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Die Automatisierung des Krieges und der Einsatz von Drohnen in internationalen Krisengebieten

Eine ethische Diskussion

Hausarbeit 2013 15 Seiten

Ethik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Fragestellung und Forschungsstand
1.2. Historischer Rückblick

2. Beispiele moderner Militärtechnologie
2.1. Die Gegenwart - Die Automatisierung und ihre Beispiele
2.2. Die Zukunft - Die Autonomisierung und ihre Beispiele

3. Kritisch-ethische Diskussion
3.1. Die Rolle des Menschen / Abwägung: Mensch gegen Maschine
3.2. Politisch-diplomatische und rechtliche Problematik
3.3. Allgemeine gesellschaftliche Akzeptanz von Drohnen

4. Abschließende Bewertung

I. Anhang
I.I. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Fragestellung und Forschungsstand

Der technologische Fortschritt der Moderne wirkt sich nicht nur in der zivilen Welt aus - vor allem im Militär finden heutzutage modernste Apparaturen und Maschinen Anwendung. Diese sind jedoch immer wieder die Ursache von Diskussionen über die ethische Rechtfertigung dieser Waffensysteme. Im Fokus der Presse befinden sich zur Zeit unbemannte Flugsysteme, bewaffnet und unbewaffnet, und deren Einsatz in internationalen Krisengebieten.

In dieser Hausarbeit sollen die verschiedenen Systeme nach einer technischen Differenzierung auf ihre ethische Einsatzfähigkeit hin überprüft und bewertet werden.

Der aktuelle Forschungsstand ist im technischen Bereich sehr aktuell - geistes- und sozialwissenschaftliche Literatur ist diesbezüglich jedoch sehr rar. Die Darstellung der verschiedenen Argumentationsebenen soll hier, passend zur Aktualität, anhand von diversen Zeitungsartikeln und die ethische Argumentation anhand eigener Gedanken erfolgen.

1.2. Historischer Rückblick

Drohnen, oder auch ferngesteuerte Maschinen und Roboter, existieren nicht erst seit wenigen Jahren. Schon im 2. Weltkrieg fanden in Massen produzierte „Drohnen“ ihre Verwendung in kriegerischen Handlungen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Ladungsträger „Goliath“ der Wehrmacht, eine Art Miniaturpanzer mit einem Gewicht von rund 370 Kilogramm, welcher eine 60 Kilogramm schwere Sprengladung transportieren konnte. Der Goliath wurde per Fernsteuerung (Draht oder sogar Funk) in gegnerische Stellungen, Bunker oder unter Panzer gesteuert und zur Umsetzung gebracht - die Anfangsmodelle wurden durch einen

Elektromotor und die späteren Modelle aus Kostengründen durch einen Verbrennungsmotor angetrieben.[1]

Dieser Ladungsträger stellte einen bedeutenden Wandel in der Geschichte der Waffensysteme dar. War es bis dahin üblich, dass Menschen ein Waffensystem bedienten und sich damit direkt an diesem und damit in der Gefahrenzone befanden, so änderte sich dies. Es war nunmehr möglich in sicherer Entfernung (eine Blickverbindung vorausgesetzt) zu verbleiben und das Gefährt in die feindlichen Linien zu bewegen. Durch seine geringe Größe war es nicht leicht mit Panzerabwehrhandwaffen zu bekämpfen, war es nah genug an den eigenen Linien und wurde dennoch getroffen, so konnte der Treffer am Fahrzeug trotzdem eigene Opfer bedeuten.

Die Nutzung der jeweils aktuellen Technik charakterisierte in der Geschichte jeden Krieg - jedoch ist die Bedeutung von ferngesteuerten Waffensystemen und dem Ausschluss der Gefährdung eigener Kräfte, ebenso wie die Erfindung des Schießpulvers, als Meilenstein für die moderne Kriegsführung zu betrachten.

2. Beispiele moderner Militärtechnologie

2.1. Die Gegenwart - Die Automatisierung und ihre Beispiele

Unsere gegenwärtige militärische Technologie ist durch eine zunehmende Automatisierung gekennzeichnet. Waffensysteme werden immer komplexer und sind in der Lage eigenständig Feindkräfte aufzuklären, können sich allein bewegen und sind in der Lage erkannte Feindkräfte zu bekämpfen. Der Begriff der „Drohne“ ist hier treffend - meistens werden damit

fliegende Aufklärungs- oder Kampfmaschinen bezeichnet. Jedoch umfasst der Begriff untergeordnet auch militärische, ferngesteuerte Waffensysteme die zu Land oder im Wasser operieren (zur Groborientierung über den Begriff und dessen weiten Umfang Suche bei Wikipedia hilfreich).

Diese automatisierten Waffensysteme können jedoch nicht komplett allein agieren und eigenständig komplexe Situationen und Zusammenhänge analysieren - diese Aufgabe erfüllt der Mensch als letzte Kontroll- und Entscheidungsinstanz. Die automatisierten Waffensysteme werden nur als Mittel benutzt, sei es zur Aufklärung (durch hochauflösende Kameras, Nachtsichtgeräte oder ähnliches) oder zur Bekämpfung von erkannten feindlichen Strukturen (durch angebaute leichte und schwere Waffen). Durch die rasche technologische Entwicklung und schnelle weltweite Datennetzwerke hat sich die Entfernung des kontrollierenden Menschen zum zu steuernden Waffensystem drastisch vergrößert:

Es ist heutzutage problemlos möglich eine über Afghanistan fliegende Drohne von einer Kommandozentrale in Deutschland oder den USA aus zu steuern. Die amerikanischen Streitkräfte haben dies erfolgreich unter Beweis gestellt und stehen dafür in der Kritik (siehe 2.3.).

Nachfolgend sollen zwei in Serienproduktion befindliche Waffensysteme und deren Einsatzspektrum vorgestellt werden:

MQ-9 „Reaper“, General Atomics Aeronautical Systems Inc.

Die MQ-9 „Reaper“ wird in den Streitkräften der Vereinigten Staaten zusammen mit ihrem Vorgänger, der MQ-1 „Predator“ in Staffeln eingesetzt. Diese fliegende Drohne vermag es mit voller Kampfbeladung bis zu sechzehn Stunden in der Luft zu bleiben und eine dauerhafte Überwachung zu gewährleisten. Sie bindet zwei Soldaten als Bediener ein, da sich diese jecoh in einer weit entfernten Kommandozentrale befinden können diese, anders als bei einem gewöhlichen Kampfflugzeug, während des Fluges ausgetauscht werden. Diese Drohne

[...]


[1] vgl.: Spielberger, Walter J. und Doyle, Hilary L.: „Special Panzer Variants: Development - Production - Operations“, 2007, Schiffer Pub Co Verlag

Details

Seiten
15
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656382447
ISBN (Buch)
9783656382140
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v210074
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg – Professur für Katholische Theologie unter besonderer Berücksichtigung der Sozialwissenschaften und der Sozialethik
Note
Schlagworte
Ethik Drohne Krieg Automatisierung Autonome Waffensysteme Soldaten Krisengebiete Roboter

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