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Antisemitismus im nationalsozialistischen Propagandafilm

Stereotype und filmische Stilmittel

Bachelorarbeit 2011 33 Seiten

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Was ist Antisemitismus?
2.1. Die lange Tradition des Judenhasses
2.2. Die Verbreitung des modernen Antisemitismus
2.3. Von der Ausgrenzung zur Ausrottung

3. Antisemitische Propaganda
3.1. Goebbels und die Juden
3.2. Der NS-Propagandafilm
3.2.1. Der ewige Jude
3.2.2. Jud Süß
3.3. Antisemitische Feindbilder
3.3.1. Das äußere Erscheinungsbild des Juden
3.3.2. Das Bild vom mächtigen und reichen Juden
3.3.3. Das Bild vom „geilen Juden“
3.3.4. Der faule Jude
3.3.5. Das Konstrukt der jüdischen Verschwörung gegen die Welt
3.4. Propagandistische Mittel im Film

4. Fazit

5. Literatur

1. Einleitung

Antisemitismus hat in der Geschichte der Menschheit eine jahrhundertelange Tradition. Fälschlicherweise wird oft geglaubt, die Nationalsozialisten hätten den Antisemitismus „erfunden“. In Wahrheit jedoch begann die Judenfeindlichkeit schon in der Antike. Aus theologischen Identitätsproblemen des noch jungen Christentums entstanden schwere Vorwürfe den Juden gegenüber, sie hätten Jesus, den Messias, getötet und würden dadurch den göttlichen Heilsplan ablehnen.

Im Mittelalter spitzte sich die Lage der Juden zu. Als Brunnenvergifter, Christusmörder und geldgierige Lügner abgestempelt, kam es immer häufiger zu Ausschreitungen der Zivilbevölkerung, und die Juden wurden von der Gesellschaft ausgestoßen.

So zieht sich die lange Tradition des Judenhasses durch die gesamte Menschheitsgeschichte, doch erreichte sie mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten nach dem Ersten Weltkrieg ihren bisherigen Höhepunkt.

In Folge der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg versuchten die Nationalsozialisten, einen Sündenbock für die Ereignisse zu finden. Sobald es einen sichtbaren Feind gebe, könne man die Wut der Massen auf diesen richten. Andernfalls müsste man einen solchen erfinden. (Vgl. Leiser 1968: 65) Die Juden kamen ihnen dabei sehr gelegen. Schon seit Jahrhunderten verfolgt, galten diese als eine Randgruppe, die für die Gesellschaft mehr Last als Bereicherung darstellte. Durch antisemitische Propaganda haben es die Nationalsozialisten geschafft, ganze Massen gegen die Juden aufzuhetzen und somit eine gewisse Rechtfertigung für den Holocaust, das wohl grausamste und zugleich blutigste Verbrechen der Menschheit, zu erlangen.

Die Propagandamaschinerie der Nationalsozialisten war eine sehr wirkungsvolle Waffe im Kampf Hitlers gegen das Judentum in Europa und trug stark zu Hitlers eigenem Aufstieg bei. Mit der Hilfe des Reichspropagandaministers Josef Goebbels ist es ihm gelungen, die Ideologie des Nationalsozialismus in die Köpfe der deutschen Bürger zu bekommen und diese für die neue politische Strömung zu begeistern.

Die systematische Judenverfolgung Hitlers und der damit einhergehende Völkermord, heute unter dem Begriff Holocaust bekannt, gehört in der Literatur zu den wohl am häufigsten aufgearbeiteten Themen der Weltgeschichte. Zahlreiche Werke beschäftigen sich mit der Frage, warum es gerade die Deutschen waren, die den Holocaust begangen haben, wo doch der Antisemitismus ein gesamteuropäisches Phänomen war. (Vgl. Burrin 2004, Jäckel/Rohwer 1985)

Betrachtet man die aktuellen Entwicklungen in Europa, so wird klar, dass allerorts ein Rechtsruck bei den Bundeswahlen zu erkennen ist. Allein in Österreich ist ein starker Zuwachs der mit ausländerfeindlichen Parolen werbenden FPÖ erkennbar. Zu den Wählern solcher rechtsradikalen Parteien gehören hauptsächlich Jugendliche, die sich von der klaren und eindeutigen Botschaft der Freiheitlichen Partei angesprochen fühlen. Die Ausländer zum Sündenbock für gesellschaftliche Probleme machend, gibt die FPÖ ihren Wählern eine einfache Erklärung für Phänomene wie zunehmende Arbeitslosigkeit oder Kriminalität. Allerdings entwickelt sich immer mehr der Islam als (universales) Feindbild der rechtspopulistischen Parteien in Europa, nachdem sie zuvor den Juden durchaus feindlich gesinnt gewesen waren.

Hitler hat es, wenn auch in einer viel schärferen und noch viel rassistischeren Form, ähnlich gemacht. Er verbreitete allerorts die Behauptung, die Juden seinen die Wurzel allen Übels, und damit vertrat er eine einfache und verständliche, jedoch zugleich absurde Meinung. Damit gelang es ihm, die Menschen zu begeistern. Plötzlich hatten diese eine Zielscheibe für ihre Aggressionen in Anbetracht der schwierigen Wirtschaftslage nach dem Ersten Weltkrieg. Durch die gezielte antisemitische Propaganda war es den Nationalsozialisten erst möglich, ihre Ideologie zu verbreiten.

Diese Arbeit beschäftigt sich konkret mit der mächtigen Propagandawaffe der Nationalsozialisten vor und während dem Ersten Weltkrieg. Die gezielte Anti-Juden-Politik Hitlers steht dabei im Mittelpunkt der Ausarbeitung. In Anbetracht der antisemitischen Propaganda beschränke ich mich vor allem auf den Film, da dieser von Hitler sehr geschätzt und als hoch wirkungsvoll eingestuft wurde. (Vgl. Leiser 1968; 11) Den Propagandafilmen Der ewige Jude von Fritz Hippler und Jud Süß unter der Regie von Veit Harlan wird dabei besondere Beachtung geschenkt, da diese als die wohl bekanntesten antisemitischen Propagandafilme in die Geschichte eingingen.

Im Rahmen dieser Arbeit beschäftige ich mich vor allem mit der Frage, wie die Juden im Nationalsozialistischen Propagandafilm dargestellt wurden. Sowohl äußerliche Merkmale als auch Charaktereigenschaften sind dabei von großem Interesse.

Schon bei den ersten Recherchen zu diesem Thema fiel mir auf, dass in den antisemitischen Propagandafilmen stark mit Stereotypen gearbeitet wurde. Daher habe ich ein besonderes Augenmerk auf die gängigsten jüdischen Feindbilder dieser Zeit gelegt und versucht, deren Herkunft etwas zu beleuchten. Auch wenn die meisten Vorurteile sehr weit hergeholt sind, wird trotzdem stark mit ihnen gearbeitet. Nicht nur im Film, auch in Zeitungen, Flugblättern im Radio und sogar bei Hitlers Ansprachen selbst werden Juden durch antisemitische Feindbilder definiert.

Ziel meiner Arbeit ist es, die Darstellung der Juden - vor allem im Nationalsozialistischen Propagandafilm - offenzulegen. Auch die eingesetzten Stilmittel möchte ich einer näheren Betrachtung unterziehen.

Am Anfang meiner Arbeit steht eine Einführung zum Thema Antisemitismus. Die Herkunft dieses jahrhundertelangen Phänomens und dessen Entwicklung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges steht im Mittelpunkt dieses ersten Kapitels. Im darauffolgenden Teil gehe ich auf antisemitische Propaganda der Nationalsozialisten ein. Dies bildet zugleich den Hauptteil meiner Arbeit. Die Filme Der ewige Jude und Jud Süß werden darin behandelt und im Bezug auf die darin vorkommenden jüdischen Stereotype analysiert. Anschließend werden weitere jüdische Feindbilder erklärt und auf ihre Herkunft untersucht. Die propagandistischen Mittel im Film werden am Schluss noch betrachtet.

Das Ende meiner Arbeit bildet ein ausführliches Fazit, in dem ich die wichtigsten Argumente dieser schriftlichen Ausführung noch einmal zusammenfasse und meine persönlichen Gedanken zu diesem Thema anführe. Insbesondere werde ich versuchen, Parallelen zwischen der antisemitischen Propaganda der Nationalsozialisten und den ausländerfeindlichen Parolen der FPÖ bei der vergangenen Nationalrats- und Landtagswahlen herzustellen.

2. Was ist Antisemitismus?

Judenfeindschaft gilt als das älteste soziale, kulturelle, religiöse, politische Vorteil der Menschheit; Judenfeindschaft äußert sich, lange bevor Diskriminierung und brachiale Gewalt das Ressentiment öffentlich machen, in ausgrenzenden und stigmatisierenden Stereotypen, d.h. in überlieferten Vorstellungen der Mehrheit von der Minderheit, die unreflektiert von Generation zu Generation weitergegeben werden (Benz 2004: 7).

Der Begriff „Antisemitismus“ ist also sehr breit gefächert. Antisemitismus reicht von Ausgrenzung und Verleumdung bis hin zu Gewalt, organisatorischer Verfolgung, Pogrom und schließlich zum Völkermord unter den Nationalsozialisten (vgl. Benz 2004: 9). Antisemitismus kann also als Oberbegriff für alle Formen von Feindschaft gegenüber Juden verstanden werden (vgl. Benz 2004: 10, Beller 2007: 9).

2.1. Die lange Tradition des Judenhasses

Judenfeindschaft folgt einer jahrhundertelangen Tradition, die schon in der christlichen Antike begann. Ursprünglich wurzelte die Distanzierung von den Juden theologisch in Identitätsproblemen des jungen Christentums. Die Christen warfen den Juden vor, für den Mord an Jesus verantwortlich zu sein und damit den göttlichen Heilsplan abzulehnen. (Vgl. Benz 2004: 65, Beller 2009: 21) Diese theologische Auseinandersetzung hatte auch Folgen im Alltag. Ausschreitungen der christlichen Bevölkerung gegen Juden in vielen Orten des römischen Reichs sind bereits seit dem 4. Jahrhundert belegt. Im 6. Jahrhundert wurden vielerorts Zwangsbekehrungen durchgeführt, die meist in Zwangstaufen endeten. Zu der religiösen Abneigung gegenüber den Juden kamen auch bald ökonomische und soziale Motive, die im Mittelalter durch zunehmende Abneigung ergänzt wurden. Aufgrund ihrer religiösen Riten wurden Juden vom Handel ausgeschlossen und durften sich nur noch auf den Geldhandel beschränken. Im Zuge dessen wurden sie schließlich mit dem Geld identifiziert und der Vorwurf, sie seien geldgierig und geizig, sollte die Juden noch lange verfolgen. (Vgl. Beller 2009: 24).

Mit Ende des 11. Jahrhunderts verdichteten sich die religiösen Gegensätze zwischen Juden und Christen und äußerten sich in zunehmenden Gewaltakten. Der erste Kreuzzug 1096 wurde zunächst großteils gegen Juden in ganz Mitteleuropa geführt. (Vgl. Benz 2004: 67, Beller 2009: 23) Auch die darauffolgenden Kreuzzüge machten es sich teils zur Aufgabe, die „ungläubigen“ Juden zu bekehren. Um den Hass der christlichen Gesellschaft gegenüber den Juden zu schüren, wurden zahlreiche Mythen in Form von Chroniken, Geschichten, Liedern, Theaterstücken etc. verbreitet. (Vgl. Benz 2004: 68 f.) Unter anderem wurden die Juden Mitte des 14. Jahrhundert für die Pestepidemie in Europa verantwortlich gemacht; ihnen wurde vorgeworfen, die Brunnen vergiftet zu haben. Aus den religiösen Vorbehalten gegenüber Juden entwickelten sich wahnhafte Vorstellungen und Ideologien. Das Judentum repräsentierte alles Bedrohliche und galt als Wurzel allen Übels. Zunehmend wurden Juden von der restlichen Bevölkerung ausgeschlossen und mit Tieren auf eine Stufe gestellt, sie mussten in Ghettos leben und sich auch äußerlich mit speziellen Trachten und gelben Aufnähern kennzeichnen. (Vgl. Benz 2004: 75 f.) Juden wurden schon längst nicht mehr bloß über ihre Religion definiert, sondern galten bereits als eine eigene ethnische und soziale Gruppe (vgl. Benz 2004: 66).

Im Zuge der Reformation wandte sich auch Martin Luther im 16. Jahrhundert mit verächtlichen Schriften gegen die Juden, weil sie nicht bereit waren, sich seiner neuen Bewegung anzuschließen. Diese Schriften waren von großer Wirkung, weit über den Nationalsozialismus hinaus. (Vgl. Benz 2004: 77 f., Beller 2009: 25)

Bis ins 18. Jahrhundert hinein erhielten die antijüdischen Vorurteile institutionelle Verstärkung. Maria Theresia versuchte 1744, alle Juden aus Prag zu vertreiben, und vielerorts führte der volkstümliche Judenhass zu Ausschreitungen. Das über Jahrhunderte gewachsene Judenbild überlebte bis ins 19. Jahrhundert und speiste den dort vorherrschenden modernen Antisemitismus. (Vgl. Beller 2009: 25 f.)

2.2. Die Verbreitung des modernen Antisemitismus

Im Zuge der Aufklärung entstanden im 18. Jahrhundert neue Ideen von Staatsmodellen, in denen alle Untertanen auf gleiche Weise regieren sollten. Dies forderte auch zwangsweise eine Veränderung der Situation der Juden. Es war dazu notwendig, sie in die Gesellschaft zu integrieren. Die Frage, wie man dies am besten umsetzen könne, wurde unter dem Begriff der „Judenfrage“ zusammengefasst. In den meisten westeuropäischen Staaten verlief die Integration der Juden reibungslos. (Vgl. Beller 2009: 38) Doch es gab vielerorts nationalistische Strömungen, die weiterhin gegen eine Integration propagierten (ebd.: 47).

Mit der Zeit begann sich in Mitteleuropa der moderne Antisemitismus auszubreiten. Leitgedanke dieser Bewegung war, dass die Juden zwar in die dominierende deutsche Gesellschaft integriert werden sollten, jedoch nur, wenn sie bewiesen, diese Ehre auch zu verdienen, indem sie ihre jüdische „Lebensweise“ aufgaben. Integration sei also nur durch vollständige Assimilation möglich. (Vgl. Beller 2009: 49 f.) Durch zahlreiche politische Maßnahmen wurde versucht, die Juden weniger „jüdisch“ zu machen. Bildungseinrichtungen wurden erbaut und Juden wurden auch in hohen Ämtern zugelassen. Dies führte in vielen Teilen Europas zu einer relativ erfolgreichen Integration. Die Juden hörten jedoch nicht auf, „jüdisch“ zu sein, wie es von ihnen verlangt worden wäre. (Vgl. Beller 2009: 51-55)

Dies speiste das nationalistische Denken vieler Gegner der Integration und es entwickelten sich neue antisemitische Vorurteile. Ende des 19. Jahrhunderts wurden diese antisemitischen Argumente durch die Rassenlehre zu belegen versucht. (Vgl. Benz 2004: 83) Dies wird heute unter dem Begriff des „modernen Antisemitismus“ zusammengefasst. „Modern war er, weil er die religiös motivierte Judenfeindschaft durch eine wissenschaftlich aufgemachte Rassenideologie fortentwickelte und ersetzte. Judenfeindschaft war […] jetzt scheinbar auf beweisbare Fakten gegründet.“ (Benz 2001: 44 f.) Die Juden galten als eigene Rasse, die es stark vom Christentum zu unterscheiden galt.

Es war Ziel und Aufgabe zahlreicher Werke, die Andersartigkeit und Minderwertigkeit der „jüdischen Rasse“ zu belegen. Ein sehr erfolgreiches Beispiel stellt das Werk Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts (1899) von Houston Steward Chamberlain dar, der sich darin ausführlich über die jüdische Rasse und deren Rückständigkeit äußert. Als Grundlage für seine judenfeindlichen Theorien stützt er sich auf die Darwinistische Biologie. (Vgl. Beller 2009: 82 f.)

Die Andersartigkeit der Juden bekam durch derartige Publikationen einen wissenschaftlich begründeten Charakter. „Die vermeintlichen Unterschiede zwischen dem arischen männlich-idealen Körpertyp und seinem schwächeren, unmännlicheren semitischen Gegenstück – mit seiner Hakennase, seinen Plattfüßen, seinem runden Schädel usw. – spiegelten, so glaubte man, eine geistige, psychologische Differenz wider (Beller 2009: 88 f.)“.

Zu dieser Zeit nahm die Judenfeindschaft neue Dimensionen an. Diese angeblich wissenschaftlichen Erkenntnisse speisten ein neues Rassenverständnis. Jede „Rasseneigenschaft“ der Juden war dabei negativ definiert, sie galten als „minderwertige“ Rasse. Juden wurden besonders häufig als „Ratten“ oder „Ungeziefer“ bezeichnet und wurden praktisch für jedes aktuelle Ungemach verantwortlich gemacht. (Vgl. Benz 2004: 85 ff.)

Nach dem Ersten Weltkrieg standen Rassismus und Antisemitismus in neuer Blüte. Der verletzte Nationalstolz der Deutschen verlangte krampfhaft einen Sündenbock und machte „den Juden“ zum Schuldigen. Die NSDAP begann schon bald damit, antisemitische Lehr- und Grundsätze mit ihrem Wahlprogramm zu publizieren. (Vgl. Benz 2004: 110 f.)

Mit der Berufung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Jänner 1933 hatten die Nationalsozialisten plötzlich nie da gewesene Möglichkeiten. Juden wurden aus allen politischen, kulturellen und gesellschaftlich relevanten Stellungen gedrängt und durch „deutsche Volksgenossen“ ersetzt. (Vgl. Barth 2003: 81) In der Zwischenzeit hatte sich auch schon der Plan, die Juden aus Deutschland und Europa zu vertreiben, konkretisiert (vgl. ebd. 108)

Besonders mit Inkrafttreten der „Nürnberger Gesetze“ 1935 wurden Juden zahlreicher Rechte beschnitten. Durch Boykottaufrufe und Terroraktionen wandte sich mittlerweile auch schon die Zivilbevölkerung gegen die Juden. (Vgl. ebd.: 97-103) Einen der umfassendsten Gewaltakte gegen Juden, doch trotzdem nur einen Vorläufer der Gewalt, die die Juden später zu erwarten drohte, stellte die „Reichskristallnacht“ am 9./10. November 1938 dar. Im gesamten Dritten Reich wurden zahlreiche Geschäfte und Synagogen niedergebrannt und viele Juden angegriffen oder sogar getötet. (Vgl. Beller 2009: 126) Im selben Jahr verschärften die „Gesetze zum Schutze der deutschen Rasse“ die Situation. Juden durften bestimmte Sperrbezirke nicht mehr betreten, keine Theater und Kinos besuchen, Bücher und Zeitungen sowie spezielle Lebensmittel nicht mehr kaufen, keine Kraftfahrzeuge besitzen, jüdischen Kindern wurde der Schulbesuch verboten, und auch zahlreiche weitere Einschränkungen machten den Juden das Leben schwer. 1941 wurde die Kennzeichnungspflicht für Juden eingeführt. (Vgl. Barth 2003: 145 f.)

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Details

Seiten
33
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656384410
ISBN (Buch)
9783656386414
Dateigröße
585 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v210682
Institution / Hochschule
Universität Salzburg
Note
2
Schlagworte
Propaganda Nationalsozialismus Film Antisemitismus NS-Propaganda Hitler Goebbels Jud Süß Der ewige Jude

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Titel: Antisemitismus im nationalsozialistischen Propagandafilm