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Standortfaktoren und ihre Bedeutung für die Unternehmensgründung

Hausarbeit 2011 27 Seiten

BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

2 Standortentscheidungen
2.1 Gliederung und Grundlagen
2.1.1 Grundlagen
2.1.2 Gliederung von Standortentscheidungen
2.1.3 Ziele und Restriktionen von Standortentscheidungen
2.2 Vorgehensweise
2.2.1 Strategische Standortplanung
2.2.2 Operative Standortplanung
2.2.3 Realisierung einer Standortentscheidung
2.3 Ökonomische Bewertung einer Standortentscheidung
2.3.1 Simulationsverfahren
2.3.2 Investitionsrechnungen
2.3.3 Nutzwertanalyse
2.4 Gegenüberstellung von klassischen und modernen Standortfaktoren

3 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Eidesstattliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Übersicht heutiger Standortfaktoren

Abbildung 2: Ziele von Standortentscheidungen - Wachstumsziele

Abbildung 3: Ziele von Standortentscheidungen - Strukturveränderungsziele

Abbildung 4: Ziele von Standortentscheidungen - Schrumpfungsziele

Abbildung 5: Grundformen der Standortstruktur

Abbildung 6: Standortmaßnahmen

Abbildung 7: Investitionsarten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Der Theoretiker weiß, wie es geht, aber es geht nicht. Der Praktiker weiß nicht, wie es geht, aber es geht.“1

Das angegebene Zitat ist ebenso treffend wie die Aussage, dass man nicht von einem falschen Standort, sondern ausschließlich von, für den unternehmerischen Erfolg notwendigen Rahmenbedingungen spricht, die Ihr Ziel bei der falschen Standortentscheidung verfehlt haben. Eine realisierte Standortentscheidung zu revidieren ist nahezu undenkbar, daher bedarf es einer detaillierten Planung.2 Die einer Standortwahl zu Grunde liegende endgültige Entscheidung (lat. diiudicatio) beruht, wie jeder Weg mit ökonomischem Hintergrund, auf einer Kette von Präferenzen und Bedürfnissen. Diese folgt i. d. R. zehn volkswirtschaftlichen Regeln, die beginnend mit der rudimentären Entscheidungsfindung und den dabei abzuwägenden Alternativen über die der Entscheidung folgenden Kosten und Auswirkungen auf die Marktwirtschaft zusammenhängen.3

Im Rahmen des Veranstaltungsmoduls Soft Skills der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg soll im für jeden Existenzgründer und Ökonomen relevanten Themenbereich „Standortentscheidungen“ eine wissenschaftliche Ausarbeitung zum Thema „Standortfaktoren und Ihre Bedeutung für die Unternehmensgründung“ erstellt werden. Im Verlauf dieser Ausarbeitung wird der Leser Schritt für Schritt an allgemeine Planungs- und Entscheidungsgrundlagen von Standortentscheidungen herangeführt, um den Werdegang, beginnend bei der Analyse bis hin zur finalen Umsetzung einer solchen Standortwahl, zu verstehen. Des Weiteren werden die Unterschiede zwischen den verschiedenen Standortfaktoren- und maßnahmen sowie den damit verbundenen ökonomisch nutzbaren Kennzahlen aufgezeigt.

Zum Abschluss erhält der Leser einen Ausblick auf die aktuelle Entwicklung von markanten Entscheidungsgrundlagen unter Anwendung eines Praxisbeispiels des in den Vereinigten Staaten ansässigen Unternehmens Apple. Dies soll verdeutlichen, dass sich die klassischen und in den vergangenen Jahrzehnten genutzten Entscheidungstheorien nicht mehr als Universallösung bezeichnen lassen. Neue Standortfaktoren, wie u.a. eine performante und dauerhafte Anbindung an das Internet sowie Umweltschutzbestimmungen, spielen bei der Wahl des idealen Standortes eine wichtige Rolle und dienen in der heutigen Zeit als Entscheidungsträger. Dies wird an Hand von aktuellen Daten belegt, die vom Statistischen Bundesamt jährlich erhoben werden und die Veränderung der Faktorgewichtung über die vergangenen Jahre verdeutlichen.

2 Standortentscheidungen

Eine Fabrik für Regenschirme in einer arabischen Sandwüste?4 Eine Ölraffinerie inmitten eines blühenden Naturschutzgebietes? Eine Schule auf einer schwer zugänglichen Insel, die nur mit einer Fähre zu erreichen ist?

Die hier gezeigten Standorte machen wenig Sinn, schließlich sollte eine Schule dort stehen, wo sie für die Schülerinnen und Schüler am besten zu erreichen ist. Als Anwohner eines Naturschutzgebietes ist man blühende Landschaften, fruchtbare Böden und ein verantwortungsbewusstes Miteinander zwischen Mensch und Natur gewöhnt. Wie würden Sie reagieren, wenn sich ein Konzern wie BP, der im vergangenen Jahr durch die Explosion seiner Explorations-Ölbohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko in Erscheinung getreten ist, als neuer Nachbar präsentieren würde und Ihnen als Willkommensgeschenk eine kleine Raffinerie hinterlässt, die jeden Tag mehrere Barrel Öl fördert?

Der Bau einer Fabrik für Regenschirme in einer arabischen Sandwüste ist, wenn es sich wie in diesem Beispiel um eine fast menschenleere Sandwüste in Saudi-Arabien handelt, ebenso keine gute Wahl. Durchschnittliche Niederschläge von rund 50 mm im Jahr und Temperaturen, die zwischen dem Gefrierpunkt bei Nacht und etwa 60 Grad Celsius am Tage liegen, gestalten die Produktion von Regenschirmen als Herausforderung.5 Des Weiteren müssten sich die Betreiber jener Fabrik intensive Gedanken machen, wie die Logistik in einer Umgebung funktionieren sollte, die weder über Autobahnen noch andere verkehrstypische Merkmale verfügt.

Die wohl bekannteste Standorttheorie wurde 1909 vom Volkswirtschaftler Alfred Weber in seinem Werk „Über den Standort der Industrien“ veröffentlicht. Dieser schilderte in einer ersten systematischen Darstellung, die möglichen Fragen und Variablen, die bei der Suche nach dem optimalen Standort entstehen. Die von Alfred Weber veröffentlichte Theorie setzt diverse Annahmen voraus u. a. die Bekanntheit der Fundorte von Rohstoffen ebenso wie derer der Konsumorte, wobei unterstellt wird, dass das von einem Unternehmen hergestellte Gut nur jeweils an einem bestimmten Absatzort nachgefragt wird und jenem Unternehmen die nachgefragte Menge des Gutes geläufig ist.6

Eine allgemein gültige und akzeptierte Definition des Begriffes Standort besagt, dass unter einem solchen „der geografische Ort, an dem ein Unternehmen Leistungen erstellt und/oder absetzt“, zu verstehen sei.7

2.1 Gliederung und Grundlagen

2.1.1 Grundlagen

Die Wahl des perfekten Standortes zur Herstellung von Waren und Dienstleistungen entsteht durch die Kombination verschiedenster Faktoren. Bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird, stellen sich jedoch verschiedene Fragen, die von fundamentaler Bedeutung sind. In welchen Ländern will ich meine Produktionsstätten ansiedeln? Gibt es Lohnkostenvorteile im Zielland? Besteht ein allgemeines Interesse der Länder und Kommunen an meiner Unternehmung?

An welchem Standort und in welcher Zahl baue ich Vertriebsniederlassungen auf, um meine Kunden optimal zu erreichen? Wie stellt sich die Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitern dar?

Wo errichte ich mein Zentrallager, um einen geregelten und zuverlässigen Ablauf innerhalb meiner Produktionsstätten zu gewährleisten und die Transportwege möglichst kurz zu halten? In welchem Land soll ich meine Hauptniederlassung aufbauen? Ist es von Vorteil, diese in ein anderes Land zu verlegen, um in den Genuss möglicher Subventionen oder Steuervorteile zu gelangen?7

Als fundamentalen Grundgedanken kann die Unternehmensführung einen Standort also als Resultat einer Bewertung branchenspezifischer Prioritätenfolgen betrachten.8

2.1.2 Gliederung von Standortentscheidungen

Standortentscheidungen sind, gerade in der frühen Gründungsphase eines Unternehmens, von eklatanter Bedeutung. Ein Unternehmen wird sich dabei für einen Standort entscheiden, der, wie in einer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung, als ideale Lösung für eine langfristige Gewinnmaximierung sorgt.9

[...]


1 Krings, Hans P. (1996): Wissenschaftliche Grundlagen der technischen Kommunikation (1. Auflage), S. 28

2 Vgl. Maikranz, Frank C. (2002): Das Existenzgründungs-Kompendium (1. Auflage), S. 24

3 Vgl. Taylor, Mark P./Mankiw, Gregory N. (2008): Grundzüge der Volkswirtschaftslehre (4. Auflage), S. 4 ff.

4 Vgl. Albrecht, Birgit/Aubel, Henning/Barratta, Dr. Mario/Conrad, Björn/Eschenhagen, Wieland/Hartwig, Martin/Jansen, Sabine/Jung, Wolfgang/Kraft, Dr. Ekkehard/Krämer, Harald/Manig, Dr. Bert-Oliver/Matuschewski, Prof. Dr. Anke/Plate, Markus/Wittneben, Martina (2010): Der Fischer Weltalmanach 2011, S. 412 f.

5 Vgl. ebenda, S. 530

6 Vgl. Kreus, Arno/Lindner, Paul/von der Ruhren, Norbert/Herr, Klaus-Peter (2006): Fundamente. Kursthemen. Industrie und Dienstleitungen (1. Auflage), S. 62

7 Vgl. Schäfer-Kunz, Jan/Vahs, Dietmar (2007): Einführung in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre (5. aktualisierte Auflage) , S. 95

8 Vgl. http://www-user.rhrk.uni-kl.de/~sweitz/ss09/uf+15_UG_Rechtsformen_20090706.pdf - abgerufen am 26. April 2011

9 Vgl. Kreus, Arno/Lindner, Paul/von der Ruhren, Norbert/Herr, Klaus-Peter (2006): Fundamente. Kursthemen. Industrie und Dienstleitungen (1. Auflage)

Details

Seiten
27
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656431565
ISBN (Buch)
9783656439899
Dateigröße
2.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v215299
Institution / Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg
Note
1,3
Schlagworte
standortfaktoren bedeutung unternehmensgründung

Autor

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Titel: Standortfaktoren und ihre Bedeutung für die Unternehmensgründung