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Schelers Kritik an der modernen Wertevorstellung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2003 27 Seiten

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung der These vom Ressentiment im Aufbau der Moralen
2.1. Der Umsturz der Werte durch das Ressentiment
2.1.1. Was bedeutet Ressentiment bei Scheler?
2.1.2. Die Entstehung von Moralen durch Umwertung der Werte
2.2. Kritik an einem einseitigen Rationalismus
2.2.2. Christliche Liebe als höchster Wert
2.2.2.1. Das Wesen der christlichen Liebe
2.2.2.2. Moderne Wohlfahrtsorganisation ohne echte Liebe
2.2.3. Der Selbstwert gegenüber dem Fortschritts- und Vergleichswert
2.3. Die Position des Glaubens in Schelers Wertverständnis

3. Problem der Erkennbarkeit von wahren Werten
3.1. Erleben des apriorischen Wertes bei Scheler
3.2. Erkennbarkeit apriorischer Werte für alle Menschen?

4. Fazit

Literaturverzeichnis

„Werte werden nicht gefunden oder durch Umwertungen neu geprägt; sie werden entdeckt und gleich wie die Sterne am Himmel treten sie nach und nach mit dem Fortschritt der Kultur in den Geschichtskreis des Menschen. Es sind nicht alte Werte, es sind nicht neue Werte, es sind die Werte!“

(Richl, Alois: „Friedrich Nietsche. Der Künstler im Denken, 1897

1. Einleitung

Der ethische Diskurs hat immer noch, oder gerade heute wieder große Brisanz. Sei es in gentechnologischen Bereichen, wo es um Fragen nach der technischen Möglichkeit und der ethischen Verträglichkeit geht: was dürfen wir tun und was nicht, selbst wenn wir es könnten?; oder wenn es um Wertekonflikte zwischen Kulturauffassungen wie z.B. Demokratie und religiösem Extremismus geht. Es stellt sich immer wieder die Frage, was ethische Werte sind und wie sie begründet werden können. Begriffe wie Grundwerte, Wertewandel, Werteverfall und neue Werte sind Schlagworte, die in der modernen Gesellschaft kursieren und kontrovers diskutiert werden. Und das Problem ist so alt wie die Menschheit. Andere Kulturen haben unterschiedliche, teilweise konträre Auffassungen und Vorstellungen von unseren sittlichen Werten und deren Umsetzung in der Gesellschaft. Doch wessen Werte sind die richtigeren oder besseren? Gibt es überhaupt objektive, unumstößliche gute oder schlechte Werte? Oder sind sie alle subjektiv und haben sich im Laufe der Geschichte entwickelt - geprägt durch Glauben, Wissensstand, Bedürfnissen und Vorstellungen einer Gesellschaft? Dies würde bedeuten, dass Werte keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit haben.

Mit der Säkularisierung der Kirche und der Entwicklung des Bürgertums, können Werte heute auch nicht mehr dogmatisch religiös begründet werden. Es gibt keinen einheitlichen Kanon mehr, wie man sittlich und moralisch zu handeln hätte. Die Moraltheorien ab dem 18. Jahrhunderts1 gingen davon aus, dass Werte im Allgemeinen, vor allem aber sittliche Werte, bloße Schattierungen im Bewusstsein menschlicher Gefühle und Verlangen sind, somit auf historischer Entwicklung beruhen und keinen objektiven und allgemeingültigen Grund oder Ursprung außerhalb des Bewusstseins haben. Das wissenschaftliche, rationale Denken wird zum einzigen Legitimierungsgrund für das Ethos, aus dem es selbst entstanden ist.2 Die skeptische Philosophie vertritt zudem den Standpunkt, dass eine letzte Wahrheit zwar existieren, jedoch vom Menschen niemals erkannt werden kann. Das Interesse und theoretische Ziel zeitgenössischer, ethischer Überlegungen ist es vordergründig, eine Verbesserung und einen Fortschritt des menschlichen (Zusammen-)Lebens zu gewährleisten, indem sie Maximen formulieren, die allgemeingültig und vernünftig sein sollen.3 Ihr Anliegen ist eine praktische, jenseitige und möglichst gerechte und reibungslose Organisation der Gesellschaft, die für Sicherheit und Gleichberechtigung des Einzelnen sorgt. Der Wert bestimmt sich daher aus der Nützlichkeit für eine Gesellschaft und ist nicht von vornherein schon gegeben.

Die Welt scheint entmythologisiert und von Aberglaube und Metaphysik befreit zu sein.

Max Scheler (1874-1928) richtet sich mit seiner Theorie, zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegen den allgemeinen philosophischen Tenor und damit gegen eine ganze Tradition des abendländischen Denkens. Im Gegensatz zu einem rationalen und intellektuellen Ausgangspunkt, geht er von einer emotionalen Anthropologie aus und entwickelt eine ausgesprochene Philosophie der Liebe.4 Wie Heidegger anmerkt, hatte Scheler eine „Totalität des Fragens - mitten im Ganzen des Seienden stehend - (…) einen unbezähmbaren Drang, immer im Ganzen zu denken und zu deuten.“5 Daher versucht er auch den Menschen im Ganzen zu sehen. Als Phänomenologe ist er bestrebt die Beobachtungen am menschlichen Verhalten in eine Philosophie des Lebens umzusetzen. Wie Scheler in seinem Text Vom Umsturz der Werte hervorhebt, geht es ihm um die Förderung des Menschen zum Vitalen und Höheren, denn seiner Auffassung nach, ist der Mensch auf höhere Werte gerichtet.6

Scheler beschäftigt sich kritisch mit dem Problem der Krisis der modernen Welt und hat als einer der Ersten seiner Zeitgenossen, „Nietzsches Vorhersage des europäischen Nihilismus als der ‚Entwertung der obersten Werte’ ernst genommen und als das Problem des kommenden Jahrhunderts verstanden.“7 Scheler entwickelt eine „materiale Wertethik“ in Übereinstimmung mit den Grundlehren des Katholizismus. Es handelt sich um eine Rangordnung der Werte, der zu Folge ewige, wahre Werte existieren, die unumstößlich sind und keiner inhaltlichen und gesellschaftlichen Veränderung unterliegen können. Diese höchsten Werte sind die geistigen Heilswerte, allen voran die Liebe, denen untergeordnet erst die Sitten- und Rechtsordnung sowie Nutz- und Arbeitswerte folgen. Denn die Liebe ist für Scheler die Voraussetzung, der Werterkennung und alle anderen Werte finden in ihr erst ihr Fundament. Scheler kritisiert die moderne, industrielle Gesellschaft, wahre Liebe gegen ein oberflächliches, rein funktionales Wohlfahrtssystem getauscht zu haben, in der das Heil des Einzelnen keine Bedeutung mehr hat, sondern nur der reibungslose Ablauf der Organisation von Belang ist. Damit behauptet er, sie hänge verfälschten Werten an, deren Ursprung in einer Umwertung der Ur-Werte, durch die von Groll, Hass und Neid gespeisten Intentionen des Ressentiments liegt.

Die Grundlage dieser Hausarbeit ist Schelers Text Das Ressentiment im Aufbau der Moralen (1912). Ich möchte mich mit dieser Arbeit der Frage annähern, was Scheler unter Werten verstanden hat und wie diese in die moderne Zeit einzuordnen sind. Zunächst werde ich im folgenden Kapitel Schelers These vom Umsturz der Werte durch das Ressentiment darstellen, um daran zu untersuchen, welche Intention er mit diesem Text hatte. Dieser Punkt beinhaltet auch die Bearbeitung der Fragen, was Scheler unter Ressentiment verstanden hat und wie es zu einer Umwertung der Werte kommen konnte. Danach folgt eine Untersuchung der Wertvorstellung Schelers. Hierbei werde ich mich vor allem auf das Beispiel der Liebe konzentrieren, um daran zu untersuchen, welche Vorstellung Scheler von Werten hatte. Im dritten Kapitel folgt schließlich die Untersuchung des Problems der Erkennbarkeit von Werten bei Scheler. Hieraus ergibt sich auch die weitere Frage, ob Schelers Philosophie auch ohne eine christliche Gottesvorstellung zugänglich ist, bzw. ob seine Werte auch ohne Glauben erkennbar sind.

2. Darstellung der These vom Ressentiment im Aufbau der Moralen

2.1. Der Umsturz der Werte durch das Ressentiment

Scheler beschreibt in essayistischem Stil die geschichtliche Entwicklung der Säkularisierung und Industrialisierung der modernen abendländischen Kultur.8 Er geht davon aus, dass mit der zunehmenden Skepsis gegen kirchliche Dogmen, mit Beginn des 13.Jh. ein qualitativer Umschlag seinen Anfang nahm, der in der Französischen Revolution zur höchsten Blüte gelangte und die Grundlage für ein neues Ethos begründete. Den Ursprung sieht Scheler im Ressentiment und Groll gegen den nicht zu erreichenden, guten Wert des liebenden Gottes9 und allsichtigen Auges. Der Mensch wendet sich von der Idee einer göttlichen Ordnung und dem Eingehen ins Gottesreich ab und hin zu einer rein rationalen, auf das Irdische und Sichtbare begrenzten Sichtweise. Statt Streben nach persönlichem Heil, wird das Interesse auf die Allgemeinheit verlagert, die von Scheler auch als „Masse“ oder „Herde“ bezeichnet wird. Alle Menschen sind der modernen Vorstellung nach gleich, bzw. sogar uniform, und haben nur insofern Bedeutung, als dass sie zur Sicherung der Gemeinschaft beitragen. Das Ziel besteht vordergründig in der Schaffung eines Sozialwesens, welches eine Organisation für die Gesellschaft zum Ziele hat, die den Anspruch größerer Humanität erhebt. Dieses zunächst positiv scheinende Interesse, wird von Scheler mit der Begründung kritisiert, dass der höchste Wert der geistigen Liebe, Selbstliebe ebenso wie echter Barmherzigkeit für den Nächsten, zu Gunsten einer allgemeinen Wohlfahrt für die Gesellschaft, wegrationalisiert wurde. Daher wendet sich Schelers Kritik nicht gegen wohltätige Organisationen im Allgemeinen, sondern vielmehr dagegen, dass sie an Stelle des christlichen Liebesideals gerückt sind: Echte Nächstenliebe soll zu Gunsten einer Wohlfahrt für das kollektive „Gesamtwohl“10 degradiert und somit entwertet worden sein.

Scheler „unterbaut seine Kulturkritik (…) mit einer soziologischen Analyse der Beziehungen zwischen sozialen Faktoren, wie Minderwertigkeits-, Neid- und Ungerechtigkeitsempfinden, der Entstehung von Ressentimentgefühl und des daraus hervorgehenden Kulturmusters.“11 Erst durch eine Umwertung der Werte durch das Ressentiment entstehen moralische Werturteile und Wertesysteme, die fortan die apriorischen Werte ersetzen. Diese verfälschten Werttafeln unterliegen historischen und kulturellen Veränderungen, wie dies von der modernen philosophischen Diskussion angenommen wird, nicht jedoch die ursprünglichen apriorischen Werte.

Scheler zeichnet ein Bild des Verfalls christlicher, d.h. wahrer Werte, zu Gunsten einer lebenserniedernden und krankmachenden Industriegesellschaft. Alles in dieser Welt ist funktionalisiert, generalisiert und abstrahiert12, ohne Raum für echte Emotionen, Nächstenliebe, Gemeinschaftsgefühl und Solidarität. Die Gesellschaft ist von Egoismus, Eifersucht, Materialismus und Unsicherheit gekennzeichnet. Die Rationalisierung und Entmythologisierung im Namen des Fortschritts und des Allgemeinwohls der Moderne, stellt für Scheler einen Degenerationsprozess und Rückschritt der modernen westlichen Welt dar,13 die den Menschen versklaven und ihn zum „Rad in seiner eigenen Maschine“ machen.

Im nächsten Abschnitt wird zunächst untersucht, wie es zu der Entstehung von Ressentiment kommt und welche Auswirkungen Scheler diesem Prozess zuschreibt. Die Klärung dieser Frage erscheint mir besonders wichtig, da sie die Argumentationsgrundlage für Schelers Annahme apriorischer Werte darstellt und auch den Beweis für die Existenz wahrer und verfälschter Werttafeln liefern soll.

2.1.1. Was bedeutet Ressentiment bei Scheler?

Scheler beschreibt in einer ausführlichen psychologischen und soziologischen Untersuchung die Entstehung eines emotionalen Erlebens, bis hin zur Entstehung von Ressentiment. Damit verbundenen kommt es zu einer Wertnegation aller ursprünglich guten und vitalen Werte und schließlich zu einer Umwertung, bzw. Bewertung eines Wertes.

Der durch Nietzsche geprägte Begriff,14 entsteht durch ein wiederholtes Durch-und Nachleben einer bestimmten emotionalen Antwortreaktion gegen einen anderen Menschen, ohne dass es jedoch zu einer direkten Gegenhandlung kommt. Ursache ist eine tiefe Hemmung und ein Ohnmachtgefühl eines schwachen Menschen, der aus Angst vor Versagen in der momentanen Situation, den Gegenimpuls zurückstellt oder verdrängt, um auf eine bessere Gelegenheit zu warten. Da es nie dazu kommt, wird der Racheimpuls nicht getilgt, sondern schwelt im Verborgenen weiter. Dieser tiefenpsychologische und meist unterbewusste Groll führt zu schleichender Selbstvergiftung, Verbitterung und nährt ein Gären von Unzufriedenheit, die sich tief in die Persönlichkeit eingräbt. Durch Verdrängung entstehen Depressionsgefühle, Furcht, Angst und Eingeschüchtertheit. Der Druck steigt stetig, da es nie zu einer Entladung kommt. Die aufgestauten seelischen Mächte können gleichsam objektlos werden, sodass der betreffende Mensch oft selbst nicht angeben kann wovor er sich fürchtet oder wozu er ohnmächtig ist.15 Daher, argumentiert Scheler, ist es weniger die Furcht vor einem Objekt, als vielmehr eine tiefe Gehemmtheit die zu Angst führt. Die Empfindung wird immer wieder intellektuell im Geiste durchlebt, obwohl die Situation schon vorbei ist. Dadurch entfernt sie sich, sodass sie losgelöst vom auslösenden Objekt und Bezug, auf alle möglichen Erscheinungen, Handlungen, Lebensäußerungen übertragen werden kann. Scheler beschreibt, dass z.B. beim Klassenhass schon eine bestimmte Art zu sprechen oder sich zu kleiden, ein tiefes Wut- oder Rachegefühl auslösen kann, obwohl sie mit der jeweiligen Person nichts zu tun haben. Er folgert weiter, dass bei vollständiger Verdrängung ein ganz allgemeiner Wert-Negativismus die Folge wäre, der sich auf Personen, Gruppen, Objekte, Situationen oder sogar gegen Objekte der Natur richten kann.16 Es ist ein „wiederholtes, unabhängiges Zürnen, das durch wiederholtes Durchleben von Hassintentionen, zwar die feindliche Absicht noch nicht enthält, wohl aber alle möglichen Absichten solcher Art in seinem Blute nährt.“17 Es kommt zu einer Überkompensation der ungerichteten und verdrängten Rachegelüste.

Diese psychologische Grundhaltung eines Ressentimentmenschen stellt, nach Scheler, die Grundlage für die Entstehung der Moralen aufgrund einer Umwertung des wahren Wertes dar. Im nächsten Punkt untersuche ich, wie es nach Schelers Ausführungen, zur historischen Verwandlung der Werte kommt und dadurch zu einer Entstehung von unterschiedlichen und vielfältigen Moralen, die in jedem Kulturkreis unterschiedlich geprägt sind.

2.1.2. Die Entstehung von Moralen durch Umwertung der Werte

Scheler geht davon aus, dass es immer der neidvolle und schwache Mensch ist, der dem Mächtigen mit Hass und Ohnmacht, aber auch mit Unterwürfigkeit und Opportunismus begegnet. Er fühlt sich von den schillernden Qualitäten, wie Lebensfreude, Mut, Kraft, Schönheit, Macht, Reichtum, Glück aber auch Stand, Namen und Ehren wie magisch angezogen. Gleichzeitig verachtet er diese, weil er sie für sich selbst als unerreichbar ansieht. Das entstehende Spannungsverhältnis des Nicht-Könnens und Nichts-Erreichens des positiven Wertes, wird vom Ressentiment geleugnet. Aus dem Leidensdruck sich vom Schicksal benachteiligt und ungerecht behandelt zu fühlen sowie dem eigenen Ohnmachtgefühl, die an sich erstrebenswerten und begehrten Ziele, Werte und Objekte nicht erreichen zu können, kommt es zu einem Leugnen dieser guten Werte, um sich selbst eine Aufwertung zu verschaffen. So kann er sich an seiner Situation rächen. Doch diese gehemmten Lebensgefühle unterdrücken, nach Scheler, den Lebensimpuls und verstärken die Tendenz zum Wegsehen und zur Vernichtung der, jene positiven Werte tragenden Dinge und Menschen. Im Extremfall wird sogar dessen Gegenteil als wertvoll angesehen18: z.B. der Mensch, der bei einem anderen vergeblich um Anerkennung kämpft, und dabei immer neue schlechte Eigenschaften an diesem entdeckt, bis er sich damit tröstet und beruhigt, dass der andere nicht der Liebe wert sei. Das tiefere Motiv liegt darin, den nicht zu erreichenden aber ersehnten Wert aus Frust abzuwerten, um die Seele zu trösten und zu beruhigen, weil die Niederlage unerträglich erscheint. Durch das negieren des Wertes, steigt das eigene Lebens- und Machtgefühl wieder an. Der Ressentimentmensch erhöht sich am Niederreißen des Höherstehenden.

Erst darin sieht Scheler die schöpferische Kraft des Ressentiments, für die Geschichte der menschlichen Werturteile und ganzer Systeme.19 Nachdem diese Umkehrung stattgefunden hat, sind die Dinge oder Menschen, die den hohen Wert verkörperten nicht mehr beneidenswert. Sie sind aber auch nicht mehr anziehend, sondern können sogar bedauernswert geworden sein, weil sie an dem „Üblen“ (vormals Guten) teilhaben. Dem zu Folge unterliegen nicht die wahren Werte, sondern ihre falschen Interpretationen der historischen Veränderung.20 Die Hauptleistung des Ressentiments ist daher die Illusion, Werttäuschung und Fälschung der Werte selbst,21 als tief sitzendes Urunbewusstes, welches die Schönheit und die guten Werte, die von ihm selbst geneidet und angestrebt werden, nicht erreichen kann und sie somit zu seinen eigenen egoistischen Gunsten umwertet.

Scheler argumentiert psychologisch überzeugend, dass ein schwacher Mensch, die Welt zu seinen Gunsten umdichtet. Und er betont, dass dies ein äußerst komplexer Prozess ist, so dass der Ressentimentmensch sich selbst dieser Umwertung nicht mehr bewusst ist, und nach bestem Wissen und Gewissen von den „neuen“ Werten überzeugt sein kann.

[...]


1 Z.B. Kant, Hume, Hobbes und die englischen Sensualisten.

2 Vgl. Vucht Tijsen, S. 102

3 Wie z.B. Kant, der in der „Metaphysik der Sitten“, mit dem kategorischen Imperativ, ein Gesetz finden wollte nach dem sich alle Menschen richten sollen.

4 Vgl. Dempf, S.40 in: Good (Hg.), 1975

5 Good, 1975, S. 9

6 Vgl. Bühl, S. 37

7 Landgrebe, S. 81 in: Good (Hg.), 1975

8 Vgl. Vucht Tijssen, S. 33, 40

9 Vgl. Scheler, S. 37ff.

10 Vgl. Scheler, S. 99

11 Vgl. Vucht Tijssen, S. 35

12 Vgl. Vucht Tijssen, S. 34

13 Vgl. Vucht Tijssen, S. 34, 102ff.

14 s . Jenseits von Gut und Böse, 1886 und Zur Genealogie der Moral, 1887.

15 Vgl. Scheler, S. 59

16 Vgl. Scheler, S. 61

17 Vgl. Scheler, S. 36 f.

18 Vgl. Scheler, S. 63

19 Vgl. Scheler, S. 66f.

20 Vgl. Scheler, S. 39

21 Scheler, S. 49f.

Details

Seiten
27
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638249737
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v21329
Institution / Hochschule
Technische Universität Berlin – Philosophie
Note
sehr gut
Schlagworte
Schelers Kritik Wertevorstellung Skeptizismus Ethik

Autor

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Titel: Schelers Kritik an der modernen Wertevorstellung