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Die Auseinandersetzung mit den Markomannen im 2. Jahrhundert

Hausarbeit 2001 13 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Altertum

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
1.1 Wer sind die Markomannen?
1.2 Die Auseinandersetzungen zwischen Römern und Markomannen im Überblick

Hauptteil
2.1 Wie kommt es zu den „Markomannenkriegen“?
2.2 Warum können die Markomannen das Imperium so schwer erschüttern?
2.3 Wie reagiert Rom auf den Einfall der Germanen? Welche Außenpolitik verfolgen die Römer? Bleibt sie während des gesamten Krieges gleich, oder gibt es einen Wandel?
2.4 Welche Strategie verfolgt Mark Aurel im Kampf gegen die Germanen?
2.5 Werden die Friedensabkommen durch die verschiedenen germanischen Stämme eingehalten? Wie gehen die Germanen mit den ihnen auferlegten Friedensbedingungen um?
2.6 Was ist gemeint, wenn man von „Markomannenkriegen“ spricht? Warum heißen die Auseinandersetzungen der Römer mit den Germanenstämmen jenseits der Donau „Markomannenkriege“?
2.7 Gibt es in den Markomannenkriegen unterschiedliche Phasen, die man voneinander trennen kann?
2.8 Mit welchem Ziel führt der Kaiser Krieg gegen die Germanen?
2.9 Warum sind Römer und Germanen 180 n.Chr. zu einem Frieden bereit, der die Markomannenkriege beendet?

Schluss
3.1 Welche Bedeutung haben die Markomannenkriege für das Imperium?

1.1 Wer sind die Markomannen?

Die Markomannen sind ein zu den Sueben zählender germanischer Stamm, der wohl ursprünglich aus dem Gebiet der mittleren Elbe stammt. Sie wurden durch verschiedene andere Germanenstämme vertrieben und vertrieben selbst andere auf der Suche nach neuem Siedlungsgebieten. Ungefähr zur Zeitenwende kamen sie über die obere und mittlere Mainregion und Böhmen in das Gebiet zwischen Erzgebirge und Donau, wo sie im 2. Jahrhundert immer noch siedelten (1). Sie und ihre germanischen Nachbarn lebten in „gefolgschaftlich strukturierten Personenverbänden“, in denen es durch rivalisierende Adelsfamilien zu ständig wechselnden Machtverhältnissen kam (2). Durch die kargen Lebensverhältnisse, Überbevölkerung, Landmangel und Druck durch benachbarte Stämme lebten sie in ständigen sozialen Konflikten. Ihre Lebensweise schwankte zwischen „bäuerlicher Seßhaftigkeit und nomadischem Wanderleben“ und war von der „Auseinandersetzung um die besten Siedlungs- und Weideplätze“ geprägt (3).

Von der Zeit des Tiberius (14-37 n.Chr.) bis zu Domitian (81-96 n.Chr.) gehörten die Markomannen zu den römischen Klientelstaaten, die zur Stellung von Hilfstruppen verpflichtet waren, und von Königen regiert wurden, die entweder Rom freundlich gesinnt oder sogar von den Römern eingesetzt worden waren (4).

1.2 Die Auseinandersetzungen zwischen Römern und Markomannen im Überblick:

Im 2. Jahrhundert n.Chr. kam es zu mehrfachen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Markomannen. Die Auseinandersetzungen lassen sich in verschiedene Phasen unterteilen: Die Römer hatten seit Jahrzehnten notorische Konflikte mit den Markomannen, Quaden, Jazygen und anderen Germanenstämmen, deren Siedlungsgebiet an die Grenzen des Imperium Romanum, genauer gesagt an die Grenzen der transalpinischen Provinzen Pannonien, Noricum und Raetien, anschloss. Diese Germanen überschritten wiederholt die Donau, die hier die Grenze bildete, und überrannten die von den Römern erbauten Befestigungsanlagen (5). Es gelang den römischen Grenzarmeen die Germanen zurückzuschlagen; die Überfälle von 118 n.Chr. und 136-140/4 n.Chr. stellten also keine ernsthafte Bedrohung für das Römische Reich dar (6).

Ganz anders sah es in der Regierungszeit des Mark Aurel (161-180 n.Chr.) aus, in der die Stämme an der Donau – allen voran die Markomannen, Quaden und Jazygen – die Nordgrenze überrannten und die Stabilität des Reichs schwer erschütterten. Es kam zu lang andauernden Kriegen mit Friedensabkommen, Vertragsbrüchen, erneuten Kriegen,...(7).

(1) K. Dietz, NP Bd. 7, 1999, 866-868, s.v. Marcomanni. /siehe Karte aus M.T. Schmitt, Die römische Außenpolitik des 2.Jh.n.Chr./ M. Gherardini, Studien zur Geschichte des Kaisers Commodus, S.32.
(2) M.T. Schmitt, S.50.
(3) Ders., S.51.
(4) Tacitus, Germania 42: „Marcomanis Quadisque usque ad nostram memoriam reges manserunt ex gente ipsorum, nobile Marobodui et Tudri genus (iam et externos patiuntur), sed vis et potentia regibus ex auctoritate Romana. raro armis nostris, saepius pecunia iuvantur, nec minus valet.“
(5) Dio 69,9,6: 118 n.Chr. & SHA Aelius 3,2; 3,5f: 136-140/4 n.Chr.[Datierung aus M.T. Schmitt, Die römische Außenpolitik des 2. Jh., S.87].
(6) Die beiden genannten Überfälle sind nur ein Beispiel, es gab noch viele weitere Aktionen der Germanen in den ersten fünfzig Jahren des 2. Jh.; siehe M.T. Schmitt, S. 85ff.
(7) Dio 72/73; SHA MA 12-27.

Erst unter Commodus, dem Nachfolger Mark Aurels, kam es zu einem endgültigen Friedensschluss (8).

Auch nach diesem Frieden fielen dieselben Stämme immer wieder in den angrenzenden Provinzen ein, sei es um Widerstandswillen gegenüber dem römischen Herrschaftsanspruch zu beweisen oder um einfach „nur“ zu plündern. Sie wurden aber von den zuständigen Statthaltern zurückgeschlagen (9). Bis ins 3. Jahrhundert vergingen keine fünf Jahre, in denen sich die Römer nicht mit den Germanen auseinandersetzten (10).

Die Kämpfe mit den Germanen prägten die römische Außenpolitik auch in den nächsten Jahrhunderten (11).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ã „Roms Nordgrenze“, M.T. Schmitt, Die römische Außenpolitik des 2.Jh. n.Chr.

(8) Herbst 180 n.Chr.[M.T. Schmitt]; sehr umstritten, schon bei Dio 73,2; Herodian I 6,8f; SHA Commodus 3,4; siehe auch G.Alföldy, Der Friedensschluss des Kaisers Commodus mit den Germanen.
(9) Dio 73,8,1; SHA Commodus 6,1; 183 n.Chr.[M.T. Schmitt]; SHA Commodus 12,8; 188-189 n.Chr.[M.T. Schmitt].
(10) Siehe M.T. Schmitt, S.88ff.
(11) Siehe K. Dietz, NP Bd.7, 1999, 866-868, s.v. Marcomanni.

Im Folgenden soll nun untersucht werden, wie es zu den sogenannten „Markomannenkriegen“ unter der Regierung Mark Aurels kam, warum die Markomannen und ihre germanischen Nachbarn in der Lage gewesen sind, das Imperium Romanum so schwer zu erschüttern, und wie wohl der Ablauf der Kriege nachzukonstruieren ist – und das anhand der Quellenaussagen, die uns heute erhalten sind (12).

2.1 Wie kommt es zu den „Markomannenkriegen“?

In den Markomannenkriegen äußerten sich Unruhen innerhalb der Germanenstämme, die durch die einsetzende Völkerwanderung ausgelöst wurden. Viele Stämme wurden aus ihren Siedlungsgebieten verdrängt, und bei der Suche nach neuem Siedlungsland übten sie ihrerseits Druck auf andere Stämme aus. Diese Druckwelle wurde von den Goten und anderen Ostgermanen in Gang gesetzt, als diese ihr Land wegen Überbevölkerung und sich verschlechternder Klimabedingungen verließen (13). Schließlich wurden auch Stämme wie die Markomannen, Quaden, Jazygen u.a. erfasst, die an der Grenze zum Imperium Romanum siedelten (14). Cassius Dio berichtet von 6000 Langobarden und Obiern, die den Ister überschritten (15), wohl in der Hoffnung auf römischen Boden Platz für ihre Familien zu finden. Ihr Siedlungsgebiet lag eigentlich wesentlich nördlicher an der unteren Elbe (16).

[...]

Details

Seiten
13
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783656368090
ISBN (Buch)
9783656369455
Dateigröße
686 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v209253
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,7
Schlagworte
auseinandersetzung markomannen jahrhundert

Autor

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