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Copyright und Internethandel in Deutschland

Seminararbeit 2004 18 Seiten

VWL - Mikroökonomie, allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Copyright und Internethandel in Deutschland

1 Einleitung

2 Digitaler Wandel zur Informationsgesellschaft
2.1 Internethandel und Verfügbarkeit
2.1.1 Internethandel und Beschäftigung
2.1.2 Verfügbarkeit des Internet und Einsatzgebiete
2.2 Besonderheiten der digitalen Wirtschaft
2.2.1 Digitale Güter
2.2.2 Piraterie
2.2.3 Öffentliche Güter und Eigentumsrechte
2.2.4 Bisherige politische Bemühungen
2.3 Internettauschbörsen und Musikindustrie
2.3.1 Brenner-Studie
2.3.2 Gutachten der TU Berlin zu Musiktauschbörsen und Umsatzrückgängen des Musikmarktes

3 Alternative Lösungsvorschläge gegen Internetpiraterie
3.1 Nutzbarmachung sinkender Distributionskosten
3.2 Nutzbarmachung sinkender Reproduzierungskosten

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

6 Abkürzungsverzeichnis

7 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Die Volkswirtschaften der Industrieländer befinden sich noch immer im Wandel hin zu Dienstleistungs- und Informationsgesellschaften, was durch die rasante (Weiter-) Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie er-möglicht und forciert wird. So ist seit Beginn der zivilen Nutzung des Internet und dessen breiteren Anwendung seit den 1990er Jahren die Zahl der Nutzer weltweit nach mehreren Schätzungen zufolge auf derzeit rund 600 Mio. ange-stiegen. Alleine in Deutschland verfügten im ersten Quartal 2002 ca. 34 Mio. Menschen oder 46% der Bevölkerung im Alter ab 10 Jahren über eine Zu-gangsmöglichkeit zum Internet.1 Für das Jahr 2005 wird die Überschreitung der Milliardengrenze weltweit erwartet.

Mit zunehmender Nutzung des Internet geht ein Anstieg der mit diesem Medium direkt und indirekt erzielten Wertschöpfung und der Beschäftigtenzahlen einher. Hier sind vor allem der Telekommunikations- und Unterhaltungssektor zu nen-nen. Dabei hat sich die anfänglich euphorische Erwartungshaltung bisher je-doch nicht bestätigt.

Beim Handel über das Internet ist grundsätzlich zu unterscheiden, ob ein Katalogverkauf physischer Güter erfolgt, oder ob digitale, nicht-physische Güter gehandelt werden. Digitale Güter weisen Besonderheiten bezüglich ihrer Reproduktion und Verteilung auf. Klone von Originalarbeiten können problemlos erstellt und zwischen den Internetnutzern verteilt werden. Diese Eigenarten sind der Grund für die schnelle Verbreitung digitaler Kopien, was einen großen Vorteil vor allem bzgl. der verschwindend geringen Grenz- und Transaktionskosten darstellt. Eng verbunden mit diesen Eigenschaften ist aber auch das Problem der Produktpiraterie, was spätestens durch die diversen Tauschplattformen wie Napster, Grokster, Kazaa, usw. zum Ausdruck kommt.

Zur Orientierung beginnt diese Arbeit im ersten Hauptteil mit einer Darstellung des Umfangs der Internetnutzung in Deutschland und dem mit dem Internet Seminar „Internetökonomie“ - Copyright und Internethandel in Deutschland erwirtschafteten Umsatz sowie der Beschäftigtenzahlen in der Telekommunikationsbranche, die als Anbieter von Internetverbindungen hauptsächlich hiervon betroffen ist. Im Anschluss hieran erfolgt eine Darstellung der bereits erwähnten Eigenarten digitaler Güter, der Problematik der Produktpiraterie sowie der gesetzlichen Regelungen zum Schutz geistigen Eigentums.

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche möglichen Lösungsansätze sich den Anbietern digitaler Güter bieten, um der Piraterie ihrer Produkte zu begegnen.

2 Digitaler Wandel zur Informationsgesellschaft

2.1 Internethandel und Verfügbarkeit

2.1.1 Internethandel und Beschäftigung

Der Umsatz des deutschen Informations- und Kommunikationssektors lag Ende 2002 nach Schätzungen des Branchenverbandes Bitkom bei 87,8 Mrd. Euro, davon ca. 90% im Business-to-Business Bereich (B2B). Dies entspricht einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von rund 4%. Entgegen der Euphorie der letzten Jahre steht der Internethandel immer noch am Beginn seiner Entwicklung. In der Beschäftigungssituation des Telekommunikationsdienstleistungsmarktes lässt sich jedoch die stärkere Verbreitung der neuen Medien bereits ablesen, was mit dem Aufbau und der anschließenden Betreuung der Netzwerkstruktu-ren erklärt werden kann. Im Jahr 2002 ergab sich zwar für den Gesamtmarkt ein Rückgang der Beschäftigung auf 230.100, doch liegt dies absolut immer noch über der Beschäftigtenzahl der Boomjahre 1998/1999.2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Beschäftigte auf dem TK-Dienstleistungsmarkt, Quelle: Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Jahresbericht 2002, S. 10

2.1.2 Verfügbarkeit des Internet und Einsatzgebiete

Eine Pilotstudie des Statistischen Bundesamtes3 hat für das erste Quartal 2002 zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten ergeben, dass 43% der bundesdeutschen Haushalte - dies entspricht 16 Mio. Einheiten - über einen Internetzugang zu Hause verfügen. Im Vergleich mit anderen EU-Ländern liegt Deutschland damit jedoch nicht an der Spitze. In den Niederlanden z.B. nimmt die Quote einen Wert von 66% an und in den USA und Kanada verfügten bereits im Jahr 2001 rund 50% der Haushalte über einen heimischen Internetzugang.4

Interessant in diesem Zusammenhang erscheint, dass der Zugang zum Internet scheinbar deutlich von der jeweiligen Einkommens- und Bildungssituation eines Haushaltes beeinflusst wird. Während 77% der Haushalte mit einem monatli-chen Nettoeinkommen ab 3.600 Euro im Untersuchungszeitraum über einen Zugang verfügten, waren dies bei Haushalten mit einem Einkommen von unter 1.300 Euro lediglich 24%. 63% der Personen aus der Gruppe mit hohem Bil-dungsstand beschäftigen sich mit dem Internet, wohingegen lediglich 37% der Personen aus der Gruppe mit niedrigem Bildungsstand zu den Nutzern der neuen Medien gehören. Bezüglich der Altersstruktur der Internetnutzer ergab sich ein eindeutiges Bild. Mit 77% war der Anteil der 16- bis 24-Jährigen am höchsten. Nimmt man die Nutzer bis insgesamt 44 Jahre, so sind die jüngeren Nutzer der neuen Medien im Vergleich zur Altersstruktur Deutschlands deutlich überrepräsentiert.

Bei der Frage wofür das Internet eingesetzt wird, ergab sich eine überwiegende Nutzung für private Lebensbereiche. 75% verschickten und empfingen E-Mails, 65% setzten das Internet für die Suche nach Produkt- und Dienstleistungsin-formationen ein, 42% nutzten das Internet für Schule und Studium. Unterreprä-sentiert ist immer noch das Angebot von Behörden (E-Government). Lediglich 26% nutzten dieses Informationsangebot, 12% luden eingestellte Formulare herunter und nur 6% schickten ausgefüllte Formulare auch an Ämter und Be-hörden zurück.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Einsatzgebiete des Internet für private Zwecke in Prozent, Quelle: Statistische Bundesamt, Informationstechnologie in Haushalten und Unternehmen

[...]


1 Statistische Bundesamt, Informationstechnologie in Haushalten und Unternehmen, in: Internet, http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2003/p0511024.htm, 06.01.2004.

2 Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Jahresbericht 2002, in: Internet, http://www.regtp.de/imperia/md/content/aktuelles/jb2002.pdf, 06.01.2004.

3 Statistische Bundesamt, Informationstechnologie in Haushalten und Unternehmen, in: Internet, http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2003/p0511024.htm, 06.01.2004.

4 Bei den Unternehmen liegt die Nutzungsquote des Internet bei rund 80%. Im Folgenden konzentriert sich diese Arbeit auf die Privatnutzer, da Konflikte mit dem Urheberrecht z.B. durch illegale Vervielfältigung von Audio-CDs hauptsächlich im Privatbereich auftreten.

Details

Seiten
18
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638249997
ISBN (Buch)
9783638747493
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v21361
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Lehrstuhl f. Mikroökonomik
Note
2,0
Schlagworte
Copyright Internethandel Deutschland Seminar Internetökonomie

Autor

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