von entwicklungspolitischer Publizistik, Frankfurt am Main, 2006, Nr. 10, S. 50

[3] ebd.

[4] vgl. Florian Reil, Ein Kind der Aufklärung, S. 51

[5] ebd.

[6] vgl. Uli Schöler, Wenn der Zauberlehrling am Pfropfen spielt, S. 16

Details

Seiten
6
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656349464
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v207690
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Schlagworte
debatte mohammed-karikaturen kunst- pressefreiheit verletzung gefühle
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Titel: Die Debatte um die Mohammed-Karikaturen