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Subjektives Wohlbefinden in der Schule - Bedingungen und Zusammenhänge

Studienarbeit 2012 21 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1 †heorie
1.1 Wohlbefinden in der Schule
1.2 Classroom-Management

2. Methode
2.1 Stichprobe
2.2 Untersuchungsinstrument
2.3 Durchführung

3 Ergebnisse

4 Diskussion

5 Bibliografie

Abstract

In der vorliegenden Studie wurde überprüft, welche Dimensionen des Classroom- Managements einen Einfluss auf das subjektive Wohlbefinden der Schüler haben und inwiefern sich Vorhersagen für den Schulalltag treffen lassen. Im Rahmen einer Querschnittsuntersuchung wurden 845 Schülerinnen und Schüler der achten Klassen in Sachsen-Anhalt befragt. Zunächst wird im Text das Konstrukt Wohlbefinden erläutert und sein Bezug zur Schule hergestellt. Danach werden die vier Dimensionen des Classroom-Managements betrachtet. Dabei wurde ein sehr signifikanter Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Zuwendung und dem schulischen Selbstwert sowie zwischen der Unterrichtsqualität und der Einstellung zur Schule gefunden. Des weiteren wurde ein hoch signifikanter Unterschied in der Wahrnehmung des Lehrereingreifens zwischen Mädchen und Jungen festgestellt. Ein Unterschied in der Beurteilung der Lehrerzuwendung konnte hingegen nicht belegt werden.

Schlüsselwörter: Wohlbefinden, Classroom-Management, Schule

1 Theorie

We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their creator with certain inalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness. {Declaration of Independence, Paragraph 2, 1776).

Der älteste Vorläufer subjektiven Wohlbefindens {WB) ist das Glück. Im Verlaufe der gesamten Menschheitsgeschichte wurde es von den Philosophen als meistbegehrtes Gut und als Motivation für jegliche menschliche Handlung angesehen {DIENER, 1984). Nach VEENHOVEN {1997) sind Glück und WB gleich- bedeutend. Sie sind ein Indikator von Lebensqualität und zeigen, verbunden mit mentaler und physischer Gesundheit, wie erfolgreich Menschen sind. Weiterhin geben sie Aufschluss darüber, wie zufrieden Personen mit ihrer {aktuellen) Lebenssituation sind. Hierbei wird verdeutlicht, dass WB zwei Dimensionen abdeckt: 1. das allgemeine WB als Grad für Zufriedenheit mit dem Leben an sich und 2. dem aktuellen WB, welches spezielle Unannehmlichkeiten und vorüber- gehende Stimmungen inkludiert.

DIENER, SUH, LUCAS und SMITH {1999) sehen WB als eine breite Kategorie von Phänomenen an, welche emotionale Reaktionen, Zufriedenheit in bestimmten Bereichen und globale Wertungen von Personen beinhaltet. Da diese im Wesentlichen miteinander korrelieren, definieren sie WB als allgemeines Feld von wissenschaftlichem Interesse und nicht als eindimensionales Konstrukt. Die Komponenten, die sie dem WB zuschreiben, sind in Abbildung 1 aufgelistet.

Abbildung 1

Components of Subjective Weil-Being

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: DIENER et al. {1999), S. 277.

Wie die Abbildung zeigt erstreckt sich das WB über vielfältige Lebensbereiche, die in der rechten Spalte benannt sind. Dabei handelt es sich um eine allgemeine Konzeption, welche wenig Aufschluss über die Dimensionen von WB in der Schule liefert. HASCHER {2004) weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass zuerst ein Übertragen auf den Schulkontext vonnöten ist, um dort mit einer Konzeption des WB arbeiten zu können. Hierzu stellt sie verschiedene Definitionen von WB und ihre jeweiligen Transfermöglichkeiten dar {HASCHER, S. 139-142). Nach Auswertung dieser Gegenüberstellung gelangt sie zu einer Definition des WB in der Schule und listet seine Komponenten auf.

1.1 Wohlbełinden in der Schule

Um eine umfassende Definition von WB in der Schule liefern zu können, muss, analog zu VEENHOVEN {1997), zwischen aktuellem und habituellem WB unterschieden werden. Ersteres umfasst ein „temporäres Gefühlserleben [welches] von den situativen Erlebnissen, den individuellen Situationsbewertungen der Schüler/innen, ihren Persönlichkeitseigenschaften, den Bedingungen des Schulkontexts und der Gestaltung des Schultags [abhängt]“ {HASCHER, 2004, S. 150). Letzteres beschreibt HASCHER als „Gefühlshaltung, in der dauerhafte Emotionen und Kognitionen gegenüber der Schule, den Personen in der Schule und dem schulischen Kontext bestehen und - über einen längeren Zeitraum [...] dominieren“ {S. 150).

Im Lichte dieser Definition betonen HASCHER {2004) und HASCHER & HAGENAUER {2011), dass es sich hierbei um ein Multiebenen-Konstrukt handelt und führen sechs zentrale Komponenten an, die in Abbildung 2 festgehalten sind.

Abbildung 2

Komponenten des Woklbefindens in der Sckule

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung in Anlehnung an Hascher {2004), S. 151 und HASCHER&HAGENAUER {2011), S. 25f.

Im Zuge einer solchen Bestimmung kommt man nicht umhin, die Frage nach den zentralen Elementen der Genese des WB zu stellen. Abbildung 3 zeigt die von HASCHER {2004) getroffene Unterteilung, die als Rahmen für die durchgeführte Studie diente. Es sollte herausgefunden werden, in welcher Weise sich die Faktoren auf das WB auswirken und ob gewisse Zusammenhänge nachgewiesen werden können, welche, sollten sie sich als signifikant darstellen, schul- verbessernde Maßnahmen herbeiführen können.

Abbildung 3

Bedingungsfaktoren des Woklbefindens in der Sckule

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: HASCHER {2004), S. 166.

Soziale Beziehungen in der Schule

Aktuelle Kognitionen und Emotionen

Da es sich hierbei um ein großes Spektrum an Einflüssen auf das WB handelt, beschränkt sich der vorliegende Bericht auf eine Betrachtung der Unterrichtsqualität bzw. des Classroom-Managements {CM) und seine Bedeutung für das WB in der Schule.

1.2 Classroom-Management

Es gibt zahlreiche Ansätze CM zu beschreiben, aber keine dieser Definitionen kann, ob der Komplexität, eine Darstellung all seiner Aspekte abgeben. ANDERSON, EVERTSON und EMMER {1980) stellen in diesem Zusammenhang drei Verhaltenscluster von Lehrern dar. Der Erste beschreibt Verhaltensweisen, welche dem Schüler das „Warum?“ der schulischen Aktivitäten vermittelt. Der Zweite beschreibt Verhaltensweisen, die sich mit dem „Wie?“ des guten Benehmens beschäftigen und der letzte Cluster beschreibt das Erkennen von Schülerbedürfnissen und der nachfolgenden Adaption des Unterrichts in Richtung dieser. Für LEMLECH {1988) ist CM „the orchestration of classroom life: Planning curriculum, organising procedures and resources, arranging the environment to maximize efficiency, monitoring student progress, anticipating potential problems“

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Details

Seiten
21
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656404200
ISBN (Buch)
9783656407560
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v211808
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Institut für Pädagogik
Note
1,3
Schlagworte
Subjektives Wohlbefinden Subjective Well Being

Autor

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Titel: Subjektives Wohlbefinden in der Schule - Bedingungen und Zusammenhänge