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Formen der Elternarbeit

Hausarbeit 2012 14 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formelle und informelle Elternarbeit

3. Ebenen der Elternarbeit

4. Einzelarbeitsformen
4.1 Einzelgespräch
4.2 Hausbesuch
4.3 Konferenz
4.4 Eltern-Kind-Beobachtung
4.5 Elternsprechtag

5. Gruppenarbeitsformen
5.1 Elternnachmittage
5.2 Eltern-Kind-Wochenende
5.3 Elternabend
5.4 Elterngruppen
5.5 Gemeinsame Schulveranstaltungen

6. Fazit

1. Einleitung

Bei der Erziehung wirken viele Faktoren, innerliche wie äußerliche, auf das zu erziehende Kind ein. Gerade enge Bindungen zu erwachsenen Vorbildern wie Eltern, nahen Familienangehörigen und Lehrern tragen maßgeblich zur Entwicklung bei. Grund genug, dass die Erziehenden sich nicht als separate Faktoren begreifen, sondern ihre gemeinsamen Ziele erkennen und sich ergänzen. Dabei ist die Kommunikation zwischen den verschiedenen Instanzen wie Privathaushalt, Schule etc. längst keine Selbstverständlichkeit. Das Beispiel Hausaufgaben zeigt, dass selbst in alltäglichen Dingen Eltern und Lehrer Erwartungshaltungen aneinander haben, die den andern mitunter überfordern können oder ihm schlicht nicht bewusst sind: „Das Thema Hausaufgaben ist in vielen Familien ein Dauerbrenner. <Der Spiegel> hat in einem Artikel die Anordnung dieser Tätigkeit als <Hausfriedensbruch> bezeichnet. Untersuchungsergebnisse der <Aktion Humane Schule> zeigen ferner, daß [sic!] viele Eltern ihre Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen müssen und Lehrer diese häusliche Mitarbeit auch erwarten.“[1] Interessenskonflikte, unterschiedliche Methoden und Ziele in der Erziehung, mitunter sogar Vorurteile können die Zusammenarbeit der Erzieher deutlich erschweren. Basis für jegliche Kommunikation und Interaktion ist jedoch die grundsätzliche Bereitschaft sich dem anderen gegenüber zu öffnen, ihm möglichst unvoreingenommen zu begegnen. Im Sinne des Kindes oder des Jugendlichen ist es, dass Eltern und Lehrer sich begegnen, sich wahrnehmen und sich unterstützen. Dies geschieht in unterschiedlichem Maße, teils aus Pflicht, teils freiwillig; auch die Formen der Elternarbeit variieren von Schule zu Schule, Bundesland zu Bundesland und Land zu Land.

2. Formelle und informelle Elternarbeit

Man unterscheidet in der Forschungsliteratur zur Elternarbeit in formelle und informelle Elternarbeit. Diese Teilung beruht auf dem sehr unterschiedlichen Charakter der beiden Arten von Kontakt zwischen Erziehungsberechtigten und Lehrkräften. Auf der einen Seite finden sich „gesetzlich-formelle“[2] auf der anderen Seite „freiwillig-informelle“[3] Formen der Zusammenarbeit, die jeweils in Mitgestaltung und Information unterteilt worden sind. Grundsätzlich wird das Handlungsfeld der Schule von dem der Klasse getrennt, was durchaus sinnvoll ist, aber nicht die einzige Trennung bleiben darf. In anderen Ländern finden sich Elternräte, Elternversammlungen mit und ohne Mitglieder aus dem Lehrerkollegium oder anderen Pädagogen durchaus auch auf Bundes- und Landesebene. Von besonderer Bedeutung ist, dass die gesetzlich-formellen Elternarbeitsansätze sich durch ihren Rechtsanspruch definieren, der in jedem Land unterschiedlich ist (in der Bundesrepublik Deutschland variiert er sogar von Bundesland zu Bundesland). Freiwillig geleistete Elternarbeit geht über jene hinaus und kann vor Ort diverse Formen annehmen, die jeder einzelnen Institution und ihren speziellen Anforderungen gerecht werden[4].

3. Ebenen der Elternarbeit

Zwischen Einzelgespräch (einer Lehrperson und eines Elternteils) und Gruppenarbeit (Bsp. Konferenz) kann es viele Zwischenformen geben. Manch mal ist es ratsam, dass mehrere Pädagogen zeitgleich mit den Eltern in Kontakt treten, in anderen Fällen kann es von Vorteil sein, dass die Schüler/Innen auch anwesend sind. Für die Organisation von Veranstaltungen und für die Klärung von Problemfällen ist es ratsam, Elterngremien zu bilden bzw. dass Eltern in Gremien vertreten sind. „Auf Klassenebene ist es wahrscheinlich am zweckmäßigsten, wenn zwei bis vier Personen einen <Eltern-Ausschuss> [sic!] bilden, der einerseits mit der Klassenlehrerin oder mit dem Klassenlehrer zusammen die Elternabende plant, aber auch als Bindeglied zwischen Eltern und Lehrerschaft fungiert.“[5] Neben der Klassen- ist auch die Schulebene von immenser Bedeutung; hier werden Schulinterne Angelegenheiten besprochen, die für alle Klassen und das gesamte Kollegium wichtig sind:

Auf Schulhausebene ist ein Elternrat einzusetzen. In ihm sind sämtliche Klassen und Eltern durch eine oder allenfalls zwei Personen (pro Klasse) vertreten. Die Delegierten bringen die Anliegen der Eltern – und selbstverständlich die der Kinder und Jugendlichen – ein. Der Elternrat befasst sich mit allen Themen, die für das gesamte Schulhaus relevant sind. Er ist das Kontaktgremium zur Schulleitung, Schulkommission sowie zu den politischen und administrativen Behörden. Es ist deshalb sinnvoll, wenn die Schulleitung mit beratender Stimme regelmäßig an den Sitzungen teilnimmt. Dasselbe gilt auch für die Vertretung der Schulkommission. Umgekehrt ist es auch dankbar und empfehlenswert, dass eine ständige Vertretung aus dem Elternrat n der Schulkommission – im entsprechenden Reglement – statuiert wird.[6]

Schriftliche Informationen können nicht klar den Einzel- oder Gruppenarbeitsformen zugeordnet werden, sind aber auch wesentlicher Bestandteil der Elternarbeit. „Kurzgefasste Elternbriefe, in denen pädagogische Fragen pointiert, vielleicht auch witzig, aufgegriffen werden, können dazu beitragen, daß [sic!] Eltern einzelne erzieherische Verhaltensweisen reflektieren.“[7]

4. Einzelarbeitsformen

4.1 Einzelgespräch

Die besonderen Vorteile des Eltern-Einzelgesprächs liegen in der Möglichkeit, sich ausreichend Zeit für die Eltern und das betreffende Kind zu nehmen, voll auf die individuelle Problematik einzugehen sowie den Eltern die Sicherheit zu geben, daß [sic!] ihre Informationen nicht an unbeteiligte Dritte gelangen. Die Eltern können individuelle, auf ihre persönliche Situation zugeschnittene fachliche Beratung bekommen. Der abgeschlossene Rahmen des Elterngesprächs bietet eine gute Voraussetzung zum (weiteren) Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen Eltern und Pädagogin.[8]

Einzelgespräche können in unterschiedlichem Rahmen (z.B. Hausbesuch, Elternsprechtag) stattfinden und unter Umständen von mehreren Pädagogen geführt werden. „Die Möglichkeiten des Elterngesprächs sind dort begrenzt, wo aufgrund der Persönlichkeitsstrukturen von Pädagogin und Eltern ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis nicht zustande kommt.“[9] An ihre Grenzen stößt diese Methode „…wo sich die Pädagogin durch die psychische Problematik der Eltern überfordert fühlt. Ein Elterngespräch kann keine therapeutische Sitzung sein.“[10]

4.2 Hausbesuch

„Die Form des Hausbesuchs im Rahmen der Elternarbeit bietet sich dann an, wenn der Kontakt mit den Eltern auf einer persönlichen Ebene aufgebaut oder vertieft werden soll.“[11] In der Praxis werden sie allerdings selten geführt, da der erhebliche organisatorische und zeitliche Aufwand nur in Ausnahmefällen von den Lehrkräften auf sich genommen wird: „In einer Regeleinrichtung stellt die Durchführung eines Hausbesuchs sicher eine Ausnahme dar.“[12] Doch die ungewöhnliche Methode bietet einen sehr guten Einblick in die Lebenssituation der Familie, sie

…bedeuten eine besondere Respektierung der Eltern und des Kindes: Jemand nimmt sich die Zeit und macht sich die Mühe, zu ihnen zu kommen. Hausbesuche fördern den persönlichen Kontakt zwischen Eltern und Pädagogin, und sie geben den Eltern die Chance, diese außerhalb des institutionellen Rahmens und von einer persönlicheren Seite kennenzulernen [sic!].[13]

[...]


[1] Walter Kowalczyk/ Klaus Ottich: Der Elternabend. Ratgeber für Eltern und Lehrer. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1995. S.93.

[2] http://www.zusammenarbeit-eltern-schule.de/pdf/belange/Copasch_Corinne_Waldbach.pdf (Stand: 07.05.2012; 10:52 Uhr) Folie 2.

[3] Ebd.

[4] http://www.zusammenarbeit-eltern-schule.de/pdf/belange/Copasch_Corinne_Waldbach.pdf (Stand: 07.05.2012; 10:52 Uhr). Ebd. Folie 3.

[5] Ruedi Schläppi/ Käthe Boss- Zinniker: Elternarbeit konkret – Vorgehen bei der Realisierung. S.35-52. In: Elternmitarbeit in der Schule. Erwartungen, Probleme und Chancen. (Hrsg.:) Susanne Rüegg. Bern, Stuttgart, Wien: Verlag Paul Haupt, 2001. S.41.

[6] Ebd. S.43.

[7] Hans Dusolt: Elternarbeit für Erzieher, Lehrer, Sozial- und Heilpädagogen. Ein Leitfaden für die Zusammenarbeit mit Eltern im Vor- und Grundschulbereich. München: Quintessenz Verlags-GmbH, 1993. S.72.

[8] Ebd. S.30.

[9] Ebd.

[10] Ebd. S.31.

[11] Ebd. S.32.

[12] Ebd.

[13] Hans Dusolt: Elternarbeit für Erzieher, Lehrer, Sozial- und Heilpädagogen. Ein Leitfaden für die Zusammenarbeit mit Eltern im Vor- und Grundschulbereich. München: Quintessenz Verlags-GmbH, 1993. S.33.

Zusammenfassung

Bei der Erziehung wirken viele Faktoren, innerliche wie äußerliche, auf das zu
erziehende Kind ein. Gerade enge Bindungen zu erwachsenen Vorbildern wie Eltern, nahen
Familienangehörigen und Lehrern tragen maßgeblich zur Entwicklung bei. Grund genug, dass
die Erziehenden sich nicht als separate Faktoren begreifen, sondern ihre gemeinsamen Ziele
erkennen und sich ergänzen. Dabei ist die Kommunikation zwischen den verschiedenen
Instanzen wie Privathaushalt, Schule etc. längst keine Selbstverständlichkeit. Das Beispiel
Hausaufgaben zeigt, dass selbst in alltäglichen Dingen Eltern und Lehrer
Erwartungshaltungen aneinander haben, die den andern mitunter überfordern können oder
ihm schlicht nicht bewusst sind: „Das Thema Hausaufgaben ist in vielen Familien ein
Dauerbrenner. <Der Spiegel> hat in einem Artikel die Anordnung dieser Tätigkeit als
<Hausfriedensbruch> bezeichnet. Untersuchungsergebnisse der <Aktion Humane Schule>
zeigen ferner, daß [sic!] viele Eltern ihre Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen müssen
und Lehrer diese häusliche Mitarbeit auch erwarten.“ Interessenskonflikte, unterschiedliche
Methoden und Ziele in der Erziehung, mitunter sogar Vorurteile können die Zusammenarbeit
der Erzieher deutlich erschweren. Basis für jegliche Kommunikation und Interaktion ist
jedoch die grundsätzliche Bereitschaft sich dem anderen gegenüber zu öffnen, ihm möglichst
unvoreingenommen zu begegnen. Im Sinne des Kindes oder des Jugendlichen ist es, dass
Eltern und Lehrer sich begegnen, sich wahrnehmen und sich unterstützen. Dies geschieht in
unterschiedlichem Maße, teils aus Pflicht, teils freiwillig; auch die Formen der Elternarbeit
variieren von Schule zu Schule, Bundesland zu Bundesland und Land zu Land.

Details

Seiten
14
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656441878
ISBN (Paperback)
9783656442806
DOI