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Über die Prophetennachfolge und die Spaltung der islamischen Glaubensgemeinschaft

Hausarbeit 2013 10 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

Vorbemerkung

1. Einleitung

2. Der Tod Muḥammads und die Problematik der Prophetennachfolge

3. ʿAlī ibn Abī Ṭālib und die erste Fitna

4. Das Schisma

5. Weitere Aufspaltungen

Literatur

Vorbemerkung

Zur Darstellung der Personen- und Ortsnamen verwendete ich in dieser Arbeit die Transkription der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (DMG) des arabischen und persischen Alphabetes, sowie teilweise das arabische und persische Alphabet als Zusatz selbst, sofern die Namen und Bezeichnungen im Deutschen nicht geläufig sind.

Im Falle gängiger Namen und Orte verzichtete ich auf eine Transkription bzw. gab diese nur bei erster Nennung einmalig an.

1. Einleitung

Die Grundlage für das Verfassen dieser Arbeit bildet das im Sommersemester 2012 von Frau Katarzyna A. Meyer-Hubbert gehaltene Seminar „Islam I - Eine Einführung in die Religion und frühere Geschichte“.

Diese Arbeit beschreibt die Nachfolgeregelung und Problematik der ersten Kalifen nach dem Tod Muḥammads und deren Folgen für die Entwicklung des frühen Islam. Im weiteren Verlauf wird auf den ersten Bürgerkrieg, sowie das Schisma – also die Spaltung der muslimischen Glaubensgemeinschaft – eingegangen und stellt zusammengefasst die grundlegendsten Unterschiede zwischen Sunniten und Schiiten dar.

Abschließend werden weitere, kleinere Splittergruppen beschrieben, die sich ebenfalls aufgrund der Glaubensspaltung entwickelten.

2. Der Tod Muḥammads und die Problematik der Prophetennachfolge

Als Muḥammad am 13. Rabīʿu ʾl-awwal im Jahre 11 beziehungsweise am 08. Juni 632 in Medina starb, war seine Nachfolge ungeklärt.

Überlieferungen zufolge gehen die Schiiten davon aus, ʿAlī (ʿAlī ibn Abī Ṭālib /علي بن أبي طالب) sei schon zu Lebzeiten Muḥammads von ihm selbst zu seinem Nachfolger bestimmt worden. Die überlieferten Prophetenaussprüche sind jedoch ungenau und ließen sowohl den Sunniten, als auch den Schiiten ausreichenden Platz zu Interpretationen.

So soll – nach schiitischer Auffassung – Muḥammad im Laufe der Rückreise seiner letzten Wallfahrt nach Mekka in Qum folgende Aussprüche getätigt haben:

„Habe ich nicht mehr Anspruch darauf, euch zu gebieten, als ihr selbst?“ und weiter „Allen, denen ich gebiete, soll auch ʿAlī gebieten!“[1]

Aus Sicht der Anhänger ʿAlīs und der heutigen Schiiten forderte Muḥammad somit ganz eindeutig Gehorsam ihm gegenüber und bestimmte ihn zu seinem legitimen Nachfolger.

Aus sunnitischer Sicht waren die Worte Muḥammads keineswegs so eindeutig.

Ein weiterer entscheidender Faktor, der zur Unstimmigkeit der Prophetennachfolge beitrug war, dass aus Sicht der Anhänger ʿAlīs dieser als Cousin Muḥammads und somit als Blutsverwandter, der darüber hinaus auch noch mit Fāṭima der Tochter des Propheten verheiratet war, ein eindeutiges Vorrecht zur Nachfolge inne hatte.

Nach dem Tod Muḥammads im Jahre 632 wurde allerdings nicht ʿAlī zu seinem direkten Nachfolger ernannt, sondern sein ebenfalls langjähriger Vertrauter Abū Bakr (Abū Bakr ʿAbd Allāh ibn Abī Quḥāfa aṣ-Ṣiddīq /أبو بكر عبد الله بن أبي قحافة الصديق).

Nach nur zwei Jahren als Kalif verstarb Abū Bakr im Jahre 634, benannte allerdings zuvor seinen Nachfolger. Auch zu diesem Zeitpunkt wurde ʿAlī nicht zum Kalifen erhoben, sondern ʿUmar (ʿUmar ibn al-Ḫaṭṭāb /عمر بن الخطاب). Als zweiter Kalif regierte er die Gemeinschaft über zehn Jahre und erweiterte territorial den islamischen Einflussbereich bedeutend. So eroberte er die Gebiete um Syrien, Palästina und Ägypten (, die zu dieser Zeit noch dem römisch-byzantinischen Reich angehörten), sowie Mesopotamien (Irak), welches zuvor noch dem sassanidischen Perserreich inne war.[2]

Im Jahr 642 wurde die Armee des persischen Großkönigs Yazdgerd III. (persischیزدگرد) bei Nahāvand (heute die iranische Provinz Hamadān) endgültig vernichtend geschlagen und das Perserreich ging nach und nach im islamischen Reich auf.

[...]


[1] Vgl. Halm, Heinz: Der schiitische Islam – Von der Religion zur Revolution; München 1994, S.15.

[2] Vgl. Halm, Heinz: Der schiitische Islam. S.16.

Details

Seiten
10
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656391951
ISBN (Buch)
9783656392507
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v211083
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Centrum für religionswissenschaftliche Studien
Note
1,3
Schlagworte
Islam Sunniten Schiiten Schia Shi'a Prophetennachfolge Muhammad Ali Koran Quran Schisma Glaubensspaltung Prophet Muslime

Autor

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