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Filmanalyse "Die letzten Glühwürmchen"

Hausarbeit 2003 11 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Situativer Kontext des Filmes
2.1. Historischer Hintergrund
2.2. Produktion des Filmes

3. Die Analyse des Filmes
3.1. Intention
3.2. Strukturalistische Filmanalyse
3.2.1.Handlung und Inhalt
3.2.2. Stilmittel
3.3. Das Symbol der Glühwürmchen

4. Diskussion zur FSK-Freigabe

5. Schlussbetrachtung

6. Literatur

1. Einleitung

Anti-Kriegsfilme gibt es viele, aus verschiedensten Blickwinkeln, doch nie zuvor hat ein Film die schrecklichen Folgen von Krieg und Intoleranz eindrücklicher und anrührender erzählt. Das Besondere ist die Umsetzung: Mit Hilfe von Zeichentrick schaffte es der Regisseur eine Geschichte zu erzählen die in Nichts den Realfilmvorgängern nachsteht.

Der Film „Die letzten Glühwürmchen“ wurde nach seinem Erscheinen im Jahr 1988 von Kritikern hochgelobt. Auf der Berlinale 2002 wurde er mit dem „Goldenen Bären“ ausgezeichnet. Viele bezeichnen ihn als einen der traurigsten und deprimierendsten Filme überhaupt.

Die beiden Geschwister Seita und Setsuko verlieren bei den amerikanischen Bombenangriffen auf Japan im Sommer 1945 ihre Mutter, ihr Haus und später auch den Vater. Sie haben nur noch einander. Gerade die 4-jährige Setsuko klammert sich verzweifelt an ihren großen Bruder, versucht aber gleichzeitig, ihm so wenig wie möglich zur Last zu fallen. Seita nutzt seine ganze Kraft, um der Aufgabe des Beschützers gerecht zu werden.

Der Film ist ein Wechselspiel zwischen der Darstellung des bedrückenden Kriegsgeschehens am Beispiel des Schicksals der beiden Kinder und den sensibel und leise erzählten kurzen Zeiten des Glücks, die für die Hoffnung aller Menschen stehen. Die Geschichte ist mit einer Geduld erzählt, die es dem Zuschauer ermöglicht, in die privaten Momente der Hauptfiguren einzutauchen, die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen und über das Gesehene nachzudenken.

2. Situativer Kontext des Filmes

2.1. Historischer Hintergrund

„Die letzten Glühwürmchen“ spielt im Sommer 1945, kurz vor Ende des 2. Weltkrieges. Mit der Einnahme der Mariannen durch die Alliierten lag Japan im Bereich schwerer amerikanischer Bomber. Sofort wurde mit dem Aufbau einer Luftflotte begonnen und von nun an nahmen die Angriffe bis Kriegsende immer mehr an Zahl und Schwere zu. Nach dem Ende des Krieges in Europe wurden noch mehr Bomberflotten in den Pazifik verlegt. Durch die Angriffe der US-Airforce auf die japanischen Städte und Fabriken wurde die Moral der japanischen Bevölkerung zerstört.
Obwohl durch die strategische Bomberoffensive Japan schon zur Kapitulation bereit ist, warfen die Amerikaner am 06.August 1945 ihre erste Atombombe auf Hiroshima und am 09.August 1945 ihre zweite auf Nagasaki. Die bedingungslose japanische Kapitulation erfolgte am 02. September 1945 um 10.30 Uhr Ortszeit an Bord des Schlachtschiffes Missouri in der Bucht von Tokio. [1]

2.2. Produktion des Filmes

Als Grundlage für diesen Film diente eine Novelle eines der bedeutendsten japanischen Erzählers unserer Zeit, Akiyuki Nosaka, der darin ein autobiographisches Erlebnis verarbeitet. Der Originaltitel lautet „Hotaru no Haka“, was wortwörtlich übersetzt „Das Grab der Leuchtkäfer“ heißt. Regie führte Takahata Isao. Seine Filme sind Autorenfilme und haben nichts mit dem gemein, was man landläufig unter japanischem Animationsfilm versteht. Die bekannten „Mangas“ werden ausschließlich fürs Fernsehen produziert und übernehmen meist die oft recht anspruchslosen graphische Umsetzungen der Comicvorlagen. Das Studio Ghibli, in welchem „Die letzten Glühwürmchen“ entstand, ist bekannt für komplexe Figuren und extra für Großleinwände konzipierte Zeichentrickfilme. Auch sind in der Themenwahl große Unterschiede zu finden: „Mangas“ kreisen immer wieder um Gewalt. Die Autorenfilme des Studio Ghibli haben eine breite Palette von Themen, mal fantastisch, mal realistisch gestaltet, und reichen vom Abenteuer- bis zum Antikriegsfilm.[2]

3. Die Analyse des Filmes

3.1. Intention

Als Antikriegsfilm hat „Die letzten Glühwürmchen“ natürlich zuerst den Anspruch, die Schrecken eine Krieges darzustellen und zu zeigen, welche Auswirkungen er auf das Leben der Menschen hat. Dass dies hier am Beispiel der zwei Kinder Seita und Setsuko geschieht, die sich allein in einer zerstörten Stadt durchzuschlagen versuchen, wirft jedoch noch eine andere Komponente auf. Es wird gezeigt, wie wichtig Zusammenhalt gerade in schwierigen Zeiten ist. Das Symbol der Geschwisterliebe, der Aufopferung Seitas für seine kleine Schwester, ist der bedeutsamste Aspekt dieses Films. Die traurige Grundstimmung und letztendlich der Tod der beiden betont noch einmal die Grausamkeit eines Krieges. Durch das fehlende Happy End wird nichts beschönigt. Einzig die Tatsache, dass Seita und Setsuko durch den Tod wieder vereint sind, lässt Hoffnung aufkommen.

[...]


[1] Serges Medien, S. 374ff

[2] http://www.geocities.com

Details

Seiten
11
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638253789
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v21871
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Medienpädagogik
Note
1,0
Schlagworte
Filmanalyse Glühwürmchen Anime

Autor

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Titel: Filmanalyse "Die letzten Glühwürmchen"