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Christentum in China: Die politische Doktrin der Religionsfreiheit seit der Kulturrevolution

Hausarbeit 2007 18 Seiten

Theologie - Sonstiges

Leseprobe

Gliederung

1. Christen in China

2. Erste Missionen des Christentums in China
2.1. Umgang mit dem Christentum seit Gründung der Volksrepublik China
2.2. Die katholische Kirche in China nach Mao
2.3. Die protestantische Kirche in China nach Mao

3. Die politische Sicht Chinas auf die Religion

4. Glaubensfreiheit als sekundäres Menschenrecht in China?

5. Ein anderer Dialog

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Christen in China

Mit dieser Arbeit soll ein genauerer Blick in die ostasiatische Kultur, besonders in die Religion gewagt werden. Der Analyserahmen beschränkt sich einerseits auf die Anfänge des Christentums und auf die Situation der Katholiken und Protestanten seit der Kulturrevolution, weil erst nach diesen Jahren, also von 1966 bis 1976, die Religionsausübung wieder erlaubt wurde. Andererseits soll Bezug genommen werden auf die Interaktion zwischen Staatspartei mit den gegründeten patriotischen Kirchenvereinigungen im Rahmen der aktuellen Religionspolitik Chinas, wobei diese Politik hinsichtlich der Religionsfreiheit im letzten Abschnitt detaillierter thematisiert wird. Nicht ganz zufällig handelt es sich, um ein brisantes und an Aktualität kaum zu übertreffendes Thema. Schließlich sprach unlängst sogar die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in China von unveräußerlichen Werten, die der freien Entfaltung des eigenen Charakters nützen - den Menschenrechten - worunter das Recht auf Meinungsäußerung ebenso wie die Religionsfreiheit fallen.1 Außerdem sollte die minimale Anzahl der Christen an der dortigen Gesamtbevölkerung nicht über deren potentielle Macht hinwegtäuschen. Das Christentum ist immerhin die größte Religion der Welt. Aus diesem Grund ist die Kenntnis chinesisch-politischer Handlungsmuster hilfreich, um die Hintergründe christlichen Lebens zu verstehen, wodurch sich Wege ebnen, die kulturell bedingte Konflikte durch gegenseitiges respektvolles Handeln entspannen könnten.

2. Erste Missionen des Christentums in China

Die Darstellung der Anfänge christlicher Missionen, die sich in diesem Abschnitt knapp nach historischen Gesichtspunkten richten soll, dient in erster Linie dem späteren Zugang zur Thematik 'Christen in China im nachmaoistischen Zeitalter'.

Das erste Auftreten des Christentums wird auf den nestorianischen Mönch Alopen zurückgeführt. Dieser Perser brachte die Lehre von der heiligen Schrift - auch als 'Leuchtende Lehre' bezeichnet - im Jahr 635 nach China. Dabei schlugen ihm Sympathien von den ersten Tang-Kaisern entgegen, diese überbrachten nämlich 744 nach Christus den Nestorianerklöstern selbst geschriebene Stirntafeln, wodurch die christliche Religion erste staatliche Legitimation erhielt.2 Erst 500 Jahre später, im Jahr 1294 zurzeit der Mongolenherrschaft in der Yuan-Dynastie, wurden erstmalig Christen der ö stlichen Kirchen im Reich der Mitte gesichtet. Der Franziskaner Johannes von Montecorvino wurde als Abgesandter des Papstes nach Peking geschickt. Für diese Mission gab es viele Motive, wobei den ersten Katholiken besonders wichtig war, die vordrängenden Mongolen kennenzulernen und sie für das Christentum zu gewinnen.3 Die Toleranz gegenüber der neuen Religion begünstigte den ersten Kirchenbau und die Taufe tausender Personen, die meistens Kinder waren. 1307 wird dann der einstige Abgesandte des Papstes von diesem zum Erzbischof von Peking (Khanbalik) berufen, wodurch in Städten der Südostküste katholische Gemeinden entstanden, was zusätzliche Missionare ins Land trieb.4 Mit dem Fall der Mongolendynastie verschwindet das Christentum, da Christen primär unter den Mongolen verbreitet waren.5 Erst im Jahr 1583 gelang es dem italienischen Jesuiten Matteo Ricci eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, obwohl ein Einreiseverbot unter der Ming-Dynastie verhängt wurde, da er sich sowohl mit der chinesischen Sprache als auch mit der Kultur auseinander setzte. Diese Jesuitenmission6 war also von Inkulturation begleitet, da sich eine reziproke Anpassung der christlichen Botschaft mit der fremdartigen Kultur vollzog, wodurch sie weniger radikal wie frühere Bekehrungen war.7 Binnen 200 Jahren sollten einerseits der Kaiser und andererseits die sozial führende Gelehrtenschicht bekehrt werden. Beiläufig wurden auch die Christen beeinflusst, weil sie chinesische Bücher gelesen und selbst veröffentlicht haben. Dadurch, wurden sie allmählich selbst zu Chinesen und knüpften zahlreiche Freundschaften mit chinesischen Gelehrten.8 Weniger offensichtlich versuchte auch Zhu Zongyuan das Christentum an den Konfuzianismus anzugliedern, um eine Komposition vom 'Fremden' mit dem 'Eigenen' zu kreieren, wodurch die zu bewahrende chinesische Hochkultur mit neuen Ansichten bereichert werden sollte.9

2.1. Umgang mit dem Christentum seit Gründung der Volksrepublik China

Auf der ganzen Welt sind religiöse Gruppen, unabhängig davon, ob sie sich in der Minderheit oder in der Mehrheit befinden und, ob sie christliche, buddhistische, muslimische, jüdische oder andere theologische Natur besitzen, mit wechselnder Intensität, Restriktionen ausgesetzt. Das traf und trifft auch auf das Christentum in China zu. Schließlich wurden nach Gründung der Volksrepublik China, am ersten Oktober 1949, durch die Führung der Kommunistischen Partei, Kontakte mit westlichen Missionaren untersagt und nach zwei Jahren erhielten alle christlichen Delegierten Landesverweise.10 Folglich wurde seit der Machtergreifung dieser Partei unter Mao Tse-tung kontinuierlich gegen 'reaktionäre' Religionsgemeinschaften gekämpft, da der kommunistische Glaube 'nützlicher' ist.11 An dieser Stelle ist erwähnenswert, dass der chinesische Staat kein Religionsstaat ist, da dort wie in Japan und Korea der Staatskult herrscht.12 Demzufolge haben und hatten Probleme immer sozialen und nicht religiösen Ursprung, was von Vorteil ist, zumal sich der Sinn des gesellschaftlichen Lebens nur schwer jenseits in unergründlichen Sphären findet.13 Um den 'Gleichklang' mit dem System und jedwede Abgrenzung von ausländischen Kräften, von denen aus politischer Sicht noch heutzutage eine historisch bedingte Fremdbestimmung14 ausgeht, zu demonstrieren, erfolgten Gründungen von so genannten (sog.) patriotischen Vereinigungen wie der katholischen „Drei-Selbst-Bewegung“15, auf die das folgende Kapitel zurückkommt. Der Ausbruch des Koreakriegs spitzte die Verfolgung der Christen noch zu, weil zahlreiche Säuberungen nicht nur religiöser Gruppen stattfanden. Folglich schädigten Vorfälle, wie die vehemente Einschränkung der Glaubensausübung und die Zerstörung religiöser Kultstätten, das Christentum massiv in den zehn Jahren der 'Großen Proletarischen Kulturrevolution'.16

Eine grundlegende Veränderung der Beziehung zwischen Staat und Kirche vollzog sich erst im Dezember 1978, als “(...) die Politik der Freiheit religiösen Glaubens wiedereingeführt [wurde]”.17 Im März, vier Jahre später, hielt dann das „'Dokument 19': Die grundlegende Sicht und Politik in der Religionsfrage während der sozialistischen Periode unseres Landes”18 immer noch gültige Maximen der Religionspolitik, wie den Schutz religiöser Aktivitäten, für die Volksrepublik China fest. Trotz der grundlegenden Verbesserung in der Reform- und Öffnungsperiode unter Deng Xiaoping, die den offiziell registrierten Kirchen die Ausübung des Glaubens einräumt, hegt die chinesische Führung - also die Kommunistische Partei Chinas - Misstrauen, wie schon zu Maos Zeiten, gegenüber ausländischen Akteuren. So legt die Partei Wert darauf, dass sowohl katholische wie auch protestantische Kirchen autonom sind und verstärkt diese Kirchenmitglieder gefördert werden, die entschlossen den sozialistischen Weg gehen und im patriotischen Sinne für die ethnische Einheit einstehen.19 Um zu kontrollieren, dass niemand die Staatsordnung stört, geschweige denn schädigt, gibt es ein Büro für Religiöse Angelegenheiten20, von dem seit den 90er Jahren verstärkt Maßnahmen, wie Zwangsregistrierungen und gezielte Verhaftungen, gegen Untergrundkirchenführer und gegen 'illegale' religiöse Versammlungen ausgehen.21 Trotz der Tatsache das staatlich anerkannte Religionen, zu denen neben Katholizismus und Protestantismus auch Buddhismus, Daoismus und Islam gehören, gezwungen sind sog. Patriotische Vereinigungen zu bilden, entzieht sich vieles der Staatskontrolle und die religiösen Aktivitäten wandern in den Untergrund ab. Diese Thematik und die erstmalig im Parteidokument Nummer 6 von 1991 geforderte Anpassung der Religion an die sozialistische Gesellschaft22 wirkt sich kaum negativ auf den Zulauf christlicher Religionsgemeinschaften aus. Ebenso wenig wird diese positive Entwicklung weder durch innere Zersplitterung der Kirchen aufgrund zunehmender Entfremdung von der Ökumene noch durch das Fehlen eines Religionsgesetzes gebremst.23 Aber wer sind die Chinesen, die Christen werden wollen? Viele von ihnen leben ähnlich wie in Deutschland auf dem Land, wobei sich die Verteilung von Region zu Region unterscheidet. Während der katholische Glaube stark familiär geprägt ist und sich über mehrere Generationen auch in Zeiten der Verfolgung hielt, ist die evangelische Kirche 'jünger', da 60% bis 80% der Protestanten in den achtziger und neunziger Jahren getauft wurden.24 Dabei waren es hauptsächlich westlich orientierte und gebildete Chinesen, die sich in den ersten Jahren dieser missionarischen Religion, die bis heute kaum die chinesische Gesellschaft durchdringt, annahmen.25 Gleichfalls lässt sich oft beobachten, dass Menschen aus rein pragmatischen Gründen gläubig werden. Schließlich braucht es Hoffnung und einen starken Willen, der auf einem entsprechenden Glauben basiert, um gar destruktive Schicksalsschläge zu verkraften.26 Doch das verstärkte Interesse an Religion und nicht nur am Christentum, das von Gläubigen und aus akademischen Kreisen27 aufflackert, lässt sich nicht auf eine Ursache dezimieren, da Motive vielfältig in der Gesellschaft verborgen sind. An dieser Stelle und im weiteren Verlauf der Arbeit bietet das Prinzip des „geistigen Ankers” (Jingschen Jituo)28, der schon in den Schreckenszeiten der Kulturrevolution Halt gab und ebenso in aktuellen Zeiten ökonomischer und gesellschaftlicher Umbrüche hilfreich ist, einen Einstieg, um das Kirchenwachstum beider christlicher Konfessionen in China zu verstehen.29 Daher wird nun in den folgenden zwei Kapiteln detaillierter auf das Wachstum der Protestanten und Katholiken in China besonders seit Mitte der 90er Jahre eingegangen, wobei ihre jeweiligen Eigenarten nach innerkirchlichen Aspekten sowie ihre Beziehung zum Staat betont werden sollen.

2.2. Die katholische Kirche in China nach Mao

Die ohnehin schwierige Stellung des Katholizismus in China durch die „verlorenen [zehn] Jahre”30 der Kulturrevolution, in denen kein klerikaler Nachwuchs ausgebildet wurde, wird komplementiert durch das frühzeitige Verbot für chinesische Katholiken sich irgendeiner fremden Obrigkeit zu unterstellen, was wenige Jahre später in der totalen Isolation vom Papst, der chinesische Bischöfe nicht approbieren darf, mündet. Letztendlich ist dieser offiziell verordnete Loyalitätsbruch mit dem Vatikan für die katholische Kirche weltweit einzigartig, zumal es sich auf eine Art auf das Kirchenleben auswirkt, wie es von der politischen Doktrin keineswegs geplant sein dürfte. Aufgrund von Spaltungen zwischen Gläubigen und Streit in der Pfarrei weigern sich einige romtreue Anhänger die Gottesdienste zu besuchen. Immerhin stehen diese Andachten unter Obhut der 'Patriotischen Vereinigung der Chinesischen Katholischen Kirche', was zum Entstehen einer von loyalen Priestern betreuten 'Untergrundkirche' führte, diese nicht staatlich anerkannt ist und über deren Mitgliederzahl aufgrund der fehlenden Registrierung nur spekuliert wird.31 Demzufolge hatte die politische Anordnung aus dem Jahre 1958, dass zu ernennende Bischöfe von der Katholischen Patriotischen Vereinigung ausgewählt werden und vom Staat zu approbieren sind, zwecks Vermeidung des ausländischen Einfluss gegenteilige Wirkung. Besonders, weil sich der 'illegale' Untergrundbereich der Staatsaufsicht entzieht und womöglich noch wächst.32

[...]


1 Vgl. Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel vom 27.08.2007 an der Akademie für Sozialwissenschaften in Peking, <http://www.bundesregierung.de> am 12.09.2007. Bis heute sind Menschenrechte - nicht nur in China - sondern auch in modernen und sog. rechtsstaatlichen Ländern in Gefahr und nichts selbstverständliches.

2 Vgl. Eichhorn, Werner, Die Religionen Chinas (= Die Religionen der Menschheit, Bd. 21), Stuttgart u.a. 1973, S. 256.

3 Vgl. ebd., S. 320.

4 Vgl. Eichhorn, Werner, Die Religionen Chinas (= Die Religionen der Menschheit, Bd. 21), Stuttgart u.a. 1973, S. 321.

5 Vgl. Von Collani, Claudia, Verbotene Riten. Das tragische Scheitern der Chinamission in der frühen Neuzeit, in: Entlang der Seidenstraße. Das Christentum auf dem Weg nach Osten (= Welt und Umwelt der Bibel), Sonderheft 2002, S. 58.

6 Das Wort der Mission lässt sich hauptsächlich auf den Jesuitenorden zurückführen und bedeutet Sendung des Sohnes durch den himmlischen Vater. Vgl. dazu Boetzinger, Vera, “Den Chinesen ein Chinese werden”. Die deutsche protestantische Frauenmission in China (1842-1952), Stuttgart 2004, S. 87./ Vgl. weiterführend Reiter, Florian C., Religionen in China. Geschichte, Alltag, Kultur, München 2002, S. 203. Oberstes Ziel der Missionstätigkeit war es chinesische Priester auszubilden, die die ausländischen Missionare ersetzen konnten.

7 Vgl. Von Collani, Claudia, Verbotene Riten. Das tragische Scheitern der Chinamission in der frühen Neuzeit, in: Entlang der Seidenstraße. Das Christentum auf dem Weg nach Osten (= Welt und Umwelt der Bibel), Sonderheft 2002, S. 58. Durch Anpassung an Kleidung, Sitten und Sprache ist sogar von Integration des Christentums, das nicht 'rein' war, da damalige Missionen wirtschaftlich und politisch vom 'Westen' geprägt waren, in die chinesische Kultur die Rede./ Riccis Mission verlief trotz unterschiedlicher sozialer und religiöser Sozialisation der Missionare nach dem Motto: „(...) den Chinesen ein Chinese zu werden (...)” Dazu Boetzinger, Vera, “Den Chinesen ein Chinese werden”. Die deutsche protestantische Frauenmission in China (1842-1952), Stuttgart 2004, S. 79./ Weiterführend Küng, Hans/ Ching, Julia, Christentum und Chinesische Religion, München 1988, S. 307. „Christliche Inkulturation, nicht religiöse Doppelbürgerschaft mu[ss] die Leitlinie sein!” Die Inkulturation des Christengeistes sollte zum Wohl der Menschen sein, aber weder radikal noch imperialistisch.

8 Vgl. ebd., S. 59. Ein Konfuzianer und ein Christ zu sein, wurde vorstellbar, zumal der Konfuzianismus eher als Staatsphilosophie interpretiert wurde./ Veröffentlichte Bücher der christlich-chinesischen Gelehrten beeinflussten das Denken in Europa und besonders den deutschen Philosophen Gottfried W. Leibniz. Vgl. dazu ebd., S. 60.

9 Vgl. Sachsenmaier, Dominic, Die Aufnahme europäischer Inhalte in die chinesische Kultur durch Zhu Zongyuan (ca. 1616-1660), Nettetal 2001, S. 228. Zhu`s Werke ('Antworten', 'Bericht', 'Traktat' (S. 227)) sind maßgeblich für die Auseinandersetzung einzelner Literaten in China der späten Ming- und frühen Qing-Zeit und gaben den höheren Schichten eine Einführung ins Christentum./ Es wurde damals die Auffassung vertreten, dass nur Christen die Lage der Chinesen verbessern konnten, wobei es fraglich ist, inwiefern dabei ein christlicher Konfuzianismus oder ein konfuzianisch geprägtes Christentum entstand. Vgl. dazu ebd., S. 239.

10 Vgl. Reiter, Florian C., Religionen in China. Geschichte, Alltag, Kultur, München 2002, S. 206. Nach Vertreibung der Nationalisten (Guomindang) durch Sieg des Kommunisten Mao über Chiang Kai-shek, setzten die Christen nach Taiwan über, das nach fünfzigjähriger Beherrschung durch Japan wieder unter chinesischer Administration stand./ Die Missionsbewegung endete offiziell in China, aber auf Taiwan blühte das Christentum auf, da ein Klerus und die Fu-Ren-Universität als intellektuelle Basis der Katholiken entstand. Vgl. ebd., S. 207.

11 Vgl. Heilmann, Sebastian, Das politische System der Volksrepublik China, 2. akt. Auflage, Wiesbaden 2004, S. 236./ Der Kommunismus besitzt in China fälschlicherweise Merkmale einer Staatsreligion. Vgl. dazu Linke, Bernd Michael, Das „Reich des Friedens”, in: Linke, Bernd Michael, Untergangsmythologie in den Religionen, Frankfurt a.M. 2003, S. 99-136/ S. 4.

12 Vgl. Linke, Bernd Michael, Das „Reich des Friedens”, in: Linke, Bernd Michael, Untergangsmythologie in den Religionen, Frankfurt a.M. 2003, S. 99-136/ S. 3./ In einem Land mit Staatskult ist die Religion solange privat und frei, wie sie nicht den Staat gefährdet, und eine Bestrafung darf nicht religiös begründet sein. Außerdem sollte sich der Bürger nicht in die Staatsangelegenheiten einmischen, weil privat nicht bedeutet, dass Religion frei von Zensur ist. Folglich dient eine Universalreligion aus chinesischer Sicht dazu den Staat zu retten und so konnte das Christentum in China schnell adaptiert werden. Vgl. dazu ebd., S. 4.

13 Vgl. ebd., S. 22.

14 Vgl. weiterführend Gänßbauer Monika, Parteistaat und Protestantische Kirche. Religionspolitik im nachmaoistischen China, Frankfurt a.M. 2004, S. 169. Dieses Misstrauen erklärt sich, da das Christentum in der chinesischen Taiping-Revolution im 19. Jahrhundert und zur Zeit der politischen Umbrüche Osteuropas am Ende des 20. Jahrhunderts als Unruhestifter angesehen wurde.

15 Reiter, Florian C., Religionen in China. Geschichte, Alltag, Kultur, München 2002, S. 206.

16 Vgl. ebd., S. 206.

17 MacInnes, Donald E., Religionen im heutigen China. Politik und Praxis, Nettetal 1993, S. 39. Ein Jahr später im darauf folgenden Herbst wurden Kirchen, Moscheen und andere Gotteshäuser wieder eröffnet. 18Ebd., S. 43./ Vgl. zur genauen Ausformulierung Anhang (1).

19 Vgl. MacInnes, Donald E., Religionen im heutigen China. Politik und Praxis, Nettetal 1993, S. 50.

20 Vgl. ebd., S. 33. Dieses 1954 errichtete Büro untersteht dem Staatsrat und hat Zweigstellen auf Provinzebene. 21Vgl. Heilmann, Sebastian, Das politische System der Volksrepublik China, 2. akt. Auflage, Wiesbaden 2004, S. 237.

22 Vgl. Gänßbauer, Monika, Parteistaat und Protestantische Kirche. Religionspolitik im nachmaoistischen China, Frankfurt a.M. 2004, S. 151./ Nichtanpassung führt zum Ausschluss aus der Gesellschaft Chinas. Die Glaubensfreiheit bindet sich an die Gruppenzugehörigkeit und religiöse Aussagen müssen dem Volk entsprechen. Sonst wird der Bürger verfolgt, politisch unterdrückt und zum Volksfeind. Vgl. dazu ebd., S. 110.

23 Vgl. ebd., S. 76. Rechtlich sind in China 'normale religiöse Angelegenheiten' geschützt, wobei es keine Legaldefinition des Wortes 'normal' in der chinesischen Verfassung gibt, wodurch die Auslegung Staatsvertretern obliegt./ Im Oktober 1997 veröffentlichte der Staatsrat ein Weißbuch zur Religionspolitik, aber über Schaffung eines Religionsgesetzes wird weiter spekuliert. Die Nationale Konferenz zur Religionsarbeit im Dezember 2001 war religionspolitisch wichtig, zumal sie vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas und vom Staatsrat gemeinsam veranstaltet wurde. Vgl. dazu Friedrich, Stefan, Christen in der Volksrepublik China, in: Konrad-Adenauer-Stiftung, <http://www.kas.de/publikationen/2003/4593_dokument.html> am 15.06.2007.

24 Vgl. Wenzel-Teuber, Katharina, Wie leben Christen in China heute?, in: Entlang der Seidenstraße. Das Christentum auf dem Weg nach Osten (= Welt und Umwelt der Bibel), Sonderheft 2002, S. 61. Das geringe Alter der Protestanten und Verbote der Glaubensunterweisung tragen zum geringen Wissensstand der Gläubigen und der Theologen bei, weshalb der Dialog mit Nichtchristen nicht theologisch versiert erscheint.

25 Vgl. Küng, Hans/ Ching, Julia, Christentum und Chinesische Religion, München 1988, S. 245-246.

26 Vgl. MacInnes, Donald E., Religionen im heutigen China. Politik und Praxis, Nettetal 1993, S. 430-432. Desweiteren ist die Ausbreitung des Christentums unter bestimmten Gesellschaftsgruppen laut der Zeitschrift 'Zongjiao' unterschiedlich und beruht bei manchen Befragten als Reaktion auf Enttäuschungen bei Misswirtschaft der Partei, aber auch als Wunsch dadurch Heilung von Krankheit, Trost und Hoffnung in schwierigen Lebenslagen sowie sozialer Teilhabe zu erhalten. Außerdem gehören oft Frauen mit hoher Analphabetenrate dem Christentum an./ Mit dem Christentum geht oft die Vorstellung einher, wonach es die gesellschaftliche Modernisierung Chinas begünstigen soll. Vgl. weiterführend Gänßbauer, Monika, Parteistaat und Protestantische Kirche. Religionspolitik im nachmaoistischen China, Frankfurt a.M. 2004, S. 208.

27 Immer mehr nicht-christliche Christumsforscher veröffentlichen Werke zu christlichen Forschungsfragen und deren Wirkung soll einflussreicher sein, als die chinesische kirchliche Theologie selbst. Vgl. dazu WenzelTeuber, Katharina, Wie leben Christen in China heute?, in: Entlang der Seidenstraße. Das Christentum auf dem Weg nach Osten (= Welt und Umwelt der Bibel), Sonderheft 2002, S. 61.

28 MacInnes, Donald E., Religionen im heutigen China. Politik und Praxis, Nettetal 1993, S. 426.

29 Der positive Trend verstärkt sich durch Abbau sozialer Probleme mit carritativen Häusern, was das Bild der Kirchen verbessert. Vgl. dazu Wenzel-Teuber, Katharina, Wie leben Christen in China heute?, in: Entlang der Seidenstraße. Das Christentum auf dem Weg nach Osten (= Welt und Umwelt der Bibel), Sonderheft 2002, S. 61.

30 MacInnes, Donald E., Religionen im heutigen China. Politik und Praxis, Nettetal 1993, S. 363.

31 Vgl. ebd., S. 363. Die Existenz der Untergrundkirche sagt nicht, dass registrierte Katholiken nicht trotzdem, also inoffiziell, dem Papst und der Universalkirche die Treue halten./ Angeblich sind drei Viertel aller 'offiziellen' Bischöfe der patriotischen katholischen Kirche vom Vatikan anerkannt, was eine Annäherung beider Seiten, trotz erschwerter Bedingungen, möglich macht. Vgl. dazu Von Collani, Claudia, Verbotene Riten. Das tragische Scheitern der Chinamission in der frühen Neuzeit, in: Entlang der Seidenstraße. Das Christentum auf dem Weg nach Osten (= Welt und Umwelt der Bibel), Sonderheft 2002, S. 60./ Die Situation Roms ist schwer, da die patriotische Kirche als Organisation, ihre autonome Bischofswahl und die Beeinflussung Chinas auf die Katholiken akzeptiert werden muss. Vgl. weiterführend Friedrich, Stefan, Christen in der Volksrepublik China, in: Konrad-Adenauer-Stiftung, <http://www.kas.de/publikationen/2003/4593_dokument.html> am 15.06.2007.

32 Vgl. Friedrich, Stefan, Christen in der Volksrepublik China, in: Konrad-Adenauer-Stiftung, <http://www.kas.de/publikationen/2003/4593_dokument.html> am 15.06.2007.

Details

Seiten
18
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656384236
ISBN (Buch)
9783656386995
Dateigröße
602 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v210660
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,3
Schlagworte
Mao Christentum Katholische und protestantische Kirche Glaubensfreiheit Menschenrechte in China Religionspolitik in China

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Titel: Christentum in China: Die politische Doktrin der Religionsfreiheit seit der Kulturrevolution