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Traumatisierung in der Kindheit

Die Wirkung traumatischer Ereignisse auf die kindliche Entwicklung am Beispiel der Vernachlässigung und deren Wirkung auf die Bindungsentwicklung

Magisterarbeit 2010 122 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Magisterarbeit

Traumatisierung in der Kindheit

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Trauma
2.1.1 Der Begriff des Traumas
2.1.2 Typen von Traumata
2.1.3 Phasen der Traumatisierung
2.1.4 Das kindliches Trauma und speziell die Vernachlässigung beim Kind
2.2 Die Entwicklung des Kindes und seines Bindungsverhaltens
2.2.1 Bindung - ein Überblick
2.2.2 Das Bindungsverhalten des Kindes
2.2.3 Die Funktion und die Entwicklungsphasen des Bindungsverhaltens beim Kind
2.2.4 Die Bindungstypen
2.2.5 Die elterliche Bindung und deren Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung
2.3 Die Entwicklung des Kindes bei Einwirkung eines traumatischen Erlebnisses
2.3.1 Formen von Gewalt an Kindern – Überblick und Klassifikation
2.3.2 Allgemeine Definitionen und statistische Zahlen
2.3.3 Erläuterungen und Diagnostische Einteilungen
2.3.4 Der rechtliche Rahmen in der Bundesrepublik Deutschland
2.3.5 Der Entwicklungsverlauf nach einem traumatischen Erlebnis durch Vernachlässigung
2.3.6 Folgen der Traumatisierung
2.3.7 Fallbeispiele zur Kindesvernachlässigung

Fallbeispiel 1:

Fallbeispiel 2:

3 Das traumatisierte Kind und seine Umwelt
3.1 Sichere Bindung als Schutzfaktor der psychischen Entwicklung
3.1.1 Die Kauai–Längsschnittstudie
3.1.2 Empirische Befunde zur Bedeutung von Bindung
3.2 Die Wirkung intra- und extrafamiliärer Faktoren auf die Bindungsentwicklung

4 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.1 Zentrale Ergebnisse in Bezug auf die sichere Bindung als Schutzfaktor
4.2 Zentrale Ergebnisse der Wirkung intra- und extrafamiliärer Faktoren
4.3 Einflussfaktoren der kindlichen Entwicklung
4.3.1 Risikofaktoren
4.3.2 Schutzfaktoren
4.3.3 Resilienz
4.4 Interventionsmöglichkeiten
4.4.1 Die sozialpädagogischen Maßnahmen
4.4.2 Die psychologischen/therapeutische Maßnahmen
4.4.3 Die Elternarbeit
4.5 Die Traumatherapie
4.6 Das „Trauma First“ Programm

5 Diskussion
5.1 Kritische Betrachtung der zentralen Ergebnisse
5.2 Die Bedeutung der Mutter-Kind-Beziehung
5.3 Behandlungsrahmen von Traumafolgestörungen bei Kindern und Jugendlichen
5.4 Risiko- und Schutzfaktoren: mikrosoziale Faktoren vs. Makrosoziale Faktoren
5.5 Kritik an Längsschnittstudien- die Dunkelfeldanalyse als Alternative?
5.6 Die Vereinbarkeit der Bindungsbedürfnisse der Eltern vs. denen des Kindes
5.7 Ausblick
5.7.1 Sekundäre Traumatisierung
5.7.2 Die Vater-Kind-Bindung
5.8 Schlusswort

6 Literatur

TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1 Kurzzeitfolgen der Kindesmisshandlung (Moggi. 2005, S. 95)

Tabelle 2 Langzeitfolgen der Traumatisierung (Moggi, 2005, S.97)

TABELLE 3 ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DER ENTWICKLUNGSABHÄNGIGEN AUFFÄLLIGKEITEN (AGKM, 1992)

TABELLE 4 ÜBERSICHT ZU RISIKO-, SCHUTZ UND RESILIENZFAKTOREN (WERNER, 2000)

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABBILDUNG 1 VERLAUF DER PSYCHISCHEN TRAUMATISIERUNG (HAUSMANN, 2006,S: 44, VEREINFACHT NACH FISCHER UND RIEDESSER, 1998, S. 121)

1 Einleitung

Vernachlässigung

Mutter ließ Kinder und Säugling tagelang allein Mittwoch, 28. April 2010 17:58 (Berliner Morgenpost)

Die Berliner Polizei hat in einer Marzahner Wohnung drei Kinder vorgefunden, die seit zwei Tagen ohne elterliche Aufsicht waren - darunter ein erst neun Monate alter Säugling. Ihre alleinerziehende Mutter hatte der 13-jährigen Tochter telefonisch die Verantwortung für ihre beiden Geschwister übertragen, jedoch nicht einmal Geld hinterlassen.

Aktuell finden sich in den Medien immer öfter Fälle von Vernachlässigung oder Verwahrlosung von Kindern durch ihre eigenen Eltern. Die Eltern verweigern ihren Kindern Zuwendung, Schutz und Förderung. Die kindliche Entwicklung kann durch ein derartiges Erlebnis nachhaltig beeinflusst werden. Aufgrund einer Vernachlässigung erleiden viele Kinder ein Trauma. Dieses Trauma stellt eine seelische Verletzung dar, welche durch ein oder mehrere einschneidende Erlebnisse entstehen kann. Wenn die betroffene Person in einer derartigen Situation ist, kann dies dazu führen, dass das Erlebnis nicht verarbeitet wird, sondern stattdessen ein Trauma entwickelt wird. (Hausmann, 2006). Fischer und Riedesser (1998, S. 79) verstehen darunter: „... ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt“.

Traumatische Erfahrungen in der Kindheit sind oftmals Gewalterfahrungen, wie die Misshandlung, der Missbrauch oder die Vernachlässigung. Diese finden meist durch Bezugspersonen aus der Herkunftsfamilie statt und haben somit Einfluss auf die Bindungsentwicklung des Kindes. Welche Wirkungsweise hat ein derartiges Trauma? Gibt es Möglichkeiten der Therapie und der Intervention? Die Vernachlässigung ist die häufigste Form des traumatischen Erlebens bei Kindern. Es stellt sich hier die Frage, ob diese selbst erlebten Bindungserfahrungen so prägend sind, dass sich dies auf die Erziehung der eigenen Kinder überträgt. Wenn ja, gibt es hier Interventionsmöglichkeiten? Wie kann man diesen Eltern helfen, damit es nicht zu einem „cycle of violence“ (Bender & Lösel, 2005) kommt?

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik der Wirkung traumatischer Erlebnisse auf die kindliche Entwicklung, im Speziellen mit der Vernachlässigung. In der Forschung wurde das kindliche Trauma lange Zeit wenig beachtet und diskutiert. Man spricht von einer „Vernachlässigung der Vernachlässigung“ (Hermann, 2005) Aus diesem Grund ist die Vernachlässigung und die damit verbundene Wirkung auf den weiteren Entwicklungsverlauf, der zentrale Gegenstand dieser Arbeit. Zunächst soll ein Überblick über die verschiedenen Typen von Traumata gegeben werden, welche Wirkungsweise diese haben, wie damit umgegangen wird und wie eine normale Entwicklung beim Kind aussieht. Anschließend werden verschiedene Forschungsergebnisse näher erläutert und diskutiert. Welche Möglichkeiten gibt es bereits und wie gut sind diese? Empirische Befunde zu Risiko- und Resilienzfaktoren der kindlichen Entwicklung werden dargestellt und diskutiert. Eine abschließende Zusammenfassung stellt einen Ausblick über Möglichkeiten und Notwendigkeiten zukünftiger empirischer Untersuchungen dar.

2 Theoretischer Hintergrund

Ein traumatisches Ereignis ist ein einschneidendes Erlebnis. Bei Kindern hat dies einen besonderen Stellenwert, denn der weitere Entwicklungsverlauf wird dadurch beeinflusst. Im Folgenden sollen theoretischen Grundlagen, Definitionen und Klassifikationen von Traumata näher erläutert werden. Außerdem wird eine Zusammenfassung der verschiedenen Formen von Traumata beim Kind gegeben.

2.1 Trauma

2.1.1 Der Begriff des Traumas

Eine extreme Situation oder ein schwerwiegendes Ereignis wie zum Beispiel Unfälle, Katastrophen und Terrorismus können dazu führen, dass bei den betroffenen Personen psychische Beeinträchtigungen oder Symptome auftreten. Solche Erlebnisse stehen meist in Verbindung mit Gefühlen von Hilflosigkeit und der Erschütterung des Selbst- bzw. des Weltbildes (Hausmann, 2006). Ereignisse dieser Art müssen nicht unweigerlich zu einer Traumatisierung der Betroffenen führen, sie besitzen lediglich die Voraussetzung dazu. Ob eine Person letztendlich traumatisiert wird, hängt von unterschiedlichsten Faktoren, wie zum Beispiel dem eigenen Charakter ab. Damit eine allgemeine, grundlegende Verständnisbasis geschaffen werden kann, gibt es unterschiedliche Versuche, den Begriff des Traumas zu definieren.

Das DSM III-R erläutert den Begriff mit den Worten, dass es sich um ein Erlebnis „außerhalb der normalen menschlichen Erfahrung“ handelt (APA, 1987, S. 250) Diese Definition ist jedoch sehr allumfassend und etwas zu streng. Im DSM IV wird die Traumatisierung als „Konfrontation mit Ereignissen, die Tod, Lebensgefahr oder starke Körperverletzung enthielten oder durch welche die eigene körperliche Unversehrtheit bzw. jene anderer Personen bedroht war. Hinzu kommen Gefühle von intensiver Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen“ (APA, 1994, S. 247). Eine sehr weit reichende Definition bietet die ICD-10, hier wird über ein „[...] belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalen Ausmaßes (kurz oder lang anhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde“, gesprochen. (Dilling et al., 1993, zitiert in Hausmann, 2006, S. 41-42). Diese streckenweise sehr differenzierten Definitionen bieten unterschiedlichste Spielräume zur Einordnung eines traumatischen Erlebnisses. Hierfür gibt es mehrere vielfältige Kriterien und je nach Definition ergeben sich verschiedene Traumatisierungs- und Störungshäufigkeiten. In diesem Zusammenhang wird jedoch die Begriffsbildung nach DSM-IV innerhalb der internationalen Forschung bevorzugt (vgl. Hausmann, 2006).

2.1.2 Typen von Traumata

Ein traumatisches Ereignis kann auf vielfältige Weise hervorgerufen werden, somit ist es notwendig, eine etwas genauere Einteilung vorzunehmen. Traumata lassen sich in drei größere Gruppen klassifizieren. Zum einen gibt es die menschlich verursachten Traumata. Hinzu kommen zufällige Traumata und, bezogen auf die Dauer, wird zwischen kurz- und langfristigen Traumata differenziert. Die menschlich verursachten Traumata beinhalten sexuelle und körperliche Misshandlungen in der Kindheit, kriminelle und familiäre Gewalt, Vergewaltigungen, Kriegserlebnisse, zivile Gewalterlebnisse, Folter und politische Inhaftierung, sowie Massenvernichtung. Unter den zufälligen Traumata versteht man Katastrophen, berufsbedingte Traumata und Unfalltraumata. Damit sind zum Beispiel Naturkatastrophen, technische Katastrophen, Arbeitsunfälle und Verkehrsunfälle gemeint (Maercker, 2003). Traumatische Ereignisse können von kurzer Dauer oder von längerer Fortdauer sein. Sie lassen sich somit in zwei Typen von Traumata einteilen. Dem Traumatyp I und dem Typ II. Aufgestellt wurde diese Differenzierung durch Terr (1995). Eine Traumatisierung des Typs I ist gekennzeichnet durch eine klare zeitliche Begrenzung. Es handelt sich um ein kurzlebiges Ereignis, welches unerwartet eintritt und akute Lebensgefahr beinhaltet. Dieser Traumatisierungstyp hat einen deutlich erkennbaren Anfang, sowie ein klares Ende. Naturkatastrophen, Unfälle, technische Katastrophen und kriminelle Gewalttaten wie Überfälle werden hier eingeordnet. Eine Traumatisierung nach Typ II ist gekennzeichnet durch Einzelereignisse, die sich entweder wiederholen, fortlaufen oder mehrmalig auftreten. In solchen Fällen scheint es auch nicht möglich zu sein, einen gewissen Rahmen des Geschehens vorher zu sagen. Im Zuge dieser Ereignisse kann es zu Prozessen der Anpassung kommen. Denn die betroffene Person versucht, die traumatische Situation für sich selbst erträglich zu machen, sowohl auf der Gefühlsebene, als auch auf der Verhaltensebene. Folgen, die eine solche Art der Traumatisierung mit sich zieht, sind zumeist viel tiefgründiger. Besonders problematisch kann es also werden, wenn ein traumatisches Erlebnis bereits in frühester Kindheit stattfindet, denn die weitere Entwicklung des Kindes kann hierdurch stark beeinflusst werden (Hausmann, 2006). Zum Traumatyp II zählen Formen wie die Geiselhaft, die mehrfache Folter, die Kriegsgefangenschaft; die KZ-Haft und wiederholte sexuelle oder körperliche Gewalt in Form von Missbrauch, Misshandlung und Vergewaltigung (Maercker, 2003). Ein plötzliches auftretendes Ereignis, welches eine Bedrohung für die betroffene Person ist, kann zu einer Traumatisierung führen, muss aber nicht.

2.1.3 Phasen der Traumatisierung

Einer Traumatisierung werden bestimmte Symptome zu geschrieben. Zu den wichtigsten bzw. häufigsten Kriterien zählen die unwillkürlich auftretenden belastenden Erinnerungen an das Trauma (Intrusion), das Vermeidungsverhalten, die emotionale Taubheit und die Übererregung (Hyperarousal) (Hausmann, 2006). Diese Symptome treten zwar meist erst nach längerer Zeit auf, ein Trauma jedoch hat an sich einen bestimmten Verlauf. Fischer und Riedesser (1998) haben eine Zusammenfassung für den Verlauf einer Traumatisierung skizziert: Diese kann in drei Stufen gegliedert werden. Hausmann (2006). hat dies in einer. Abbildung vereinfacht illustriert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der ersten Phase erlebt die betreffende Person das traumatische Ereignis bzw. die traumatische Situation. Danach findet die Phase des traumatischen Erlebens statt und anschließend kommt es zur traumatischen Reaktion der involvierten Person, was zu unterschiedlichen und spezifischen Handlungssträngen führt und somit verschiedene Traumafolgen hervorbringen kann. Beim Erleben des traumatischen Ereignisses gibt es zudem spezifische Unterschiede. Ist man selbst betroffen oder nur indirekt - indem man zwar um den Umstand Bescheid weiß, aber nicht unmittelbar involviert ist? Wie ist die jeweilige psychische Lage, wie intensiv wird das Trauma wahrgenommen, welcher Gegenstand löst die Traumatisierung aus, handelt es sich zum Beispiel um eine Missbrauchssituation, um eine Gewalttat oder einen Unfall? Es gibt demzufolge persönliche, aber auch situative Faktoren, die Einfluss darauf haben, ob die einzelne Person ein Trauma entwickeln wird oder nicht. Dies wird selbstverständlich auch durch die eigene Wahrnehmung und das Verhalten in der speziellen Situation beeinflusst. Der derzeitige Zustand ist eine weitere Einflussgröße. Wie ist die psychische und körperliche Verfassung, leidet die Person gerade unter Stress? Welche grundlegende Haltung ebnet den Weg, wurden schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht, wie ist der familiäre bzw. soziale Rückhalt? Auch die Frage nach dem Vorhandensein von Risiko- bzw. Schutzfaktoren sollte gestellt werden. Entscheidend für die Folgen eines so einschneidenden Erlebnisses ist das jeweilige Verhalten in dieser Situation. Wie wird reagiert - wird die Situation ausgehalten und geduldet oder wird versucht sich wehren und aus der Situation zu entkommen? All diese Faktoren beeinflussen wiederum, ob aufgrund des Ereignisses schwerwiegendere Folgen, so genannte Langzeitfolgen entstehen oder nur Kurzzeitfolgen. Bei den Kurzzeitfolgen handelt es sich meist um an den Notfall angepasste Verhaltensstrategien. Hiermit sind Arten der Bewältigung und unmittelbare, akute Symptome gemeint, welche aber nach kurzer Zeit wieder zurückgehen. Bei den Langzeitfolgen sieht es jedoch anders aus. Oftmals werden bestimmte Symptome chronisch und Defizite können sich entwickeln. Solche Störungsbilder können auch zeitverzögert einsetzen, das heißt, dass das traumatische Erlebnis möglicherweise schon einige Wochen, Monate oder Jahre zurückliegt. Aufgrund der persönlichen kognitiven und emotionalen Grundlagen kann es dazu kommen, dass solch ein Erlebnis vorerst verdrängt wird und nach einer Weile erst durch spezifische Handlungen oder Situationen wieder in das Bewusstsein rückt.

2.1.4 Das kindliches Trauma und speziell die Vernachlässigung beim Kind

Ein traumatisches Erlebnis ist ein einschneidendes Ereignis, welches verschiedenste Folgen für die aktuelle Situation und auch die spätere Entwicklung haben kann.

Besonders beim kindlichen Trauerprozess kann es zu tief greifenden Veränderungen kommen. Denn dieser Prozess spielt sich im Inneren des Kindes ab (Steck, 2003). Hierzu gibt es zum einen nur wenig Forschung und zum anderen ist in der heutigen Gesellschaft noch häufig die Auffassung vertreten, dass ein Kind noch jung und anpassungsfähig ist. Die kindliche Entwicklung wird jedoch nachhaltig beeinflusst, hierbei spielt auch das Alter des Kindes zum Zeitpunkt der Traumatisierung eine große Rolle. Winnicott stellte die These auf: „Jegliche Störungen in der frühen Anpassung der primären Bezugspersonen an die Bedürfnisse des Säuglings oder jedes Ereignis, das die Kontinuität im kindlichen Erleben und die Entwicklung des Kindes unterbricht, können als traumatogene Faktoren fungieren“ (Winnicott, 1974 zitiert in Steck, 2003, S.37). Van der Kolk (1996, zitiert in Steck, 2003, S.38) ist ähnlicher Meinung, bezieht sich aber auch auf das Alter des Kindes und sagt, dass dieses beim Erleben des traumatischen Ereignisses entscheidend ist, genauso wie die Dauer der Traumatisierung. Umso jünger ein Kind ist und je länger das traumatische Erlebnis andauert, desto größer ist letztendlich die Gefährdung für die weitere Entwicklung (Steck, 2003). Studien diesbezüglich fehlen allerdings. Terr (1995) hat eine Liste mit speziellen Merkmalen bei der Traumatisierung von Kindern aufgestellt. Hierzu zählen Erinnerungen, die immer wieder auftreten und sich aufdrängen, diese können visuell, akustisch, taktil oder olfaktorisch sein. Terr (1995) ist der Ansicht, dass sich bestimmte Ängste entwickeln, die traumaspezifisch sind und somit an das traumatische Erlebnis gebunden sind. Dies führt wiederum dazu, dass Kinder gerade im Spiel bestimmte Verhaltensweisen oder Aspekte des traumatischen Erlebnisses wiederholen und reinszenisieren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass sich die Einstellung des Kindes zum Leben und zu anderen Menschen verändert. Das Kind denkt nicht mehr positiv naiv an das Gute im Menschen. Es entwickelt sich eine negative Erwartungshaltung und das Gefühl, nicht zu wissen wem man trauen kann bzw. niemandem zu vertrauen (Terr, 1995).

Beim kindlichen Trauma gibt es allerdings auch geschlechtsspezifische Unterschiede. Im Gewaltbericht der WHO von 2002 wird aufgeführt, dass Jungen häufiger physische Gewalt zugefügt wird und sie öfter körperlich bestraft werden als Mädchen. Mädchen hingegen sind prozentual gesehen häufiger Opfer von sexuellem Missbrauch, Vernachlässigung und Kindestötung als Jungen (siehe auch WHO Bericht 2002). Neben diesen geschlechtsspezifischen Abweichungen gibt es auch bestimmte Häufigkeitsgipfel. Kindesmisshandlung jeglicher Form erfolgt am häufigsten im Alter von 3 Jahren, wenn sich das Kind in der Trotzphase befindet und im Alter von 12 Jahren mit Beginn der Pubertät. Dieser Meinung sind auch Deegener und Körner (2005). Allerdings gibt es ebenso Studien (vgl. WHO Bericht 2002), die zeigen, dass gerade im Säuglings- und im Kleinkindalter gehäuft Misshandlungen auftreten. Diese Befunde bedingen sich durch den Stress und die Überforderung, welche jungen Eltern ausgesetzt sind. Dies kann folglich dazu führen, dass sie nicht in der Lage sind, sich adäquat um das Kind zu kümmern (Deegener & Körner, 2005). Auch Bender (1999) ist der Meinung, dass in der frühen Kindheit, zwischen dem dritten Lebensmonat und dem dritten Lebensjahr, Kinder am häufigsten, vor allem aber körperlich, misshandelt werden. Er bezieht sich hier auf Belsky (1993, zitiert in Bender & Lösel, 1999, S. 48), „Kleinkinder sind physisch und psychisch abhängiger und verbringen mehr Zeit mit ihren Versorgungspersonen. Sie sind aufgrund ihrer körperlichen Unterlegenheit anfälliger für Verletzungen. Kleine Kinder können negative Gefühle noch weniger kontrollieren und dadurch feindselige Reaktionen ihrer Eltern hervorrufen. Die teilweise trotzigen Anstrengungen von Kleinkindern in Richtung größerer Selbstständigkeit stoßen nicht selten auf starken elterlichen Widerstand.“

2.2 Die Entwicklung des Kindes und seines Bindungsverhaltens

Die Entwicklung des Kindes ist ein sehr komplexes Gefüge. Viele Faktoren wirken auf das Kind ein, wie die Familie, äußere umweltbedingte Faktoren und persönliche bzw. kindeigene Einflüsse. Folglich gibt es eine große Menge möglicher Größen, die sich positiv oder negativ auf die kindliche Entwicklung auswirken können. In den nachfolgenden Abschnitten erfolgt eine Erläuterung der gesunden kindlichen Entwicklung, sowie der Entstehung eines förderlichen und guten Bindungsverhaltens beim Kind. Die Beziehung und Bindung zu den Eltern hat diesbezüglich einen hohen Stellenwert. Die Bindungsforschung von Bowlby und Ainsworth liefert einige aufschlussreiche Ergebnisse in diesem Zusammenhang, welche im Anschluss dargelegt werden.

2.2.1 Bindung - ein Überblick

Welche Voraussetzungen sind notwendig, um ein normales Bindungs- und Beziehungsgefüge zu entwickeln? Welche Bedeutung hat die Mutterliebe bzw. die Beziehung der Mutter zum Kind hierfür? Mit diesem Thema hat sich auch Bowlby beschäftig. Er hat 1958 die Bindungstheorie aufgestellt, in welcher die Bedeutung einer Bindungsperson wie folgt erklärt wird: „Der Säugling versucht im Laufe des ersten Lebensjahres auf der Grundlage eines biologisch angelegten Verhaltenssystems eine starke emotionale Bindung zu einer Hauptbezugsperson zu entwickeln, die er bei Schmerz oder Gefahr aufsucht. Das Bindungsverhalten drückt sich insbesondere im Suchen des Säuglings nach der Bindungsperson, im Weinen, Nachlaufen und Festklammern an der Bindungsperson aus und wird durch Trennung von der Bindungsperson sowie durch äußere oder innere Bedrohung und Gefahr aktiviert. Ist die Hauptbindungsperson nicht erreichbar, so können auch andere sekundäre Bezugspersonen anstelle dieser ersatzweise aufgesucht werden, wie etwa der Vater, die Großmutter, die Tagesmutter. Für das unselbstständige menschliche Neugeborene und Kleinkind ist die Schutzfunktion durch eine Bezugsperson von lebenserhaltender Bedeutung. Die Pflegeperson bietet als zuverlässige Bindungsperson in Gefahrensituationen einen »sicheren Hafen «.“ (Bowlby, 1958, S.425).

Somit ist wichtig, dass die betreuenden Erwachsenen ein gewisses Feingefühl haben und in der Lage sind, kindliche Signale richtig zu deuten. Gerade Neugeborene sind auf diese Feinfühligkeit angewiesen, denn sie können sich nur mittels Mimik, Gestik und Verwendung einzelner Laute ausdrücken, da das Sprachvermögen erst später ausgeprägt wird. Die Bezugsperson sollte sich in die Situation des Kindes einfühlen können und zum Beispiel auf den Wunsch nach Nähe nicht mit Nahrung reagieren. Es ist eine schwierige Aufgabe, die Bedürfnisse des Kleinkindes zu erfüllen, gleichzeitig sollte das Kind aber nicht überreizt werden. Des Weiteren spielt die Reaktionszeit hierbei eine Rolle, denn in der frühkindlichen Entwicklung ist die Gedächtnisspanne noch relativ gering. Aus diesem Grund sollte auf eine Aktion des Kindes, wie zum Beispiel Schreien, eine schnelle und angebrachte Reaktion folgen. Dementsprechend kann das Kind eine Verknüpfung zwischen seinem Verhalten und dem der Bindungsperson herstellen. Psychoanalytisch wird die erste menschliche Beziehung eines Kindes als Grundstein seiner Persönlichkeit gesehen. Hierbei handelt es sich um das Band zwischen Mutter und Kind (Freud, 1915a). Damit sich dieses festigen und entwickeln kann, sind einige Prozesse wichtig. Grundlegend hierfür sind die Befriedigung der physiologischen Bedürfnisse des Kindes: die Nahrungsaufnahme und das Bedürfnis nach Wärme und Nähe. Durch das instinktive Versorgerverhalten der Mutter lernt der Säugling, dass auf diese Bezugsperson Verlass ist und entwickelt dadurch eine Bindung zu dieser Person. In der Lerntheorie wird dieser Prozess der Bindungsentwicklung als Sekundärtrieb bezeichnet oder als Ess-Liebe-Theorie der Objektbeziehung (Bandura, 1966, 1968 vgl. Bowlby, 2006).

2.2.2 Das Bindungsverhalten des Kindes

Das Bindungsverhalten des Kindes hat eine große Variationsbreite, es kann sich in unterschiedlichen Ausprägungen und Wirkungsstärken zeigen. Dieses Verhalten kann durch differenzierte Bedingungen aktiviert und beendet werden. Die folgenden Befunde beziehen sich auf die Bindungstheorie von Bowlby (2006). Wie bereits erwähnt, sind der Zustand des Kindes, das Verhalten und der Aufenthaltsort der Mutter, aber auch andere Umweltbedingungen maßgeblich entscheidend für die Ausprägung der Bindung. Bezüglich der Mutter sind ihre An- oder Abwesenheit, sowie ihre Abwehr gegen Annäherungsversuche dem Kind gegenüber entscheidend für die Bindungsausprägung. Hinzu kommen weitere Faktoren aus dem sozialen Umfeld des Kindes, die das Bindungsverhalten beeinflussen können. Hierzu zählen die defensive Haltung anderer Erwachsener oder Kinder, sowie das plötzliche Vorhandensein beunruhigender Einflüsse. Diese Reaktionen auf das kindliche Verhalten beeinflussen die Ausprägungen des Bindungsverhaltens (Bowlby, 2006).

2.2.3 Die Funktion und die Entwicklungsphasen des Bindungsverhaltens beim Kind

Welchen Zweck erfüllt das Bindungsverhalten des Kindes? Warum ist es so wichtig für sein Überleben? Hierzu gibt es unterschiedliche Ansichten. In der Sekundärtriebtheorie (Freud, 1915a) wird davon ausgegangen, dass die Verbindung zwischen Mutter und Kind so wichtig ist, weil die Mutter am Anfang die Nahrungsquelle des Kindes ist. Kann dies aber die alleinige Funktion von Bindungsverhalten sein? Die Meinungen gehen dort sehr weit auseinander. Die Anwesenheit der Mutter bietet dem Kind ein Sicherheitsgefühl, die Bindungsperson ist verfügbar und fähig, die Bedürfnisse des Babys zu erfüllen. Das führt letztlich dazu, dass das Kind nicht übermäßig durch immer neue auftretende Reize unter Stress gesetzt wird. Die Mutter als „sicherer Hafen“ bietet den nötigen Rückhalt. Insofern kann man die Funktion von Bindungsverhalten auch im Schützen bzw. Beschützwerden vor äußeren Einflüssen oder Fremden sehen. Möglich wird dies nur, wenn das Kind sich in der unmittelbaren Umgebung der Mutter aufhält. Es ergibt sich dadurch die Chance, dass das Kind durch Nachahmung, zum Beispiel bezüglich der Nahrungsmittel, lernt, welche Dinge gut und wichtig sind. Überlebenswichtige Grundlagen können somit auf diesem Weg geschaffen werden. Es stellt sich allerdings die Frage, warum Bindungsverhalten, wenn es sich hierbei nur um eine Lerngelegenheit handelt, auch bis ins hohe Erwachsenenalter erhalten bleibt. Beim Mensch und beim Tier lässt sich gleichermaßen darauf schließen, dass solch ein Verhalten dem Überlebenstrieb hinsichtlich der Nahrung, aber auch der Abwehr von Gefahren und vor natürlichen Feinden dient. Auf sich allein gestellt ist man einer größeren Gefahr ausgesetzt, als in einer Gruppe. Ferner lösen das Alter oder bestehende Krankheiten und Leiden ein Bindungsverhalten ebenfalls eher aus. Denn sie dienen dem eigenen Überleben, gerade in Gefahrensituationen, die durch natürliche Feinde ausgelöst werden. Aus diesem Grund scheint es plausibel, einen Grund für das Bindungsverhalten als Schutz vor äußeren Gefahren zu sehen (siehe auch Bowlby, 2006). Wie beginnt aber dieses Bindungsverhalten? In welcher Phase der kindlichen Entwicklung setzt es ein?

Von Anfang an besitzt das Kind bestimmte Grundlagen, die später bei der Entwicklung des Bindungsverhaltens von Bedeutung sind. Hierzu zählen einfache Verhaltensstrukturen, welche von Geburt an genutzt werden, wie das Schreien, das Saugen und das Festhalten. Später wird das Repertoire durch das Lächeln und das Schwätzeln erweitert. Nach einigen Monaten kommen dann ausgeprägte Fähigkeiten des Bewegungsapparates wie das Krabbeln, Kriechen oder Gehen hinzu. Diese Faktoren ermöglichen es dem Kind, in körperliche Nähe zu seiner Bezugsperson zu gelangen. Ausgelöst werden diese Strukturen durch von der Bindungsperson ausgehende Reize verschiedenster Art. Es kann sich hierbei um das menschliche Gesicht, eine bekannte Stimme, Gerüche oder auch bekannte Bewegungen handeln, die ein positives Gefühl bzw. Geborgenheit beim Baby erzeugen. Die menschliche Entwicklung lässt sich in vier Phasen unterteilen. Die erste Phase ist gekennzeichnet durch die allgemeine Wahrnehmung der eigenen Umwelt. Das Kind ist bereits in der Lage Signale von sich zu geben, zum Beispiel durch Schreien, eine genaue Differenzierung bezüglich Personen aus seinem Lebensumfeld fehlt aber noch. Das Baby verfolgt jedoch exakt die Bewegungen und die Geräusche, welche von Personen in seiner Nähe ausgehen. Es versucht die Aufmerksamkeit der jeweiligen Person mittels Blickkontakt, Greifen, Schwätzeln oder Lächeln zu erlangen. Diese Phase dauert ungefähr von der Geburt bis zur achten oder auch zur zwölften Woche an. Anschließend folgt eine Phase, in welcher das Kind seine Aufmerksamkeit bereits auf bestimmte, eine oder auch mehrere Personen, richtet und diesen gezielt Signale senden. Das Baby ist allen Personen aus seinem unmittelbaren Umfeld gegenüber offen und freundlich. Es lässt sich aber feststellen, dass der Mutter eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Im Durchschnitt lässt sich diese Phase ca. ab der zwölften Woche beobachten und dauert meist bis zum Alter von sechs Monaten an. Darauf folgt eine weitere Entwicklung hinsichtlich einer Differenzierung und Präferenzbildung. Das Kind ist nun in der Lage, zu einer ausgewählten Person Nähe zu erhalten, mittels der Fähigkeit der Nutzung von Signalen und der Fortbewegung in Richtung dieser Person. Die Mutter wird als sichere Basis genutzt, von welcher aus das Kind seine Umwelt exploriert. Zunehmend wird auch deutlich, dass das Kind nun nicht mehr allen neuen und fremden Personen gegenüber offen reagiert. Vielmehr kommen nun Reaktionen wie Rückzug oder Alarmbereitschaft zum Vorschein. Die Beziehung zur Mutter entwickelt sich in eine zielkorrigierte Verhaltensstruktur. Meist setzt diese Phase zwischen dem sechsten und siebten Monat ein. Die letzte Phase dient der Herausbildung einer zielkorrigierten Partnerschaft zwischen Mutter und Kind. Hier beschäftigt sich das Kind mit den Verhaltensweisen der Mutter, es beginnt eine Einsicht in das Handeln, Denken und die Gefühlswelt der Bindungsperson zu erlangen. Dies führt dazu, dass Handlungen und Reaktion von dieser besser verstanden werden können bzw. adäquat darauf reagiert werden kann. So kann die Basis für eine komplexere, intensivere Beziehung geschaffen werden. Da es hierzu leider keine Forschungsergebnisse gibt, lässt sich nur schwer sagen, wann diese Phase einsetzt. Tendenziell geht Bowlby (2006) davon aus, dass dies zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr geschieht.

2.2.4 Die Bindungstypen

Ainsworth und Witting (1969; 1977) entwickelten in den siebziger Jahren einen Test, mit welchem das Bindungsverhalten von Kleinkindern analysiert werden kann, den Fremde-Situations-Test[1]. Ainsworth entwickelte das Konzept der Feinfühligkeit. Hierbei geht es darum, wie die Mutter angemessen auf das Verhalten ihres Kindes reagiert kann und somit ein kooperativer Partner, jedoch nicht das Instrument des Willens des Kindes ist. Durch das zeitnahe und zuverlässige Eingehen auf die kindlichen Bedürfnisse, wie zum Beispiel Trösten oder das Abkehren von Schmerz, wird der Grundstein einer sicheren Bindung gelegt. Mithilfe des Fremde-Situations-Tests lässt sich dann nachvollziehen wie sich die Bindung bzw. die Bindungsqualität im Laufe des ersten Lebensjahres des Kindes entwickelt hat. Anhand dieses Tests lässt sich das Bindungsgefüge des Kindes klassifizieren. Man kann es einem Bindungstyp zu ordnen. Es gibt vier Bindungstypen, die sichere Bindung (B), die unsicher-vermeidende Bindung (A), die unsicher-ambivalente Bindung (C) und die desorganisierte Bindung (D).

Der Typ B, die sichere Bindung, kann sich durch die Feinfühligkeit und das Einfühlungsvermögen der Eltern entwickeln. Durch das adäquate Verhalten der Eltern, welches sich durch nachvollziehbares Handeln und positive Interaktionen ausdrückt, kann das Kind ein Sicherheitsgefühl entwickeln. Das heißt, das Kind lernt, dass seine Beziehungspartner verfügbar sind, wenn es diese benötigt. Somit hat die Mutter die Rolle eines „sicheren Hafens“ angenommen.

Kinder, die eine unsicher-ambivalente Bindung, den Typ C, als Bindungsverhalten vorweisen sind extrem ängstlich und unsicher bezüglich der Reaktionen ihrer Mutter. Das Bindungssystem des Kindes ist dauerhaft aktiv, denn die Mutter handelt weder vorausschauend, noch vorhersehbar. Somit beschäftigt sich das Kind die ganze Zeit damit, welche Stimmung die Mutter gerade hat und was sie will, um sich dieser Stimmung anzupassen. Das Mutterverhalten kann zwischen sehr feinfühlig und andererseits sehr abweisend differieren. Dies führt dazu, dass das Kind extrem gestresst ist und gar keine positiven Erwartungshaltungen aufbauen kann.

Kinder, welche einen unsicher- vermeidenden Bindungstypus haben, wirken sehr abweisend und uninteressiert am Verhalten der Mutter. Bei der A-Bindung fehlt den Kindern die Bestätigung der Eltern. Sie können sich nicht darauf verlassen, dass eine Bindungsperson verfügbar ist. Dies führt dazu, dass sie, aus Angst davor, zurückgewiesen zu werden, Beziehungen vermeiden. Ainsworth fand in einer Studie heraus, dass der Cortisolspiegel dieser Kinder ansteigt, wenn die Mutter den Raum verlässt. Dies zeigt, dass den Kindern das Mutterverhalten nicht egal ist.

Die desorganisiert erscheinende Bindung, als Typ D bezeichnet, wurde erst später in die Klassifikation aufgenommen. Dieser Typus enthält Merkmale aller anderen Bindungstypen, jedoch zeigt sich beim Kind kein bestimmtes Muster. Meist werden Verhaltensweisen nur ansatz- bzw. teilweise vollzogen. Somit lässt sich keine klare Struktur erkennen. Dennoch wird davon ausgegangen, dass die Kinder eine Beziehung zur Bezugsperson aufgebaut haben. Ebenso wurde festgestellt, dass die Beziehungsperson oftmals der Auslöser für das Verhalten der Kinder ist. Das unvorhersehbare Verhalten der Bezugsperson wirkt beängstigend auf das Kind. Denn die Beziehungspartner neigen oft selbst dazu, das Kind körperlich, seelisch oder verbal zu misshandeln. Dieser Bindungstyp tritt häufig bei Kindern auf, deren Bindungspartner unter einem Trauma leidet. Durch das Verhalten der Mutter werden ihre eigene Ängste, Gefühle und Gedanken auf das Kind übertragen. Dies führt dazu, dass das Kind sein Bindungssystem aktiviert. Auf die Bedürfnisse des Kindes kann die Mutter nur schlecht oder gar nicht eingehen, somit ist das Lebensumfeld für das Kind oft ein unsicherer, bedrohlicher Ort (vgl. Posth, 2007).

2.2.5 Die elterliche Bindung und deren Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung

Die elterliche Bindung ist ein weiterer wichtiger Punkt in der Entwicklung des eigenen Bindungsverhaltens, sowie in der Persönlichkeitsentwicklung. Denn die Bindungseinstellung der Eltern zu ihrem Kind ist prägend für den Bindungstyp, den das Kind im Laufe seiner Entwicklung ausbildet. Hierzu hat Main (Main & Goldwyn, 1984) ein Interview entworfen, mittels dessen man die Bindungseinstellung Erwachsener bzw. Jugendlicher kategorisieren kann. Das Adult Attachment Interview (AAI) ist ein halbstrukturiertes Interview, dem ein Fragenkatalog zugrunde liegt. Der Schwerpunkt des Interviews bezieht sich auf das Erleben wichtiger, prägender Erlebnisse der Kindheit. Hierbei werden die äußeren Lebensumstände, wie die Beziehung zur Mutter und die Beziehung zum Vater näher beleuchtet. beide Beziehungskonstellationen werden dann miteinander verglichen. Außerdem wird nachgefragt, welche Bezugspersonen in Belastungssituationen helfend zur Seite gestanden haben. Welche Erlebnisse es mit Beziehungsabbrüchen bzw. Trennungssituationen gab und wie die heutige Beziehung zu den eigenen Eltern aussieht. Dabei ist es vor allem interessant, ob es eine Entwicklung bzw. Verbesserung der Beziehung der Eltern gibt. Im Anschluss daran wird dann die Beziehung zum eigenen Kind näher betrachtet. Es wird erfragt, wie sich die Bindung gestaltet, welche Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen die Eltern für ihre eigenen Kinder haben und wie sie sich die Zukunft vorstellen. Dieses Interview soll Aufschluss über die eigene allgemeine Bindungseinstellung geben. Die Bindungsrepräsentanz der Eltern wird in Korrelation zu ihren Aussagen gesetzt, somit wird eine allgemeine Kategorisierung der Bindungseinstellung möglich. Unterteilt wird die Bindungseinstellung in vier verschiedene Formen: die autonome, die distanziert-beziehungsabweisende, die beziehungsüberbewertende und die vom unverarbeitenden Objekt beeinflusste Bindungseinstellung. Im Folgenden sollen diese kurz näher beleuchtet werden. Die Bindungseinstellungen werden kategorisiert nach Main, im Deutschen wurden diese von Gloger-Tippelt und Hoffmann (2001) erläutert. Die folgenden Erklärungen beziehen sich darauf.

Erwachsene, die eine autonome Bindungseinstellung haben, zeigen im AAI, dass sie ihre Kindheit und die Erinnerung daran sehr neutral, deutlich und reflektiert darstellen können. Es ist ihnen möglich, sowohl positive, als auch negative Erlebnisse zu schildern, wobei hier ein gewisser neutraler Rahmen beibehalten wird. Es besteht das Vermögen, sich mit der eigenen Eltern-Kind-Bindung zu identifizieren. Dies erfolgt jedoch in einem nüchternen, distanzierten Hintergrund. Meist wurde ihnen selbst eine autonome Bindungseinstellung durch die eigene Familie vermittelt oder diese wurde in außerfamiliären Beziehungen erarbeitet. Diese Bindungspersonen zeigen ein großes Maß an Empathiefähigkeit, haben eine gut ausgeprägte Toleranzgrenze und ein gestärktes Selbstbewusstsein. Sie bieten dem Kind also die Möglichkeit, eine sichere Bindung (B-Bindung) zu entwickeln. Denn durch positiv gestärkte Interaktionsmuster kann das Kind in seiner Bindungsentwicklung unterstützt werden, das heißt, die Bindungsbedürfnisse des Kindes werden erkannt und die Eltern sind fähig, angemessen darauf zu reagieren. Dies ermöglicht dem Kind, sich eigenständig zu entwickeln und sich explorativ mit seinem Lebensumfeld auseinanderzusetzen.

Erwachsene, die eine distanziert–beziehungsabweisende Bindungseinstellung haben, zeigen im AAI nur ein geringes Vermögen, sich an Ereignisse aus ihrer Kindheit zu erinnern. Diese Erwachsenen stellen ihre eigenen prägenden Bindungspersonen entweder in idealisierter Weise dar, oder sie werden abgewertet und als nicht wirklich beeinflussend für die persönliche Entwicklung gesehen. Die oftmals fehlende Unterstützung von Seiten der Eltern und ebenso die Erfahrung mit Zurückweisung der eigenen Bedürfnisse werden aus dem eigenen Blickfeld entfernt und verdrängt. Es wird sich stattdessen auf die eigene Stärke und Unabhängigkeit fokussiert, sodass die Wichtigkeit der elterlichen Unterstützung für die kindliche Entwicklung ausgeblendet wird. In diesen eigenen Familienerfahrungen wird deutlich, dass diese Erwachsenen selbst recht frühzeitig unter einen gewissen Leistungsdruck gesetzt wurden. Ebenfalls lässt sich herausfiltern, dass es die eigenen Mütter erstrebenswert fanden, wenn sich beim Kind eine gewisse Anhänglichkeit entwickelte. Dieser wurde jedoch keine bemerkenswerte Aufmerksamkeit geschenkt, was dazu führte, dass das Kind, wenn es Unterstützung und Besänftigung nötig hatte, ignoriert wurde.

Weiterhin gibt es den Typus der beziehungsüberbewertenden Bindungseinstellung. Erwachsene, welche in diese Bindungskategorie fallen, stellen die Beziehung zu ihren eigenen Eltern als sehr unausgeglichen dar. Es zeigt sich in diesem Zusammenhang ein hohes Maß an intensiven Gefühlen, wie Wut und Hilflosigkeit. Durch die Erlebnisse in der eigenen Kindheit sind diese Erwachsenen noch nachhaltig geprägt. Das führt schließlich dazu, dass auch aktuell noch die Beziehung zu den eigenen Eltern permanent belastet ist und die Probleme innerhalb dieses Beziehungsgeflechtes nicht bearbeitet sind und zugleich eine zu hohe Bedeutung zugewiesen bekommen. Es kristallisiert sich ganz deutlich ein emotionales Hin und Her heraus, welches sich in der Abhängigkeit zur erlebten Elternbeziehung darstellt, gleichzeitig aber in dem Wunsch nach Zuwendung und Aufmerksamkeit ausdrückt. Dieses selbst erlebte unkoordinierte und ungleichsame Beziehungskonstrukt wirkt sich schließlich auf die Bindungseinstellung zu den eigenen Kindern aus. Dies hat zur Folge, dass diese Eltern ihren eigenen Kindern nicht den gewünschten Schutz und die nötige Unterstützung bieten können. Es wird dem Kind erschwert, sich explorativ zu verhalten, da dieses ständig mit den Gefühlen der Eltern konfrontiert ist und diese wahrnehmen muss. Der Entwicklung zu einer eigenständigen Persönlichkeit sind dadurch Steine in den Weg gesetzt.

Der letzte Typus wird als die von unverarbeitendem Objektverlust beeinflusste Bindungseinstellung bezeichnet. Im AAI lässt sich bei diesen Erwachsenen feststellen, dass sie häufig traumatische Erlebnisse erfahren haben. Aus diesem Grund fällt es ihnen schwer sich über die eigene Beziehung zu den Eltern zu äußern, dies wirkt meist sehr verwirrend. Es lässt sich deutlich erkennen, dass zwischen positiven und negativen Erfahrungen gesprungen wird und kein roter Faden vorhanden ist. Durch dieses selbst erlebte, unverarbeitete Trauma ist es den Erwachsenen gar nicht möglich, ihren Kindern Schutz und Sicherheit zu bieten. Ihre Kinder entwickeln demzufolge ebenfalls eine desorganisierte Bindung (D-Bindung). Die Eltern werden durch ihr undurchsichtiges und von Angst geprägtes Verhalten zur Quelle der Furcht für die eigenen Kinder. Das führt letztendlich dazu, dass die Kinder Verantwortung für ihre Eltern übernehmen und sich in der Position befinden, sich um die eigenen Bezugspersonen kümmern zu müssen. Somit wird ihnen jegliche Möglichkeit genommen, sich explorativ zu verhalten und zu einer sicheren, sowie eigenständigen Persönlichkeit heranzuwachsen (vgl. Gloger-Tippelt & Hoffmann, 2001).

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die menschliche Bindung, sowie ihre Entwicklung, ein komplizierter Prozess sind. Die Entwicklung des Bindungsverhaltens wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Diese können zum Beispiel aus der unmittelbaren Umwelt, aber auch von anderen Personen kommen. Ferner sind die eigenen Erfahrungen, Vorstellungen und Reaktionen gegenüber Interaktionspartnern bedeutend. Bindung, sei es zwischen Freunden, Familienmitgliedern, in Liebesbeziehungen, zwischen Geschäftspartnern oder Eltern und Kindern, ist also ein Lernprozess, der sich durch das ganze Leben zieht. Es werden immer wieder neue Komponenten bei sich selbst und bei anderen, in der gemeinsamen Interaktion, kennen gelernt. Durch diese verschiedenen Prozesse erweitert sich das eigene Repertoire an Umgangsformen und Reaktionsweisen. Infolgedessen kann man mit Empathievermögen und Reflexionsfähigkeit ebenso im Alter noch etwas lernen und sein Bindungsverhalten anderen Menschen gegenüber fördern und erweitern (vgl. Gloger-Tippelt & Hoffmann, 2001).

2.3 Die Entwicklung des Kindes bei Einwirkung eines traumatischen Erlebnisses

Die Entwicklung des Kindes wird in einzelne prägende Phasen eingeteilt. Das Handbuch des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD, 2006) zur Kindeswohlgefährdung beschäftigt sich mit der Entwicklung des Kindes. Annegret Werner (2006) gliedert die kindliche Entwicklung in mehrere Phasen. Die erste Phase wird als frühe Kindheit bezeichnet und erstreckt sich in einer Altersspanne von 0 bis 3 Jahren. Hier gibt es eine weitere Unterteilung: die Säuglingsphase von 0 bis 12 Monaten und die Zeitspanne von 2 bis 3 Jahren, besser bekannt als der Entwicklungsabschnitt des Kleinkinds. Die nächste Entwicklungsphase wird als Kindheit betitelt und bezieht auf den Zeitraum von 4 bis 12 Jahren. Darauf folgt die Adoleszenz zwischen 13 und 17 Jahren. In jeder Phase der kindlichen Entwicklung hat ein traumatisches Erlebnis Folgen für die weitere Entfaltung der kindlichen Kompetenzen in allen Lebensbereichen. Zunächst sollen die Formen von Gewaltanwendungen bei Kindern dargestellt werden und ein Überblick über die rechtliche Lage, sowie mittels Statistiken über das Ausmaß, innerhalb Deutschlands gegeben werden.

2.3.1 Formen von Gewalt an Kindern – Überblick und Klassifikation

Die Vernachlässigung, der Missbrauch und die Misshandlung sind Formen von Gewalt an Kindern. Im weltweiten Vergleich gibt es zum Teil recht unterschiedliche Definitionen und Sichtweisen hierzu. Der nachfolgende Teilabschnitt gibt einen Überblick zu den differenzierten allgemeingültigen Definitionen, zum einen von der WHO und im Vergleich dazu der deutsche Definitionsansatz. Um einen Einblick in das Ausmaß von Gewalttaten an Kindern zu bekommen, werden einige statistische Erhebungen dargelegt. Erläuterungen zur Diagnostik und der Einordnung der Leitlinien der Kinder- und Jugendpsychotherapie, sowie -psychologie erfolgen im zweiten Teil dieses Abschnitts.

2.3.2 Allgemeine Definitionen und statistische Zahlen

Die Kindesvernachlässigung stellt einen Teilaspekt von Gewaltanwendungen bei Kindern dar. Im Nachstehenden soll ein Überblick über diese einzelnen Formen gegeben werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt eine übersichtliche Unterteilung der einzelnen Arten von Gewaltanwendungen in ihrem World Report on Violence and Health (2002) auf. Gewalt an Kindern wird folgendermaßen kategorisiert: es gibt die körperliche Misshandlung, die körperliche Vernachlässigung, die emotionale Verletzung, die emotionale Vernachlässigung, die erzieherische Vernachlässigung und den sexuellen Missbrauch (laut dem National Center on Child Abuse and Neglect der WHO). Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung von Kindern allgemein, wird von der WHO (2002, S. 59) wie folgt definiert:

„Child abuse or maltreatment constitutes all forms of physical and/ or emotional ill-treatment, sexual abuse, neglect or negligent treatment or commercial or other exploitation, resulting in actual or potential harm to the child ´s health, survival, development or dignity in the context of a relationship of responsibility, trust or power.”

Allerdings ist diese Definition sehr umfassend gehalten Aus diesem Grund sollen die einzelnen Formen hier etwas näher erläutert werden. In Deutschland und ebenfalls im Definitionsspektrum der WHO wird das Augenmerk auf vier Formen gelegt bzw. es gibt vier Formen die relativ häufig auftreten und aus diesem Grund eindeutig definiert werden. Hierbei handelt es sich um die physische Misshandlung, die psychische/emotionale Misshandlung, den sexuellen Missbrauch und die Vernachlässigung.

Die physische Misshandlung wird nach WHO (2002, S. 60) wie folgt definiert:

„Physical abuse of a child is defined as those acts of commission by a caregiver that cause actual physical harm or have the potential for harm.”

Für den deutschsprachigen Raum gibt es von Oerter und Montada (2008, S. 808) eine sehr klare Begriffsbestimmung: „Körperliche Misshandlungen sind Schläge oder andere gewaltsame Handlungen (Stöße, Schütteln, Verbrennungen, Stiche usw.), die beim Kind zu Verletzungen führen können.“

Die WHO (2002, S. 60) erklärt die emotionale/psychische Misshandlung auf

folgende Weise:

“Emotional abuse includes the failure of a caregiver to provide an appropriate and supportive environment, and includes acts that have an adverse effect on the emotional health and development of a child. Such acts include restricting a child’s movements, denigration, ridicule, threats and intimidation, discrimination, rejection and other non physical forms of hostile treatment.”

Die seelische bzw. emotionale Misshandlung wird oft mit der emotionalen Vernachlässigung gleichgesetzt. Jedoch gibt es hier Unterschiede, diesbezüglich gibt es von Deegner (2005, S. 38) eine gut formulierte Begriffsbestimmung: „Darunter wird die (ausgeprägte) Beeinträchtigung und Schädigung der Entwicklung von Kindern verstanden, aufgrund z. B. von Ablehnung, Verängstigung, Terrorisierung und Isolierung. Sie beginnt beim (dauerhaften, alltäglichen) Beschimpfen, Verspotten, Erniedrigen, Liebesentzug und reicht über Einsperren, Isolierung von Gleichaltrigen und Sündenbockrolle bis hin zu vielfältigen massiven Bedrohungen einschließlich Todesdrohungen.“ Degeener (2005) erwähnt in diesem Kontext auch, dass das Gegenteil, die Überbehütung bzw. das gluckenhafte Verhalten seitens der Eltern eine negative Wirkung auf die kindliche Entwicklung hat. Dem Kind wird die Möglichkeit genommen, sich frei entfalten und entwickeln zu können. Stattdessen wird es durch die Eltern in einem konstanten Abhängigkeitsverhältnis gehalten. Was wiederum dazu führen kann, dass das Kind sich durch solche Erziehungsstile zu einer unsicheren, furchtsamen Person entwickeln kann.

Die Sexuelle Misshandlung wird durch die WHO (2002, S. 60) näher erläutert

als:

“Sexual abuse is defined as those acts, where caregiver uses a child for sexual gratification.”

In Deutschland wird diese Form von Gewaltanwendung durch Oerter und Montada (2008, S. 812) wie folgt definiert: „Unter sexuellem Missbrauch wird jede Einbeziehung eines Kindes in sexuelle Handlung verstanden, für die es entwicklungsmäßig noch nicht reif ist, die es daher nicht überschauen kann und zu der es keine freiwillige Zustimmung geben kann und/ oder die sozialen und legalen Tabus der Gesellschaft verletzt.“

Die Vernachlässigung des Kindes wird durch die WHO (2002, S. 60)

folgendermaßen dargelegt:

“Neglect refers to the failure of a parent to provide for the development of the child-where the parent is in a position to do- in one or more of the following areas: health, education, emotional development, nutrition, shelter and safe living conditions. Neglect is thus distinguished from circumstances of poverty in that neglect can occur only in cases where reasonable resources are available to the family or caregiver.”

[...]


[1] Original: „Strange-Situation-Test“ (Ainsworth & Witting, 1969)

Details

Seiten
122
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656368663
ISBN (Buch)
9783656370208
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v209249
Institution / Hochschule
Technische Universität Berlin
Note
1,0
Schlagworte
traumatisierung kindheit wirkung ereignisse entwicklung beispiel vernachlässigung bindungsentwicklung

Autor

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Titel: Traumatisierung in der Kindheit