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Der Vormarsch der VST-Plugins in der Techno-Musik

Werden analoge Hardware-Synthesizer durch rechnergestützte, digitale Klangerzeuger ersetzt werden?

Hausarbeit 2013 11 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die technische Evolution der elektronischenTanzmusik
2.1. Die technische Evolution der elektronischen Tanzmusik – Hardware-Synthesizer
2.2. Die technische Evolution der elektronischen Tanzmusik – VST Plugins

3. Grundcharakteristik der VST-Plugins
3.1. Vor- und Nachteile gegenüber analoger Hardware
3 2. Persönliches Fazit / Zukunftsperspektive

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Gegensatz zur etablierten Popmusik war der Umfang der Studiotechnik für die Produktion von elektronischer Tanzmusik schon seit jeher bedeutend geringer, weshalb der Arbeitsplatz junger Technoproduzenten Anfang der 90er Jahre oft abfälligerweise als "Wohnzimmerstudio" bezeichnet wurde. In der 1993 erschienenen Dokumentation "Technocity Berlin1", die die Aufbruchstimmung einer neuen Jugendbewegung auf sehr guter Art und Weise einfängt, gewährt ein junger Produzent zu Beginn des Filmes Einblick in sein "Wohnzimmerstudio": es sind mannshohe, für das heutige Auge altertümlich anmutende Gerätschaften zu erkennen (u.a. ein DAT-Rekorder, ein riesiger Sampler mit Diskettenlaufwerk und ein überdimensionierter Mischpult), welche das Studiozimmer komplett auszufüllen scheinen.

Der technische Fortschritt führte im Laufe der Zeit zu immer mehr rechnergestützten Audioplugins, die es aufgrund der leistungsfähigeren CPUs immer besser beherrschten, perfekte, virtuelle Abbilder Ihrer analogen Vorbilder zu erzeugen. Das "Wohnzimmerstudio" ist mittlerweile zu einem "Schlafzimmerstudio" zusammengeschrumpft: der international erfolgreiche, holländische Electro-Producer "Laidback Luke" lud einen französischen

Journalisten im Rahmen eines Interviews in seinen "Studioraum" ein2, welcher kaum größer als 12 Quadratmeter ist, lediglich einen handelsüblichen Laptop, ein externes Audiointerface und einen MIDI Controller beinhaltet. Als Abhörgeräte dienen zwei durchschnittliche Studiomonitore von KRK. Der ungläubige Journalist bringt die Beobachtung nach anfänglichem Lachen auf den Punkt: "actually it's only a computer" - es sind keine Hardware- Synthesizer zu sehen, sämtliche Instrumente sind in virtueller Form, als sogenannte VST- Plugins mit dem ebenfalls digitalen Sequencer innerhalb des Computers verknüpft.

Die Grundidee der 90er Jahre, ein virtuelles Tonstudio im Computer zu erschaffen, scheint zumindest in der elektronischen Musikszene Realität geworden zu sein. Der klangliche Unterschied zwischen digital und analog ist nicht mehr messbar und in Producerkreisen längst zu einem esotherischen Aspekt geworden. Die Frage, die sich logischerweise aufdrängt, ist, ob analoge Hardware-Synthesizer und Effektgeräte für diese Sparte der Musikproduktion obsolet geworden sind. Ist es mehr als dieser romantische Aspekt, den ein Besitzer an den anologen Geräten noch zu halten vermag? Dies ist Gegenstand der Eröterung in dieser

wissenschaftlichen Hausarbeit und wird dabei die technische Evolution der elektronischen Tanzmusik aufzeigen, indem die wichtigsten historischen Stationen dieser Enstehungsgeschichte skizziert werden. Im Anschluss wird explizit auf die Charakteristik der VST-Plugins eingegangen, deren Vor- und Nachteile gegenüber analogen Geräten aufgezeigt und ein persönliches Fazit sowie eine Zunkunftsperspektive darlegt.

2. Die technische Evolution der elektronischenTanzmusik

2.1. Die technische Evolution der elektronischen Tanzmusik – Hardware-Synthesizer

Die Enstehungsgeschichte der Technomusik beginnt im Jahre 1913, das Zeitalter der Industrialisierung. Das Augenmerk der Produzenten war zur damaligen Zeit auf die industrielle Welt, deren Klänge und Gesetze gerichtet. Zu ihnen gehörte auch unter anderem Luigi Russolo, der auf experimentelle Weise in seinen Kompositionen Alltagsgeräusche (lärmende Menschenmassen und Motoren) verwendete und somit den Grundstein für eine frühe Form von elektronischer Musik legte, die allerdings erst in den 70er Jahren an Popularität erlangte: dem Industrial-Genre. Die Grundidee dieser Musikrichtung ist die Implementierunng von Alltagsgeräuschen in Musikstücken, welche durch die Erfindung der Elektronenröhre und des Tonbandgeräts im frühen 20. Jahrhundert vorangetrieben wurde. Das Aufnehmen und Abspielen von Klängen, die den Menschen früher tagtäglich umgeben haben, war zu seiner Zeit eine technische Revolution.

Aufbauend auf dieser Philosophie erklärte der deutsche Komponist und Dozent Karheinz Stockhausen im Jahre 1950 alle Geräusche und Klänge zur Musik. Er definierte hierfür 4 klangliche Grundelemente, die auf jegliche Art von auditiver Wahrnehmung adaptierbar und elektronisch modifizierbar sind. (vgl. Breinl 2012: 13)

"Die klanglichen Grundelemente setzen sich aus dem Sinuston, einem streng peroidischen Schwingungsvorgang, und dem weissen Rauschen (white Noise), einem aperiodischen Schwingungsvorgang, sowie aus Knack und Impuls zusammen, die dann durch die verschiedenen Techniken elektronisch weiterverarbeitet werden können." (Karlheinz Stockhausen, 1960 zitiert nach Breinl 2012: 13)

[...]


1"Technocity Berlin 1993"http://www.youtube.com/watch?v=-OLEyOYC6P4 (Stand: 24.02.2013)

2"Laidback Luke Studio" http://www.youtube.com/watch?v=BQSER4QsrPg (Stand: 24.02.2013)

Details

Seiten
11
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656406808
ISBN (Buch)
9783656407249
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v212231
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
Note
1,7
Schlagworte
vormarsch vst-plugins techno-musik werden hardware-synthesizer klangerzeuger

Autor

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Titel: Der Vormarsch der VST-Plugins in der Techno-Musik