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Verbot und Neuregelung der Käfighaltung in Deutschland

Hausarbeit 2012 20 Seiten

Umweltwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführender Überblick

3. Landwirtschaftliche Legehennenhaltung und Eiererzeugnisse
3.1 Gesamteiererzeugung Deutschland
3.2 Pro-Kopf-Konsum von Eiern in Deutschland
3.4 Durchschnittliche Eierpreise in Deutschland

4. Die verschiedenen Haltungsformen
4.1 Käfighaltung
4.2 Kleingruppenhaltung
4.3 Bodenhaltung
4.4 Freilandhaltung
4.5 Ökologischer Erzeugung - Bio

5. Rechtliche Vorschriften für die Legehennenhaltung
5.1 Neuregelung

6. Kennzeichnung

7. Aktueller Stand in der EU

8. Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Legehennenbetriebe nach Bundesländern am 1. Dezember 2011

Abbildung 2 Jährliche Legeleistung pro Legehenne

Abbildung 3 Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern in Deutschland

Abbildung 4 Eierpreise 2008 netto ohne MwSt

Abbildung 5 Tierische Eiererzeugung Insgesamt nach Haltungsformen

Abbildung 6 Ei mit Kennzeichnung

1. Einleitung

Die Eierzeugung ist ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Aktuell werden hier ca. 34 Millionen Legehennen gehalten, von denen jede im Jahr etwa 297 Eier legt. Mit der zunehmenden agrarindustriellen Haltung, wächst auch die Kritik an den herkömmlichen Haltungsformen. Gleichzeitig erhöht sich der Druck durch den Lebensmitteleinzelhandel und zahlreiche Fast-Food-Ketten. Diese wollen ein qualitativ hochwertiges und preiswertes Ei, was nicht gesellschaftlich umstritten ist1.

Zum Verständnis der einzelnen Zusammenhänge werde ich in dieser Hausarbeit zunächst die Entwicklung der industriellen Eierproduktion darstellen. Danach befasse ich mich mit den unterschiedlichen Haltungsformen und erörtere die Hauptunterschiede sowie deren Vor- und Nachteile. Weiterhin werde ich einen Überblick über die wichtigsten Regelungen auf der europäischen- und deutschen Ebene skizieren. Abschließend gebe ich einen Ausblick über die zukünftige Entwicklung der Legehennenhaltung, reflektiere das Verhalten des Konsumenten und gebe darauf aufbauend Verhaltensvorschläge für den Alltag.

2. Einführender Überblick

Der Landwirtschaftssektor ist durch eine großeanzahl von Familienbetrieben gekennzeichnet. Bis zum Beginn der siebziger Jahre, war die Geflügelproduktion nur ein Teil der Tätigkeit von Gemischtbetrieben2. Die Gemischtbetriebe bauten hauptsächlich Kulturpflanzen wie zum Beispiel Kartoffeln, Getreide oder Zuckerrüben an und hielten gleichzeitig verschiedene Tiere. Die typische Herdengröße zum damaligen Zeitpunkt in Deutschland betrug 200 Hennen, die meistens zwei Jahre gehalten wurden und durchschnittlich etwa 150 Eier pro Jahr legten3. Das dafür benötigte Futter wurde selber auf dem Hof angebaut bzw. in der Region angekauft.

Die steigende Marktnachfrage, bedingt durch die Bevölkerungszunahme, die Entwicklung des genetischen Materials und der Betriebsmittel sowie die Verfügbarkeit relativ günstiger Futtermittel hat die Zunahme an Tierbeständen und somit eine Erhöhung des Anteils an Großbetrieben zur Folge4.

Diese Veränderung machte eine Intensivierung in der Haltung von Legehennen möglich und erforderlich. Weitere Schritte in Richtung Batteriekäfighaltung in Deutschland, bewirkt die Durchsetzung dieser Haltungsform Mitte 1950 in den USA und die Verbreitung dieser Idee und Meinung durch die Agrarwissenschaftlerin Frau Dr. Wegner Mitte der 60er Jahre.

Der Grund für die Dominanz der Batteriekäfighaltung gegenüber alternativen Haltungsformen besteht darin, dass sich bei dieser Haltungsform alle für die effiziente Eierproduktion wichtigen Einflüsse am besten kontrollieren lassen5. Wichtige Einflussfaktoren für eine möglichst effiziente und gleichbleibende Eierproduktion sind die Regulation des Stallklimas, die Futter- und Wasserzufuhr sowie die Einflussnahme durch Lichtintensität. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass bereits im Jahr 1972 etwa 80% der Legehennen in Deutschland - agrarindustriell - in Käfigen gehalten wurden.

3. Landwirtschaftliche Legehennenhaltung und Eiererzeugnisse

Das Statistische Bundesamt hat 2011 insgesamt 1.224 Betriebe mit mehr als 3.000 Hühnern erfasst. Davon haben 309 Betriebe einen Legehennenbestand von über 30.000 und 915 Betriebe einen Legehennenbestand von unter 30.000 Tieren. Ein Drittel der Betriebe sind in Niedersachsen ansässig, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Legehennenbetriebe nach Bundesländern am 1. Dezember 2011

Quelle: Statistisches Bundesamt, 16.05.2012

3.1 Gesamteiererzeugung in Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland wurde im Jahr 2011 insgesamt 34.017.571 Mio. Legehennen gehalten. Diese erzeugten 9.683 Mrd. Eier. Dies entspricht einer Legeleistung von 297,5 Eiern pro Huhn/Jahr oder umgerechnet 0,82 Eier pro Huhn/Tag. Anhand der Daten des statistischen Bundesamtes kann man ersehen, dass in den letzten zehn Jahren eine kontinuierliche Zunahme der Legeleistung stattgefunden hat. Der Abschwung im Jahr 2009 ist auf das Verbot der Käfighaltung und der damit verbundenen Umstellung der Haltungsformen zurückzuführen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Jährliche Legeleistung pro Legehenne

Quelle: Statistisches Bundesamt, 16.05.2012

3.2 Pro-Kopf-Konsum von Eiern in Deutschland

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum der Bundesbürger im Jahr 2011 sank gegenüber dem Vorjahr um zwei Stück auf 212 Stück. Damit hat sich der Verbrauch seit dem Jahr 2005, als ein Tiefstand von 205 Eiern registriert worden war, deutlich erholt. Die aktuellen Zahlen sind jedoch weit entfernt von den Spitzenwerten der siebziger Jahre, als die Deutschen im Schnitt 277 Eier pro Jahr gegessen haben6. Davon werden ca. 50% von privaten Haushalten

verbraucht, 30% in der lebensmittelverarbeitenden Industrie und 20% in lokalen Großküchen und Bäckereien7.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern in Deutschland

Quelle: ZMP, Informationszentrum für die Landwirtschaft 2010, 31.05.2012

Gründe für den Rückgang gegenüber den siebziger Jahren sind zahlreiche NegativSchlagzeilen in den Medien wie zum Beispiel Cholesterin- und Salmonellenhysterien sowie Dioxinskandale. Die andauernde Debatte über den Tierschutz und natürlich die veränderten Verzehrgewohnheiten (Pizza statt Spiegelei) und zahlreiche Convenience-Produkte haben ihren Teil dazu beigetragen.

3.4 Durchschnittliche Eierpreise in Deutschland

Gemessen an der Preissteigerung sind Eier eines der günstigsten Lebensmittel in Deutschland. Im Jahr 1950 zahlte der Verbraucher für ein Ei circa 0,22 Pfennig. Heute kostet ein Ei durchschnittlich 0,13 € (0,255 Pfennig). Wie man in der Abbildung 4 (Eierpreise 2008 netto ohne Mwst.) erkennen kann, werden die niedrigsten Preise für Produkte aus der Kleingruppenhaltung und die höchsten Preise für Eier aus der ökologische Eiererzeugung bezahlt. Da auch der Eiermarkt von Angebot und Nachfrage geprägt ist, variieren die Preise im Laufe des Jahres stark. Die höchsten Preise werden im März, also kurz vor Ostern sowie im Oktober, wenn die Produktion von Weihnachtsgebäck auf Hochtouren läuft erzielt. Umgekehrt ist die Eiererzeugung in den Sommermonaten am niedrigsten. Die Konsumenten stellen Ihre Essgewohnheiten in den heißen Sommertagen auf leichte und vitaminreiche Kost um.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Eierpreise 2008 netto ohne Mwst.

Quelle: ZMP, 2008 und DGS Marktinfo, 5, 2008

4. Die verschiedenen Haltungsformen

Vier Haltungsformen sind in Deutschland zugelassen. Die Bodenhaltung, die Freilandhaltung, die Kleingruppenhaltung und die ökologische Erzeugung. Bereits seit dem 1.1.2010 ist in Deutschland die herkömmliche Käfighaltung für Legehennen verboten. Dafür sind die Kleingruppenhaltung und die sogenannten ausgestalteten Käfige erlaubt, die in die Kategorie Käfighaltung fallen.

Mit 64,3 % ist die Bodenhaltung die gängigste Haltungsform in Deutschland. Bis zum Jahr 2008 war dies jedoch die Käfighaltung. Erst durch die Rechtsprechung erfolgte eine Umverteilung von Käfighaltung auf Bodenhaltung.

Die Käfighaltung wird trotz Verbot ab dem Jahr 2010 weiterhin statistisch aufgeführt, da unter die Käfighaltung die Kleingruppenhaltung und die sogenannten ausgestalteten Käfige fallen. 13,9 % der Eiererzeugung sind dieser Haltungsform zuzurechnen. Es ist ein signifikanter Rückgang dieser Form der Eiererzeugung zu beobachten.

Die Freiland-Eiererzeugung hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre von 6,7 % auf 14,5 % mehr als verdoppelt und ist somit die zweit häufigste Haltungsform in Deutschland.

Erstmals wurde im Jahr 2007 die ökologische Haltungsform erfasst. Mit einem Anteil von 7,4 %, ist dies die am schwächsten genutzte Haltungsform. Jedoch ist ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen.

[...]


1 Vgl. http://literatur.vti.bund.de/digbib_extern/dk042547.pdf, S.5.

2 Vgl. http://www.bvt.umweltbundesamt.de/archiv/bvt_intensivtierhaltung_zf.pdf, S. 2.

3 Vgl. http://literatur.vti.bund.de/digbib_extern/dk042547.pdf, S. 70.

4 Vgl. http://www.bvt.umweltbundesamt.de/archiv/bvt_intensivtierhaltung_zf.pdf, S. 2.

5 Vgl. http://www.gefluegelfarm-lommatzsch.de/historische_entwicklung_der_legehennenhaltung.php

6 Vgl. http://www.marktinfo-eier-gefluegel.de/Aktuelles/Deutsche-Eierproduzenten-holen-Marktanteile-

zurueck,QUlEPTMxMDI3NDQmTUlEPTc0Mzg5.html?UID=E8340F7FC5DB39F8BC62629870D11AB7096AB398 BFE34DD5

7 Vgl. http://www.raiffeisen.com/news/artikel/30215008

Details

Seiten
20
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656363521
ISBN (Buch)
9783656365174
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v208943
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
1,7
Schlagworte
verbot neuregelung käfighaltung deutschland Umweltwissenschaften BWL Nachhaltigkeit

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