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Arbeitsteilige oder arbeitsgleiche Gruppenarbeit in Schulen

Hausarbeit 2011 15 Seiten

Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Begriffsdefinitionen

3. Kriterien

4. Unterrichtsmethoden
4.1 Das Gruppenpuzzle
4.2 Das Stationenlernen
4.3 Planspiel

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Problemstellung

Durch das Aufbrechen der Fächerstrukturen und die Einführung des Lernfeldkonzepts1 hat sich auch die Art und Weise gewandelt, wie Schülerinnen und Schüler Wissen erlangen sollen. Doch die reine Wissensvermittlung ist heute nicht mehr das einzige Ziel oder der einzige Sinn der Institution Schule. Sie soll nicht nur reine Fakten vermitteln, sondern vor allem auf das Leben vorbereiten. Die Handlungs- oder Selbstorientierung steht nun im Fokus des Unter- richts. Dies beinhaltet auch Kompetenzen, wie Handlungs-, Human- und Sozialkompetenz neben der Sachkompetenz. Eine geeignete Methode, um mehrere Kompetenzen zeitgleich zu fördern, ist der Unterricht in Gruppen. Hier können die Lernenden miteinander kommunizie- ren, agieren, diskutieren und damit gegenseitig den Erkenntnisgewinn des Anderen anregen. Im Allgemeinen findet der Lernprozess ohne den Lehrenden statt. Der Gruppenunterricht hat also in vielerlei Hinsicht eine große Relevanz für die Lehrenden und Lernenden. Denn er er- möglicht eine andere Art der Wissensaneignung. Im Unterricht in Gruppen wird das soziale Lernen gefördert und auch die Selbstorganisationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler ge- übt. Er ermöglicht ein aktives und selbstgesteuertes Lernen, da die Jugendlichen selbst die Reichweite ihrer Neugier festlegen. Der Gruppenunterricht stellt damit eine hervorragende Ergänzung zum Frontalunterricht dar. Dieser vermittelt meist träges Wissen. Außerdem wird das Vermittelte oft nur auditiv oder visuell wahrgenommen. Studien belegen jedoch, dass ak- tiv erarbeitetes Wissen besser und dauerhafter aufgenommen wird.2

Im Rahmen dieser Ausarbeitung möchte ich mich mit dem Thema „Gruppenunterricht“ be- ziehungsweise „Gruppenarbeit“ näher beschäftigen. Der Gruppenunterricht ist „eine Sozial- form des Unterrichts, bei der durch die zeitlich begrenzte Teilung des Klassenverbandes in mehrere Abteilungen arbeitsfähige Kleingruppen entstehen, die gemeinsam an der von der Lehrerin gestellten oder selbst erarbeiteten Themenstellung arbeiten und deren Arbeitsergeb- nisse in späteren Unterrichtsphasen für den Klassenverband nutzbar gemacht werden können.“3 Die zentrale Lern- beziehungsweise Arbeitsphase wird im Gruppenunterricht als Gruppenarbeit bezeichnet. In der Literatur werden die beiden Begriffe häufig auch gleichge- setzt.

Die Arbeit in Gruppen kann methodisch unterschiedlich umgesetzt werden. Dabei unterschei- det man grundsätzlich zwischen „arbeitsgleicher“ und „arbeitsteiliger“ Gruppenarbeit. Ein arbeitsgleiches Vorgehen empfiehlt sich, wenn auf eine Fragestellung von mehreren Gruppen unterschiedliche Ergebnisse oder Interpretationen zu erwarten sind.4 Eine arbeitsteilige Aufgabenstellung dagegen, empfiehlt sich, wenn mehrere Teilaspekte unter gleicher Aufgabenstellung schließlich zu einem großen Ganzen führen werden.

Es werden in der Ausarbeitung zuerst wichtige Definitionen genannt und verschiedene Kriterien, welche für eine angemessene Entscheidung über die situationsgerechte Wahl der Gruppenarbeit von Bedeutung sind, aufgezeigt. Im folgenden Kapitel werden dann verschiedene Methoden strukturiert gegenübergestellt. Ziel soll es sein, einen Überblick zu erhalten und die Entscheidung, welche Art der Gruppenarbeit für die spezielle Situation am geeignetsten ist, zu erleichtern. Betrachtet wird hierbei nur die Erarbeitungsphase.

2. Begriffsdefinitionen

Der Kompetenzbegriff ist häufig definiert und interpretiert, jedoch maßgeblich bestimmt von Heinrich Roth. Er definiert wie folgt: „Mündigkeit, wie sie von uns verstanden wird, ist als Kompetenz zu interpretieren, und zwar in einem dreifachen Sinne: a) als Selbstkompetenz [...], d.h. als Fähigkeit, für sich selbst verantwortlich handeln zu können, b) als Sachkompe- tenz, d.h. als Fähigkeit, für Sachbereiche urteils- und handlungsfähig und damit zuständig sein zu können, und c) als Sozialkompetenz, d.h. als Fähigkeit, für sozial, gesellschaftlich und po- litisch relevante Sach- oder Sozialbereiche urteils- und handlungsfähig und also ebenfalls zuständig sein zu können.5

„Methoden sind Muster für das Arrangement von Lernsituationen.“6 „Sie legen fest, in wel- cher Weise und in welchem Umfang die Umgebungsbedingungen von Lernenden als Anreiz und Gelegenheit für selbstständiges Lernen aufgefasst werden oder wie von der Lernumge- bung- insbesondere von lehrender Position aus- Impulse und lenkende Vorgaben für rezepti- ves Lernen erfolgen.“7

3. Kriterien

Es gibt viele Aspekte, die bei der methodischen Unterrichtsplanung beachtet werden sollten. So ist beispielsweise auf das Berliner Modell8 von Paul Heimann, Gunter Otto und Wolfgang Schulz zu verweisen. Bei der Gruppenarbeit gibt es für alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich aktiv am Geschehen zu beteiligen. Ihre Neugier und Kreativität wird ange- sprochen, da es verschiedene Wege zur Lösung des Themas gibt. Durch die entstehenden Dis- kussionen werden nicht nur die persönlichen Kompetenzen gestärkt, sondern auch das Zu- sammengehörigkeitsgefühl innerhalb des Klassenverbundes, welches je nach Ausrichtung des Arbeitsprozesses mehr oder weniger stark ausgebildet ist. Für die Betrachtung arbeitsteiliger oder arbeitsgleicher Gruppenarbeit werden exemplarisch die folgenden drei Aspekte heraus- gegriffen und näher erklärt:

- der Inhalt, also der zu vermittelnde Lerninhalt der Unterrichtseinheit
- die Lernenden
- die Zielsetzung der Unterrichtseinheit.

Der Inhalt

Für die Wahl einer geeigneten Methode ist der zu vermittelnde Inhalt von entscheidender Bedeutung. So lassen sich beispielsweise Faktenwissen und Interpretationen auf so unterschiedliche Weise vermitteln, dass es sehr wichtig ist, sich vor der methodischen Unterrichtsplanung intensiv mit dem Inhalt der Unterrichtssequenz auseinanderzusetzen. Interessant dabei ist nicht nur, was vermittelt werden soll. Der Umfang des Lerninhaltes hat ebenfalls Auswirkungen auf die Wahl der Umsetzung. Gleichzeitig sind auch nicht alle Themenschwerpunkte oder Lerninhalte für jede Methode geeignet. Einige lassen sich besser für den Einstieg in eine Unterrichtssequenz verwenden, andere hingegen sind zur Vertiefung besser geeignet. Es ist also auf eine sinnvolle Wahl im Sinne des Lerninhaltes zu achten.

Die Lernenden

Ebenfalls sollten die Lernenden vor der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden. Hier emp- fiehlt das Berliner Modell eine Unterscheidung zwischen anthropogenen und sozio-kulturel-len Voraussetzungen, welche die Schülerinnen und Schüler mitbringen.

[...]


1 vgl. Handreichung für die Erarbeitung von Rahmenlehrplänen der Kultusministerkonferenz (September 2007), URL: http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2007/2007_09_01-Handreich-Rlpl- Berufsschule.pdf [Stand 15.09.2011].

2 vgl. u.a. Thissen 1997.

3 Meyer 1989, S. 242.

4 Bonz 2009, S. 104.

5 Roth 1971, S. 180.

6 Bonz 2009, S. 13.

7 Bonz 2006, S. 10.

8 vgl. Jank & Meyer 2002, S. 261f.

Details

Seiten
15
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656398462
ISBN (Buch)
9783656398639
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v211850
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik
Note
1,0
Schlagworte
gruppenarbeit

Autor

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