Lade Inhalt...

Ronald Reagan - Seine 1. Amtszeit (1981-1985) unter innen- und außenpolitischer Perspektive

Seminararbeit 2012 12 Seiten

Geschichte - Amerika

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Lebensstationen Ronald Reagans bis zu seiner 1. Amtszeit

3. Die 1.Amtszeit (1981-1985)
3.1. Innenpolitik
3.1.1. „Reaganomics“
3.1.2. Kurzes Resümee der Innenpolitik Reagans nach seiner 1. Amtszeit
3.2. Außenpolitik
3.2.1. Reagans Reden als Indikator für das Verhältnis zur Sowjetunion
3.2.2. Aufrüstung
3.2.3. Kurzes Resümee der Außenpolitik Reagans nach seiner 1. Amtszeit

4. Literatur- und Quellenverzeichnis
4.1. Verzeichnis der Monographien und Aufsätze
4.2 Verzeichnis des Presseartikels

1. Einleitung

In dieser Proseminararbeit gilt es einen Überblick über die Innen- und Außenpolitik der 1.

Amtszeit Ronald Reagans zu schaffen. Die 1. Amtszeit Reagans steht deshalb im Mittelpunkt des Interesses, weil einerseits eine deutliche Zäsur sowohl in der Innen- als auch in der Außenpolitik Reagens zwischen seinen beiden Amtszeiten kennzeichnend ist und andererseits sich das Ende der Entspannungspolitik und der Beginn des „Zweiten Kalten Krieges“ in dieser Phase des politischen Schaffens Reagans am besten veranschaulichen lässt. Außerdem behandelt diese Proseminararbeit die innenpolitischen Aspekte dieser Amtsperiode etwas stärker um aufzuzeigen das dieser ideologische Konflikt des Kalten Krieges sich auch auf ökonomischer Ebene manifestierte. Im Zentrum dieses Kapitels steht die These, dass Reagan mit seinem Wirtschaftsprogramm ein politisches Statement Richtung Sowjetunion setzte und ihnen durch einen Erfolg dieser äußerst liberalen, kapitalistischen Wirtschaftsweise zeigen wollte welches System überlegen sei. Das erste Kapitel befasst sich mit den einzelnen Stationen Reagans Lebensweges bis zu seinem Amtsantritt 1981 und erläutert, wann er sich die ihm zugeschriebenen, kennzeichnenden Charakteristika angeeignet haben könnte. Das folgende Kapitel konzentriert sich auf die die Innenpolitik bestimmenden, wirtschaftspolitischen Bemühungen Reagans, den sogenannten „Reaganomics“. Es zeigt auf, weshalb ein Paradigmenwechsel in der US-amerikanischen Wirtschaftspolitik für nötig empfunden wurde und wer als Vordenker der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik angesehen werden kann. Weiters wird jeweils auf die einzelnen Punkte des konkreten Wirtschaftsprogramms Reagans, in Bezug auf geplante Maßnahmen beziehungsweise tatsächliche Veränderungen eingegangen und abschließend ein kurzes Resümee über den vermeintlichen Erfolg der „Reaganomics“ gegeben. Das letzte Kapitel ist der Außenpolitik Reagans gewidmet und veranschaulicht, auf welchen Ebenen sich die Verschlechterung des politischen Klimas zwischen der USA und der Sowjetunion manifestierte. Hierfür wird zuerst auf die Rhetorik Reagans als Indikator für diese Veränderung der Beziehungen zur Sowjetunion eingegangen und die für Friedenszeiten beispiellose Aufrüstung der USA beschrieben. Diese Proseminararbeit stützt sich vor allem auf Sekundärliteratur, wobei im ersten Kapitel Heidekings Monographie, „Geschichte der USA“1 und Lösches Aufsatz „Ronald Reagan“, im Buch „Amerikanische Präsidenten“2, im zweiten Kapitel Kurzs Werk, „Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik in den USA“3 und im letzten Kapitel Gaddis Abhandlung „Der Kalte Krieg - Eine neue Geschichte“4 die Basis für das wissenschaftliche Arbeiten bildeten.

2. Lebensstationen Ronald Reagans bis zu seiner 1. Amtszeit

Ronald Wilson Reagan wurde am 6. Februar 1911 in Tampico, Illinois, als Nachkomme irischer, schottischer und englischer Einwanderer geboren und wuchs in verschiedenen Kleinstädten im amerikanischen Mittleren Westen in finanziell bescheidenen Verhältnissen auf.5 Begünstigt durch die Umstände dieser ländlichen Region der Vereinigten Staaten, wo er auch von 1928 bis 1932 das College von Eureka besuchte, prägte sich sein konservatives Weltbild aus, welches ihm Zutrauen in „amerikanische Tugenden“ wie Individualismus und das Streben nach Glück gab.6 Auch seine ausgeprägte Skepsis gegenüber einem Zentralstaat wird dieser Entwicklungsperiode zugeschrieben. In den folgenden Jahren (1932-1937) verdiente Reagan sein Geld in Iowa als Sportreporter zweier Radiostationen und erwarb bei dieser Tätigkeit Fähigkeiten, die ihm später den Ruf als „großer Kommunikator“ einbrachten. Sine 30jährige Film- und Fernsehkarriere begann, als er 1937 nach Hollywood wechselte.7 Wenngleich er auch ein „eher mittelmäßiger Schauspieler“8 war, lehrte ihn sein gewerkschaftliches Engagement9 zu dieser Zeit, wie Verhandlungen zu führen und wann Kompromisse zu schließen waren und so trug diese Periode seines Lebensweges auch maßgeblich zu seiner politischen Entwicklung bei.10 Zwei Jahre nach seiner Hochzeit mit Schauspielerkollegin Nancy Davis (1952) sollte Reagan ein Fernsehprogramm für „General Electric“ moderieren. In dem Vertrag mit dem Konzern war aber auch enthalten, dass Reagan 16 Wochen im Jahr durch deren Fabrikationsstätten tourte, um auf Betriebsversammlungen Reden zu halten und so das Betriebsklima und das Zugehörigkeitsgefühl der Belegschaft mit dem Unternehmen zu fördern. In diesen Reden zeigte sich auch Reagans politisches Profil, als er „die Bedeutung des Individuums“11 betonte und „vor der kommunistischen Bedrohung und der Gefahr des auswuchernden Sozialstaates“ warnte. Diesen konservativen Ansichten entsprechend änderte der sich ursprünglich den Roosevelt-Demokraten zugehörig fühlende Reagan 1962 auch offiziell seine Parteizugehörigkeit und wurde Republikaner.12 Nach einem gemäßigten, aber dennoch konservativen Wahlkampf wurde er 1965 zum Gouverneur von Kalifornien gewählt.13 In der Nachbetrachtung sind einige Parallelen seiner Gouverneurszeit mit seinen Amtszeiten im Weißen Haus auszumachen: So ist zum Beispiel eine deutliche Diskrepanz der Wahlkampfrhetorik (er versprach unter anderem eine Kürzung des kalifornischen Staatshaushaltes und eine Verlagerung politischer Verantwortung an die Bürger) mit der politischen Realität (tatsächlich stiegen die Staatsausgaben und die Zahl der öffentlichen Bediensteten in Kalifornien während seiner Amtszeit) für beide seiner Ämter kennzeichnend.14 Auch Reagans spezieller Führungsstil, er fungierte eher als „Aufsichtsratsvorsitzender“15, da er zwar Prioritäten setzte, aber nicht in die Einzelheiten des politischen Tagesgeschäfts intervenierte, seine Art sich des Öfteren direkt an die Wähler zu wenden, um dadurch Druck auf die Häuser der Gesetzgebung auszuüben und seine Fähigkeit Mehrheiten zu finden und Kompromisse zu schließen, findet man sowohl in seinen zwei Amtsperioden als Gouverneur von Kalifornien wie auch später zu seiner Präsidentschaft.16 Für diese bewarb sich Reagan das erste Mal 1976, scheiterte aber parteiintern denkbar knapp17 am damaligen Amtsinhaber Gerald Ford.18 Umso eindeutiger setzte er sich vier Jahre später durch, als er 29 von 34 Vorwahlen für sich entschied und so von seiner republikanischen Partei, zusammen mit George H. W. Bush, ins Rennen um das Weiße Haus gegen den demokratischen Amtsinhaber Jimmy Carter geschickt wurde.19 Seine Fähigkeiten als Redner, aber vor allem, dass mit dieser Rhetorik grundlegende politische Einstellungen20, Werte und Traditionen gekoppelt waren, ebneten Reagan den Weg zu einem eindeutigen Wahlsieg gegen Carter (1980) und so konnte er am 20. Januar 1981 seine Amtsgeschäfte antreten.21

3. Ronald Reagans 1.Amtszeit (1981-1985)

3.1. Innenpolitik

Obwohl Ronald Reagan seine Amtszeit mit einer Fülle von politischen Sach- und Personalentscheidungen begann, mit denen er in der Bevölkerung den „Glauben an das Präsidentenamt, als eine Institution, von der aus nationale Politik formuliert und durchgesetzt wird“22 wiederherstellte, blieb die im Wahlkampf angekündigte „Reagan Revolution“ aus23

[...]


1 Jürgen, Heideking, Geschichte der USA, Tübingen und Basel, ³2003

2 Peter, Lösche, Ronald Reagan 1981-1989. Präsident der konservativen Revolution, in: Die amerikanischen Präsidenten. 42 historische Portraits von Georg Washington bis Georg W. Bush, hrsg. v. Heideking, Jürgen, München ³2002, S.359-S.411.

3 Rudi, Kurz, Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik in den USA. Grundlagen, Praxis und Konsequenzen (Institut für angewandte Wirtschaftsforschung, Forschungsberichte Serie A, Nr. 56), Tübingen 1993.

4 John, Lewis, Gaddis, Der Kalte Krieg: Eine neue Geschichte. München, 2007.

5 Vgl. Heideking, Amerikanische Präsidenten, S. 398.

6 Vgl. Heideking, Geschichte der USA, S. 446.

7 Vgl. Heideking, Amerikanische Präsidenten, S. 398.

8 Rolf, Steininger, Der Kalte Krieg, Frankfurt am Main 2006, S.47.

9 Reagan war aktiver Gewerkschaftsfunktionär und ab 1947 Präsident der Filmschauspielergewerkschaft.

10 Vgl. Heideking, Amerikanische Präsidenten, S. 398f.

11 Heideking, Amerikanische Präsidenten, S. 399.

12 Vgl. Heideking, Amerikanische Präsidenten, S. 399.

13 Vgl. Heideking, Amerikanische Präsidenten, S. 399.

14 Vgl. Heideking, Geschichte der USA, S. 446.

15 Heideking, Amerikanische Präsidenten, S. 399.

16 Vgl. Heideking, Amerikanische Präsidenten, S. 399.

17 Reagan fehlten am Parteitag 111 von insgesamt 2257 Wahlmännern.

18 Vgl. Heideking, Amerikanische Präsidenten, S. 400.

19 Vgl. Heideking, Amerikanische Präsidenten, S. 400.

20 Zum Beispiel das Infragestellen des auswuchernden Sozialstaates.

21 Vgl. Heideking, Amerikanische Präsidenten, S. 400.

22 Heideking, Amerikanische Präsidenten, S. 400.

23 Vgl. Paul, Willi, Adams, Die USA im 20. Jahrhundert (Oldenburg Grundriss der Geschichte 29) München 2000, S. 204. 4

Details

Seiten
12
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656386148
ISBN (Buch)
9783656387398
Dateigröße
663 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v210363
Institution / Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – Zeitgeschichte
Note
Sehr Gut
Schlagworte
Ronald Reagan Zeitgeschichte USA amerikanische Präsidenten Kalter Krieg Amerika Reaganomics Reden Reagans

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Ronald Reagan - Seine 1. Amtszeit (1981-1985) unter innen- und außenpolitischer Perspektive