Lade Inhalt...

Moderne Ansätze der Medienwirkungsforschung zum demografischen Wandel

Agenda Setting Ansatz nach McCombs & Shaw

Essay 2013 22 Seiten

Medien / Kommunikation - Methoden und Forschungslogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

II Einleitung
1. Medienwirkungsforschung
1.1 Medienwirkungsforschung: wissenschaftliche Einordnung
1.2 Einordung der Agenda-Setting-Theorie in der Medienwirkungsforschung
1.3 Der Agenda Setting Ansatz nach McCombs & Shaw
1.3.1 Methode der Untersuchung
1.3.2 Ergebnisse der Studie
1.3.3 Kritik der Studie
1.3.4 Fazit& Bewertung der Studie
2. Mediennutzungsverhalten im Blickpunkt demografischen Wandels
2.1 Unsere Gesellschaft im demografischen Wandel
2.2 Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Mediennutzung
3. Ergebniszusammenfassung & Bewertung

III Anhang

IV Quellenverzeichnis
a) Literaturverzeichnis
b) Internetquellen

I Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bevölkerungsentwicklung in Deutschland (1960 – 2005 – 2050)

Abbildung 2: Höchste Schulabschlüsse in den Altersgruppen 50plus (in %)

Abbildung 3: Höchste Bildungsabschlüsse in den Altersgruppen 50plus (in %)

Abbildung 4: Zeitverwendung von 55- bis 64-Jährigen nach Erwerbsstatus (Mo-Fr)

Abbildung 5: Mediennutzung nach Altersgruppe (2005)

Abbildung 6: Printnutzungsdauer nach Altersgruppen (2003)

Abbildung 7: Motive für die Internetnutzung nach Altersgruppen

Abbildung 8: Typen von Medienwirkungen nach McQuail

II Einleitung

Mit dem Schlusswort: „Die befragten Experten stimmen weitgehend darin überein, dass die Relevanz der älteren Zuschauer von den Programmveranstaltern aktuell unterschätzt wird. […] Bei der Gestaltung zielgruppenspezifischen Contents legen sie besonderen Wert auf einen deutlichen Bezug zum Alltag der Zielgruppe sowie eine adäquate „Verpackung““[1], schloss Günter Clobes zusammen mit seinen Mitautoren Dr. Lutz P. Michel und Julia Flasdick seine Studie zum Demografischen Wandel und Fernsehnutzung im Jahr 2007 ab. Unsere Gesellschaft altert in einem nie dagewesenen Ausmaß. Mit ihr verändern sich nicht nur unsere gesellschaftlichen, sozialen und ökonomischen Strukturen, sondern auch unser Konsumenten- & Mediennutzungsverhalten.

Ist der Agenda-Setting Ansatz, zur politischen Meinungsbildung, wie ihn 1972 McCombs & Shaw versuchten zu beweisen, in Zeiten demografischer gesellschaftlicher Veränderungen noch haltbar? Wenn ja, wie kann auf die Veränderungen gesellschaftlicher Rezipientenstrukturen medial reagiert und agiert werden? Zu untersuchen ist ebenfalls, inwieweit ein fast über Jahre alter wissenschaftlicher Ansatz nicht mehr zeitgemäß ist und einer dringenden Anpassung auf gegenwärtige und zukünftige gesellschaftliche Strukturen bedarf. Denkanstöße zu diesen Fragen, soll die hier vorliegende Arbeit liefern.

1. Medienwirkungsforschung

1.1 Medienwirkungsforschung: wissenschaftliche Einordnung

Der Begriff der Medienwirkungsforschung setzt sich aus drei Hauptelementen zusammen: Medien, Wirkung und Forschung.

Gerhard Maletzke definierte bereits 1963 in seinem Buch „Psychologie der Massenkommunikation“ Medien als Mittel der Kommunikation, welche Inhalte zwischen einem Kommunikator und einem Rezipienten, bei gleichbleibender Rollenverteilung, vermitteln. Dieser Grundsatz hat auch heute noch seine Gültigkeit, auch wenn heutzutage häufig Medien dem Begriff der Massenmedien gleich gesetzt werden, welcher Printmedien, Funk & Fernsehen sowie die Onlinemedien zusammenfassen. Der eigentliche Prozess der Massenkommunikation wird hierbei durch die Medienorganisation maßgeblich gestaltet.[2] Mit der Technologisierung der Gesellschaft und der Entwicklung von Funk und Fernsehen Anfang des 20. Jahrhunderts, wandelte sich die Bezeichnung des Publikums zum Begriff der Masse. Das zu erreichende Publikum wurde nicht mehr als Mitgestalter, sondern als reiner, fast opfergleicher, leicht manipulierbarer Rezipient angesehen.[3] In der Literatur wird häufig das Einfache Stimulus-Response-Modell als medienzentrierten Ausgangspunkt der Medienwirkungsforschung verwendet. Grundsätzlich kann mittels des Modells die rudimentäre Funktion der Medienwirkung erläutert werden, jedoch wird in der heutigen Forschung auf das erweiterte S-R Modell – das Stimulus-Organismus-Reaktions-Modell zurückgegriffen, welches in den Verhaltenswissenschaften („Behaviorismus“) seinen Ursprung findet und den Menschen als fühlenden, emotionalisierten und durch evolutionäre sowie pädagogische Prozesse verhaltenstypisch geprägten Organismus in den Kommunikationsprozess einbezieht.[4] In seinem Werk „Mass Communication Theory“, stellte Denis McQuail verschiedene Typologien der Medienwirkung zusammen. (Abb. 8 im Anhang) um geplante/nicht geplante bzw. kurz- oder langfristige Effekte der Medienwirkung zu identifizieren.[5] Inwieweit diese Effekte den Mediennutzer erreichen, beeinflussen und welche Prozesse durch die kommunizierten Inhalte der Medien entstehen, kann anhand der Medienwirkungsforschung, als Teildisziplin der Kommunikationswissenschaften, beobachtet, erforscht und geklärt werden.

1.2 Einordung der Agenda-Setting-Theorie in der Medienwirkungsforschung

Heinz Bonfadelli untersuchte in seiner Arbeit „Moderne Medienwirkungsforschung“ die Bedeutung moderner Theorieansätze der Medienwirkungsforschung und prägte drei Phasen des Kommunikationsprozesse: Die Präkommunikative Phase, bestehend aus der Mediennutzungsforschung und dem Uses-and-Gratifications-Ansatz, die Kommunikative Phase, bestehend aus der Rezeptionsforschung und dem Elaboration-Likelihood-Modell sowie die Postkommunikative Phase, in der sich die Agenda-Setting-Theorie, die Wissenskluft-Perspektive, Kultivierungsanalyse und der Medien-Framing-Ansatz einordnen.[6] Als Bestandteil der postkommunikativen Phase soll in den folgenden Abschnitten die Agenda-Setting-Theorie nach dem Ansatz von McCombs & Shaw näher betrachtet werden unter der „Thematisierungsfunktion der Medien für die Öffentlichkeit“, welche Bonfadelli ihr zumisst. [7]

1.3 Der Agenda Setting Ansatz nach McCombs & Shaw

Im Jahr 1972 wurde mit der McCombs & Shaw Studie „The Agenda-Setting Function of Mass Media“ der Begriff „Agenda Setting Theory“ erstmals untersucht. Maxwell E. McCombs und Donald L. Shaw erschafften mit ihrer empirische Studie zur US-Präsidentschaftswahl 1968 eine der Grundlagentheorien politischer Medienwirkungsforschung. Sie gingen von der Annahme aus, dass vor jeder Beeinflussung persönlicher Einstellungen zu einer bestimmten Sache oder zu einem bestimmten Thema zuerst das Einstellungsobjekt oder das Thema selbst herausgebildet werden muss. Die Untersuchungen sollten nicht darauf zielen, wie die Menschen über eine bestimmte Sache denken, sondern worüber sie nachdenken. Das Untersuchungsobjekt kann also in Form eines Themas, einer Problematik oder einer bestimmte Sachlage dargestellt werden. Der medienzentrische Ansatz der Studie, inwieweit ein politisches Thema für die Menschen relevant ist oder wie es priorisiert wird hängt maßgeblich davon ab, wie intensiv das jeweilige Thema in der Medienberichtserstattung behandelt wird und in Folge dessen als Agendapunkt bestimmt wird. Umso stärker ein Thema in den Medien in den Mittelpunkt gestellt wird, desto mehr steigert sich die persönliche Betroffenheit und Neugier der Menschen.[8]

[...]


[1] Günter Clobes et. al, 2007, S. 55

[2] Vgl. Schenk, M., 2007, S. 25

[3] Vgl. Bonfadelli, H., 2004, S. 58

[4] Vgl. Nerdinger F. W., 2008, S. 32

[5] Vgl. Jäckel, M., 2005, S. 292 - 293

[6] Vgl. Bonfadelli, H., 2009, S. 9

[7] Vgl. Bonfadelli, H., 2009, S. 18

[8] Vgl. Bonfadelli, H., 2004, S. 21

Details

Seiten
22
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656410621
ISBN (Buch)
9783656411581
Dateigröße
803 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v212965
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Berlin früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
Agenda Setting Kommunikation Mediennutzung Demografischer Wandel Kommunikationsforschung Konsumentenverhalten

Autor

Zurück

Titel: Moderne Ansätze der Medienwirkungsforschung zum demografischen Wandel