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Entbürokratisierung durch E-Government? Chancen und Risiken der elektronischen Verwaltung

Seminararbeit 2011 15 Seiten

Organisation und Verwaltung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Bürokratie

Bürokratiekritik

E-Government (Definition)

Government to Citizen (G2C)

Government to Business (G2B)

Government to Government (G2G)

BundOnline 2005

E-Government 2.0

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1

Abbildung 2

Abbildung 3

Abbildung 4

Einleitung

„Der Wunsch nach Entbürokratisierung ist so alt wie die Verwaltung selbst“ (Klumpp 2010, S. 181). Ein Blick auf die Internetpräsenzen der Bundes- und Landesverwaltungen genügt, um festzustellen, dass die Zielsetzung der Modernisierung des Staates durch Entbürokratisierung mehr als eine kurzfristige Modeerscheinung ist. Überall scheint das Verlangen nach einem „schlanken“ und „modernen“ Staat, der adäquat auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts reagiert, stetig zu wachsen. In diesem Zusammenhang spielt die öffentliche Verwaltung als Teil der Exekutive eine entscheidene Rolle, gilt sie doch als Sinnbild der Bürokratie. In der vorliegenden Hausarbeit wird der Versuch übernommen dem interessierten Leser einen Überblick des bürokratischen Organisationsprinzips zu geben und die zugehörige Kritik an dem von Max Weber verknüpften Begriff auf ihre Beständigkeit hin zu überprüfen. Desweiteren wird das Electronic Government (E-Government) und seine Lösungsansätze zur Minimierung der Bürokratienachteile vorgestellt. Der Bezug zur Empirie soll das Verständnis der oftmals technischen Materie erleichtern. So wird beispielsweise auf konkrete Strategien des Bundes wie zum Beispiel „BundOnline 2005“ und „E-Government 2.0“ eingegangen. Betrachtet werden nicht nur die internen Behördenprozesse der elektronischen Verwaltung, sondern auch solche zwischen Zivilgesellschaft, anderen Behörden und der Privatwirtschaft. „E-Government muss sich damit auseinandersetzen, dass die überkommenen Grenzen zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zunehmend verschwimmen“ (Jann 2002, S. 11). Am Ende der Arbeit wird ein Fazit gezogen, dass resümierend eine Antwort auf folgende Ausgangsfragen der Seminararbeit bietet:

- Was sind die Merkmale von Webers Bürokratiemodell?
- Was sind die Vor- und Nachteile dieser Organisationsform?
- Finden sich in der öffentlichen Verwaltung diese bürokratischen Merkmale wieder?
- Was versteht man unter E-Government und wie setzt es sich zusammen?
- Welche theoretischen Lösungen bietet das Electronic Government in Bezug auf die bürokratischen Hindernisse?
- Wie weit wurden die „revolutionären Potentiale“ (vgl. Jann 2002, S. 10) tatsächlich implementiert in die deutsche Verwaltungslandschaft?

Bürokratie

Wie bereits angedeutet, geht das heutzutage weit verbreitete Verständnis der Bürokratie auf den Soziologen Max Weber zurück. Weber identifizierte folgende Merkmale dieser Organisationsform:

- Hauptamtliches Personal
- Einstellung und Beförderung nach Leistung
- Arbeitsteilung & Spezialisierung
- Hierarchie
- Regelgebundenheit
- Schriftlichkeit & Aktenmäßigkeit (vgl. Bogumil/Jann 2009, S. 137).

Diese Merkmale lassen sich in die Kategorien Aufbau- und Ablauforganisation gruppieren. Die Bürokratie ist für Weber die „formal rationalste Form der Herrschaftsausübung“ (Weber 1921) und Schutz vor Willkür und Dilettantismus in einer Organisation. War es zum Beispiel lange Zeit Tradition, dass bestimmte öffentliche Ämter ausschließlich innerhalb einer Familie „vererbt“ wurden, so ist diese Möglichkeit in einer bürokratischen Ordnung nicht mehr gegeben. Eine Vielzahl von Vorteilen macht das Webersche Modell so attraktiv und ist der Grund weshalb fast 100 Jahre nach dessen Enstehung unsere heutige öffentliche Verwaltung in starkem Maße davon geprägt ist. Die starke Spezialisierung hat den Vorteil, dass dem Bürger oder Kunden einer anderen Behörde bzw. eines Unternehmens der Privatwirtschaft ein kompetenter Ansprechpartner zu allen möglichen Themen zur Verfügung steht. Diese Fachkompetenz wird außerdem durch klare Zugangsvoraussetzungen für das Personal im öffentlichen Dienst untermauert; so ist beispielsweise der Zugang zum höheren Verwaltungsdienst ausschließlich nach Abschluss einer Hochschulausbildung möglich. Die Kontrolle des Verwaltungshandelns wird durch die Regelgebundenheit gewährleistet – Kunden haben somit keine willkürlichen Handlungen aufgrund von persönlichen Differenzen zu befürchten (vgl. Bogumil/Jann 2009, S.152-153). Im nächsten Abschnitt werden nun die Nachteile der Bürokratie in den Fokus der Betrachtung gerückt und es wird klar werden, dass sich Funktionen und Dysfunktionen der Bürokratie in einem Äquivalenzverhältnis zueinander befinden.

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Details

Seiten
15
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656423973
ISBN (Buch)
9783656424376
Dateigröße
673 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v214016
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,0
Schlagworte
entbürokratisierung e-government chancen risiken verwaltung

Autor

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Titel: Entbürokratisierung durch E-Government? Chancen und Risiken der elektronischen Verwaltung