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Klimawandel und Veränderungen im Weinbau in Franken

Mit Blick auf Böden, Historie und Strukturdaten „Weinfrankens“

Examensarbeit 2012 101 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Erklärung

1. Die Weinrebe
1.1. Biologische Einordnung der Weinrebe
1.2. Klimabedingungen der Rebe
1.2.1. Vegetationszeit
1.2.2. Temperatur
1.2.3. Sonnenscheindauerund Strahlungsintensität
1.2.4. Niederschläge
1.3. Gegenwärtiges und zukünftiges Vorkommen der Weinrebe unter klimatischen Aspekten
1.3.1. Geographische Ausbreitung der Weinrebe
1.3.2. Klimaindikator Weinbau

2. Historischer Ausblick auf die Verbreitung des Weinbaus in Mainfranken
2.1. Über die Anfänge des Weinbaus in Mainfranken im 8. Jahrhundert hin zur größten
Ausdehnung um 1560/70
2.2. Sukzessiver Rückgang der Rebflächen bis 1800
2.3. Krise in 'Weinfranken'
2.4. Der Wiederaufbau seit 1960

3. Weinbergböden Frankens
3.1. Germanische Trias
3.2. Geologische Hauptformationen der Trias
3.2.1. Buntsandstein
3.2.2. Muschelkalk
3.2.3. Keuper
3.2.4. Neigung der Triashorizonte
3.3. Der Main als Reliefformer

4. Fränkisches Weinland in der Gegenwart
4.1. Die EU-Weinbaukartei
4.2. Strukturdaten der fränkischen Weinbauregion

5. Klimawandel und Weinbau
5.1. Staatliche Förderung
5.2. Globale Erwärmung
5.2.1. Temperatur-Trend
5.2.2. Temperatur bedingte Auswirkungen und Folgen für den Weinbau
5.2.2.1. Mikroklima
5.2.2.2. Veränderungen des Rebsortenspektrums
5.2.2.3. Temperatureinfluss auf die Phäno-Phasen
5.2.2A Hitzestress
5.3. C02-Trend
5.4. Ozon
5.4.1. Allgemeines über Ozon
5.4.2. AOT40
5.4.3. Prognose der Ozonentwicklung
5.4.4. Auswirkungen bei Pflanzen
5.4.5. Auswirkungen auf die Weinpflanze
5.5. Aerosole
5.6. Globalstrahlung oder auch Global dimming and brightening
5.8. Rebschädlinge und -krankheiten
5.9. Niederschlags-Trend
5.9.1. Wann kommt Wassermangel zustande?
5.9.2. Folgen von Wassermangel
5.9.3. Bewässerungsanlagen im Weinbau
5.9.4. Rechtliche Grundlagen
5.9.5. Planung einer Bewässerungsanlage
5.9.6. Wasserqualität und -Verfügbarkeit
5.9.7. Gründe und Vorteile einer Bewässerungsanlage
5.9.8. Bewässerungsanlage Sommerach
5.9.9. Bewässerungsanlage Volkach

6. Fazit

7. Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Der älteste Weißwein der Welt

Abb. 2: Ausbreitung der weltweiten Weinanbaugrenzen

Abb. 3: Phasen der Weinbauentwicklung in Franken

Abb. 4: Flurneuordnung in Escherndorf.

Abb. 5: Konzentration der fränkischen Weinanbaugebiete

Abb. 6: Geologisches Profil durch das Weinanbaugebiet Frankens

Abb. 7: Rebsortenverteilung im Weinbaugebiet Franken

Abb. 8: Temperaturveränderungen bis 2100 nach den IPCC2007-Szenarien

Abb. 9: Vier deutsche Weinbaustandorte und deren Entwicklung des Huglin-Index

Abb.10: Einteilung von Rebsorten bezüglich des Huglin-Index

Abb.11: Auswirkung der Temperaturerwärmung auf das Mostgewicht

Abb.12: C0[2]-Konzentration und Temperaturverlauf der letzten 800.000 Jahre

Abb.13: A0T40-Jahressummen für Ozon von 1971 bis 2006

Abb.14: Jahresmittel der Globalstrahlung von 1980 bis 2009

Abb.15: Müller-Thurgau-Ernteauswertung bei divergenter Bodenbewirtschaftung

Abb.16: Bewässerungsanlage Volkacher Kirchberg Speicherbecken Süd

Abb.17: Überblickskarte Bewässerungsanlage Volkacher Kirchberg

Einleitung

„Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein.“

Winzermeister - Bürgerspital Würzburg

Die seit Jahrhunderten voranschreitende Weiterentwicklung technischer Geräte und die zunehmende Vernetzung der globalen Welt haben es ermöglicht, immer mehr neues Wissen und Erkenntnisse über Naturgegebenheiten und deren Komplexität zu sammeln und in Erfahrung zu bringen. Eines dieser komplexen Erkenntnisse der Postmoderne ist die Wahrnehmung des Klimawandels, was mittlerweile auch bei politischen Entscheidungsträgern erkannt wurde und zu unterschiedlichen präventiven Richtlinien und Maßnahmen geführt hat.

Das gegenwärtige globale Klima ist spürbar großen Veränderungen unterworfen und für Mitteleuropa wird für die Zukunft eine zunehmende Erwärmung prognostiziert, die bereits heute schon deutlichen Einfluss auf die Landwirtschaft und insbesondere auf den Weinbau hat. Zukünftig werden sich Extremereignisse wie Trockenperioden, Hitze- und Kältephasen sowie Starkregenereignisse aufgrund des Klimawandels in ihrer Dauer und ihrem Auftreten verändert zeigen. Der stattfindende Klimawandel führt daher in vielen Produktionsbereichen und auch in der Weinbewirtschaftung zu neuen Einsichten und Umbrüchen bei bisher angewandten Praktiken.

Klimawandel war und ist im Laufe der Erdgeschichte schon allein angesichts der Milankovic-Zyklen immer präsent gewesen, doch die Rasanz, in welcher der Klimawandel voranschreitet, ist neu und führt aktuell sogar so weit, dass derzeit die Eisflächen in der Arktis auf ein neues Rekordniveau zurückgingen. Die Veränderungen der Klimaparameter wird dabei Großlandschaften sowie kleine Regionen in unterschiedlichem Ausmaß betreffen. Die Umstände, die für die Region Unterfranken für die Zukunft prognostiziert werden, können daher als Risiko aber auch als Chance verstanden werden. Für die einen klingen diese zukünftige Entwicklungen verheißungsvoll, da sich Klimabedingungen für den fränkischen Weinbau ergeben könnten, die mit Blick auf Most- bzw. Qualitätswerte Winzer und Weingüter frohlocken lassen, während andere die prognostizierten Klimaparameter für die Region als fatal bewerten. Es liegt im Sinne der gesamten Weinwirtschaft, der Genossenschaften undjedes einzelnen Winzer sich mit der Thematik Klimawandel zu befassen und, wenn man zeitgemäß handeln und einen Nutzen aus der zukünftigen Entwicklung ziehen möchte, zu reagieren und sich dynamisch und vor allem rechtzeitig auf die Veränderungen vorzubereiten, auch im Sinne der Redewendung: wissen, wo der Barthel seinen Most holt.

Diese Zulassungsarbeit beginnt mit der Rebe an sich. Im zweiten Kapitel wird einleitend die Rebpflanze und die Klimabedingungen, die nötig sind, damit die Pflanze gut gedeiht, beschrieben. Dazu werden einzelne, für den Weinbau günstige, Klimaparameter thematisch behandelt sowie die globale Ausbreitungszonen der Weinrebe und ihr Potential als Klimaindikator erläutert.

Das dritte Kapitel widmet sich der Historie des fränkischen Weinbaus von seinen ersten, im Mittelalter protokollierten Rebstöcken bzw. Weingärten an bis hin zur jetzigen Gegenwart. Dabei werden die sukzessive Ausbreitung der Weinbergsflächen im 18. Jahrhundert, die darauf folgende Krise sowie der Wiederaufbau des fränkischen Weinbaus nach I960 näher beleuchtet.

Im anschließenden vierten Kapitel wird ein Ausblick auf die vorhandenen Weinbergböden Frankens gegeben. Die Entstehung der einzelnen Bodenformationen der Germanischen Trias, also Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper, sowie die Talprägung bedingt durch den Verlauf des Mains werden hierbei beschrieben.

Das fünfte Kapitel erlaubt einen kurzen Ausblick auf die Protokollierung von Weinbauflächen in der EU Weinbaukartei und eine Zusammenfassung gegenwärtiger Strukturdaten des fränkischen Weinbaus im Jahre 2011 und 2012. Das letzte abschließende Kapitel dieser Zulassungsarbeit widmet sich einigen Parametern des zukünftigen Klimawandels und deren Einfluss bzw. Auswirkungen auf den fränkischen Weinbau. Beschrieben werden einzelne Faktoren wie Temperaturveränderungen oder der Einfluss des Ozons. Hauptaugenmerk in diesem Kapitel ist der Trockenstress, der aufgrund der zukünftigen Temperaturveränderungen und Niederschlagsverteilung für die Region zu erwarten ist und eines der Kernprobleme des fränkischen Weinbaus darstellen könnte. Abschließend werden daher zwei Bewässerungs-Projektanlagen vorgestellt, die in Sommerach und Volkach errichtet wurden, um dem zukünftigen Wasserdefizit entgegen zu wirken.

Diese Zulassungsarbeit entstand im Zeitraum zwischen April 2012 und September 2012. Die Idee zur vorliegenden Thematik entstand bei einem meiner zahlreichen Aufenthalte in den Weinbergen Frankens, die ich während den letzten Jahren sowohl wegen des Interesses zum Weinbau, der bedeutsamen Weingeschichte für die Region und der pittoresken Landschaft Frankens als auch zur Finanzierung meines Studiums aufsuchte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Der älteste Weißwein der Welt. Ein Würzburger Steinwein aus dem Jahre 1540, der in den Katakomben des Bürgerspitals zum Hl. Geist lagert. Quelle: Bürgerspital

1. Die Weinrebe

1.1. Biologische Einordnung der Weinrebe

Die Rebe gehört zur Familie der Lianengewächse (Vitaceae). Man unterscheidet dabei zwischen Zier und Nutzpflanzen. Zu diesen Nutzpflanzen sind die Vitis, Weinreben, welche man für einen hochwertigen Weinanbau benötigt, zugehörig. Es sind etwa 80 Arten der Gattung Vitis bekannt, die vorwiegend in den Subtropen der nördlichen Halbkugel auftreten. Ein weiterer Großteil dieser Art ist in Nord und Mittelamerika sowie in Asien vorkommend, in Europa ist allerdings nur die Gattung der Wein tragenden Rebe ( Vitis vinifera) endemisch.

Aufgrund fossiler Funde von Samen und Blattresten konnte nachgewiesen werden, dass die Vorfahren verschiedener Wildformen unserer heutigen Kulturrebe bereits vor 60 bis 70 Millionen Jahren (an der Wende von Kreide zum Tertiär) in vielen Arealen des heutigen Europas, von Nordamerika und Asien verbreitet waren: Die Rebe zählt somit zu den ältesten Vertretern der heutigen Laubgewächse. Als älteste Vorahnen der Kulturreben konnte man die zwei Formgruppen Vitis teutoniace und Vitis ludwigii nachweisen. Diese Urahnen heutiger Rebstöcke gingen jedoch durch den damaligen Klimawandel und die Eiszeit zugrunde. Erhalten haben sich nur diejenigen Vitis-Arten, die sich in sogenannte Refugialräume, also in wärmere Gebiete, zurückziehen konnten. Die weintragende Gattung Vitis vinifera besitzt zwei Unterarten: die Europäische Wildrebe (Vitis vinifera subsp. Sylvestris) und die von ihr abstammende Europäische Kulturrebe (Vitis vinifera subsp. Sativa). Dasjüngste Erdzeitalter, Holozän, bot wieder ein wärmeres Klima, sodass sich vor allem in klimatisch begünstigten Flußtälern eine einzige Vitis-Spezies, Vitis vinifera subsp. Sylvestris vorwiegend in der Gegend von Südeuropa/Vorderasien wieder ausbreiten konnte. Die Kultivierung und Züchtung der Weinrebe brachte bereits über 10.000 Sorten hervor. Sie ist somit die Pflanze, die von allen Kulturpflanzen die meisten Kulturformen besitzt, zudem ist sie die wichtigste Obstpflanze der Erde und steht in der Weltjahresproduktion von Nutzpflanzen an achter Stelle. In Europa sind Weintrauben nach Weizen das zweitwichtigste Agrarprodukt.

Die gegenwärtige Kulturrebe ist ein bis zu 30 Meter hoch kletterndes Strauchgewächs. Sie besitzt einen holzigen Stamm mit einem Durchmesser von bis zu 40 cm sowie tief reichende und stark verästelte Wurzeln. Der Rebstock kann ein Alter von bis zu 300 Jahren erreichen, jedoch liegt die Nutzungsdauer im Weinberg mit zunehmender Tendenz gegenwärtig bei durchschnittlich 20 bis 30 Jahren (vgl. BLAICH 2000; BLAICH 2012; REDL 1996: 11; REDL 1996: 93f.; ST0CK2003: 423).

1.2. Klimabedingungen der Rebe

Die, für deren Wachstum ausschlaggebende, optimale Photosyntheseleistung einer Pflanze zeigt sich erst im Zusammenspiel von Temperatur, Wasserhaushalt, Licht und Kohlendioxidgehalt. Damit ein Rebstock gedeihen kann, benötigt er grundlegende Anforderungen an Vegetationszeit, Temperatur (Wärme), Sonnenscheindauer (Strahlungsintensität) und Niederschläge, auf welche nun näher eingegangen werden soll. Zu berücksichtigen ist dabei, dass einzelne Faktoren, die Auswirkung auf das Wachstum der Rebstöcke und die Reifeentwicklung der Beeren haben, sich nicht exakt durch Grenzwerte festlegen lassen, denn erst im Zusammenwirken vieler Faktoren wie bspw. Geländeklima, Boden, Exposition oder Tallänge des Weinberges lässt sich erkennen, ob sich Rebstöcke in einem bestimmten Areal gut entwickeln (vgl. BLAICH 2012; HOPPMANN 2010: 14f.; REDL 1996: 18).

1.2.1. Vegetationszeit

Die Vegetationszeit, die im Frühling mit dem Austrieb der Sprossen beginnt und bis zu dem Blattabfall im Herbst andauert, sollte mindestens um die 180 Tage betragen und bestenfalls frostfrei bleiben. In den nördlich gelegenen Weinanbaugebieten benötigt der Weinstock aufgrund kühlerer Temperaturen häufig eine relativ lange Vegetationszeit, sodass die Periode sogar sortenspezifisch bis zu 240 Tagen betragen kann. Eine begünstigte Vegetationsperiode in den nördlichen Anbauzonen bieten Klimaräume, in denen keine Spät- und Frühfröste auftreten sowie lange, trockene und milde Herbste vorherrschen, welche die Fäulnisgefahr vermindern und eine gute Beerenreife ermöglichen. Das fränkische Weinland weist eine frostfreie Vegetationszeit von 160 bis 190 Tage auf (vgl. LWG 2011a; REDL 1996: 18).

1.2.2. Temperatur

Weinreben haben einen hohen Anspruch bezüglich der Temperatur und gelten im Vergleich zu anderen, bei uns angebauten, Kulturpflanzen als 'Sensibelchen': Reben bevorzugen Biotope, die warm sind. Der Grund hierfür ist der Einfluss auf die phänologische Entwicklung der Rebe, die maßgeblich durch die Temperatur bestimmt wird. Nach der Bildung der Blüte sind Strahlungsdauer bzw. -intensität und die aus ihr folgende Photosyntheseleistung weitere wichtige Entwicklungsfaktoren. Studien über das vegetative Wachstum der Weinreben haben jedoch gezeigt, dass gerade der Beginn der Vegetationsperiode ausschließlich über die Temperatur bestimmt wird. Als unterste Temperaturgrenze für ein Wachstum der Rebe werden in der Fachliteratur meist 10°C genannt und tatsächlich steigt die Wachstumsrate bei 10-17°C linear an. Das Wachstumsoptimum des Rebstocks liegt bei 26°C, während das Wachstumsmaximum bei 38°C erreicht wird. Den Hitzetod erleidet die Pflanze bei Temperaturen, die jenseits von 45°C liegen. Diese Werte sind jedoch nicht fest und werden auch vom Wasserhaushalt der Reben beeinflusst und können daher unter Umständen bis zu ±2°Celsius schwanken (vgl. HOPPMANN 2010: 14f.; BUTTROSE 1969).

Da die Wachstumsbedingungen der Rebe und das Potential eines Weinbaugebietes von vielerlei Faktoren wie z.B. der geographische Lagen (Breitengrad, Exposition), den mikroklimatischen Einflüssen (offene oder geschützte Lage) oder dem Wasserhaushalt abhängig sind, können bezüglich der Temperatur oder der mittleren Jahrestemperatur nicht immer generalisierende Aussagen getroffen werden. Für eine erfolgreiche Kultivierung der Rebstöcke wird jedoch eine Jahresdurchschnittstemperatur von 8,5 bzw. 9°C als Minimalanforderung empfohlen. In Würzburg liegt die Jahresdurchschnittstemperatur im Zeitraum von 1971-2010 im langjährigen Mittel bei 9,4° Celsius. Als Kennzeichen qualitativ gutem Wachstums sollte die Durchschnittstemperatur im Juli bei 18°C liegen (vgl. REDL 1996: 17; WUE 2011).

Um vergleichbare Daten zu ermitteln, setzt man in der Fachliteratur oft einen unteren Schwellenwert von 10° Celsius als Minimalanforderung für eine phänologische Entwicklung der Pflanze fest. Aufgrund dieses Schwellenwertes lassen sich sogenannte (biologisch effektive Temperatursummen' (HOPPMANN 2010) errechnen. Dies bedeutet, dass man in einem festgelegten Zeitabschnitt täglich alle Temperaturen, die über 10°C liegen, miteinander summiert. Bei der errechneten Summe spricht man schließlich von Gradtagen. Damit der Rebstock gut gedeiht und die Beeren ausreichend reifen, sollte die Summe dieser Gradtage in den Monaten April bis Oktober über dem Wert 1000 liegen (vgl. BLAICH 2002; HOPPMANN 2010: 27).

Tiefe kalte Temperaturen sind zwar vorteilhaft, um den Einfluss bestimmter Rebstockschädlinge zu mindern, sie können aber letztlich den Rebstock selbst schädigen. Gerade in klimatisch kontinental geprägten Weinbaugebieten ist der Rebstock oft starken Winterfrösten ausgesetzt: ein Kältetod der Knospen bedingt durch strenge Wintertemperaturen setzt bei -20°C ein, der Kältetod des Rebholzes tritt bei -30°C ein. Kälteschäden an einem frischen Austrieb können durch Spätfröste und entsprechender Luftfeuchtigkeit bereits bei Temperaturen um den Nullpunkt entstehen (vgl. BLAICH 2012; REDL 1996: 17).

Aufgrund der aufgezählten Temperaturanforderungen der Weinrebe, lässt sich zusammenfassen, dass die maßgebliche Standortvoraussetzung für den potentiellen Weinbau ein nemorales (gemäßigt warmes) Klima ist. REDL (1996: 17) setzt den klimatischen Grenzbereich, in welchem sich die Hauptverbreitung von Wein vorfindet, zwischen den 20° und 10° Isothermen. SCHULTZ (2010b: 139) entgegnet jedoch, dass diese Eingrenzung nicht die Wintertemperaturen berücksichtige und begrenzt aufgrund neuer Forschungsergebnisse die Isothermen für Weinanbau auf 12°-22°.

1.2.3. Sonnenscheindauer und Strahlungsintensität

Dass sich Weinbaugebiete im Vergleich mit anderen Regionen durch besonders lange Sonnenscheindauer hervorheben, ist faktisch nicht belegt. So hält die Stadt Zinnowitz auf der Ostseeinsel Usedom bezüglich der Sonnenscheindauer von April bis Oktober in einem langjährigen Mittel (1971-2000) mit 1541 Sonnenscheinstunden den deutschen Rekord. Die Stadt Würzburg ordnet sich in demselben Zeitraum, bei einer Gesamtzahl von 427 deutschen Messstationen mit einer Sonnenscheindauer von 1241 Stunden, auf Rang 178 ein. Als weiterer Vergleichswert sei die Weinstadt Geisenheim mit 1264 Stunden auf Rang 149 und die in Norddeutschland liegende Stadt Potsdam (1354h/Rang 26) genannt. Die Sonnenscheindauer allein ist also kein aussagekräftiger Faktor für Weinbau, jedoch beeinflusst sie entscheidend die Bodenerwärmung und die Photosyntheseleistung der Pflanze. Um daher eine gute Photosyntheseleistung des Weinstocks zu gewährleisten, sollte die Dauer der Sonnenscheindauer in der nördlichen Weinanbaugrenze bei etwa 1300 Stunden pro Jahr liegen. Für Qualitätsweinbau in südlicheren Gefilden wird in der Fachliteratur eine Sonnenscheindauer von 1800 bis 2200 Stunden pro Jahr empfohlen (vgl. HOPPMANN 2010: 25).

Eine zu hohe Sonnenscheindauer kann sich zudem auf die Güte des Weines auswirken, da durch eine große Zahl von Sonnenstunden Weine mehr Zucker produzieren, sodass sie alkoholreicher, aber dafür säurearm und wenig fruchtig sind (vgl. BLAICH 2002; REDL 1996: 19).

Der Stoff- und Energiewechsel (Assimilation) im Rahmen der Photosynthese wird durch die Strahlungsenergie bzw. -intensität beeinflusst. Die Assimilation nimmt bei ansteigender Lichtintensität stark zu, sobald aber der Höhepunkt erreicht wurde, nimmt der Stoff- und Energiewechsel trotz weiter steigender Strahlungsenergie wieder ab. BLAICH (2002) summiert die für Weinbau benötigte Globalstrahlung von April bis Oktober auf 200.000 Joule/cm[2]. Vergleicht man die Ergebnisse deutschlandweiter Klimastationen macht sich bezüglich der Strahlungsintensität der Einfluss der geographischen Breite etwas bemerkbar. Freiburg nimmt in den ermittelten Werten (1971-2000) den Spitzenplatz mit einer gemittelten Globalstrahlung von 1540 Joule/cm2 ein. Die Stadt Würzburg und der Weinort Geisenheim liegen bei etwa 1459 Joule/cm2. Potsdam überbietet beide letztgenannten Weinstädte mit ermittelten 1482Joule/cm2 (vgl. BLAICH 2002; HOPPMANN 2010: 26f.; REDL 1996: 19).

Aus dem oben genannten Vergleich der einzelnen Städte lässt sich folgern, dass die nördlich gelegenere Stadt Potsdam bezüglich der Faktoren Sonnenscheindauer und Lichtintensität bereits ein potentielles Weinbaugebiet ist. Man muss dabei aber beachten, dass beide Faktoren im Weinbau erst mit Berücksichtigung weiterer Temperaturwerte zur Geltung kommen. Nimmt man bspw. mittlere Tagesmittel- bzw. Tagesminimumtemperaturen von April bis Oktober zum Vergleich, so landet Potsdam nicht mehr in den Spitzengruppen sondern im letzten Drittel der Messtationen (vgl. HOPPMANN 2010: 26f.).

1.2.4. Niederschläge

Die Niederschläge bilden gerade in der Vegetationsphase einen bedeutenden Faktor und die Menge der Niederschläge ist in vielen Gebieten der Faktor, der die Erträge begrenzt. Um im Weinbau 1 kg Trockenmasse herzustellen, benötigt man etwa 300 Liter Wasser. Zu viel Trockenheit beeinflusst die Pflanze negativ in ihrer Stoffwechselleistung und führt mitunter zu einem hemmenden Wachstum und Verrieselung (Abfallen von Blüten oder kleinen Beeren), was folglich in einem Ertrags- und Qualitätsrückgang resultiert. Darüber hinaus ist zu viel Trockenheit für verminderte Frostresistenz der Pflanze verantwortlich (vgl. BLAICH 2012; REDL 1996: 19).

Neben dem Mangel an Niederschlägen, der zu Auswirkungen auf Wachstum und Reifung der Beere führt, ist auch der Überfluss von Niederschlägen nicht unbedingt förderlich für den Rebstock. So können bspw. kurz vor und während der Weinlese hohe und lang anhaltende Niederschläge zu einer Qualitätsminderung der Ernte führen, da die Aromen in den Beeren durch die erneute Feuchtigkeitsaufnahme 'verwässert' werden. Ein weiterer ungünstiger Faktor hoher Niederschlagsraten von über 1000 mm/Jahr ist die mit ihr einhergehende erhöhte Infektionsgefahr der Rebstöcke durch Pilzerkrankungen (vgl. REDL 1996: 19).

Die Weinpflanze gehört im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen zu den Arten, die in hohem Maße tolerant gegenüber Austrocknungen sind. Dies liegt mitunter am Wurzelwerk der Pflanze, welches in tief reichende Bodenschichten ragt und so häufig die Versorgung mit Wasser während Dürrephasen überbrücken kann. Bei Studien mit unterschiedlichen Sorten wie bspw. Müller-Thurgau, Riesling, Trollinger und Chardonnay stellte man fest, dass nach einer Reduzierung der Wasserversorgung in der Familie der Vitis-Arten bedeutende Unterschiede bezüglich des Wasserflusses innerhalb der Pflanze, der Reaktion sowie der Transpirationsrate bestehen. Man kann folglich zwischen hydrostabilen und hydrolabilen Rebsorten unterscheiden. Die hydrolabilen Pflanzen regulieren ihr Wasserpotential bei Trockenheit früh über ihre Stomata, also Poren, die den Gasaustausch mit der Umgebungsluft ermöglichen. Die Stomata hydrostabiler Pflanzen sind toleranter gegenüber Trockenheit. Sie haben osmotisch wirksame Stoffe in deren Zellen eingelagert, sodass sie auch bei niedrigem Wasserpotential die geringen Wasservorräte aussschöpfen können. Zu den hydrolabilen Arten zählen die Rebsorten Silvaner und Grenache, Vertreter der hydrostabilen Sorten sind die Rebsorten Syrah und Riesling (vgl. PATZWAHL 2007: 35).

Eine generalisierende Niederschlagsmenge für den Weinbau zu nennen ist schwierig, da der Wasserbedarf der Rebe immer abhängig von Rebsorte, Temperatur und Bodengüte ist. Weinbau auf Böden mit guter Wasserkapazität ist sogar noch bei geringen Niederschlägen um 300mm/Jahr möglich. Die optimale Niederschlagsmenge wäre diejenige, die sich dem phänologischen Entwicklungsstadium und somit dem spezifischen Bedarf der Pflanze anpasst. Diesem Konzept entsprechende Versuche gibt es bereits durch das Verfahren der Tröpfchenbewässerung (vgl. BLAICH 2000; HOPPMANN 2010: 32).

In der Fachliteratur werden empfohlene Niederschlagsmengen für Keltertrauben genannt, die zwischen 400-1000mm/Jahr liegen, abhängig davon welche Temperaturen vorliegen. Das mittlere Maintal, dass sich im Lee des Spessarts befindet, ist eine der niederschlagsarmsten Regionen Bayerns. Der durchschnittliche Niederschlag pro Jahr in den Regionen Würzburg und Kitzingen lag im Zeitraum 1961-1990 bei etwa 600mm (vgl. REDL 1996: 19f; WWAAB 2012).

1.3. Gegenwärtiges und zukünftiges Vorkommen der Weinrebe unter klimatischen Aspekten

Die Wildrebe und die Kulturrebe sind ursprünglich Lianengewächse mit sprossbürtigen Rankorganen. Das von der Wildrebe bevorzugte Ursprungsbiotop ist das des mäßig bis mediterran warmen Auwaldes. Hieraus wird deutlich, dass die Weinrebe hohe Wärmeansprüche an ihr Biotop hat. Dass sich die Weinrebe auch in früheren Zeiten der Erdgeschichte über Gebiete ausgebreitet hat, welche klimatisch betrachtet für den Weinbau ungeeignet waren, lässt sich nach BLAICH (2000) auch darauf zurückführen, dass die Zitronensäureproduktion des Weines eine wesentliche Rolle spielte. Oft war der verdünnte Wein schlichtweg sauer und im Grunde genommen ungenießbar, erfüllte jedoch die damalige Nachfrage nach einem hygienisch einwandfreien Getränk.

1.3.1. Geographische Ausbreitung der Weinrebe

In ihrer Entwicklungsgeschichte hat sich die Kulturrebe häufig an Standorte, welche nicht dem Ursprungsbiotop entsprechen, angepasst. Dennoch kann der Weinbau nur wirtschaftlich und qualitativ erfolgreich betrieben werden, wenn dies in den klimatisch bevorzugten Gebieten der Kulturrebe praktiziert wird. Diese klimatisch bevorzugten Gebiete sind von der jeweiligen Rebsorte abhängig und unterscheiden sich daher deutlich in ihren Temperaturansprüchen.

Die Grenze des wirtschaftlich rentablen Weinbaus liegt auf der Nordhalbkugel zwischen 30° und 50° Nord, somit befindet sich der fränkische Weinbau (Würzburg 49.7°n.Breite) gegenwärtig an der nördlichen Anbaugrenze. Auf der Südhalbkugel lässt sich qualitätsorientierter und lukrativer Weinbau aufgrund fehlender Landmassen nur zwischen 30° bis circa 45° Süd praktizieren. Diese Eingrenzung der Breitengrade sind jedoch nur Richtwerte, die vor allem in der älteren Literatur häufig genannt werden, tatsächlich verschob sich aufgrund der globalen Erwärmung die Weinbaugrenze in den letzten Jahren immer weiter nach Norden, sodass aktuell Weinbau auch außerhalb dieser empfohlenen Breitengrade möglich ist.

Die nördlichste deutsche Weinanbaufläche, dessen Rentabilität nach einem Gutachten der Forschungsanstalt Geisenheim zufriedenstellend ausfiel, befindet sich aktuell auf Sylt. Dort wurde nach einem positiven Gutachten aus der Forschungsanstalt vom schleswig­holsteinischen Landwirtschaftsministerium die Genehmigung einer Weinanpflanzung auf einem Hektar erteilt. Die erste Ernte wird auf Sylt 2012 erwartet. Das wohl nördlichste Weinanbaugebiet der Welt befindet sich momentan trotz der widrigen Klimabedingungen in Schweden. Dortzulande ist aufgrund der schwierigen geographischen und klimatischen Lage, Weinbau nur auf Gotland und an der Südküste Schwedens möglich, allerdings wird selbst bei 59° nördlicher Breite offenbar noch erfolgreich Wein angebaut, sodass die drei oder vier gewerblichen Weingüter Schwedens mit Hilfe von Kulturpflanzen, die robuster gegenüber den klimatischen Rahmenbedingungen sind, auf rund 13 Hektar geschätzte 100.000 Flaschen pro Jahr abfüllen (vgl. DEUTSCHERWEIN.DE 2010; HINCKS 2006; HOPPMANN 2010: 14f.; REISE 2010).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Ausbreitung der weltweiten geographischen Weinanbaugrenzen während der Vegetationsperiode auf der Nord- (April-Oktober) und Südhemisphäre (Oktober-April) bis 2100 im Vergleich zum Jahr 2000. Die Abbildung basiert auf Beobachtungen und Berechnungen des Community Climate System Modell (CCSM). Grundlage für die Berechnungen sind Prognosen des IPCC Berichts 2007 (A1B Szenario).

Quelle: Schultz; Jones 2010b: 140

Der Theorie nach können Weinreben überall zwischen Tropen und Polarkreis wachsen, allerdings lassen sich nur in einem relativ engen Klimagürtel qualitativ gute Weine herstellen. Aufgrund des Klimawandels und des damit einhergehenden Temperaturanstiegs werden sich die Anbaugrenzen und infolgedessen die Anbauregionen für den Weinbau weiter verlagern. In vielen Gebieten, in denen Weinreben als Kulturpflanzen angebaut werden, hat man in den letzten 50-60 Jahren einen Trend zum Temperaturanstieg, der besonders stark in den letzten 20 Jahren zu beobachten war, festgestellt.

Der Klimatologe JONES (2005) hat in einer Studie weltweit 27 Weinbauregionen bezüglich der Temperaturveränderung analysiert und ermittelt, dass die durchschnittlichen Winter- und Sommertemperaturen zwischen 1950 und 2000 um 1,3 bzw. 1,4 Grad Celsius gestiegen sind. Die im Rahmen der Studie erfassten Werte deuten zudem darauf hin, dass in vielen Regionen die Nachttemperaturen höher angestiegen sind als die Tagestemperaturen. Ein weiteres Ergebnis der Studie war, die Feststellung der vom IPCC 2007 prognostizierten Temperaturvariabilität. Belegt wurde dies durch den Anstieg der Temperaturschwankungen in 18 der 27 untersuchten Weinbauregionen. Abbildung 2 veranschaulicht den prognostizierten globalen Klimagürtel, in dem die vegetative Bedingungen für Weinwirtschaft vorherrschen. Die Weinanbaugrenzen werden sich aufgrund des Klimawandels auf beiden Halbkugeln in Richtung der beiden Pole verlagern. Der prognostizierte Temperaturanstieg, der für die Wintermonate circa doppelt so hoch eingeschätzt wird als für die Sommermonate, verschiebt die potentiellen Anbaugrenzen von Wein 200 bis 400 km auf der Nordhalbkugel in nördliche Richtung und etwa 100 bis 150 Meter in die Höhe. Angesichts der Tatsache, dass sich die klimatischen Grundlagen verändern werden, wird sich nicht nur das Vorkommen der Weinrebe in neue geographische Lagen ausbreiten, sondern auch eine Verschiebung des Sortenspektrums stattfinden, sodass bspw. Rebsorten, die eher dem mediterranen Gebiet zugeordnet waren, mittlerweile auch in Mitteleuropa kultiviert werden können (SCHULTZ 2005: 19f.).

1.3.2. Klimaindikator Weinbau

Die geographische Ausdehnung des Weinbaus eignet sich durchaus als Klimaindiaktor. Die dynamische Veränderung der Weinanbauflächen kann als Anzeichen für einen Klimawandel herangezogen werden, denn schon zur Zeit des Klimaoptimums im Mittelalter hatte sich der Weinbau aufgrund erhöhter Temperaturen viel weiter nordwärts als heute ausgedehnt: Weinbau war zu jener Zeit erfolgreich in England oder an der deutschen Ostseeküste verbreitet. Dass der Klimawandel in den vergangenen Jahren die Weinanbaugrenze immer weiter nach Norden verschiebt, zeigt sich bspw. in Südengland, wo die Weinanbauflächen zwischen 1985 und 2000 auf 250% zunahmen. Auch die Zunahme der Rotweinproduktion in deutschen Weinbaugebieten lässt sich als Auswirkung des Klimawandels festlegen, so verdreifachte sich der Anteil der Rotweinflächen in Deutschland zwischen 1983 und 2003; in Frankreich steigerte sich die Produktionsmenge von 1960 bis 2000 im Bordeaux sogar auf das Sechsfache (vgl. STOCK 2003: 422f.).

2. Historischer Ausblick auf die Verbreitung des Weinbaus in Mainfranken

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts galt das fränkische Weinland flächenmäßig noch als das größte deutsche, im Spätmittelalter gar als das größte zusammenhängende Weingebiet Europas. Besonders Klima und anthropologische Ursachen hatten in der Geschichte des Frankenweins Einfluss auf die flächenhafte Ausdehnung des Weinbaus. Dass der Weinanbau sich in dieser Region bis in die heutige Zeit erhalten und kultiviert hat, liegt mitunter an den geologischen, topographischen und klimatischen Verhältnissen, die den Weinan- und Weinausbau begünstigten (vgl. BEINHOFER 2005: 2; BREIDER 1982: 26; GÜRSCHING 1922: 4).

Die Anfänge des mainfränkischen Weinanbaus liegen nachweislich um 770 n. Chr. Dass die Weinwirtschaft schon vor diesem Zeitpunkt praktiziert wurde, ist anzunehmen. Erste schriftliche Belege für den Weinanbau existieren jedoch erst seit dem 8.Jahrhundert. Die Verbreitung des mainfränkischen Weinanbaus seit 770 bis in die heutige Gegenwart lässt sich nach SCHENK (1994: 180) grob in vier Phasen, die im Folgenden erläutert werden, gliedern.

Die erste, zweite und teilweise die dritte Phase lassen sich nur auf Schätzungen und historische Nachlässe rückverfolgen, denn erst ab 1839 wurden Flächennutzungsdaten protokolliert und seit 1880 eine offizielle Statistik über den Weinanbau in der Mainfrankenregion geführt (vgl. SCHENK 1994: 181).

2.1. Über die Anfänge des Weinbaus in Mainfranken im 8. Jahrhundert hin zur größten Ausdehnung um 1560/70

Der Weinanbau in Deutschland existiert seit geraumer Zeit. Erster nachweislicher Weinanbau wurde unter der Herrschaft der römischen Kaiser Gallienus und Probus in den Jahren 260-280 n. Chr. am Rhein praktiziert. In Franken etablierte sich der Weinanbau erst Jahrhunderte später. Die erste Phase in Franken ist die von den Anfängen im 8.Jahrhundert bis zur flächenmäßig größten Ausbreitung um 1560. Der Ursprung des mainfränkischen

Weinanbaus lässt sich historisch nicht exakt bestimmen. Vermutet wird jedoch, dass der Weinanbau im Zusammenhang mit der Ausbreitung des christlichen Glaubens zuerst unter der Herrschaft der Merowinger, später dann der Karolinger stattgefunden hat. Die frühesten Träger der Weinkultur in dieser Region waren die Klöster und erst später folgten die weltlichen Zentren. Der erste urkundliche Nachweis aus Unterfranken stammt von 777 und handelt von einer Schenkung Karls des Großen an das Kloster Fulda. Das Kloster Fulda erhielt hierbei das Königsgut Hammelburg inklusive acht Weingärten (vgl. SCHENK 1994: 182f.).

Weitere historische Quellen belegen indirekt einen Nachweis von Weinanbau um 770 für Münnerstadt an der Saale und Halsheim an der Wern. Etwa hundert Jahre später wurden urkundlich weitere Anbauorte in Unterfranken genannt; so beispielsweise Volkach 889, Nordheim 912 oder Ober- und Untereisenheim 977. Der erste Beleg für Weinanbau in Oberfranken stammt aus dem Jahre 911, in Mittelfranken findet sich der erste Nachweis in den Quellen anno 912 (vgl. GÜRSCHING 1922: 15; LEICHT 1985: 8f.; SCHENK 1994: 183; WELTE 1934: 11f.).

Seit den ersten urkundlichen Nennungen nahm die flächenhafte Ausbreitung des Weinanbaus in Franken stetig zu, sodass im Jahre 1000 n. Chr. Schätzungsweise 10.000 Hektar Weinbergsfläche vorwiegend in der Region des Maindreiecks und an Nebenflüssen wie die der Saale, Wern sowie Tauber und Aisch vorhanden waren.

Zur Zeit des Hochmittelalters, etwa um 1350, machten die Anbauflächen bereits ca. 15.000 Hektar aus. Die weiter fortschreitende Ausdehnung der Anbauflächen wurde begünstigt sowohl durch den ökonomischen Anreiz begünstigt, der sich aus der Rebkultivierung ergab, als auch durch die gute klimatische Großlage, die zu dieser Zeit regional vorherrschte. Zwischen 1350 und 1525 vermutet man jedoch, eine Stagnation, wenn nicht gar einen Rückgang der Weinbauflächen, die sich aufgrund der großen europäischen Pestpandemie 1347 und den daraus entstandenen demographischen Veränderungen ergab. Ab diesem Zeitpunkt folgte eine spätmittelalterliche Wüstungsphase: ungünstig liegende Anbaulagen wurden vernachlässigt, landwirtschaftliche Kulturflächen lagen aufgrund mangelnder Arbeitskräfte brach, wurden teilweise für extensive Weidewirtschaft verwendet oder wieder von der natürlichen potentiellen Vegetation eingenommen (vgl. RÜCKERT 1990: 142f.; SCHENK 1994: 182ff.).

Die nach der Wüstungsphase einsetzende Ausdehnung der Weinbauflächen auf den geschätzten Wert von 40.000 Hektar lässt sich hauptsächlich durch die begünstigte Großklimalage, die bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts vorherrschte, erklären. Die damaligen Wetterbedingungen in Franken führten zu einer außergewöhnlichen Hitzephase und zu einem sogenannten Jahrhundertsommer im Jahre 1540. Trotz Wassermangel und Hitzestress erntete man Trauben mit einm hohen Mostgehalt, sodass der Jahrgang von 1540 in den Geschichtsbücher häufig als 'Jahrhundertwein' bezeichnet wird (vgl. GLASER&HAGEDORN 1991: 103; GLASER 1991: 113; WELTE 1934: 16f.).

JÄGER (1957: 142f.) begründet die Schätzung damit, dass sich die heute bei ca. 260 m über NN eingependelte Höhenlage für Weinanbau zur damaligen Zeit in der Rhön bei etwa 500 m und in Lagen des Untermains bei 350 bis 400 m befand. Aus Archivquellen lässt sich belegen, dass neben den heute bevorzugten Expositionen von Südwest und Südost ausgerichteten Hängen auch an Nordwest-, Nordost- oder reinen Nordhängen Reben angepflanzt wurden. Ein weiterer Grund für die enorme Ausbreitung der damaligen Weinbergsflächen in der Mainfrankenregion ist der bereits oben erwähnte ökonomische Aspekt, denn Wein per se galt zur damaligen Zeit als lukratives Volksgetränk und so produzierten neben den damaligen Feudalherren mit qualitativ guten und teuren Weinen auch viele Winzer und kleine Häcker an peripheren Standorten billige Weine für weinlose Vorregionen wie den Spessart oder die Rhön. Exakte Belege für diese beeindruckende Zahl von 40.000 Hektar fehlen jedoch aufgrund des damalig territorial zersplitteten Zustandes der Region und wegen den fehlenden Archivquellen dieser Zeit. Zu berücksichtigen ist zudem, dass möglicherweise einige Doppel- und Mehrfachzählungen in den vorhandenen Quellen auftraten und die ersten Flächennutzungsdaten erst 1839 dokumentiert wurden (vgl. MÜSSIG 1981:18; SCHENK 1994: 185f.; WELTE 1934: 16).

2.2. Sukzessiver Rückgang der Rebflächen bis 1800

Die zweite Phase behandelt den sukzessiven Rückgang der Weinbauflächen in Franken von 1560 bis 1800. In diesem Zeitraum verringerte sich die Anzahl der Rebflächen bis 1800 auf die Hälfte derer von 1560. Für die Verminderung der Flächen in Franken sind sowohl klimatische als auch anthropogene Ursachen auschlaggebend (vgl. SCHENK 1994: 187).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anthropogene Gründe für den Rückgang der Weinflächen in Franken sind unter anderem Veränderungen im Anbau- und Konsumverhalten vorwiegend bedingt durch die verheerenden Auswirkungen des 30-jährigen Krieges. Vielerorts wurden nach dem Großen Krieg die Weingärten aufgrund von fehlenden Arbeitskräften vernachlässigt. Der Weinbau zog sich wegen der hohen und profitablen Nachfrage nach Getreide aus den tiefer gelegenen Fluren zurück auf die Hangregionen, da ehemalige Weingärten in den Tieflagen bzw. im Flachland in Ackerland umgewandelt wurden. In manchen Gemeinden hatte dies starke Einbußen in der Weinwirtschaft zur Folge; beispielsweise in der Gemarkung des Amtes Dettelbach, wo der Weinbau bis Kriegsende um beinahe zwei Drittel zurückging. Während des Krieges brach zudem das Handelsnetz und der Weinexport zusammen, was zu weiteren Einbußen führte. Im 18. Jahrhundert fanden deshalb erste Flächenkonzentrationen statt, um auf geänderte Markt- und Konsumverhältnisse zu reagieren: denn nicht mehr Wein, sondern Bier galt nun als das neue Volksgetränk. Der Rückgang der Weinanbauflächen in Oberfranken wurde zusätzlich dadurch beschleunigt, dass das Bistum Bamberg den Hopfenanbau förderte. Auf vielen verbliebenen Weinflächen versuchte man darüber hinaus durch den Anbau hochwertiger Silvanerreben und der Abwendung vom Massenanbau, der rückläufigen Nachfrage entgegen zu wirken, die Arbeits- und Kontrollkosten zu minimieren und die Qualität des Weines zu steigern (vgl. ENDRES 1988/89: 359f.; LEICHT 1985: 8; SCHENK 1994: 188).

GLASER (1991: 113) begründet die rückgängigen Flächenfluktuationen seit 1560/70 mit dem Aspekt der klimatischen Veränderungen. Die nach dem mittelalterlichen Klimaoptimum regional unterschiedlich eintretende Kleine Eiszeit (Little Ice Age), die gebietsweise schon im 14. Jahrhundert oder teilweise noch früher datiert wurde, führte zu Missernten vor allem bei empfindlichen landwirtschaftlichen Handelsprodukten wie dem Wein. Die spürbar thermische Verschlechterung, die mit der Phase der Kleinen Eiszeit im 16. Jahrhundert begann und sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts hinzog, hatte schwerwiegende Folgen für die Anbaulage vieler Weingärten.

Ermittelte Klimaergebnisse von GLASER (1991: 111 ff.) zeigten, dass der Winter 1564/65 zu den Kältesten der letzten tausend Jahre zählt. Weitere strenge Winter gab es zudem in den Jahren 1550/51, 1562/63, 1570-1573, 1586/87 sowie 1599/1600. Diese kalten Winter führten dazu, dass der Weinanbau aus den frostgefährdeten Talauen zurückwich.

Der Rückgang der Rebflächen, der Rückzug in klimatisch vorteilhaftere Lagen und der Wechsel zu resistenteren Rebsorten wurde daher nicht nur aus dem Aspekt der Qualitätssteigerung oder wegen anthropogener Einflüsse vollzogen, sondern aufgrund der klimatischen Bedingungen der Kleinen Eiszeit. Denn tatsächlich fanden die ersten Rückgänge von Weinbauflächen eindeutig vor dem Beginn des 30-jährigen Krieges statt (vgl. JÄGER 1973: 23; GLASER 2008: 195; SCHENK 1994: 187ff.).

Trotz des allgemein flächenhaften Rückgangs des Weinanbaus in der Region Franken erholte sich der Weinbau im Mainfranken aufgrund planmäßiger Förderung der damaligen Landesherren vor allem im Kerngebiet, also besonders im Gebiet des Hochstiftes Würzburg, rasch von den Auswirkungen des 30-jährigen Krieges. So sollen im 18. Jahrhundert Neuanlagen wie die Innere und Äußere Leiste in Würzburg und die Berghänge in Escherndorf angelegt worden sein. Nach der Reduzierung der Weinbauflächen durch anthropologische und klimatische Ursachen waren um 1800, demenstprechend welche Quelle man verwendet, schätzungsweise 10-16.000 ha Weinberge inFrankenvorhanden (vgl. LEICHT 1985: 8f.; SCHENK 1994: 190).

2.3. Krise in 'Weinfranken'

Nach 1800 gingen die Werte für die Weinbauflächen zuerst zögerlich, zwischen den Jahren 1863 und 1925, dann rapide zurück, bis sie schließlich 1959 den tiefsten Stand der flächenmäßigen Ausbreitung seit Beginn offizieller Zählungen erreichten. SCHENK (1994: 190f.) bezeichnet diese dritte Phase, in der die Weinbauflächen auf 2.360 ha schrumpften, auch als die „Existenzkrise des fränkischen Weinbaus“ (SCHENK 1994: 190).

Die Gründe für diese negative Entwicklung sind vielfältig. Weitreichende Folgen für den fränkischen Weinbau ergaben sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts allein durch politische Ereignisse wie die Säkularisierung sowie die Förderung französischer Weine unter Napoleon bzw. die Förderung Pfälzer Weine infolge des Anschlusses Frankens an das Königreich Bayern.

Der Frankenwein geriet in eine marktwirtschaftliche Krise, denn er war nun auch vermehrt der Konkurrenz, günstig produzierender Weinbauregionen, ausgesetzt. Hinzu kam, dass neue Genussmittel wie Tee, Kaffee oder Tabak in zunehmendem Maß erhältlich waren und der Weinabsatz weiterhin mit dem ansteigenden Bierkonsum konkurrieren musste. Verstärkt wurde der Rückgang ab 1885 auch durch das Aufstreben der Industriestandorte Schweinfurt und Aschaffenburg und deren umliegenden Gemeinden. Der, im Gegensatz zu dem Weinbau besser bezahlte und saisonal unabhängige Industrieberuf in den Städten, sowie die Steinbruchindustrie am Untermain führten dazu, dass von 1899 bis 1917 der Rebanbau in den Bezirksämtern Schweinfurt und Haßfurt um 90 Prozent, in Aschaffenburg, Bad Kissingen oder Lohr gar um 100 Prozent zurückging. Noch um 1899 betrieben in Unterfranken 354 Gemeinden Weinbau, bis 1917 verringerte sich die Zahl auf 207 (vgl. HESS 1927: 14; LEICHT 1985: 9ff.; SCHENK 1994: 191f.).

Neben der marktwirtschaftlichen Krise, dem Konkurrenzdruck und den Folgen der Industrialisierung geriet der mainfränkische Weinbau darüber hinaus in eine „physiologische Krise“ (WEITZ 1934: 68), welche die negative Entwicklung weiter vorantrieb. Die Anfänge dieser Krise zeigten sich erstmals in den 70er und 90er Jahre des 19. Jahrhunderts, als schwere Winterfröste die Wurzeln vieler Reben stark schädigten. Hinzu kam das erstmalige Auftreten damals noch unbekannter Rebkrankheiten und -schädlinge wie Peronospora (1880), Mehltau (1894) oder die Reblaus (1900). Diese zerstörten zahlreiche Rebstöcke und beeinträchtigten die Ernteerträge noch Jahre später, sodass bspw. 1906 in ganz Franken durchschnittlich weniger als ein Hektoliter pro Hektar geerntet wurde. Da Schäden und die Überalterung vieler Rebstöcke sich erst nach geraumer Zeit durch Neuanpflanzungen ausgleichen ließen, führte es schließlich dazu, dass die im deutschlandweiten Vergleich schwankenden und oft qualitativ minderwertigen Erträge viele kleine fränkische Winzer und Häcker ruinierten (vgl. FRIESS 1986: 51; GÜRSCHING 1922: 24ff.; LEICHT 1985: 11; SCHENK 1994: 191).

Der ohnehin extreme Rückgang der Weinbauflächen in Franken wurde weiterhin gefördert durch eine mangelnde Infrastruktur, die Zersplitterung der Weinberge aufgrund des Realteilungsrechtes und dem sehr hohen Arbeitsaufwand, derjährlich bis zu 3.000 Stunden pro Hektar betrug.

Erste Verbesserungen erfolgten durch die Methode der geradzeiligen, offenen Gassen, also dem zeilenweisen Anbau, sowie durch die Verwendung von resistenten Weinsorten. Auch die Flurneuordnungen, die seit 1954 vollzogen wurden, bei denen man zusammenhängende Weinbauflächen erschloss, Anfahrtswege ausbesserte und Wasserführungen in den Weingärten errichtete, führten zu positiven Veränderungen. Getragen wurden diese Entwicklungen seit 1901 durch die Gründung von den Winzergenossenschaften sowie seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts von der, nach Qualität orientierten, Weinbaupolitik der großen Weingüter aus Würzburg (vgl. BRONNER 1839: 79; FREIHOLD 1983/84 in SCHENK 1994: 192; SCHENK: 1994: 192f.).

Seit den offiziellen Erhebungen von 1854 bis ins Jahr 1960, befanden sich um die 90 Prozent der ermittelten Weinbergsflächen Frankens in Unterfranken. Das noch im Spätmittelalter flächenhaft geschlossene fränkische Weinbaugebiet hatte sich aufgrund der Krisen in der Neuzeit in einzelne Zentren aufgelöst. Sie konzentrierten sich nach dem 2.Weltkrieg insbesondere auf die Region Würzburg, das Gebiet um die Volkacher Mainschleife und Ortschaften, die am westlichen Steigerwaldrand lagen. Bei den Flächenkonzentrationen ist auffällig, dass der Weinbau sich zur damaligen Zeit nicht in klimatisch begünstigten Zonen wie bspw. im Mainviereck zwischen Wertheim und Aschaffenburg zurückzog, sondern sich sogar in klimatisch benachteiligte Zonen wie Hammelburg, Homburg am Main oder Iphofen bis in die heutige Zeit hinein erhalten hat (vgl. LEICHT 1985: 11; SCHENK 1994: 191).

2.4. Der Wiederaufbau seit I960

Die vierte Phase betrifft den Wiederaufbau der angeschlagenen fränkischen Weinwirtschaft. Die geringen Ernteerträge, die aufgrund von Früh- und Spätfrösten in den 1950er Jahre entstanden, begleiteten den Tiefpunkt des fränkischen Weinbaus und bestärkten mitunter die Einsicht, dass tiefgreifende Veränderungen zur Verbesserung der Weinbausituation in Franken notwendig waren (SCHENK 1994: 194).

Einen entscheidenden Einfluss zum Wiederaufbau des Fränkischen Weinbaus hatte der Einsatz moderner Produktionsmittel. So konnte unter Verwendung effektiver Düngemittel sowie moderner Maschinen, wie dem Vollernter, die Produktionskosten gemindert und die Qualitätssteigerung weiter ausgebaut werden. Im Laufe der Modernisierungen kamen auch fortschrittliche Rebschutzmittel, resistentere Neuzüchtungen und eine ausgedehnt praktizierte Anwendung der Propfrebe, also die Pflanzenveredlung einer Weinrebe bspw. mithilfe einer reblausresistenteren Unterlagsrebe, zum Einsatz (vgl. LWG 2012a).

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Details

Seiten
101
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656409175
ISBN (Buch)
9783656409601
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v213000
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Physische Geographie
Note
1,3
Schlagworte
Weinbau Franken Unterfranken Klimawandel 2012 Trias Klimabedingungen der Rebe Biologische Einordnung der Rebe Geographische Ausbreitung der Rebe Weinbergböden Franken Weinbau in Mainfranken Mainfranken Weinfranken Buntsandstein Muschelkalk Keuper Strukturdaten Rebsortenspektrum Hitzestress Rebschädlinge Wassermangel Auswirkungen auf die Weinpflanze Bewässerungsanlage volkach sommerach Aerosole AOT40

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Titel: Klimawandel und Veränderungen im Weinbau in Franken