Lade Inhalt...

Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise für Logistiksysteme

Studienarbeit 2013 30 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Ausgangslage und Problemstellung
1.2. Logistiksysteme im turbulenten Umfeld
1.3. Zielsetzung

2. Zusammenhang der Logistikbranche und der Wirtschafts und Finanzkrise
2.1. Logistik und Logistiksysteme in Unternehmen
2.1.1. Definition des Begriffs Logistik
2.1.2. Definition des Begriffs Logistiksystem
2.2. Entstehung der weltweiten Wirtschafts und Finanzkrise
2.3. Auswirkungen der Krise auf die Logistikbranche am Beispiel der Schifffahrtsbranche

3. Wandlungsfähigkeit und Beherrschung von Umfeldeinflüssen
3.1. Definition des Begriffs Wandlungsfähigkeit
3.1.1. Abgrenzung der Flexibilität
3.1.2. Charakterisierung der Reaktionsfähigkeit
3.1.3. Zusammenhang zwischen Wandlungsfähigkeit, Flexibilität und Reaktionsfähigkeit
3.2. Bewertung von Umfeldeinflüssen auf Logistiksysteme
3.3. Messung des Potenzials der Wandlungsfähigkeit

4. Planung und Gestaltung logistischer Systeme
4.1. Planung von Logistiksystemen
4.2. Modellierung von Logistiksystemen
4.3. Gestaltung wandlungsfähiger Logistiksysteme
4.3.1. Wandlungsfähigkeit in Unternehmen
4.3.2. Wandlungsfähigkeit in der Logistik

5. Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2.1 Anzahl Hauseigentümer in den Jahren 2000 – 2010

Abbildung 3.1 Flexibilität und Wandlungsfähigkeit

Abbildung 3.2 Determinanten des Umfelds auf ein Logistiksystem

1. Einleitung

1.1. Ausgangssituation und Problemstellung

In den letzten Jahren, hervorgerufen durch den globalen Wettbewerb, ist ein zunehmend dynamischer und turbulenter „Markt“ mit internationaler Konkurrenz entstanden. Deutsche Standorte befinden sich verstärkt im Konkurrenzkampf mit internationalen Unternehmen, da diese meist mit dem Vorteil der günstigeren Lohnkosten kalkulieren können. Damit ist es für diese häufig ein vermeintlich besserer Weg, Kosteneinsparungen durch Verlagerung, von solch kostenintensiven Faktoren wie Lohnkosten, ins Ausland zu erreichen, als Produktivitätsverbesserungen zu erschließen. Allerdings bieten die Dynamik der Nachfragemärkte und die zunehmende Individualisierung von Produkt- und Leistungsangeboten Chancen für Unternehmen, die in der Lage sind, sich zeitnah an Veränderungen im Markt anpassen zu können. Dies erfordert einerseits eine hohe Flexibilität in der Leistungserstellung und andererseits eine hohe Wandlungsfähigkeit in Prozessen, Ressourcen und Strukturen.

1.2. Logistiksysteme im turbulenten Umfeld

Wie bereits unter 1.1. beschrieben, beeinflussen verschiedene Faktoren die Dynamik der Märkte und stellen somit ständig ändernde Einflüsse dar. Viele Unternehmen sehen sich mit einer sinkenden Markentreue, neuen Anforderungen der Kunden und höherer Serviceleistung sowie schwankenden Bedarfen konfrontiert1. Darüber hinaus steigt der Konkurrenzdruck durch gravierende Veränderungen der Wettbewerbssituation, hervorgerufen durch das Streben der Unternehmen nach Größe und Stabilität2. Um in dieser „neuen Welt“ bestehen zu können, werden von den Unternehmen angepasste Eigenschaften gefordert.

„Agilität“, „Reaktionsfähigkeit, Schnelligkeit“ und „Wandlungsfähigkeit“ sind einige Schlagworte, die modern geworden sind. Unabhängig von der Differenzierung der Begriffe wird dadurch eine neue Denkweise zum Ausdruck gebracht. Die Erfüllung individueller Wünsche und die schnelle Reaktionsfähigkeit werden zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor3. Beweglichkeit und Beherrschung der Komplexität kennzeichnen dabei erfolgreiche Unternehmen4. Durch aktive Marktbeeinflussung, eine ständige innere Veränderung, hohes Innovationstempo und anpassbare Produktionssysteme werden neue Leistungspotenziale erschlossen5. Betrachtet man in diesem Zusammenhang die Logistiksysteme eines Unternehmens, stellen sich zwei Fragen: Ist die Logistik von den Veränderungen durch die Wirtschafts- und Finanzkrise überhaupt betroffen und können Logistiksysteme generell wandlungsfähig sein? Bedenkt man, dass speziell in Krisenzeiten die am Markt angebotenen Leistungen auch für Wettbewerber transparent sind, entsteht die Notwendigkeit einer ständigen Bereitschaft zum Wandel. Erzielt der Wettbewerb z.B. eine höhere Logistikleistung, verändert sich die Situation auf den Absatzmärkten, indem die Anforderungen der Kunden beeinflusst werden. Durch diese Einflüsse entstehen neue Anforderungen an die eigenen Logistiksysteme, die eine Anpassung erforderlich machen. In letzter Konsequenz bedeutet das, dass jede Veränderung im Umfeld der Logistiksysteme über die Konfiguration der Systemelemente und die Wahl der Systemparameter entscheidet. Das beschriebene Phänomen sich ständig verändernder Umfeldeinflüsse, wechselnder

Intensitäten der Kriterien, variierender Wirkzusammenhänge und dem diskontinuierlichen Auftreten der Veränderungen charakterisiert die Turbulenz des Umfelds, dem Logistiksysteme ausgesetzt sind. Unter Turbulenz versteht man in diesem Zusammenhang eine hohe Dynamik in der Veränderung der Ausprägung und Intensität der Kriterien sowie eine hohe Komplexität6.

1.3. Zielsetzung

Das Ziel dieser Arbeit ist das Aufzeigen und Entwickeln möglicher Strategien und Methoden, wandlungsfähige Logistiksysteme zu gestalten. Auf diese Weise soll eine ständige Anpassungsfähigkeit der Systeme an Veränderungen des Marktes, vor allem in Anbetracht der Wirtschafts- und Finanzkrise ermöglicht werden. Aus dieser Zielsetzung lassen sich vier Teilziele ableiten, die erfüllt sein müssen, um eine wandlungsfähige Logistik realisieren zu können:

- Verbesserung der Transparenz der Logistik im Unternehmen
- Erhöhung des Wissens bezüglich Anpassungsmaßnahmen in der Logistik
- Steigerung der Planungssicherheit und Verbesserung der Qualität der Logistiksysteme
- Ständige Bereitschaft zum Wandel der Logistiksysteme, um den optimalen Betriebspunkt dauerhaft aufrecht erhalten zu können.

Nach einer Einleitung über wechselnde Anforderungen an die Wirtschaft seitens der Konsumenten wie auch des Marktes sowie einer weiteren Beschreibung des turbulenten Umfelds in dem sich Unternehmen befinden, wird im nächsten Kapitel näher auf die Zusammenhänge insbesondere mit der Wirtschaftskrise aus dem Jahre 2007 eingegangen.

2. Zusammenhang der Logistikbranche und der Wirtschafts- und Finanzkrise

2.1. Logistik und Logistiksysteme im Unternehmen

2.1.1. Definition des Begriffs „Logistik“

Der Begriff Logistik wurde fand sich in den letzten Jahrzehnten einer häufigen Diskussion konfrontiert und hat dabei unterschiedlichste Ausprägungen erfahren. Festzustellen ist ein grundlegender Bedeutungswandel von einer rein operativen Materialversorgung zu einem Denkmodell der Unternehmensführung7. Begründet durch diesen Wandel wird der Logistikbegriff in der Literatur sehr unterschiedlich definiert. Alle Definitionen sehen jedoch als zentralen Inhalt der Logistik die „zielgerichtete Überbrückung von Raum- und Zeitdisparitäten“8. Dabei stellt die „Bereitstellung der richtigen Güter in der richtigen Menge, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und in der richtigen Qualität zu richtigen Kosten“9 die grundlegende Zielsetzung der Logistik dar.

2.1.2. Definition des Begriffs „Logistiksystem“

Entsprechend den verschiedenen Definitionen des Logistikbegriffs werden auch unter einem Logistiksystem unterschiedliche Ansätze verstanden, die von den rein operativen Inhalten des Materialflusses bis hin zu einem allgemeinen, systemtechnischen Verständnis reichen. Die Definition erfolgt in Anlehnung an Isermann10:

„Ein Logistiksystem ist ein offenes, dynamisches System, das aus einer Menge von Objekten besteht, die zueinander in Beziehung stehen. Ein Objekt ist dabei eine abgrenzbare Einheit, die durch Merkmalsausprägungen charakterisiert ist. Die Objekte des Systems können materieller (z.B. Leistungsobjekt) oder immaterieller (z.B. Information) Natur sein. Es handelt sich um ein offenes System, da seine Objekte zur Systemumwelt in Beziehung stehen. Dadurch unterliegen die Objekte einer zeitlichen Veränderung, so dass Logistiksysteme dynamische Systeme darstellen“.

Vereinfacht bedeutet dies, dass ein logistisches System der raum-, zeit-, art- und mengenmäßigen Veränderung von Gütern dient. Ermöglicht wird diese Veränderung durch Transport-, Lager- oder Kommissioniersysteme. Weiterhin sind diese Systeme durch das Zusammenspiel von Bewegungs- und Speicherprozessen gekennzeichnet.

2.2. Entstehung der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise

Nachdem im Jahr 2007 die US-Bank Lehman Brothers Pleite ging, trudelte die gesamte Finanzbranche in die große Wirtschaftskrise. Weltweit kam es zu erheblichen ökonomischen Schwierigkeiten, die durch das Platzen der Immobilienblase in den USA noch weiter verschärft wurde.

Volkswirtschaftlich problematisch war, dass am US-Immobilienmarkt zu viele Hypothekenkredite, sog. Subprime-Kredite, an Schuldner zweitklassiger Bonität vergeben wurden. Nach dem die USA die Wirtschaft mit billigem Geld versorgte um diese anzukurbeln, senkte die US-Zentralbank Federal Reserve (FED) den Leitzins in den Jahren 2002 sowie 2003 bis auf ein Prozent und lockerte die Voraussetzungen für die Kreditvergabe11. Dies führte zu einer steigenden Anzahl an Hauseigentümern, insbesondere unter den „Subprime“-Kreditnehmern12. In der Abbildung 2.1 ist die steigende Anzahl an Hauseigentümer bis 2006 gut erkennbar.

Durch die schrittweise Erhöhung des Leitzinses ab 2004 von 1% auf 5,25% stieg das Hypothekenzinsniveau beträchtlich an, worauf viele Schuldner Ihre Hypothekenraten nicht mehr begleichen konnten. Letztendlich folgte eine Vielzahl von Zwangsversteigerungen. Darauf folgte der Zusammenbruch des Hypothekenmarktes, wobei alle Anleger, ob Banken oder Privatleute, auf einen Schlag ihr investiertes Kapital verloren. Abbildung 1 veranschaulicht die Zunahme privatern Hauseigentümer in den Jahren 2004 bis 2006.


[...]

1 Vgl. MAYER 1999, S. 7 ; UHLMANN & SCHRÖDER 1998, S 180

2 Vgl. SCHULZ-WOLFGRAMM 2000, S. 43 ; WARNECKE & BECKER 1994, S. 29

3 MILLBERG 1997, S. 26

4 REINHART 1999, S. 23; WARNECKE & BECKER 1994, S. 182 ; WESTKÄMPFER 1998, S. 23

5 WILDEMANN 1998, S. 4ff

6 CHAKRAVARTHY 1997, S. 70 ; REINHART 1999, S. 21 ; SCHREYÖGG 1998, S. 313 ; WESTKÄMPER 1999 , S. 605

7 DELFMANN 1999, S. 1

8 vgl. WILDEMANN 1997, S. 4

9 vgl. BOWERSOX 1974, S. 13; JÜNEMANN 1989, S. 18

10 vgl. ISERMANN 1994, S. 27ff

Details

Seiten
30
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656390374
ISBN (Buch)
9783656391555
Dateigröße
682 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v211280
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,0
Schlagworte
auswirkungen wirtschafts- finanzkrise logistiksysteme

Autor

Zurück

Titel: Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise für Logistiksysteme