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Diagnose von Aufmerksamkeitsstörungen

Hausarbeit 2012 15 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Klassifikationssysteme
2.1 DSM-IV
2.2 ICD-10

3 Diagnostik
3.1 Diagnoseverfahren nach Heubrock und Petermann
3.2 Diagnoseverfahren nach Döpfner, Frölich und Lehmkuhl
3.3 Diagnoseverfahren nach Irblich und Renner
3 Vergleich der Diagnoseverfahren

4 Fazit

5 Literatur

1 Einleitung

„ Ob der Philipp heute still Wohl bei Tische sitzen will? “ Also sprach in ernstem Ton Der Papa zu seinem Sohn

(Dr. Heinrich Hoffmann: Der Zappelphilipp, 1858.)

Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität sind kein neues Phänomen. Schon vor 150 Jahren beschrieb der Frankfurter Nervenarzt Dr. Heinrich Hoffmann (* 13. Juni 1809 in Frankfurt am Main 20. September 1894, ebenda) in dem Kinderbuch „Der Struwwelpeter“ in der Geschichte „Der Zappelphilipp“ ein Kind mit Symptomen der Hyperaktivität. Die Störung tritt heute mit Sicherheit öfter auf als im vorletzten Jahrhundert. Dennoch ist diese kein Phänomen unserer heutigen Zeit.

Laut Spallek (2002) ist das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) die am häufigsten diagnostizierte Kinder- und Jugendpsychiatrische Störung in Deutschland. Döpfner (2000) geht von einer Quote von 3 - 15% aus. Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen. Das Verhältnis schwankt zwischen 3:1 und 9:1. Bei Kindern und Jugendlichen, die psychiatrisch auffällig sind, tritt die Störung sogar in 18,5% der Fälle auf. Die Angaben über die Häufigkeit des Auftretens von Aufmerksamkeitsstörungen gehen in der Literatur weit auseinander. Dies liegt zum einen daran, dass die Begriffe nicht klar definiert sind und es unterschiedliche Klassifikationssysteme zur Diagnostik gibt. Des Weiteren hängt die Diagnose stark von dem subjektiven Eindruck des Beobachters ab. In dieser Arbeit werden zunächst zwei Klassifikationssysteme zur Diagnostik von Aufmerksamkeitsstörungen vorgestellt und miteinander verglichen. Im folgenden Teil wird auf mögliche Vorgehensweisen bei der Diagnostik eingegangen. Ziel der Arbeit ist es, die Diagnoseverfahren vorzustellen, zu vergleichen und zu beurteilen.

2 Klassifikationssysteme für die Diagnose

Zur Diagnose von Aufmerksamkeitsstörungen werden in erster Linie zwei Klassifikationssysteme herangezogen: Das von der Amerikanischen psychiatrischen Vereinigung herausgegebenen Diagnostische Handbuch psychischer Störungen DSM-IV. (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorder, American Psychatric Association) und die von der Weltgesundheitsorganisation erstellte Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, World Health Organisation).

Beide Klassifikationssysteme setzen voraus, dass die Störungen über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten zu beobachten sind. Diese müssen in einem Ausmaß vorhanden sein, die dem Entwicklungsstandes des Kindes nicht gerecht werden. Die Symptome müssen in verschiedenen Lebenssituationen auftreten. Dabei kann es sich um die Bereiche Schule, Haushalt, Hausaufgaben, Sportverein oder um das Verhalten beim Essen handeln. Döpfner, Frölich und Lehmkuhl (2000) weisen drauf hin, dass das Fehlen der Symptome nicht zwangsläufig bedeutet, dass keine Störung vorliegt. Wenn das Kind sich in einer ungewohnten Umgebung befindet oder sich seiner Lieblingsbeschäftigung widmet, können die Symptome trotz erhöhter Anforderungen an die Aufmerksamkeit kaum oder gar nicht vorhanden sein. Beide Klassifikationssysteme unterscheiden sich in der Definition einzelner Symptome nur unwesentlich. Abweichungen bestehen bezüglich der Anzahl und der Kombination der Kriterien.

Im Folgenden werden die Klassifikationssysteme im Einzelnen vorgestellt. Zur Übersichtlichkeit werden diese anschließend in tabellarischer und zusammengefasster Form gegenübergestellt.

2.1 DSM-IV

Das DSM-IV erscheint in den USA erstmalig 1952. Danach sind die Ausgaben auch in anderen Ländern erhältlich. Die vierte Ausgabe erscheint 1996 in Deutschland. In der folgenden Darstellung werden nur die für die Diagnose von Aufmerksamkeitsstörungen relevanten Begriffe genannt.

Das DSM-IV systematisiert psychiatrische Diagnosen in fünf Achsen:

Achse I:

Klinische Störungen:

Die klinischen Störungen werden in 16 Hauptgruppen unterteilt:

1. Hauptgruppe:

Störungen, die gewöhnlich zuerst im Kleinkindalter, in der Kindheit oder Adoleszenz diagnostiziert werden

unterteilt in:

Aufmerksamkeitsdefizit- und Soziale Verhaltensstörungen

unterteilt in:

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen

Tabelle 1: Diagnosekriterien im DSM-IV

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung nach Heubrock, D/Petermann F. (2001)

2.2 ICD-10

Die ICD-10 wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben. Die derzeit gültige Ausgabe ist die ICD-10 in der Version von 2012. Die ICD-10 ist ein einachsiges und monohierarchisches Klassifikationssystem. Es enthält 22 Kapitel:

Kapitel V:

Psychische Verhaltensstörungen

Die psychischen Verhaltensstörungen werden in 10 Hauptgruppen unterteilt:

Hauptgruppe F9:

Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

unterteilt in:

Verhaltens- und Erlebensstörungen

unterteilt in:

einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen

Tabelle 2: Forschungskriterien des ICD-10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung nach Heubrock und Petermann (2001)

[...]

Details

Seiten
15
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656425984
ISBN (Buch)
9783656438274
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v214341
Institution / Hochschule
Technische Universität Berlin – Institut für Erziehungswissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
diagnose aufmerksamkeitsstörungen

Autor

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