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Die Außenseiterproblematik in Max Frischs 'Andorra'

Ein Unterrichtsentwurf für die Jahrgangsstufe 9

Examensarbeit 2013 69 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Perspektive - Einleitung
1.1 Autorenintention
1.2 Handlung
1.3 Entstehungsprozess
1.4 Modellcharakter
1.5 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Brechts Parabelstücken

2. Grundverständnis von Vorurteilen
2.1 Von der Kategorisierung zum Vorurteil
2.2 Vom Vorurteil zur Außenseiterproblematik
2.3 Vergleich des soziologischen und literarischen Außenseiterbegriffes
2.4 Andri - der Außenseiter in der andorranischen Gesellschaft
2.5 Persönliche Entwicklung des Protagonisten

3. Legitimation des Themas
3.1 Begründungszusammenhang - zur Frage der Textauswahl
3.2 Einbindung in den Kernlehrplan

4. Fachdidaktischer Entwurf
4.1 Reihenplanung
4.2 Unterrichtssequenz
4.3 Sachanalyse
4.4 Thema der Unterrichtsstunde - Ziele
4.5 Didaktische Analyse
4.6 Methodische Analyse

5. Schlussbemerkungen

6. Literaturverzeichnis

1. Perspektive - Einleitung

Die vorliegende Arbeit verfasst die Autorin im Rahmen des ersten Staatsexamens, im Modul Fachdidaktik Deutsch, zu dem Thema Max Frischs Andorra, im Deutschunterricht der Sekundarstufe I, unter Berücksichtigung der Außenseiterproblematik. Die Schwerpunktsetzung ergibt sich aus dem Aktualitätsbezug des Dramas und dem Interesse der Autorin an der Thematik. Die im Stück behandelten Problemfelder, Außenseiter-sein, Ausgrenzung und Vorurteile spiegeln Konflikte der allgegenwärtigen Lebenswelt wider und sind nah an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler[1] verortet. Max Frisch beschäftigt sich in Andorra mit der Wirkung und den Folgen von Bildnissen, die zu Vorurteilen heranwachsen und somit dem Protagonisten Andri verwehren, seine Identität zu finden. Ein Zitat aus Frischs Tagebuch verweist auf einen zentralen Aspekt des Stücks und verdeutlicht seine Einstellung zur Thematik. „Wir halten uns für den Spiegel und ahnen nur selten, wie sehr der andere seinerseits eben der Spiegel unseres erstarrten Menschenbildes ist, unser Erzeugnis, unser Opfer-.“[2] Andri ist nicht nur das Opfer einer fiktiven andorranischen Gesellschaft, sondern repräsentiert vielmehr das Opfer eines jeden, der sein Gegenüber in ein Bildnis presst und diesem somit seine Identität verwehrt. Im Sinne Frischs impliziert jedes, sei es auch ein noch so gut gemeintes Bildnis, die Fixierung von außen.[3] Frisch analysiert mit Andorra das Verhalten von Gruppen und prangert es an. Mit seiner Darstellung möchte er das Publikum zu einer Stellungnahme und Kritik bewegen. „Auch hierin zeigt sich also, wie das Stück letztlich an die moralische Verantwortung des Einzelnen appelliert“[4]. Das Andorra des Max Frisch betrifft uns alle.

1.1 Autorenintention

„Was in Andorra geschieht, das könnte sich überall ereignen, wenn die Voraussetzungen gegeben sind.“[5] Mit diesem Zitat Max Frischs wird deutlich, dass der Autor mit seinem Drama Andorra, den Leser warnen will und im Rezipienten einen Prozess des Nachdenkens provozieren möchte. Der Zuschauer soll sich selbst fragen, wie es zu diesem tragischen Verlauf des Stückes kommen konnte.[6] Mit dieser Autorenintention reiht sich Frisch in die Riege derjenigen Schriftsteller ein, die in den 50er und 60er Jahren mit Hilfe ihrer Werke die Gesellschaft zu einem Umdenken bewegen wollten. Frisch warnt mit Andorra vor dem Vergessen und Verdrängen des vergangen 2. Weltkrieges. Auch wenn Max Frisch immer wieder betonte, dass Andorra als ein Modell verstanden werden soll, so kann eine Anprangerung des Antisemitismus, bezogen auf den Nationalsozialismus als Themenkomplex, nicht ignoriert werden. Der Modellcharakter, den Frisch anhand des vermeint lichen Juden Andri verwirklicht, „steht exemplarisch für jede Art von sozialem Vorurteil.“[7] „Indem Max Frisch am zeitgeschichtlich signifikanten Beispiel des Antisemitismus die zentrale Problematik des Bildnis-machens in den Mittelpunkt des Dramas rückt, verlagert er die existenzielle Ebene auf eine gesellschaftspolitische.“[8] Es ist entscheidend, dass „Frischs Intention [...] nicht auf eine Darstellung des Antisemitismus im nationalsozialistischen Deutschland [abzielt], sondern auf das Modell einer heutigen Gesellschaft, in der sich bestimmte Vorurteile, wie z. B. antisemitische Tendenzen, entwickeln.“[9] Dennoch mahnt Frisch mit seinem Stück seine Leser vor dem Vergessen der Gräueltaten des Nationalsozialismus und zeigt, dass das Denken in Vorurteilen zu Hass, Gewalt und Vernichtung des Anderen führt.

In einem Gespräch äußert sich Frisch hinsichtlich der gewünschten Intention wie folgt:

„Auch wenn das [Drama Andorra] in Schulen gelesen wird, ohne daß man sich allzuviel davon verspricht, glaube ich doch, daß einigen Schülern etwas aufgeht, nicht nur im Zusammenhang mit der düsteren Seite der deutschen Geschichte in diesem Jahrhundert; die Schüler verstehen das auch an anderen Modellen: In der Klasse ist einer outcast, der Jude, der Sündenbock - dieser Mechanismus spielt immer.“[10]

Anhand dieser Argumentation wird auch eine erste Begründung für die Behandlung im Unterricht sichtbar. Das Kriterium der Außenseiterproblematik wird als Grundlage für den Aufbau des Unterrichtsentwurfs verwendet.

1.2 Handlung

Der Titel des Stücks Andorra repräsentiert zugleich einen Kleinstaat, dessen Gesellschaft den vermeintlichen Juden Andri zum Außenseiter degradiert. Andri stammt aus einer Beziehung des andorranischen Lehrers Can mit der Senora, einer Frau aus dem Nachbarstaat der Schwarzen. Aus Sorge vor dem Verlust des Ansehens und vor der Reaktion der andorranischen Gesellschaft, gibt er den leiblichen Sohn als jüdisches Pflegekind aus, welches er vor den Schwarzen gerettet haben will. Das Drama Andorra erzählt davon, wie im Verlauf der Handlung die Vorurteile der Andorraner gegenüber Andri immer weiter zunehmen und ihn in die Rolle des Außenseiters drängen. Sein Leben und seine Identität werden immer mehr beeinträchtigt und verändert. „Andri wehrt sich anfänglich gegen die Zuschreibungen als Jude, kommt jedoch nicht dagegen an und identifiziert sich zuletzt mit der Rolle des Juden als des Anderen.“[11] Es kommt schließlich zur Katastrophe, als mit dem Einmarsch der „Schwarzen“ Andri in der „Judenschau“ als vermeintlicher Jude ermordet wird.

1.3 Entstehungsprozess

Der Schriftsteller Max Frisch schuf insgesamt fünf Fassungen mit unterschiedlichen Titeln, bis er sich dazu entschloss, Andorra als endgültigen Titel anzunehmen. „Kein guter Titel“[12], wie er fand und später in einem Interview betonte: „Der bessere fiel mir nicht ein“.[13] „Der erste Entwurf der Fabel, des späteren Stücks Andorra, erschien im Jahre 1946 als Prosaskizze in dem Aufsatz Du sollst dir kein Bildnis machen; er wurde unter dem Titel Der andorranische Jude in das Tagebuch mit Marion [...] und später in dessen überarbeitete und erweiterte Fassung Tagebuch 1946­1949 übernommen.“[14] Als das Stück im November 1961 im Schauspielhaus Zürich in der Schweiz, dem Heimatland des Autors uraufgeführt wurde, führte Kurt Hirschfeld Regie. Im Jahr 1961 erschien ebenfalls die Buchausgabe Andorra Stück in zwölf Bildern}[15]

Das Theaterstück zählt zu den bedeutendsten Werken der Nachkriegszeit und konnte große Publikumserfolge verzeichnen. Dennoch waren die Reaktionen nicht nur positiv und Max Frisch musste sich auch mit einigen kritischen Rezensionen auseinandersetzen. Die Entstehung des Stücks fiel in die Zeit des Wiederaufbaus. Max Frisch thematisiert den schuldhaften Zusammenhang von Vorurteil, Hass und Gewalt, der im Nazi-Deutschland realexistent war und der in der Nachkriegszeit verdrängt wurde. In einer Zeit, in der sich die Vergangenheitsbewältigung praktisch mit Verdrängung synonym setzen ließ, wollte Frisch das Bewusstsein der Rezipienten für ein kritisches Verstehen sowie moralische Verantwortlichkeit wecken.[16] „In dieser Hinsicht war Frischs Stück ein Neuanfang.“[17]

1.4 Modellcharakter

Dass, mit dem Andorra des Max Frisch, nicht ein real existierender Ort in den Pyrenäen gemeint ist, unterstreicht der Autor mit dem Modellcharakter des Stücks, der von Frisch in vielen Interviews betont wurde.

„Mit dem Begriff des Modells setzt Frisch deutliche stil- und gattungstypologische Akzente. Andorra ist nicht als Stück zu verstehen, das - in einem zeitlichen und räumlichen Sinn - eine naturalistische Abbildung von Wirklichkeit intendiert. Modell bedeutet einerseits verkleinerte Darstellung der Realität, andererseits Gestaltung einer fiktiven Welt, an der sich die Wirklichkeit überprüfen läßt.“[18]

Der Autor bezieht die Schrecken der Hitlerdiktatur als Anlass und Muster mit in die modellhafte Darstellung der Gesellschaft und des Einzelnen ein. Es wäre aber falsch, die Intention des Stücks nur in der Darstellung der Judenverfolgung zu suchen. Frisch sieht jedoch selbst ein, dass die Parabelform, die „Ausrichtung der Deutung des Stücks auf die Judenverfolgung der Nazis begünstigt.“[19] „Die moralische Indifferenz einer Gesellschaft gegenüber ihrer jüngsten Geschichte und die bornierte Selbstgerechtigkeit mit der sie sich wieder von Andersdenkenden abgrenzte, ihn zum Sündenbock für eigene Fehlleistungen machte“[20], beeinflussten Frisch vermutlich, als er Andorra verfasste. Die unbewältigte Vergangenheit der Schweiz, die Frischs Heimat war, floss sicherlich auch in die Entstehung des Stückes ein.

„Nach Kriegsende glaubte sich die offizielle Schweiz mit ihrer Politik der bewaffneten Neutralität zur Nazi-Zeit im Recht. Damals hatte man zwar Tausenden von Flüchtlingen Zuflucht gewährt, man hatte aber auch Tausende an der Grenze zurückgewiesen und damit in den Tod geschickt. Auf Erstes war man stolz, Letzteres wurde verdrängt.“[21]

Mit Hilfe der individuellen Dramatik des Stücks wird beispielhaft vorgeführt, wie der Einzelne, durch die an ihn herangetragenen Bildnisse oder Rollen an seiner Identitätsfindung gehindert wird. Es wird am Beispiel des vermeintlichen Juden Andris ersichtlich, „wie Menschen durch gesellschaftlichen Rollenzwang eingeengt und durch negative Bildnisse abgestempelt werden, so dass sie schließlich ihre Identität verlieren.“[22] Neben der Bildnis- und Vorurteils-Problematik zeigt Max Frisch mit

Andorra, wie Menschen sich dem Gruppendruck beugen und ihre Normen und Wertevorstellungen an den Maßstäben der Gruppe ausrichten, obwohl sie wissen, dass diese moralisch verwerflich und letztlich unmenschlich sind.[23] „Zu zeigen war, wie ein Kollektiv einen einzelnen mit vorgefaßten Meinungen umstellt, ihn in die Enge treibt, ihn schließlich der Gewalt überläßt und an seinem Tod mitschuldig wird“[24]. Max Frisch vereint im Modell Andorra drei Bereiche zu denen der psychologisch-existenzielle, der sozialpsychologische und der moralisch-ethische Bereich zählen.[25] Andri verfehlt im persönlichen Bereich durch das von der Gesellschaft aufgedrängte Bild seine eigene Identität. Der sozialpsychologisch- gesellschaftliche-Bereich zeigt die Wirkung kollektiver Vorurteile am Beispiel des Antisemitismus.[26] Die Minderheit wird zu verachteten Außenseitern degradiert. Das Fremd- und Andersartige, welches die Gemeinschaft selbst auf Andri projiziert, beunruhigt es und führt letztlich zu Andris Tod. Der moralisch-ethische Bereich verdeutlicht die Entstehung von Vorurteile aufgrund innerer Unfreiheit und fehlendem Mut zur Wahrheit, die schließlich in Gewalt und Hass münden können.[27] Ebenso fließt das mangelnde Geständnis der Schuld auf Seiten der Täter in diesen Bereich ein. In Andorra geht es nicht um die Schuld und Anklage von Einzelpersonen, „es geht um die Schuldverflechtungen, die Interdependenz der Stereotype, die unsere Bewußtseinswelten bevölkern.“[28] Indem Frisch diese Schuldverflechtungen vor Augen führt, stellt er die Wechselwirkung von Vorurteilen, Unfreiheit und Mutlosigkeit sowie Gewalt heraus und macht sie dem Rezipienten bewusst.[29] „Andorra ist Modell unserer Realität, eine moderne und faszinierende Variante des alten Spiels von Jedermann.“[30]

1.5 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Brechts Parabelstücken

„Wenn Frisch von dem Bühnenstück Andorra spricht, verwendet er die Begriffe Modell oder Parabel - Modell, wenn er den statischen Aspekt im Sinn hat - Parabel, wenn der dynamische Aspekt im Vordergrund steht.“[31] „Es ist ganz unabweisbar, daß Andorra - das hat Frisch selbst immer wieder betont - in seinem Stil und seiner Struktur unter dem Einfluß Brechts steht, auch wenn in ihm die optimistische brechtsche Auffassung von der Veränderbarkeit der Welt preisgegeben zu sein scheint.“[32] Im Gegensatz zu Brecht, der mit dem epischen Theater eine Gesellschaftsveränderung hin zum Sozialismus intendierte, möchte Frisch eben „keinen Hoffnungsstrahl am Ende... Das Stück soll mit dem Schrei enden, wie skandalös Menschen mit Menschen umgehen.“[33] Dabei konzentriert sich Frisch darauf Andris Entwicklung darzustellen, die sich in Form eines Fixierungsprozesses äußert.[34] „Im Gegensatz zu dem Rationalisten Brecht, der den Zuschauer zum 'Betrachter' machen möchte, der anhand des Spiels 'studiert', wie das 'gesellschaftliche Sein das Denken bestimmt', will Frisch durchaus Furcht und Mitleid mobilisieren“.[35] Andorra lässt sich nicht nur als Modell, sondern auch als einfache Parabel mit linearem Verlauf identifizieren. „Die zwölf chronologischen Erzählszenen des neuen Stücks werden einzig durch Monologe einzelner Figuren unterbrochen, die aus der Handlung heraustreten und ihr damaliges Verhalten, im Stile rückblickender Rechtfertigung, vor Gericht begründen und verteidigen. “[36] Frisch will Furcht und Mitleid im Menschen auslösen: „Die Schuldigen sitzen ja im Parkett. Sie, die sagen, daß sie es nicht gewollt haben. Sie, die schuldig wurden, sich aber nicht schuldig fühlen. Sie sollen erschrecken, sie sollen, wenn sie das Stück gesehen haben, nachts wachliegen.“[37] Frisch möchte erreichen, dass das Erleben von Furcht und Mitleid im Menschen einen Erkenntnisgewinn auslöst und somit eine Einsicht vollzogen wird. „Im Sinne des epischen Theaters hat Frisch die Spannung auf den Gang und nicht auf den Ausgang [des Stückes gerichtet], um von vornherein den Fatalismus der andorranischen Geschichte spürbar zu machen.“[38]

„Im Sinne Frischs bedeutet ein noch so gut gemeintes „Bildnis“ Fixierung von außen. [...] Konsequenterweise bietet Frisch den Zu schauern keine positive Problemlösungsmöglichkeit, kein „Bildnis“ einer besseren Gesellschaftsform an. Er schärft lediglich ihr Bewußtsein für die Gefährdung durch Bildnisse - und überläßt sie ihrer selbstständigen inneren Entfaltung.“[39]

Von dieser Ansicht Frischs ausgehend ist es nur konsequent, dass der Autor bezüglich der mit dem Theater zu erzielenden Wirkung und mit der Parabel verbundenen Lehre eine skeptische Haltung einnimmt.

„Er empfindet deshalb Unbehagen an der Parabel und bezeichnet Andorra zwar hin und wieder als Parabel, bevorzugt aber, da es ihm nicht um Lehre geht, den Begriff Modell. Damit will er deutlich machen, dass er nicht eine bestimmte Weltanschauung vermitteln will, wie Brecht in seinen Parabelstücken, sondern dass es ihm darum geht, an seinem allgemeinen Beispiel Verhaltensweisen wie Vorurteilsbefangenheit vorzuführen und so zu einem moralischen Appell zu gelangen, zu einem Aufruf zur Änderung des Bewusstseins und der persönlichen Einstellung.“[40]

Er glaubt nicht, dass das Theater die Gesellschaft verändern kann. „Frisch ist der Meinung, das Theater ermögliche dem Einzelnen, in der Erforschung anderer, sich selbst als Mensch zu erfahren.“[41] Für Frisch ist das Theater [...] ein Mittel zur Provokation, das den Menschen aufrütteln und auf seine Probleme aufmerksam machen soll, damit er sich seine Lösungen selber suchen kann. Diese Absichten zur geistigen Aktivierung des Zuschauers, hat Frisch mit Brecht gemeinsam. Aber er ist skeptisch hinsichtlich der Möglichkeit, die Welt durch den Geist zu verändern und er hat vor allem, nicht die genauen Vorstellungen der Beschaffenheit, der erstrebten Gesellschaftsordnung, die Brecht als Marxist hat.[42]

2. Grundverständnis von Vorurteilen

In diesem Kapitel wird auf die Definition von Vorurteilen eingegangen um der Reihenplanung eine fundierte inhaltliche Grundlage zu geben. Bei der Schwerpunktlegung auf die Außenseiterproblematik ist es von fundamentaler Bedeutung, ein Grundverständnis von der Funktion sowie der Entstehung von Vorurteilen zu bekommen. Dabei werden die unterschiedlichen Ausdrucksformen von Vorurteilen genannt und ihre soziale Funktion beleuchtet. Auch die Konsequenzen, die sich aus ihnen ergeben, werden betrachtet und mit Hilfe einer sozialpsychologischen Perspektive untersucht. Nachdem die Rolle des Außenseiters aus sozialpsychologischer Sicht beschrieben worden ist, folgt eine Betrachtung des literarischen Außenseiters. Daran anknüpfend werden die Ergebnisse auf Andri und seine Position in der andorranischen Gesellschaft übertragen. Dabei wird besonders die persönliche Entwicklung des jungen Mannes detaillierter betrachtet.

2.1 Von der Kategorisierung zum Vorurteil

Nach dem Sozialpsychologen Hofstätter werden Vorurteile in der Stereotypenlehre behandelt. „Nach dieser Theorie bevölkern Stereotype [...] unsere gedachte Welt.“[43] Eine Reihe von verschiedenen Definitionen des Vorurteils setzen unterschiedliche Schwerpunkte. So wird beispielsweise anhand der allgemeinen Definition nach Heintz besonders die fehlende Sachkenntnis, als Charakteristikum von Vorurteilen betont.

„Unter Vorurteil im weitesten Sinne des Wortes versteht man alle jene Urteile, die gefällt werden, ohne daß man sie an Hand der Tatsachen auf ihre Gültigkeit überprüft. Dabei steht offen, ob nur dann Vorurteile vorliegen, wenn der Einzelne keine Rücksicht auf die ihm bekannten Tatsachen nimmt, oder selbst dann, wenn er sich nicht bemüht, sich die fehlende Tatsachenkenntnis zu verschaffen“[44]

Eine andere Beschreibung der Vorurteile stellt besonders die Starrheit der Einstellung, die Änderungsresistenz sowie die negative Färbung der Einstellung in den Mittelpunkt. Schäfer und Six heben hervor, dass eine Fehlerhaftigkeit, die auf eine zu starke Verallgemeinerung zurückgeht, als Kennzeichen für Vorurteile angesehen werden kann.[45] Allgemeiner sind Vorurteile als soziale Einstellungen zu verstehen, die in der Wechselwirkung von individuellen Ursachen und Umweltfaktoren zustande kommen.[46] Schlöder fasst die wesentlichen Merkmale des sozialpsychologischen Vorurteilsbegriffs etwas detaillierter zusammen:

„Vorurteile sind stabile Überzeugungen über das Verhalten und die Eigenschaften von Mitgliedern anderer Gruppen im Rahmen des für die eigene Gruppe verbindlichen kulturellen Bezugsrahmens, die einen kognitiven und einen - meist negativen - evaluativen Gehalt haben, [] mit der Selbstdeutung der betroffenen Gruppe nicht übereinstimmen und einen Deutungsrahmen für die Interaktion mit dieser Gruppe bilden.“[47]

„Ein [...] Vorurteil, ist [also] eine Antipathie, die sich auf eine fehlerhafte und starre Verallgemeinerung gründet. Sie kann sich gegen eine Gruppe als ganzes richten oder gegen ein Individuum, weil es ein Mitglied einer solchen Gruppe [aus Sicht des Kollektivs] ist.“[48]

„A. Tajfel konnte unter kontrollierten experimentellen Bedingungen nachweisen, dass bereits die Bildung von Gruppen aufgrund belangloser und völlig unbedeutender Merkmale zu einer deutlichen Bevorzugung der eigenen Gruppenmitglieder und einer Ablehnung der Mitglieder anderer Gruppen führt.“[49]

„Dabei ist vollkommen unerheblich, inwieweit sich diese Person selbst als Mitglied dieser Gruppe ansieht oder ob sich diese Gruppenmitgliedschaft an Fakten festmachen lässt.“[50] Vorurteile repräsentieren keine Charaktereigenschaften, sondern spiegeln die sozialen Einstellungen ihrer Träger wider, sie basieren auf irrationalen Gründen und liegen projizierten Hass- und Schuldgefühlen zu Grunde.

„Um den Mechanismus der Diskriminierung ganzer Gruppen in Gang zu setzen, hat es immer genügt, daß in einer Gesellschaft infolge bestimmter wirtschaftlicher, gesellschaftlicher oder politischer Schwierigkeiten ein latentes Bedürfnis nach einem Sündenbock vorhanden war, dem alles Versagen angelastet werden konnte.“[51]

Vorurteile haben aufgrund ihrer Zuordnung zu sozialen Einstellungen eine kognitive, eine affektive und gegebenenfalls auch eine verhaltensbezogene Dimension.[52] Signifikant für die Klassifizierung der Vorurteile als soziale Einstellung ist die Tatsache, dass diese erlernt werden, somit also veränderbar sind. „Sozialwissenschaftler sind sich heute weitgehend darüber einig, daß Vorurteile nicht angeboren sind, sondern, wie alle sozialen Einstellungen, gelernt werden.“[53] „Vorurteilsbereitschaft ist in Struktur und Dynamik einer Persönlichkeit verankert; zugleich spielt jedoch die gesellschaftliche Vermittlung vorurteilsgebundenen Bewußtseins eine entscheidende Rolle.“[54] Dass eine Änderung, besonders bei tief verankerten Einstellungen, schwierig und langwierig sein kann, ist unbestreitbar.[55] Um zu verstehen, wie sich Vorurteile entwickeln, ist zu bedenken, dass sich diese Entwicklung anhand eines dreistufigen Prozesses vollzieht. Dabei stellt die Kategorisierung die erste Stufe dar „[als] ein fundamentaler, kognitiver Prozess, der nahezu automatisch ab läuft“.[56] Kategorisierungen erleichtern den Menschen das Verständnis der komplexen Umwelt, dabei sind Kategorien und ihre Verwendung an sich nicht als Vorurteile zu verstehen, dafür muss erst die Stufe der Stereotypisierung durchlaufen werden. Der Begriff des Stereotyps ist dem Druckereigewerbe entnommen und wurde von Walter Lippmann erstmalig auf menschliche Vorstellungen, Haltungen und Einstellungen angewandt.[57] „Stereotype beinhalten die Generalisierung über eine Gruppe von Menschen, das heißt, wir schreiben diesen, gleiche Eigenschaften zu, ungeachtet dessen, dass sie tatsächlich unterschiedlich sein können.“[58] Passenderweise bezeichnen Bönsch und Silkenbeumer die Stereotypisierung auch als Schablonendenken.[59] Es zeigt sich, dass die innerhalb einer Kultur, vorkommenden Stereotype eine bezeichnende Ähnlichkeit haben, sehr resistent und schwer veränderbar sind.[60] Allerdings sind Stereotype keine Vorurteile im Sinne generalisierter negativer Einstellungen, die der Abwertung dienen.[61] Die Sozialpsychologie beispielsweise akzeptiert „Stereotype als notwendige Kategorien menschlicher Wahrnehmung.“[62] Vielmehr ist die Bewertung das zentrale Charakteristikum des Vorurteils, welches meist affektgeladen ist und die Wahrnehmung der Umwelt verzerrt.[63] Um den eigenen Selbstwert zu erhalten und die soziale Identität positiv aufzuwerten, neigen die Gesellschaftsmitglieder dazu, die eigene Gruppe eher positiv und die Mitglieder der Fremdgruppe eher negativ zu bewerten.[64] „Hinter Vorurteilen verbirgt sich zudem die implizite Annahme: Alle Mitglieder der Fremdgruppe sind gleich, sind anders und auch schlechter als die Eigengruppe.“[65]

„Es gibt eine Reihe von verschiedenen Ansätzen zur Erklärung der Ursachen von Vorurteilen. Sie lassen sich zwei Analyseebenen zuordnen. Einmal werden Bedingungen und Mechanismen der Entstehung von Vorurteilen stärker in der Person gesehen, das andere mal werden sie in der Gesellschaft verortet.“[66]

Wichtig ist, dass man Vorurteile nicht einseitig als Probleme einzelner betrachten darf, da „durch die Pathologisierung einzelner die Gesamtgesellschaft entlastet“[67] wird. „Auch Vorurteile werden gesellschaftlich tradiert. Sie gelten als normative Gebote, [...] die die Weise definieren, in der Mitglieder einer Gruppe sich im Verhältnis zu Mitgliedern ausgewählter Outgroups verhalten sollen.“[68] „Die Entscheidung, ob die im Laufe der Sozialisation erworbenen Stereotype und Vorurteile richtig oder falsch sind, betrifft weniger die Frage, ob Vorurteile gemessen an der Realität überhaupt haltbar sind. Es geht vielmehr darum, ob sie für einen selbst akzeptabel sind. “[69] Auf diese Überlegung stützt sich auch das Dissoziationsmodell nach Devine. Es geht davon aus, dass alle Menschen im Laufe ihrer Sozialisation Stereotypen als kulturelles Erbe ihrer Wissensstrukturen aufnehmen. Entscheidend ist aber, dass nur ein Teil der Menschen diese Informationen als zutreffend akzeptieren wird. Diese Menschen ordnet Devine der Kategorie der Vorurteilsvollen zu.

„Vorurteile dienen also nicht nur dazu, de facto bestehende Diskriminierung auf Basis von Ungleichwertigkeitsvorstellungen zu rechtfertigen, sondern sie tragen auch dazu bei, entsprechende diskriminierende Strukturen und Denkweisen herzustellen und aufrechtzuerhalten. Vorurteile konstituieren Weltbilder und schaffen Realitäten.“[70]

Aus diesem Grund ist die „Macht des Vorurteils [...] in Europa weitaus einflussreicher als weithin angenommen, denn sie durchsetzt den sozialen Alltag.“[71] „Werden negative ethnische Stereotype abgelehnt, können vorurteilsfreie Einstellungen aufgebaut werden.“[72] Der Aufbau von vorurteilsfreien Einstellungen gehört zu den Kernzielen von Bildung und kann primär als Bildungsauftrag verstanden werden.

2.2 Vom Vorurteil zur Außenseiterproblematik

Es lässt sich in der Realität von Gemeinschaften, unabhängig warum sie sich bilden oder gebildet werden, feststellen „daß einzelne [Personen] [...] nicht erfolgreich [am Integrationsprozess] beteiligt werden können.“[73] Dabei ergibt sich unweigerlich die Frage, wie Menschen zu Außenseitern werden und warum.

„Entweder ist er als mitmenschlicher Partner [...] anders, als die Bezugspersonen ihn akzeptieren würden. Sie können sich mit ihm auf Anhieb nicht identifizieren, fühlen sich durch seine Fremdheit verunsichert und schließen ihn aus einer möglichen Gemeinschaft aus. Oder er selbst findet zu seinen Bezugspersonen [...] keinen Zugang. Sie sind für ihn nicht identifizierbar. In ihrer Gegenwart fühlt er sich fremd und verunsichert.“[74]

Das Resultat ist der Rückzug aus der Gemeinschaft ggf. in einen anderen Personenkreis hinein, „mit denen er sich besser identifizieren kann.“[75] Er wird aber hinsichtlich der anderen Bezugspartner zum Außenseiter.[76] Was für Folgen dieses Außenseitertum hat, lässt sich am Beispiel des vermeintlichen Juden Andri in Max Frischs Andorra erkennen. „Der Verlust [der eigenen Identität zeichnet] das Endstadium der Außenseiterentwicklung [vor], die in einem völligen Ich- und Weltverlust gipfelt.“[77] „Für die Opfer wirkt sich das Erleben von Vorurteilen negativ auf ihr psychisches und physisches Wohlbefinden [...] aus.“[78] Das Erleben von Vorurteilen und Diskriminierung zerstört die eigene Selbstachtung und kann zur Selbststigmatisierung führen.[79] „Um dieser Bedrohung zu entgehen und um nicht ständig gegen bestehende Vorurteile ankämpfen zu müssen, verhalten sich Opfer von Vorurteilen in einigen Fällen entsprechend der ohnehin verbreiteten Stereotype“[80]. Lehrer müssen Eltern dazu auffordern, „ihre Kinder früh mit zunächst fremden und fremdartigen Menschen zusammenbringen und im Zusammenleben, wie in kommunikativer Reflexion beweisen, daß befremdende äußere Erscheinungen eines Menschen letztlich Einfühlung und gegenseitige Sympathie mit ihm nicht verhindern muß.“[81]

Diese Zielsetzung muss im konkreten Unterricht sichtbar werden und in den Kindergärten, Schulen und Universitäten aktiv gelebt werden. In der Praxis bedeutet das vor allem, den Kindern die Fähigkeit zur Einfühlung in fremdartig erscheinende Menschen zu vermitteln.[82] Dabei spielen Liebe und persönliche Wertschätzung in Bezug auf eine erfolgreiche Identität in einer neuen Identitätsgesellschaft eine signifikante Rolle.[83] Da es vor allem die Gruppe ist, die ein Individuum zum Außenseiter macht und nicht der Einzelne selbst, kann das abweichende Verhalten, das fälschlicherweise oft als Grund für die ungewollte Außenseiterposition angenommen wird, als Folge der Ausgrenzung identifiziert werden.[84] Der Außenseiter verhält sich also nicht gemäß seines Charakters, sondern gemäß bestimmter unbewusster Verhaltensmechanismen, die dadurch bedingt werden, dass das Individuum als Außenseiter ausgemacht ist.[85] Eine Person wird aber nicht sofort zum Außenseiter, sondern gerät schrittweise in diese Situation.[86] Es handelt sich dabei um eine Situation, die jedem wiederfahren kann.[87]

[...]


[1] Im Folgenden werden Schülerinnen und Schüler mit SuS abgekürzt.

[2] Frisch, M. (1950): Tagebuch 1946-1949. Frankfurt am Main., S. 33.

[3] vgl. Meurer, R. (1990): Max Frisch Andorra. München., S. 78.

[4] Biedermann, M. (1974): Das politische Theater von Max Frisch. Lampertheim., S. 93.

[5] Frühwald, W.; Schmitz, W. (1977): Max Frisch Andorra/Wilhelm Tell Materialien, Kommentare. In: Reihe Hanser Literatur-Kommentare. Hrsg.: Wolfgang Frühwald. Band 9. Wien, München., S. 21.

[6] vgl. Pütz, P.: Max Frisch. Andorra - ein Modell der Missverständnisse. In: Materialien zu Max Frischs Andorra. Hrsg.: Ernst Wendt; Walter Schmitz., Frankfurt am Main 1978., S. 127.

[7] Kilcher, A.B. ( 2011): Max Frisch. Leben Werk Wirkung. Berlin., S. 108-109.

[8] vgl. ebd., S. 108.

[9] Biedermann, M. (1974): Das politische Theater von Max Frisch. In: Reihe Theater unserer Zeit, Band 13. Lapertheim., S. 82.

[10] Arnold, H.L. (1990): Schriftsteller im Gespräch. Band 1. Zürich., S. 244.

[11] Kilcher, A. (2011): Max Frisch. Leben Werk Wirkung. Berlin., S. 108-109.

[12] Bienek, H. (1969): Werkstattgespräche mit Schriftstellern. München., S. 32-34.

[13] ebd.

[14] Frühwald, W.; Schmitz, W. (1977): Max Frisch. Andorra/Wilhelm Tell. Materialien, Kommentare. Wien, München., S. 16.

[15] vgl. Kilcher, A.B (2011) Max Frisch. Leben Werk Wirkung. Berlin., S. 108.

[16] vgl. Bekes, P. (1988): Außenseiter. Max Frisch: Andorra. Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. In: Anregungen für den Literaturunterricht. Hrsg.: Dietrich Steinbach. Stuttgart, u.a., S. 5.

[17] Bekes, P. (1988): Außenseiter. Max Frisch: Andorra. Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. Stuttgart., S. 5.

[18] Bekes, P. (1988): Außenseiter. Max Frisch: Andorra. Gotthold Ephraim Lessing: Natan der Weise. Stuttgart., S. 9. unter Verweis auf Frisch im Gespräch mit Zimmer. Zitiert nach Frühwald/Schmitz., S. 20.

[19] Eisenbeis, M. (2011): Lektürehilfen, Max Frisch Andorra. Stuttgart., S. 101-102.

[20] Bekes, P. (1988): Außenseiter. Max Frisch: Andorra. Gotthold Ephraim Lessing: Natan der Weise. Stuttgart., S. 5.

[21] Eisenbeis, M. (2011): Lektürehilfen, Max Frisch Andorra. Stuttgart., S. 101.

[22] ebd., S. 103.

[23] vgl. ebd.

[24] Frühwald, W.; Schmitz, W. (1977): Max Frisch . Andorra/Wilhelm Tell. Materialien. Wien, München ., S. 20.

[25] vgl. Eisenbeis, M. (2011): Lektürehilfen, Max Frisch Andorra. Stuttgart., S. 104.

[26] vgl. ebd.

[27] vgl. ebd.

[28] Frühwald, W.; Schmitz, W. (1977): Max Frisch . Andorra/Wilhelm Tell. Materialien, Kommentare. Wien, München., S. 73.

[29] vgl. Eisenbeis, M. (2011): Lektürehilfen, Max Frisch Andorra. Stuttgart., S. 104.

[30] Frühwald, W.; Schmitz, W. (1977): Max Frisch . Andorra/Wilhelm Tell. Materialien, Kommentare. Wien, München., S. 73.

[31] Meurer, R. (1990): Oldenbourg Interpretationen mit Unterrichtshilfen. Max Frisch Andorra. Hrsg.: Bernhard Sowinski; Reinhard Meurer. Band 35. München., S. 72.

[32] Bekes, P. (1988): Außenseiter. Max Frisch: Andorra. Gotthold Ephraim Lessing: Natan der Weise. Stuttgart., S. 9.

[33] http://www.zeit.de/1961/45/mitschuldige-sind-ueberall/seite-5. Eingesehen am 04.02.2013

[34] vgl. Meurer, R. (1990): Oldenbourg Interpretationen mit Unterrichtshilfen. Max Frisch. Andorra. Hrsg.: Bernhard Sowinski; Reinhard Meuer. Band 35. München., S. 75.

[35] ebd., S.74 (unter Verweis auf Plett, Peter (1972): Dokumente zu Max Frischs Andorra. Arbeitsmaterialien Deutsch. Stuttgart., S. 16-17.)

[36] Bircher, U. (2000): Max Frisch 1956-1991. Mit Ausnahme der Freundschaft. Zürich., S. 65.

[37] http://www.zeit.de/1961/45/mitschuldige-sind-ueberall/seite-5 Eingesehen am 04.02.2013.

[38] vgl. Meuer, R. (1990): Oldenbourg Interpretationen mit Unterrichtshilfen. Max Frisch Andorra. Hrsg.: Bernhard Sowinski; Reinhard Meurer. München., S. 75.

[39] Meuer, R. (1990): Oldenbourg Interpretationen mit Unterrichtshilfen. Max Frisch Andorra Hrsg.: Bernhard Sowinski. Reinhard Meurer. München., S. 78.

[40] Eisenbeis, M. (2011): Lektürehilfen, Max Frisch Andorra. Stuttgart., S. 84.

[41] ebd. S., 85.

[42] vgl. Eisenbeis, M. (2011): Lektürehilfen, Max Frisch Andorra. Stuttgart., S. 86.

[43] Frühwald, W.; Schmitz, W. (1977): Max Frisch Andorra/Wilhelm Tell. Materialien, Kommentare. Wien, München., S. 41.

[44] Heintz, P. (1957): Soziale Vorurteile. Ein Problem der Persönlichkeit, der Kultur und der Gesellschaft. Zitiert nach: Lehr, S. (1974): Antisemitismus - religiöse Motive im sozialen Vorurteil. München., S. 7.

[45] vgl. Schäfer, B.; Six, B. (1978): Sozialpsychologie des Vorurteils. Stuttgart., S. 17.

[46] vgl. Zick, A.; Küpper, B.; Hövermann, A. (2011): Die Abwertung der Anderen. Eine europäische Zustandsbeschreibung zu Intoleranz, Vorurteilen und Diskriminierungen. In: Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus. Hrsg.: Nora Langenbacher. Berlin., S. 31.

[47] Schlöder, B. (1988): Soziale Vorstellungen als Bezugspunkte von Vorurteilen. In: Vorurteile und Einstellungen. Hrsg.: B. Schäfer und F. Petermann. Köln., S. 73.

[48] Allport, G.W. (1954): Die Natur des Vorurteils. In: Materialien zu Max Frischs Andorra. Hrsg.: Ernst Wendt, Walter Schmitz, 1978, Frankfurt am Main., S. 79.

[49] Thomas, Alexander (2006): Die Bedeutung von Vorurteil und Stereotyp im interkulturellen Handeln. In: Online Zeitschrift für interkulturelle Studien. Interculture Journal 2006/2., S. 9.

[50] Zick, A.; Küpper, B.; Hövermann, A. (2011): Die Abwertung der Anderen. Berlin., S. 32.

[51] Biedermann, M. (1974): Das politische Theater von Max Frisch. Lampertheim., S. 84.

[52] vgl. Zick, A.; Küpper, B.; Hövermann, A. (2011): Die Abwertung der Anderen. Berlin., S. 32.

[53] Bönsch, M.; Silkenbeumer, R. (1972): Soziales Lernen und Vorurteile - Die Vorurteilsproblematik in der Schule. In: Schriftenreihe der niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Beiträge zur politischen Bildung an Volksschulen. Band 4. Hannover., S. 32.

[54] Horn, K. (1972): Politische Psychologie: Erkenntnisinteresse, Themen, Materialien. In: Politikwissenschaft. Eine Einführung in ihre Probleme. Hrsg.: Gisela Kress und Dieter Senghaas. Frankfurt am Main., S. 216.

[55] vgl. Zick, A.; Küpper, B.; Hövermann, A. (2011): Die Abwertung der Anderen. Berlin., S. 32.

[56] Zick, A.; Küpper, B.; Hövermann, A. (2011): Die Abwertung der Anderen.. Berlin., S. 32.

[57] vgl. Bönsch, M.; Silkenbeumer, R. (1972): Soziales Lernen und Vorurteile - Die Vorurteilsproblematik in der Schule. Hannover., S. 31.

[58] Zick, A.; Küpper, B.; Hövermann, A. (2011): Die Abwertung der Anderen., Berlin., S. 33.

[59] vgl. Bönsch, M; Silkenbeumer, R. (1972): Soziales Lernen und Vorurteile - Die Vorurteilsproblematik in der Schule. Hannover., S. 31.

[60] vgl. Zick, A.; Küpper, B.; Hövermann, A. (2011): Die Abwertung der Anderen. Berlin., S. 33.

[61] vgl. ebd., S. 34.

[62] Frühwald, W.; Schmitz, W. (1977): Max Frisch Andorra/Wilhelm Tell. Materialien, Kommentare. München, Wien., S. 41 unter Verweis auf Hofstätter S. 112.

[63] vgl. Lehr, S. (1974): Antisemitismus - religiöser Motive im sozialen Vorurteil. München., S. 7.

[64] vgl. Zick, A.; Küpper, B.; Hövermann, A. (2011): Die Abwertung der Anderen. Berlin., S. 34.

[65] Zick, A.; Küpper, B.; Hövermann, A. (2011): Die Abwertung der Anderen. Berlin., S. 34.

[66] Mitulla, C. (1997): Die Barriere im Kopf. Stereotype und Vorurteile bei Kindern gegenüber Ausländern. Opladen., S. 72.

[67] ebd., S. 73.

[68] Westie, F.R. (1964): Race and ethnic relations. In: Handbook of modern sociology.
Hrsg.: R.E.L. Faris. Chicago., S. 583.

[69] Mitulla, C. (1997): Die Barriere im Kopf. Stereotype und Vorurteile bei Kindern gegenüber Ausländern. Opladen., S. 77. Unter Verweis auf Rehm, J. (1986): Theoretische und methodologische Probleme bei der Erforschung von Vorurteilen I: Vorurteil und Realität- Ist das traditionelle Forschungsprogramm der Vorurteilsforschung gescheitert? Zeitschrift für Sozialpsychologie, 17., S. 18-30.

[70] Zick, A.; Küpper, B.; Hövermann, A. (2011): Die Abwertung der Anderen. Berlin., S. 42.

[71] ebd., S. 30.

[72] Mitulla, C. (1997): Die Barriere im Kopf. Stereotype und Vorurteile bei Kindern gegenüber Ausländern. Opladen., S. 77.

[73] Buchkremer, K. (1977): Verständnis für Außenseiter. Identifikationsbarrieren und ihre Überwindung. Stuttgart., S. 8.

[74] ebd., S. 113.

[75] ebd., S. 89.

[76] vgl. ebd., S. 90.

[77] Neubert, B. (1977): Der Außenseiter im deutschen Roman nach 1945. In: Studien zur Literatur der Moderne. Hrsg.: Helmut Koppmann. Band 3. Bonn., S. 16.

[78] Zick, A.; Küpper, B.; Hövermann, A. (2011): Die Abwertung der Anderen. Berlin., S. 41.

[79] vgl. ebd.

[80] ebd., S. 42.

[81] Buchkremer, K. (1977): Verständnis für Außenseiter. Identifikationsbarrieren und ihre Überwindung. Stuttgart., S. 90.

[82] Glasser, W. (1974): Identität und Gesellschaft. Weinheim, Basel., S. 59.

[83] vgl. ebd., S. 59.

[84] vgl. Dambach, K.E. (2009): Mobbing in der Schulklasse. In: Kinder sind Kinder. München., S. 40.

[85] vgl. ebd., S. 46.

[86] vgl. Münsch, Richard (2002) Soziologische Theorie. Handlungstheorie. Band 2.
Frankfurt am Main., S. 343.

[87] Dambach, K.E. (2009): Mobbing in der Schulklasse. München., S. 46.

Details

Seiten
69
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656419549
ISBN (Buch)
9783656420194
Dateigröße
930 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v213635
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
1,7
Schlagworte
Andorra Max Frisch Außenseiterproblematik Vorurteile Stereotypen

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Titel: Die Außenseiterproblematik in Max Frischs 'Andorra'