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Das Verhältnis zwischen Pfarrei und Kirchgemeinde in der Schweiz aus konzilstheologischer Sicht

Seminararbeit 2013 42 Seiten

Jura - Öffentliches Recht / Staatsrecht / Grundrechte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Materialienverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Pfarrgemeinde als Pfarreikirche?
2.1 Ekklesiologische Stellung der Pfarrei
2.2 In der Welt verfasste Pfarrgemeinde als Volk Gottes und Leib Christi in synodaler Gestalt

3. Kirchliche Stellung der Kirchgemeinde

4. Ekklesiologisch begründete Zuordnung der Kirchgemeinde zur Pfarrei

5. Definitorische Spannungsverhältnisse
5.1 Zweierlei Mitgliedschaft
5.2 Kirchgemeindliche Ausgrenzung von Pfarreimitgliedern
5.3 Zweierlei Ende der Mitgliedschaft
5.4 Nichtidentische territoriale Abgrenzung
5.5 Nichtidentischer Wohnsitzbegriff
5.6 Divergierender Errichtungs-,Veränderungs- und Aufhebungsgrund

6. Strukturbedingte Spannungsfelder
6.1 Mitverantwortung der Gläubigen an der Pfarreiseelsorge via Kirchgemeinde?
6.2 Demokratisches Selbstverständnis der Kirchgemeinde und Kirchgemeindeautonomie
a) Kirchgemeinde als demokratische Ergänzung der hierarchisch verfassten Pfarrei
b) Folgt aus der Kirchgemeindeautonomie kongregationalistische Pfarreiautonomie?
6.3 Kirchgemeindliche Bestellung und Abberufung der Pfarreiseelsorger
a) Bestellung
b) Abberufung
6.4 Gemeindeseelsorge im Spannungsfeld
6.5 Einschränkung der bischöflichen Entscheidungsfreiheit

7. Auseinanderdriften des Selbstverständnisses von Pfarrei und Kirchgemeinde

8. Ausblick

Thesen

Materialienverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Literaturverzeichnis

Adam Schwartz Michèle: Pfarrei und Kirchgemeinde. Verhältnisbestimmung für die deutschsprachige Schweiz unter spezifischer Berücksichtigung rechtshistorischer Aspekte (= ReligionsRecht im Dialog 14), Diss. Luzern 2011 / Zürich/Berlin 2012 (zit. Adam, Pfarrei).

Aimone Pier Virgino: Rechtsgeschichtliche und rechtskanonische Bemerkungen und Überlegungen zur Pfarrei, in: Schifferle Alois (Hrsg.): Pfarrei in der Postmoderne? Gemeindebildung in nach­christlicher Zeit. Für Leo Karrer, Freiburg i.Br. 1997, 143-157 (zit. Aimone, Bemerkungen).

Amherd Moritz: Die Entwicklung und Bedeutung der staatskirchenrechtlichen Strukturen in der Schweiz nach dem II. Vatikanum. Einige Erfahrungen und Gedanken, in: FS Henrici, 521-532 (zit. Amherd, Entwicklung).

Amherd Moritz: Kirchliche Räte und staatskirchenrechtliche Organe zwischen Konkurrenz und Kooperation, in: Carlen, Räte, 45-54 (zit. Amherd, Räte).

Arrieta Juan Ignacio: Sakramentale Struktur und soziale Gestalt der Kirche. Kurze Betrachtungen über die Lage in der Schweiz, in: Gerosa/Müller, 321-332 (zit. Arrieta, Struktur).

Carlen Louis (Hrsg.): Räte in der Kirche zwischen Recht und Alltag. Vorträge an einer Tagung an der Universität Freiburg (Schweiz) (= FVKS 24), Freiburg i.Ue. 1987 (zit. Carlen, Räte).

Cattaneo Arturo: Lehren aus dem „Fall Röschenz“, in: Gerosa/Müller, 209-216 (zit. Cattaneo, Lehren).

Cavelti Urs Josef: Das schweizerische Staatskirchenrecht und das neue kirchliche Vermögensrecht, in: ders., Kirchenrecht, 199-221 (zit. Cavelti, Staatskirchenrecht).

Cavelti Urs Josef: Der Kirchenaustritt nach staatlichem Recht, in: ders., Kirchenrecht, 173-198 (zit. Cavelti, Kirchenaustritt).

Cavelti Urs Josef: Entwicklung und neues Bewusstsein der staatskirchenrechtlichen Organisationen, in: ders., Kirchenrecht, 223-235 (zit. Cavelti, Entwicklung).

Cavelti Urs Josef: Kirchenrecht im demokratischen Umfeld. Ausgewählte Aufsätze. Herausgegeben von René Pahud de Mortanges (= FVRR 7), Freiburg i.Ue. 1999 (zit. Cavelti, Kirchenrecht).

Cavelti Urs Josef: Mitgliedschaft in Kirchgemeinde und Kirche, in: SKZ 165 (1997) 731-734 (zit. Cavelti, Mitgliedschaft).

Cavelti Urs Josef: System und Funktion der staatskirchenrechtlichen Organe in der Schweiz, in: Carlen, Räte, 31-43 (zit. Cavelti, System).

Corecco Eugenio: Katholische „Landeskirche“ im Kanton Luzern. Das Problem der Autonomie und der synodalen Struktur der Kirche, in: AfkKR 139 (1970) 3-42 (zit. Corecco, Landeskirche).

Feigenwinter Beat: Die römisch-katholischen Kirchgemeinden und Landeskirchen und ihr Verhältnis zur kirchlichen Ordnung unter besonderer Berücksichtigung des partikularrechtlichen und des staatskirchlichen Rechts in der Diözese Basel, Diss. Basel 1973 (zit. Feigenwinter, Kirchgemeinden).

von Felten Peter: Zum Verhältnis Pfarreirat – Kirchgemeinderat, in: SKZ 139 (1971) 209-210 (zit. von Felten, Verhältnis).

Fuchs Johannes-Georg: Zugehörigkeit zu den Schweizer evangelisch-reformierten Volkskirchen, in: Carlen, Austritt, 173-220 (zit. Fuchs, Zugehörigkeit).

Fürer Ivo: Besonderheiten der Teilkirchen in der Schweiz, in: Gerosa/Müller, 80-84 (zit. Fürer, Besonderheiten).

Gerosa Libero: Die staatskirchenrechtliche Vielfalt in der Schweiz, in: AfkKR 156 (1987) 34-47 (zit. Gerosa, Vielfalt).

Gerosa Libero: „Kirchenaustritt“: Austritt aus der Kirche oder lediglich Austritt aus einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft?, in: ders./Müller, 147-168 (zit. Gerosa, Austritt).

Gerosa Libero/Müller Ludger (Hrsg.): Katholische Kirche und Staat in der Schweiz (= Kirchen­recht­liche Bibliothek 14), Zürich/Berlin 2010 (zit. Gerosa/Müller).

Grichting Martin: Das Verfügungsrecht über das Kirchenvermögen auf den Ebenen von Diözese und Pfarrei (= Münchener theologische Studien. III. Kanonistische Abteilung, Bd. 62), Habil. München / St. Ottilien 2007 (zit. Grichting, Verfügungsrecht).

Grichting Martin: Kirche oder Kirchenwesen? Zur Problematik des Verhältnisses von Kirche und Staat in der Schweiz, dargestellt am Beispiel des Kantons Zürich (= FVKS 47), Freiburg i.Ue. 1997 (zit. Grichting, Kirche).

Gut Walter: «Landeskirchen» und «Kantonalkirchen» im Lichte des Zweiten Vatikanischen Konzils, in: FS Henrici, 533-553 (zit. Gut, Landeskirchen).

Gut Walter: «Landeskirchen» und «Kantonalkirchen» im Lichte des Zweiten Vatikanischen Konzils. Eine ekklesiologisch-staatskirchenrechtliche Analyse, in: ders.: Fragen zur Rechtskultur in der katholischen Kirche, Freiburg i.Ue. 2000, 55-121 (zit. Gut, Konzil).

Hafner Felix/Brosi Urs: Bischöfliche Personalentscheide und landeskirchliches Recht. Gutachten: Das Verhältnis der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Basel-Landschaft zu ihren Kirch­gemeinden, wenn Seelsorgenden die missio canonica entzogen wird. Römisch-katholische Landes­kirche des Kantons Basel-Landschaft (Hrsg.), Basel 2007 (zit. Hafner/Brosi).

Hallermann Heribert: Pfarrei und pfarrliche Seelsorge. Ein kirchenrechtliches Handbuch für Studium und Praxis (= Kirchen- und Staatskirchenrecht 4), Paderborn 2004 (zit. Hallermann, Pfarrei).

Henrici Peter: Eine Problemanzeige: Das schweizerische Staatsverständnis in seiner Auswirkung auf das Verhältnis Staat-Kirche, in: Gerosa/Müller, 17-28 (zit. Henrici, Problemanzeige).

Henrici Peter: Gegenwart und Zukunft des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche(n), in: SKZ 172 (2004) 918 und 920-923 (zit. Henrici, Gegenwart).

Henrici Peter: Kirche und Staat in der Schweiz, in: SKZ 172 (2004) 177-180 (zit. Henrici, Kirche).

Karrer Leo: Katholische Kirche Schweiz. Der schwierige Weg in die Zukunft, Freiburg i.Ue. 1991 (zit. Karrer, Kirche).

Koch Kurt: Der Bischof als erster Verkünder, Liturge und Leiter der Ortskirche, in: SKZ 168 (2000) 174 und 176-180 (zit. Koch, Bischof).

Koch Kurt: Die Kirche Gottes. Gemeinschaft im Geheimnis des Glaubens, Augsburg 2007 (zit. Koch, Kirche).

Koch Kurt: Ekklesiologische und staatskirchenrechtliche Fragestellungen im Bistum Basel, in: SJKR 13 (2008) 23-58 (zit. Koch, Fragestellungen [2008]).

Koch Kurt: Ekklesiologische und staatskirchenrechtliche Fragestellungen im Bistum Basel, in: Gerosa/Müller, 291-320 (zit. Koch, Fragestellungen [2010]).

Koch Kurt: I sistemi di diritto ecclesiastico nella Svizzera tedesca e l’ecclesiologia del Concilio Vaticano II. Un’analisi teologica della situazione attuale, in: Ius Ecclesiae. Rivista Internazionale di Diritto Canonico 13 (2001) 49-70 (zit. Koch, sistemi).

Koch Kurt: Im Staatskirchenrecht nach pastoraler Notwendigkeit entscheiden. Erwartungen eines Diözesanbischofs an staatskirchenrechtliche Organe, in: RKZ, Weiterentwicklung, 27-35 (zit. Koch, Notwendigkeit).

Koch Kurt: Kirche an der Schwelle zum dritten Jahrtausend, in: SKZ 167 (1999) 702, 704-709 und 722-725 (zit. Koch, Schwelle [1999]).

Koch Kurt: Kirche an der Schwelle zum dritten Jahrtausend. Wegweisungen in die Zukunft, in: ders.: Kirche im Übergang zum dritten Jahrtausend. Wegweisungen für die Kirche der Zukunft, Freiburg i.Ue. 2000, 12-30 (zit. Koch, Schwelle [2000]).

Koch Kurt: Kirche an der Schwelle zum dritten Jahrtausend. Wegweisungen in die Zukunft, in: Gajáry Aladár (Hrsg.): Die Zeichen der Zeit erkennen. Theologische Zeitsignaturen am Beginn des 21. Jahr­hun­derts (= Schriftenreihe der Theologischen Hochschule Chur 4), Freiburg i.Ue. 2004, 59-85 (zit. Koch, Schwelle [2004]).

Koch Kurt: Kirche in der Schweiz: ein ekklesiologischer Testfall? Versuch einer vergleichenden Pas­toral­ekklesiologie, in: ders.: Gottlosigkeit oder Vergötterung der Welt? Sakramentale Gotteserfahrun­gen in Kirche und Gesellschaft, Zürich 1992, 183-206 (zit. Koch, Testfall).

Koch Kurt: Kirchlich oder staatskirchenrechtlich?, in: SKZ 176 (2008) 485-488 und 497-498 (zit. Koch, Kirchlich).

Koch Kurt: Staatskirchenrechtliche Systeme und katholische Ekklesiologie, in: SKZ 168 (2000) 541-542 und 544-555 (zit. Koch, Systeme).

Koch Kurt: Zusammenfassendes Schlusswort am Ende der Tagung, in: Gerosa/Müller, 279-285 (zit. Koch, Schlusswort).

Kraus Dieter: Kirche und Demokratie im schweizerischen Staatskirchenrecht. Zum Verhältnis kanoni­scher und kantonaler Prinzipien in der römisch-katholischen Kirchenorganisation der Schweiz, in: Internationale katholische Zeitschrift »Communio« 25 (1996) 169-179 (zit. Kraus, Kirche).

Kraus Dieter: Schweizerisches Staatskirchenrecht. Hauptlinien des Verhältnisses von Staat und Kirche auf eidgenössischer und kantonaler Ebene (= Jus Ecclesiasticum 45), Diss. Tübingen 1993 (zit. Kraus, StKiRe).

Listl Joseph/Schmitz Heribert (Hrsg.): Handbuch des katholischen Kirchenrechts, 2. Auflage, Regens­burg 1999 (zit. Listl/Schmitz, HdbkKR2).

Loretan Adrian: Kirchgemeinde und Pfarrei – Ein Zusammenspiel ungleicher Partnerinnen, in: SKZ 165 (1997) 553-555 (zit. Loretan, Zusammenspiel).

Loretan Adrian: Pfarrei und Kirchgemeinde – ein ungleiches Paar. Zum Staatskirchenrecht in der Schweiz, in: Liggenstorfer Roger/Muth-Oelschner Brigitte (Hrsg.): (K)Ein Koch-Buch. Anleitungen und Rezepte für eine Kirche der Hoffnung. Festschrift zum 50. Geburtstag von Bischof Dr. Kurt Koch, Freiburg i.Ue. 2000, 623-637 (zit. Loretan, Pfarrei).

Nay Giusep: Freie Kirche im freien Staat, in: FS Henrici, 475-483 (zit. Nay, Kirche).

Nay Giusep: Kirche und Staat im Lichte der Religionsfreiheit. Die schweizerische Lösung des Dualismus, in: Loretan Adrian/Luzzatto Franco (Hrsg.): Gesellschaftliche Ängste als theologische Herausfor­derung. Kontext Europa, Münster 2004, 65-78 (zit. Nay, Lichte).

Nay Giusep: Organisatorische Verselbständigung als Leitidee. Staatsrechtliche Überlegungen zum kirchlichen Selbstbestimmungsrecht, in: RKZ, Weiterentwicklung, 19-26 (zit. Nay, Verselbstän­digung).

Nay Giusep: Schweizerischer Rechtsstaat und Religionsgemeinschaften: Hilfen und Grenzen, in: Loretan-Saladin Adrian/Bernet-Strahm Toni (Hrsg.): Das Kreuz der Kirche mit der Demokratie. Zum Verhältnis von katholischer Kirche und Rechtsstaat, Zürich 2006, 35-47 (zit. Nay, Rechtsstaat).

Nay Giusep: Staatskirchenrecht: Der Dualismus als Chance, in: SKZ 172 (2004) 898 und 900-903 (zit. Nay, Staatskirchenrecht).

Noser Hans Beat: Pfarrei und Kirchgemeinde. Studie zu ihrem rechtlichen Begriff und grundsätzlichen Verhältnis (= FVKS 13), Freiburg i.Ue. 1957 (zit. Noser, Pfarrei).

Noser Hans Beat: Zum Verhältnis Pfarreirat – Kirchgemeinderat, in: SKZ 139 (1971) 103-105 (zit. Noser, Verhältnis).

Odermatt Alois: Kirchensteuern in der Schweiz. Öffentlich-rechtliche Körperschaften mit pastoraler Bedeutung, in: Una Sancta 53 (1998) 257-264 (zit. Odermatt, Kirchensteuern).

Odermatt Alois: Synodale Ordnung durch Verhandeln und Vereinbaren. Eine Skizze über Bedeutung und Zukunft der staatskirchenrechtlichen Körperschaften – am Beispiel der Kirchgemeinde, in: Bischofberger Pius/Collet Giancarlo/Helbling Kurt (Hrsg.): Verheissung und Anstoss. Festschrift für Josef Amstutz zum 60. Geburtstag, Luzern 1987, 181-205 (zit. Odermatt, Ordnung).

Pahud de Mortanges René: Die Erklärung des Austritts aus der römisch-katholischen Kirche. Kirchen­rechtliche und staatskirchenrechtliche Konsequenzen, in: SJKR 8 (2003) 103-143 (zit. Pahud de Mor­tanges, Erklärung).

Rauber Karl-Josef: Das Verhältnis von Kirche und Staat in der Schweiz, in: Loretan Adrian (Hrsg.): Kirche – Staat im Umbruch. Neuere Entwicklungen im Verhältnis von Kirchen und anderen Reli­gi­ons­gemeinschaften zum Staat, Zürich 1995, 170-177 (zit. Rauber, Verhältnis).

Ries Markus: Kirche und Landeskirche im Bistum Basel. Der nachkonziliare Struktur- und Bewusst­seinswandel in Räten und Behörden, in: Kirchschläger Walter/Ries Markus (Hrsg.): Glauben und Denken nach Vatikanum II. Kurt Koch zur Bischofwahl, Zürich 1996, 133-156 (zit. Ries, Kirche).

Ries Markus: Kirchenaustritt und Doppelstruktur, in: SKZ 166 (1998) 97-99 (zit. Ries, Kirchen­austritt).

Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (Hrsg.): Weiterentwicklung des Staatskirchen­rechts. Aktuelle Herausforderungen im Licht der Denkanstösse von Urs Josef Cavelti. Symposium an der Universität St. Gallen [vom] Freitag, 14. März 2008, Zürich 2008 (zit. RKZ, Weiterentwicklung).

Schick Ludwig: Die Pfarrei, in: Listl/Schmitz, HdbkKR2, 484-496 (zit. Schick, Pfarrei).

Walser Markus: Pfarrei, Kirchgemeinde und Landeskirche in der Diözese Chur, in: AfkKR 163 (1994) 423-440 (zit. Walser, Pfarrei).

von Weber Franz Xaver: Das staatskirchliche System als institutionalisierte Krise, in: SKZ 172 (2004) 903-904 und 909-911 (zit. von Weber, System).

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Gemäss einer verbrei­teten Ansicht sind die hiesigen Kirchgemeinden Teil der ortskirchlichen Umsetzung der Volk-Gottes-Ekklesiologie des Zweiten Vatikanischen Konzils.[1] Zudem verstehen viele Schweizer Katholiken die Pfarrgemeinde als eigentliche ‚Ortskirche‘, wo die Kirche an der ‚Basis‘ lebt und sich von dorther aufbaut.[2] Sie begreifen die demokratische Mitgestaltung des Pfarreilebens mittels der Kirchgemeinde als theologisch legitime Ausübung des vom Vaticanum II betonten Priestertums aller Gläubigen, wobei die Taufe quasi die geistlich-kirchliche Bürgerschaft und die Firmung die geistlich-kirchliche Mündigkeit bedeu­tet. Denn das biblische Vorbild der neutestamentlich-paulinischen (Orts-)Gemeinden, die als (Orts-)Kirchen galten,[3] ist nach hiesigem modern-liberalen Gemeindever­ständnis am ehesten mittels einer demokratischen Gemeinde­ordnung zu verwirklichen. Da die Kirchge­meinde von den Gläubigen oft viel unmit­telbarer erfahren werden kann als die Pfarrei[4] und in der tägli­chen Wahrnehmung der Kirche die Kirchgemeinde dominiert[5], wirkt diese nämlich viel direk­ter auf das Bewusstsein der Gläubigen ein und prägt deren kirchliches Selbstverständnis mehr im kirch­gemeindlichen Sinn als des konzilstheologisch-kanonischen Pfarreiverständ­nisses[6], so dass sich die Gläubigen Teil mehr der Kirchgemeinde als der Pfarrei fühlen[7].

Gibt es aus Sicht des Vaticanum II, nach dessen Lehre die Pfarrei im aktuellen Kirchenrecht (namentlich CIC/83) ausgestaltet ist, eine theologische Dimension der Kirchgemeinde? Ist die Kirchgemeinde Teil der Kirche wie die Pfarrei? Welche Stellung kommt der Pfarrei in der Kirche zu? Wie unter­scheiden sich Pfarrei und Kirchgemeinde aus konzilstheologischer Sicht? Um diese und wei­tere derartige Fragen beantworten zu können, ist eine Auseinander­setzung mit den konzils­theologischen Grundlagen der Pfarrei und den allenfalls vorhandenen der Kirchgemeinde erforderlich. Im Folgenden setzen wir uns daher mit der Frage, ob die Pfarr­gemeinde eine örtliche Kirche ist, der kirch­lichen Stellung der Kirchgemeinde, der ek­kle­siologisch begründeten Zuordnung der Kirch­gemeinde zur Pfarrei, den definititorischen Spannungsverhältnissen und strukturell be­dingten Spannungsfeldern sowie dem Auseinander­driften des Pfarrei- und Kirchgemeinde­selbst­verständnisses auseinander und wagen schliess­lich einen Ausblick.

2. Pfarrgemeinde als Pfarreikirche?

2.1 Ekklesiologische Stellung der Pfarrei

Die Pfarrei ist die unterste Organisationsstruktur der Kirche bzw. des in ihr versammelten Volkes Gottes[8] und wird vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) wesentlich als eine Ge­meinschaft von Gläubigen beschrieben, die Teil des Gottesvolkes einer Teilkirche (Orts­kirche) bzw. Vergegen­wärtigung des neuen Gottesvolkes an einem konkreten Ort ist[9]. Dabei ist die Ortskirche (örtliche Teilkirche) gemäss der Ekklesiologie des Vaticanum II[10] und in dessen Folge des CIC/83[11] nicht eine einzelne Pfarrei, sondern die Diözese unter Leitung des Bischofs,[12] was dadurch zum Ausdruck kommt, dass der Pfarrer im Auftrag und unter der Aufsicht des Bischofs seine Pfarrei leitet[13]. Da sich jede Diözese in Pfarreien als deren Teile aufgliedert[14], setzt sich die Ortskirche aber – ohne aus ihnen zu bestehen[15] – aus den Pfarreien zusammen. Insofern ist die Kirche Christi auch in den Pfarreien anwesend[16], zumal insbesondere die Pfarreien die sichtbare Kirche darstellen[17] bzw. das Volk Gottes in der Pfarrgemeinschaft seine Sichtbarkeit erfährt[18], die kirchliche communio ihren unmittelbaren und greifbaren Ausdruck in der Pfarrei findet[19], sie die Kirche örtlich konkret realisiert[20] und quasi Zelle der Diözese ist[21]. So ereignet sich die Kirche zwar durchaus zuerst in der Pfarrei, erschöpft sich in ihr aber nie.[22] Denn die Pfarrei existiert und wirkt innerhalb der Teilkirche oder Diözese,[23] räumlich verfasst unter einem Seelsorger, der den Bischof vertritt,[24] so dass die Pfarrei eine territorial oder personal gegliederte Teilgemeinschaft der Partikularkirche ist[25]. Der Pfarrer hat gemäss dem Vaticanum II und dem CIC/83 als Vorsteher der Pfarrei die­se Gemeinschaft unter der Autorität des Diö­zesanbischofs und an seiner Stelle – in Teilhabe an dessen teil­kirchlicher Hirtenaufgabe in Anteilhabe am Amt Christi – zu lehren, heiligen und leiten,[26] wobei auch andere Priester oder Diakone mitwirken sowie Laien nach Massgabe des Rechts mithelfen[27]. Gemäss dem CIC/83 ist die Pfarrei entsprechend eine territorial abge­grenzte oder personal bestimmte Gemein­schaft von Gläubigen, die in einer Teilkirche vom Diözesan­bischof auf Dauer errichtet ist und deren Seelsorge unter der Autorität des Diözesan­bischofs einem Pfarrer als ihrem eigenen Hirten anvertraut wird.[28] Dabei sind die Pfarreien in die hierarchische Struktur der Kirche eingegliedert sowohl durch ihre Errichtung seitens des Diözesanbischofs[29] als auch durch die bischöfliche Beauftragung des Pfarrers und dadurch, dass der Pfarrer als Stellvertreter des Ortsbischofs das hierarchische Band mit der gesamten Teilkirche darstellt[30]. Mitte und Höhepunkt des Pfarreilebens ist die Eucharistiefeier,[31] in welcher die Pfarrei das sakramentale Band ihrer communio mit der gesamten Kirche findet.[32]

Da die rechtmässig errichtete kanonische Pfarrei im staatlichen Recht nur in den Kantonen Freiburg, Tessin und Wallis unmittelbar sowie im Kanton Obwalden mittelbar anerkannt ist, kann sie sich in der Schweiz von vornherein nur hier auch tatsächlich als Ortsgemeinde im Sinn des Zweiten Vatikanischen Konzils entfalten.

[...]


[1] Vgl. Koch, Fragestellungen [2008], 24, und ders., Fragestellungen [2010], 292.

[2] Henrici, Problemanzeige, 25 m.H.

[3] Vgl. z.B. 1 Kor 1.2 und 2 Kor 1.1, die von der „Kirche Gottes, die in Korinth ist“ sprechen.

[4] Vgl. Koch, Fragestellungen [2008], 35, und ders., Fragestellungen [2010], 301.

[5] Koch, sistemi, 58.

[6] Vgl. Koch, Fragestellungen [2008], 35, und ders., Fragestellungen [2010], 301.

[7] Koch, sistemi, 58.

[8] Walser, Pfarrei, 433; vgl. auch z.B. Gut, Konzil, 61.

[9] Hallermann, Pfarrei, 72 unter Hinweis auf Art. 26 Abs. 1 und Art. 28 Abs. 2 LG sowie Art. 42 SC.

[10] Vgl. Art. 11 Abs. 1 CD sowie Art. 23 Abs. 1 und 3 sowie Art. 26 Abs. 1 LG.

[11] Vgl. Cann. 368 f. i.V.m. Can. 372 § 1 CIC/83.

[12] Vgl. statt vieler Cattaneo, Lehren, 213 m.H.; Gut, Konzil, 91 m.H.; ders., Landeskirchen, 546 m.H.; Grichting, Kirche, 208; Hafner/Brosi, 1 f.; Henrici, Gegen­wart, 920; Koch, Bischof, 179; ders., Fragestellungen [2008], 34 f.; ders., Gemeinschaft, 75 f.; ders., Schwelle [1999], 723; ders., Schwelle [2004], 80, und ders., sistemi, 61.

[13] Grichting, Kirche, 208. Vgl. Art. 30, Einleitungsabsatz CD und Art. 42 SC sowie Can. 519, 2. Halbsatz CIC/83.

[14] Aufgrund von Can. 374 § 1 CIC/83.

[15] Cattaneo, Lehren, 213.

[16] Gut, Konzil, 91, und ders., Landeskirchen, 546.

[17] Vgl. Art. 42 SC.

[18] Vgl. Art. 37 Abs. 1 AG.

[19] Art. 26 Abs. 1 CL.

[20] Art. 26 Abs. 1 CL.

[21] Vgl. Art. 10 Abs. 3 AA.

[22] Koch, Systeme, 549; vgl. auch ders., Fragestellungen [2008], 48 f., und ders., Fragestellungen [2010], 312.

[23] Art. 61 Abs. 6 CL.

[24] Art. 42 SC.

[25] Schick, Pfarrei, 484.

[26] Vgl. Art. 30 CD, Art. 28 Abs. 2 LG und Art. 42 SC sowie Can. 515 § 1 und Can. 519 CIC/83.

[27] Aufgrund von Can. 519 CIC/83.

[28] Aufgrund von Can. 515 § 1 i.V.m. Can. 518 CIC/83.

[29] Hallermann, Pfarrei, 73. Vgl. bezüglich der Errichtung durch den Diözesanbischof Can. 515 § 2 CIC/83.

[30] Art. 26 Abs. 2 CL.

[31] Art. 30 Abs. 2 CD.

[32] Art. 26 Abs. 2 CL.

Details

Seiten
42
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656362692
ISBN (Buch)
9783656363101
Dateigröße
2.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v208892
Institution / Hochschule
Universität Luzern
Note
sehr gut
Schlagworte
Pfarrei Kirchgemeinde Zweites Vatikanisches Konzil

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Titel: Das Verhältnis zwischen Pfarrei und Kirchgemeinde in der Schweiz aus konzilstheologischer Sicht