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Hintergründe und Lösungswege für den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen

Dargestellt am Teilbereich Krankenhaustechnik

Projektarbeit 2012 31 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Krankenhaustechnik als integraler Bestandteil der stationären Versorgung
2.1 Aufbau und Fachpersonal der Krankenhaustechnik dargestellt an einem Beispielhaus
2.2 Fachpersonal in der technischen Abteilung
2.3 Hauptaufgaben des Personals der Krankenhaustechnik

3 Analyse des zukünftigen und aktuellen Fachkräftemangels im Teilbereich Krankenhaustechnik
3.1 Aktuelle Einflussfaktoren des Fachkräftemangels
3.2 Zukunftsentwicklungen
3.3 Personalbedarf unter Berücksichtigung der Krankenhausentwicklung

4 Lösungsansätze zur Behebung des Fachkräfteengpasses
4.1 Personalbeschaffung als Lösungsversuch des Fachkräftemangels
4.2 Outsourcing als Lösungsansatz
4.2.1 Chancen beim Outsourcing
4.2.2 Risiken beim Outsourcing
4.3 Anreizgestaltung für Fachkräfte
4.3.1 Materielle Anreize
4.3.2 Immaterielle Anreize

5 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Organisation eines Beispielkrankenhauses

Abbildung 2: Bevölkerung nach Altersgruppen im Vergleich zu 2008

Abbildung 3: Ingenieurlücke - Dezember 2010 bis April 2012

Abbildung 4: Bevölkerungszahl von 1950 bis 2060

Abbildung 5: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland 2008 und 2060

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Personalbedarf für den technischen Dienst im Verhältnis zur Anzahl der aufgestellten Betten

Tabelle 2: Formen und Eigenschaften von Outsourcing

1 Einleitung

Die vorliegende Projektarbeit „Hintergründe und Lösungswege für den Fach- kräftemangel im Gesundheitswesen - dargestellt am Teilbereich Kranken- haustechnik“ behandelt den Bereich Krankenhaustechnik, die Hintergründe, sowie eine Analyse des Fachkräftemangels in ingenieurlastigen bzw. hand- werklichen Berufen und mögliche Lösungswege des Fachkräftemangels.

Das Gesundheitswesen in Deutschland besteht aus den Leistungsempfängern, den Leistungserbringern, den Leistungsfinanzierern, den Leistungszahlern, dem Staat und sonstigen Verbänden. Es teilt sich in Deutschland in 3 Bereiche auf - ambulanter, stationärer und rehabilitativer Gesundheitssektor. Die jährlichen Ausgaben des Gesundheitswesen betrugen im Jahr 2010 287.293 Millionen € und sind damit etwa um 100.000 Millionen € seit 1995 gestiegen.1 Damit entsprechen die Gesundheitsausgaben etwa 11,6 % des Bruttoinlandproduktes Deutschlands. Die Ausgaben für Krankenhäuser liegen bei rund 74.307 Millionen € und haben ebenso seit 1995 einen steigenden Verlauf.

Das Gesundheitswesen mit seinen 4.829.000 Beschäftigten (Stand 2010)2 ist vom Fachkräftemangel in den Bereichen der Pflege und der Arztversorgung in Deutschland besonders betroffen. Dazu kommt, dass der Ingenieurmangel immer größer wird, was die technische Abteilung des Krankenhauses zusätzlich belastet.

Das Krankenhaus hat sich in den vergangenen Jahren von einer karikativ orientierten Wohlfahrtseinrichtung zu einem leistungsfähigen Gesundheitsbetrieb gewandelt. Der Großteil der erbrachten Leistungen kann nicht von Maschinen übernommen werden. Diese Situation macht den Menschen unersetzlich - ohne den Faktor Mensch kann die Leistungsfähigkeit moderner Krankenhäuser nicht gewährleistet werden.

Die technische Abteilung ist ein Teilbereich eines Krankenhauses, welcher sich vorrangig mit den Sekundärprozessen in einem Krankenhaus, d.h. mit den Prozessen, welche nicht in erster Linie mit dem Heilungs-, Rehabilitations-, Genesungsprozess des Patienten in Kontakt stehen, befasst. Aufgaben wie das Betreiben, Warten, Installieren und montieren von Betriebsanlagen sind typische Aufgaben der technischen Abteilung.

2 Die Krankenhaustechnik als integraler Bestandteil der stationären Versorgung

Unter der stationären Versorgung versteht man die Gesundheitsleistungen in Verbindung mit einem stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus.3 Laut §2 Abs.1 KHG ist ein Krankenhaus eine Einrichtung in welcher Krank- heiten, Leiden oder Körperschäden durch ärztliche oder pflegerische Hilfe- leistung festgestellt, geheilt oder gelindert werden sollen oder Geburtshilfe ge- leistet wird. Außerdem können Personen dort untergebracht und versorgt werden. Ein Teilbereich dieser Einrichtungen ist die technische Abteilung, in welcher Aufgaben wie betreuen, warten, instandsetzen der technischen Gebäu- deausstattung, der Außenanlagen, des Fuhrparks und der Medizintechnik zählen, sowie die Gewährleistung der Betriebsbereitschaft der technischen Ausstattung und Anlagen. Die Krankenhaustechnik umfasst außerdem das Risiko- und Katastrophenmanagement, das Thema Sicherheit, sowie Hygiene, das Qualitätsmanagement und das Instandhaltungsmanagement.4

2.1 Aufbau und Fachpersonal der Krankenhaustechnik dargestellt an einem Beispielhaus

Abbildung 1 veranschaulicht die beispielhafte Organisation eines Kranken- hauses mit den jeweiligen Abteilungen und ihrer Position im Gesamtkomplex Krankenhaus.

2 Die Krankenhaustechnik als integraler Bestandteil der stationären Versorgung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Organisation eines Beispielkrankenhauses

Quelle: eigene Darstellung

2.2 Fachpersonal in der technischen Abteilung

Der Aufbau der Organisation in eine Krankenhaus kann sich von Haus zu Haus unterscheiden. Oft untersteht der Bereich Technik dem Verwaltungsbereich. In jedem Haus sollte ein Technischer Leiter als oberste Ebene der Abteilung agieren. Ihm unterstützend zur Seite gestellt werden Sachbearbeiter. Häufig sind ihm Elektroinstallateure, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs-, und Klimatechnik, Maler, Gärtner, Tischler, Industriemechaniker, Betriebstechniker, Werkstattleiter und in manchen Häusern, ohne gesonderte Abgrenzung, auch Medizintechniker untergeordnet. Für die technische Abteilung sollte vorrangig qualifiziertes Personal eingestellt werden, da die technischen Anlagen eine hohe Betriebsbereitschaft zeigen sollen und hohen technischen und rechtlichen Anforderungen unterliegen.

Tabelle 1 zeigt den Personalbedarf des technischen Dienstes im Verhältnis zur Anzahl der Betten.

Tabelle 1: Personalbedarf für den technischen Dienst im Verhältnis zur Anzahl der aufgestellten Betten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Baumann / Diller / Reehe, 1997, S. 10

Personal ist der wichtigste Kostenfaktor in einem Krankenhaus und sollte daher nicht unterbewertet werden. Die Kosten für den Personaleinsatz in einem Krankenhaus liegen bei etwa 60 % (gemessen an den Gesamtkosten).5

2.3 Hauptaufgaben des Personals der Krankenhaustechnik

Die Prozesse in Krankenhäusern lassen sich in zwei verschiedene Kategorien unterteilen, Primär- und Sekundärprozesse.

Primärprozesse, sind Prozesse welche hauptsächlich die medizinische, sowie die pflegerische Versorgung der Patienten gewährleisten. Sekundärprozesse hingegen umfassen alle anderen Abläufe. Es kann nach folgenden Kriterien unterschieden werden: kaufmännisch, infrastrukturell oder technisch.6 Sekundärprozesse unterstützen die Primärprozesse aktiv um ein maximales Ergebnis zu erhalten. Zu den technischen Sekundärprozessen, unter denen sich die Hauptaufgaben der Krankenhausbetriebstechnik zusammenfassen lassen, fallen die im Folgenden beschriebenen Aufgaben.

Aufgaben des technischen Leiters: fachliches und organisatorisches Manage- ment der technischen Prozesse, Umsetzung von Unternehmenszielen, Personalentwicklung auf fachlicher und persönlicher Ebene, optimieren des technischen Betriebes, Berichtwesen (an Geschäftsführung), Führen des Werk- stattleiters bzw. der operativen Mitarbeiter, Ansprechpartner der Geschäfts- führung sowie auch aller Kunden der Technik zugeordneter Bereiche, Energie- management, Beratung der Geschäftsführung, Instandhaltungsmanagement (inklusive Technikeinkauf), Unterstützung der strategischen Entwicklung7 Aufgaben der untergeordneten Mitarbeiter: planen, installieren, warten und instandsetzen von versorgungstechnischen Systemen, Gewährleistung der Betriebsbereitschaft der Anlagen und Maschinen, Störungsbeseitigung, Umge- staltung und Pflege der Außenanlagen, streichen und behandeln von Innen- räumen und Außenwänden8

3 Analyse des zukünftigen und aktuellen Fachkräftemangels im Teil- bereich Krankenhaustechnik

Als Fachkraft bezeichnet man eine Person, welche eine gewerbliche, kaufmännische oder sonstige Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hat. Folglich hat diese Person eine abgeschlossene Lehre oder verfügt über einen Abschluss als Meister, Techniker, Fachwirt oder über eine akademischen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss.9

Für den Begriff Fachkräftemangel gibt es keine festgelegte Definition. Meist wird unter dem Begriff das Freibleiben von Arbeitsplätzen auf Grund eines Mangels an qualifiziertem Personal, welches für die Stelle geeignet, aber auf dem Arbeitsmarkt nicht vorhanden ist, verstanden. Zurzeit kann man aber in Deutschland noch nicht von einem allgemeinen Fachkräftemangel sprechen, vielmehr handelt es sich aktuell noch um einen Fachkräfteengpass.10 In der Projektarbeit werden die Wörter Fachkräfteengpass und Fachkräftemangel synonym verwendet.

Der Fachkräfteengpass hat verschiedene Ursachen. Zum einen spielt der demographische Wandel in Deutschland eine entscheidende Rolle, zum anderen aber auch die tariflichen Bindungen, sowie die geringen Aufstiegs- chancen speziell in öffentlichen Krankenhäusern. Außerdem ist die Kranken- haustechnik noch zusätzlich von dem immer größer werdenden Mangel an Ingenieuren betroffen.

Klar ist, dass die Nachfrage nach qualifiziertem Personal zunehmend steigen wird, da technische Anlagen und Vorgänge immer komplexer werden und man jetzt schon voraussehen kann, dass der Fachkräftemangel sich in den nächsten Jahren noch verstärken wird.

Dass es aber trotz 2,9 Mio. Arbeitslosen (Stand Juli 2012) zu einem Fachkräftemangel bzw. Engpass kommen kann, ist auf den ersten Blick verwunderlich. In der Ökonomie ist hier von „Mismatch“ die Rede. Mismatch bedeutet, dass offene Stellen auch bei Arbeitslosigkeit nicht besetzt werden können.

[...]


1 vgl. Statistisches Bundesamt, 2012 a, S. 1

2 vgl. Statistisches Bundesamt, 2010, S. 12

3 vgl. o. V., 2011, S. 244

4 vgl. Feldhaus / Feldhaus, 2004, S. 1-11

5 vgl. Statistisches Bundesamt, 2012 b, S. 6

6 vgl. Burghardt, 2004, S. 9/10

7 vgl. Brüning, 2010, S. 177-181

8 vgl. Dzukowski, 2004, S 612/613

9 vgl. Nolte, 1992, S. 52

10 vgl. Bundesagentur für Arbeit, 2011, S. 6

Details

Seiten
31
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656412861
ISBN (Buch)
9783656414636
Dateigröße
658 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v213195
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Bad Mergentheim, früher: BA Bad Mergentheim
Note
Schlagworte
hintergründe lösungswege fachkräftemangel gesundheitswesen dargestellt teilbereich krankenhaustechnik

Autor

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