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Planung, Durchführung und Evaluation von "PC-Grundkursen" in den Jahrgängen 5 und 6 an einer Integrierten Gesamtschule

Reflektierende Dokumentation

Hausarbeit 2013 22 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Praktikumsstelle
2.1 Arbeits- und Aufgabenfeld
2.2 Rahmenbedingungen
2.3 Zielgruppe(n)

3 Handlungsablauf
3.1 Planung
3.2 Durchführung
3.3 Auswertung

4 Projektmanagement
4.1 Begriffliche Einordnung
4.2 Stellenwert im Praktikum

5 Qualitätssicherung
5.1 Theoretische Bezüge
5.2 Qualitätssicherung im Praktikum

6. Evaluation
6.1 Theoretische Bezüge
6.2 Projekt-Evaluation

7. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang: Checkliste

1 Einleitung

Ziel dieser Dokumentation ist die Reflexion des Praktikums im Modul 3B im Rahmen des bildungswissenschaftlichen Studiums an der FernUniversität Hagen, das auf eine Vernetzung von Theorie und Praxis zielt. Das Praktikum wurde im Kontext der beruflichen Tätigkeit der Autorin / Projektleiterin als Schulbibliothekarin geleistet und lag im Bereich der Medienbildung für 5. und 6. Klässler/innen an einer hessischen IGS.

Im ersten Teil wird das Aufgabenfeld näher bestimmt, die Praktikumsstelle und die schulischen Rahmenbedingungen werden skizziert. Das Kapitel schließt mit einer Betrachtung der Zielgruppe(n), die sich entlang von Kompetenzbereichen und anderen Faktoren einer Bedingungsanalyse bewegt.

Die Projektplanung, die Durchführungsphase und ihre Auswertung werden im nächsten Kapitel, dem Handlungsablauf, beschrieben und ihr zeitlicher Ablauf über alle Projektphasen dargestellt. Daneben enthält dieses Kapitel didaktische Überlegungen zur Unterrichtsplanung in Anlehnung an das Berliner Modell.

Die drei folgenden Kapitel Projektmanagement, Qualitätssicherung und Evaluation, beschäftigen sich jeweils mit zugehörigen theoretischen Aspekten und der jeweiligen Bedeutung im vorgestellten Projekt.

Abschließend werden im Fazit bedeutende Erkenntnisse nochmals kurz zusammengefasst und Anknüpfungspunkte für zukünftige Vorhaben formuliert.

2 Praktikumsstelle

2.1 Arbeits- und Aufgabenfeld

Das Projekt beinhaltete die Planung, Durchführung und Evaluation dreier Kurse zur informations- und kommunikationstechnischen Grundbildung in Jahrgang 5 (Kurse Klassen 5b und 5c) und klassenübergreifend in Jahrgang 6 (Kurs 6) im Schuljahr 2011/12 an der Steinwaldschule Neukirchen (SWS). Diese als PC-Grundkurse bezeichneten Schulungen haben vor allem die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern Basiskenntnisse und -kompetenzen in den Bereichen Tastaturschreiben, Textverarbeitung, Umgang mit Dateien und Speichermedien, Internet, Suchstrategien und Sicherheit im Netz zu vermitteln. Die Kurse dienen einerseits als Grundlage für die fächerübergreifende Medienbildung und -nutzung auch der darauffolgenden Schuljahre und sollen andererseits die Kinder in ihrer Mediennutzung sowie bei selbstgesteuerten Lernprozessen unterstützen und für einen kritischen Umgang mit neuen Medien sensibilisieren. Inhalte und Ziele der Kurse sollten sich nach Wunsch des Auftraggebers an den Leitlinien des Medienbildungskonzepts der SWS orientieren, das ein kompetenzorientiertes Verständnis von Medienbildung beinhaltet. Es sieht Medienkompetenz als Teil der Allgemeinbildung und Voraussetzung für eine gesellschaftliche Handlungsfähigkeit von Jugendlichen, die darüber hinaus zur allgemeinen Persönlichkeitsentwicklung beiträgt (vgl. Steinwaldschule, 2012a). Medienbildung setzt nach diesem Verständnis „an der Alltagswelt der Nutzer(innen) und ihrem tatsächlichen Mediengebrauch an und bezieht sich auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Zielgruppen“ (Initiative „Keine Bildung ohne Medien“, 2011, S. 7).

2.2 Rahmenbedingungen

Die Steinwaldschule Neukirchen ist eine integrierte Gesamtschule in einem ländlichen Raum mit einem Einzugsradius von bis zu 50 km. Während des Praktikumszeitraums besuchten insgesamt 680 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 10 die Schule, davon 82 Kinder die vier 5. Klassen und 104 Kinder die fünf 6. Klassen. Die SWS befand sich im betreffenden Zeitraum am Beginn eines schulorganisatorisch komplexen Prozesses des Übergangs in eine gebundene Ganztagsschule, d.h., Kinder des Jahrgangs 5 besuchten die gebundene Ganztagsschule an vier Tagen in der Woche, während Kinder des Jahrgangs 6 nur zwei Tage die Schule im offenen Ganztag besuchten. Diese zweigleisige Struktur hatte auch Auswirkungen auf die Planung der durchzuführenden Kurse. Für Kinder der Klassen 5 wurde dieser Kurs im Rahmen des Ganztags im betreffenden Schuljahr nun verpflichtend und fand im Klassenverband statt. Kinder der Klassen 6 konnten sich weiterhin freiwillig einwählen.

In dieser Übergangsphase sollten Inhalte und Ziele des bereits seit mehreren Jahren bestehenden und praktizierten Konzepts der Grundbildung fortgeführt werden, und gleichzeitig aktuelle gesellschaftliche Anforderungen und Entwicklungen im Kontext Sozialer Netzwerke verstärkt eingebunden werden. Daneben war eine Abstimmung mit der am Projekt beteiligten Kollegin zu treffen, um möglichst einheitliche Voraussetzungen für alle Kurse zu schaffen.

Der zeitliche Umfang wurde durch die Anzahl der Klassen und die Raumkapazitäten auf eine Doppelstunde pro Woche je Kurs über ein Schulhalbjahr begrenzt, um allen Kindern der Jahrgänge 5 und 6 die Teilnahme an einem Grundkurs zu ermöglichen. Es stand ein PC-Raum mit Beamer, Internetzugang und 25 Rechnerarbeitsplätzen (mit veralteter Hardware) zur Verfügung, die über eine Remote-Desktop-Verbindung mit einem Terminalserver verbunden waren.

2.3 Zielgruppe(n)

Jede Bildungsmaßnahme richtet sich an ein konkrete Zielgruppe, deren Merkmale die Unterrichtsplanung bedingen. In Anlehnung an das Berliner Modell, das im Projekt für die Unterrichtsplanung herangezogen wurde, analysiert Topsch die Alters- und Entwicklungsorientierung (anthropogene Bedingungen) der Zielgruppe in verschiedenen Kompetenzbereichen, da Unterricht auf den Kompetenzen der Beteiligten aufbaut (vgl. Topsch, 2004, S. 92f). Da die Zielgruppen aufgrund der Festlegung durch den Auftraggeber in Projektphase 2 lediglich auf Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 11 Jahren (Kurse 5b, 5c) bzw. 11 bis 12 Jahren (Kurs 6) eingegrenzt werden konnten, und nur die ungefähre Anzahl und Geschlechterverteilung der Kinder bekannt war, standen für die Strukturanalyse im Bedingungsfeld nur sehr wenige Informationen zur Verfügung. Der Kurs 6 konstituierte sich durch das schulorganisatorisch geänderte Einwahlverfahren gar erst nach Schulungsbeginn.

So wurde in dieser Projektphase zunächst eine grobe Einschätzung der Zielgruppe vorgenommen, die sich an den von Topsch formulierten Kompetenzbereichen, dem altersgemäßen Bedürfnisverhalten, Genderaspekten und dem sozial-kulturellen Umfeld der Schule orientierten. Dafür dienten vorausgegangene Beobachtungen und Erfahrungen mit vergleichbaren Lerngruppen als Analyseinstrumente. Erkenntnisse der Analyse können hier wegen ihres Umfangs nur exemplarisch angedeutet werden.

Bei allen drei Zielgruppen handelte es sich um altershomogene Gruppen, innerhalb derer vergleichbare Entwicklungs- und Lernstände angenommen werden konnten. Im inhaltlichen Kompetenzbereich (Wissensstand) wurde z.B. für die 5. Klässler angenommen, dass das systematische 10-Finger-Schreiben eher unbekannt ist, die Nutzung der Suchmaschine von Google dagegen schon routiniert ist. Dagegen konnte für die Gruppe des Jahrgangs 6 vorausgesetzt werden, dass sowohl Erfahrungen mit Internetrecherchen als auch mit Textverarbeitung bestehen, da die 6. Klässler regelmäßig die PC-Arbeitsplätze in der Schulbibliothek für selbstständige Internetrecherchen und Ausdrucke nutzen.

Im methodisch-strukturellen Bereich (altersangemessene Organisationsformen) wurden z.B. Partner- / Gruppenarbeiten als bekannt vorausgesetzt.

Im emotionalen Kompetenzbereich (Interessen; Motivation) standen auch bedürfnistheoretische Überlegungen und Genderaspekte im Focus. Bedürfnisse und Verarbeitungsmöglichkeiten von Kindern, auf ihrem jeweiligen Entwicklungsstand im Rahmen der jeweiligen Lebenssituation, stellen grundlegende Bedingungen für medienpädagogisches Handeln dar (vgl. Tulodziecki, Herzig & Grafe, 2010, S. 43), und sind daher in die Bedingungsanalyse einzubeziehen. Ausgehend vom psychologisch humanistischen Ansatz Maslows, der annimmt, dass bewusst wahrgenommene Bedürfnisse im Grunde der Befriedigung tiefer liegender Grundbedürfnisse dienen und somit die eigentlichen Handlungsmotive liefern, geht Tulodziecki davon aus, dass Kinder und Jugendliche Bedürfnisse an die Medien herantragen, die in ihrer Lebenswelt unbefriedigt bleiben oder die von Medien selbst hervorgerufen werden (2011, S. 22). So wurden für die Zielgruppen vor allem Bedürfnisse nach Sinneserregung und Spannung, Zugehörigkeit und Selbstverwirklichung angenommen. Außerdem konnte davon ausgegangen werden, dass sich diese Bedürfnisse bei Mädchen und Jungen teilweise unterschiedlich darstellen.

Eine Überprüfung der Annahmen zu den einzelnen Zielgruppen erfolgte dann unterrichtsbegleitend (Projektphasen 3 und 4) durch beobachtende Methoden und Befragung, sowie durch Gespräche mit den Klassenlehrer/innen. Letztere bezogen sich hauptsächlich auf individuelle Lernschwierigkeiten einzelner Schüler/innen und Gruppendynamiken in der Klasse. Dadurch konnten Erkenntnisse über soziale Kompetenzen und solche im leistungs- und ergebnisbezogenen Bereich gewonnen werden.

3 Handlungsablauf

Das Praktikum erstreckte sich insgesamt über einen Zeitraum von dreizehn Monaten und umfasste im Prinzip fast genau das Schuljahr 2011/12. Die sinnvolle Verteilung von Aufgaben über einen so langen Zeitraum erforderte eine langfristig angelegte Perspektivplanung, zumal hier im schulorganisatorischen Kontext komplexe Rahmenbedingungen vorlagen, die eine umfangreiche Abstimmung verschiedener Bereiche miteinander erforderten. Der Verzahnung des schulinternen Jahresplans mit der Unterrichtsplanung kam daher eine wichtige Bedeutung zu.

Ausgehend von den drei Projektphasen Vorbereitungs-, Durchführungs- und Auswertungsphase (vgl. Topsch, 2004, S. 28) werden im folgenden die einzelnen Phasen genauer beschrieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Zeitlicher Ablauf des Projekts

3.1 Planung

Mit der Auftragserteilung des Arbeitgebers gegen Ende des Schuljahres 2010/11 konnte die Vorbereitung des Praktikums beginnen. Für Jahrgang 6 sollte ein Wahlkurs im Nachmittagsbereich angeboten werden, sofern sich genügend Schüler/innen einwählen würden. Die Kurse im Jahrgang 5 waren abhängig vom Stundenplan der beteiligten Kollegin, der Anzahl der neuen 5. Klassen und der Umsetzung des Wahl- und Wahlpflichtangebotes im Prozess der Umwandlung zur Ganztagsschule, der Platzierung im Stundenplan und der Belegung des Computerfachraums. Die genaue Kursanzahl und die Unterrichtszeiten waren daher noch unbekannt und standen erst zum Ferienende (05.08.2011) fest. Die Bedingungen zur Zielgruppenanalyse wurden bereits unter 2.3 beschrieben. So wurden zunächst in Absprache mit der Kollegin inhaltliche Themen umrissen und Lehrziele sowie Mindeststandards festgelegt, die sich am Curriculum (s. Steinwaldschule, 2012b) und am Kompetenzraster des Fachbereichs IT orientierten. Für die unter 2.1 schon genannten Inhalte lag die Betonung auf der Vermittlung von Basis kenntnissen und -kompetenzen, geschuldet dem Stundenumfang der Kurse.

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Details

Seiten
22
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656416432
ISBN (Buch)
9783656416111
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v212791
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
Reflektierende Dokumentation Modul 3B Medienbildung Mediendidaktik Berliner Modell Praktikum Projektmanagement Evaluation Qualitätssicherung

Autor

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Titel: Planung, Durchführung und Evaluation von "PC-Grundkursen" in den Jahrgängen 5 und 6 an einer Integrierten Gesamtschule