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Selbstständiges Argumentieren im Politikuntericht durch die Pro/Contra-Debatte

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 14 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Argumentation in der Schule

3. Aufbau der Pro/Contra-Debatte 5-

4. Planung der Pro/Contra-Debatte im Unterricht

5. Umsetzung von Lernzielen und didaktischen Prinzipien mit der Pro/Contra-Debatte

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel in der Schule. Auch nach der Schule bleibt die verbale Kommunikation das wichtigste Ausdrucksmittel im Berufsleben und im privaten Alltag[1]. Argumentieren ist dort eine Tätigkeit, die beinahe täglich gebraucht wird[2]. Schülerinnen und Schüler müssen also lernen sich verbal aus­drücken zu können. Mit steigendem Alter der Schülerinnen und Schüler erwartet man mehr sprachliche Kompetenz. Es kann also nicht akzeptiert werden, dass für Schulabgänger Fäuste Argumente sind. Nach Klasse 10 sollten alle Schulabgänger mit Schulabschluss in der Lage sein, mit Argumenten umzugehen, zuzuhören und selbstständig Argumentationslinien zu entwickeln und vorzutragen. Dies muss dann natürlich auch in der Schule gelernt werden. Der Politikunterricht bietet sich dafür an, da in der Politik in Debatten und Diskussionen oft argumentiert wird. Dazu benötigt man allerdings auch Methoden, die dies ermöglichen. Eine Methode, die dies ermöglichen könnte, könnte die Pro/Contra-Debatte sein. Daher stellt sich die Frage, ob die Pro/Contra-Debatte tatsächlich geeignet ist Argumentieren zu lehren und zu lernen. Dies will diese Hausarbeit überprüfen.

Dazu muss man den Begriff Argumentieren zunächst genauer definieren und konkretisieren, was im folgenden Verlauf der Hausarbeit auch getan wird. Schwerpunktmäßig muss dabei geschaut werden, was in der Schule unter Argumentieren exemplarisch zu verstehen ist, auch fächerübergreifend, und wie es umgesetzt wird. Danach lässt sich feststellen, ob und wie die Pro/Contra-Debatte als Ergänzung oder Ersatz im Politikunterricht helfen kann das Argumentieren zu lernen. Dazu wird die Pro/Contra-Debatte als Methode vorgestellt und kritisch untersucht und auf ihre Tauglichkeit hinsichtlich didaktischer Prinzipen überprüft. So kann festgehalten werden, ob die Pro/Contra-Debatte geeignet ist Schülerrinnen und Schüler Argumentieren lernen zu lassen.

2. Argumentation in der Schule

Es ist schwer Maßstäbe oder Standards für Argumentationen zu finden[3]. Sie können in der Qualität sehr unterschiedlich ausfallen, aber dennoch als Argumentation gelten[4]. Argumentationen können Behauptungen, Rechtfertig­ungen, Forderungen oder auch Erklärungen sein[5]. Sie sind aber auch mehr als ein reiner Meinungsaustausch, in dem man nur seine Meinung sagt[6]. Belegt man seine Meinung mit Sach- und Faktenwissen und hat so dann eine belegte Aussage, die sich auf etwas stützt, hat man eine Argumentation[7]. Dass man jemanden damit auch noch überzeugen möchte, ist oft der Fall, aber nicht zwingend notwendig[8]. Eine Argumentation muss aber rational nachvollziehbar machen, wie man zu seiner Meinung gekommen ist[9]. Zusammenfassend betrachtet gibt eine Argumentation also einen belegten Standpunkt wieder, der rational verständlich dargestellt wird.

Im Deutschunterricht übt man dies, vor allem in der Form des argumentierenden Schreibens. Als Lehrmethode für das argumentierende Schreiben wird fast ausschließlich die Erörterung benutzt[10]. Thesen müssen angemessen begründet werden, Argumente sinnvoll verknüpft werden, um eine gute Erörterung zu schreiben[11]. Argumentieren wird dort eigentlich nur schriftlich eingeübt.

Im Religionsunterricht hingegen läuft vieles nur mündlich. Offene Gespräche sind wesentlicher Bestandteil des Religionsunterrichts[12]. Allerdings ist die Typologie der Gesprächsmethoden kaum ausdifferenziert[13]. Zwar überwiegt die mündliche vorgetragene Argumentation in den offenen Gesprächen, aber häufig sind Diskussionen mit ihren Argumentationen in den Gesprächen nur ein Nacheinander von Meinungen[14]. Diese Meinungen sollen dann natürlich auch begründet werden. Geschieht dies rational verständlich, hat man auch dort eine Argumentation. Allerdings stehen argumentative Kompetenzen nicht immer Vordergrund des Religionsunterrichts[15].

[...]


[1] Vgl. Spiegel, Carmen: Argumentieren lernen im Unterricht - ein funktional - didaktischer Ansatz, in: Grundler, Elke u.a.: Argumentieren in Schule und Hochschule. Interdisziplinäre Studien, Tübingen 2006, S.63. Im folgenden abgekürzt als Spiegel, 2006.

[2] Vgl. Spiegel, 2006, S.63.

[3] Vgl. Bußhoff, Heinrich: Politische Argumentation: Überlegungen zu einer Argumentationstheorie der Politik, Baden Baden 1997. S. 116. Im folgenden abgekürzt als Bußhoff, 1997.

[4] Vgl. Bußhoff, 1997, S. 116.

[5] Vgl. ebd. S. 115.

[6] Vgl. ebd. S. 28.

[7] Vgl. ebd. S. 117.

[8] Vgl. ebd. S. 118.

[9] Vgl. ebd. S. 118.

[10] Vgl. Winkler, Iris: Argumentierendes Schreiben im Deutschunterricht im Spiegel von Aufgaben für Lern- und Leistungssituationen, in: Grundler, Elke u.a.: Argumentieren in Schule und Hochschule. Interdisziplinäre Studien, Tübingen 2006, S. 157 – 166. Im folgenden abgekürzt als Winkler, 2006.

[11] Vgl. Winkler, 2006, S. 160.

[12] Vgl. Grümme, Bernhard: Nicht mehr als ein „Laberfach“? Argumentative Gesprächsmethoden im Religionsunterricht, in: Grundler, Elke u.a.: Argumentieren in Schule und Hochschule. Interdisziplinäre Studien, Tübingen 2006, S. 131. Im folgenden abgekürzt als Grümme, 2006.

[13] Vgl. Grümme, 2006, S. 131.

[14] Vgl. ebd. S. 136.

[15] Vgl. ebd. S. 133.

Details

Seiten
14
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656387749
ISBN (Buch)
9783656388272
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v210957
Institution / Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
2,3
Schlagworte
Politik Politikdidaktik Pro/Contra Debatte Fachdidaktik Sozialwissenschaften Didaktik der Politik Unterrichtsmethode

Autor

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