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Die Theorie und Praxis der beschreibenden und informativen Texte im Italienischen

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 16 Seiten

Romanistik - Italienische u. Sardische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Der beschreibende Text
1. Bestandteile einer Beschreibung
2. Kriterienauswahl
2. 1. Einige Beschreibungsbeispiele
2.1.1. Kleinanzeigen
2.1.2. Reiseführer
2. 1. 3. Die literarische Beschreibung
3. Nomenklatur und Attribute- wie und wo werden sie im Text realisiert
3. 1. Das sensorische Wissen
3. 2. Das Fachwissen und die subjektiven Informationen über das Objekt
3. 3. Die Art der gewöhnlichen Darstellung der Realität in einer Beschreibung
3. 4. Kriterienauswahl des Verfassers
4. Wie verleiht man einer Beschreibung linguistische Form
4. 1. Struktur des beschreibenden Textes
4. 2. Linguistische Unterstützung des beschreibenden Textes

II. Der informative, erklärende Text
1. Bestandteile eines informativen Textes
2. Vollbringung einer Information
2.1. Kriterienauswahl
2. 2. Die Struktur eines informativen Textes Fazit

Literautverzeichnis

Einleitung

In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mir der Problematik der beschreibenden und informativen Texte befassen. Ich werde zuerst näher auf die beschreibenden Texte eingehen und danach werde ich die informativen Texttypen behandeln.

Ein schriftlicher Text wie z. B. eine Erzählung oder ein Roman, besteht nicht nur aus Wechselfolgen der Handlung aber auch aus mehreren beschreibenden Stellen. Sie bilden den Hintergrund der Romanhandlung, führen in Orte des Romangeschehens ein. Eine literarische Beschreibung ist nicht eine fotografische Reproduktion der Realität, ihre exakte Abbildung, sondern das Ergebnis der Beschreibung in sich (ist sie gelungen oder nicht, lebhaft, suggestiv, wirkungsvoll genug).

Beschrieben werden kann praktisch alles: Orte (Städte, Gebäuden), Landschaften, Menschen, Tiere aber auch belebte Handlungen wie z. B. ein Fußballspiel oder ein Konzert.

Der Vocabolario della Lingua Italiana dell´Istituto dell´Enciclopedia Italiana Treccanti, erschien 1987, erklärt den Begriff der Information als ein Element deren Aufgabe ist es, dem Leser oder dem Zuhörer eine präzise, vollständige Darstellung eines Ereignisses oder einer Situation zu liefern.

Ein informativer Text kann unterschiedliche Formen einnehmen. Zu den verbreiteten zählen unter anderen Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, die über politische, economische oder kulturelle Ereignisse berichten. Auch wissenschaftliche Texte sowie Reiseberichte, Rezeptbücher, Buch-, Film- und Musikrezensionen zählt man zu den informativen Textypen.

I. Der beschreibende Text

1. Bestandteile einer Beschreibung

Ein Ereignis, das erzählt wird, beinhaltet immer den zeitlichen Moment und den Ort, in dem es geschah. Die Zeit- und Ortsangaben1 und das Objekt, das beschrieben wird, bilden die ersten Elemente der Beschreibung. Die Orts- und Zeitangaben können in einer literarischen Beschreibung in einem oder einigen Sätzen vorkommen:

È sonato mezzogiorno al campanile di Anacapri.Strade deserte.Aperte le porte Delle case campagnole e delle villette (...).2

Sie können jedoch auch ganz fehlen, oder bilden einen autonomen, längeren Teil des Textes3. Eine typische Eigenschaft der Beschreibung ist die Möglichkeit, sie immer erweitern und um detaillierte, ergänzende Informationen bereichern zu können, soweit die Verständlichkeit des Textes nicht gefährdet wird. Die Beschreibung hängt eng damit zusammen, von wem sie gemacht wurde und für wen4. Alle diese Informationen im Text: Orts- und Zeitangaben, eine Figur im Roman, die die Beschreibung durchführt und der Empfänger der Beschreibung bilden eine Situation, in der sich das beschriebene Objekt, eine Person, auch ein Ort, befindet.

Al passo delle Campanelle ha principio o fine,secondo chi vada,una lunga bocca montana,sui milletré circa (...).5

Das beschriebene Objekt wird aus drei Komponenten gebildet: aus dem Namen des Objektes, der Nomenklatur d. h. der Einzelteile des Objektes, die benannt und auch separat beschrieben werden können, und den Attributen.6 Die Nomenklatur wird mit Hilfe der Nominalgruppen gebildet. Zu den Attributen gehören sowohl die verbalen und nominalen Attribute als auch die Adjektive und die Relativsätze.

2. Kriterienauswahl

Jede Beschreibung fängt mit der Auswahl des Objektes, das beschrieben wird und der Lage, in der es sich befinden wird, an. Die Auswahl des beschriebenen Objektes hängt mit dem eigentlichen Ziel, das der Verfasser der Beschreibung erreichen will und mit dem Empfänger, also dem Leser eng zusammen. Auch der Texttyp, in dem die Beschreibung eines stattfindet, hat einen Einfluß auf die Objektauswahl7.

Nicht nur das Objekt wird vom Verfasser einer strenger Auswahlprozedur unterzogen aber auch die Informationen, die der Verfasser dem Empfänger eines Textes liefern wird. Die überflüssigen Informationen, oder solche, die dem Empfänger bekannt sein könnten sollen unterlassen, nicht behandelt werden.

2. 1. Einige Beschreibungsbeispiele

2. 1. 1. Kleinanzeigen

Zu den einfachen Beschreibungen zählen die Kleinanzeigen in der dafür bestimmten Zeitungsrubrik. Die wichtigsten Bestandteile der Beschreibung können am Beispiel der Immobilienanzeige erläutert werden.

Vendo un monolocale con soppalco, 4 posti letto,angolo cottura,servizi, in un residence attrezzatissimo,multiproprietá.È disponibile per la seconda metá di luglio, a Cugnaga Verde, imbocco Costa Smeralda.Occasione.Telefonatemi al nummero***.8

Der Inhalt jeder beliebigen Immobilienanzeige besteht aus einer kurzen aber sachlicher Charakteristik des Hauses oder der Wohnung. Es wird beschrieben wo sich die Wohnung befindet, wie man sie bezeichnen kann (z.B. 1- Zimmer Wohnung), wann es vermietet oder verkauft werden kann. Es werden auch einzelne Teile der Wohnung aufgezählt. Das Ziel der auf diese Weise verfassten Anzeige ist der Verkauf oder die Vermietung des Hauses oder der Wohnung. Alle in einer Immobilienanzeige vorkommenden Informationen sollen den Bedürfnissen des Empfängers entsprechen (die Größe und Lage der Wohnung). Die Immobilienanzeige erscheint auch in der Zeitung, in einer bestimmten Kleinanzeigenrubrik, was auch gleichzeitig einen bestimmten Texttyp darstellt.

2. 1. 2. Reiseführer

Zu anderen Beschreibungstypen zählen die Beschreibungen in den touristischen Reiseführern. Es wird dort meistens eine Stadt oder eine Reiseroute beschrieben z.B. eine Fahrtstrecke von Neapel bis Capri.

Da Napoli a Capri (...)

La motonave esce dal porto(...)verso S.;indietro la vista meravigliosa(...),chiuso a sinistra(...).(...)a sinistra si allontana il litorale popolatissimo di Torre del Greco e di Torre Annunziata(...); a destra sfuma la costa di Posillipo(...).9

Der Name des ausgewählten Objektes erscheint schon auf der Titelseite des Reiseführers.

Die Nomenklatur besteht aus Orten, den man während der Reiseroute begegnet. Das Ziel jeden touristischen Reiseführers ist den Empfänger, also den Touristen über bestimmte Regionen, Städte vollständig zu informieren und ihm ermöglichen, durch exakte und realistische Beschreibung, die Städte wiederzuerkennen.

Der Inhalt des Reiseführers hängt meistens davon ab, für welches Publikum er bestimmt ist. Es gibt außer den für breiteres Publikum bestimmten, üblichen Reiseführern auch spezielle Reiseführer, Fachreiseführer z. B. für Architekten. In solchen Reiseführern soll das Objekt der Beschreibung sehr detailliert dargestellt werden. Wenn es sich z. B. um eine Stadt handelt, müssen alle architektonischen Besonderheiten, alle Denkmäler erwähnt werden. Es sollen auch die geschichtlichen Informationen über ein Denkmal oder ein Gebäude gegeben werden ( das genaue Datum der Entstehung, die Namen der Erbauer, der Konstrukteure, die verwendeten Materialien und alle architektonischen Komponente).

(...)la Torre del Mangia(...),alta m 88 fino agli ultimi merli e 102 fino alla punta del parafulmine.La canna e in cotto;(...), e la cella in pietra: ne forni il disegno Pietro Memmi (1341) e la costruí Agostino di Giovanni(...).10

In den üblichen touristischen Reiseführern muß die Beschreibung nicht so viele Einzelheiten enthalten. Es ist jedoch wichtig, dass die Attribute sehr geschickt ausgewählt werden, um den Touristen zum Besuchen bestimmter Orte anzuregen (adjektivische Attribute, die die Ästhetik der ausgewählten Orte betonen).

[...]


1 In dem Italienischen unter den Begriffen: “il quando”-wann, “il dove” -wo, zusammengefasst die gleichzeitig die Umgebung, in der sich das beschriebene Objekt befindet bilden-“il come”. Caffi, Claudia, Corti, Maria: Per filo e per segno, Mailand 1989, S. 751.

2 Savinio, Alberto: Capri, Milano 1988, in: Caffi, Claudia, Corti, Maria: Per filo e per segno, Mailand 1989, S. 751.

3 Im Italienischen unter den Begriffen: “una unitá testuale, un interno paragrafo del testo”zusammengefast.In:ibidem, S. 752.

4 Im Italienischen: “da chi/ da qualcuno”- von wem, und “per chi/per qualcuno”-für wen.In: ibidem, S. 752.

5 Gadda, Carlo Emilio:Le meraviglie d´Italia, Torino 1964, in:Caffi, Claudia,Corti,Maria: Per filo e per segno,Mailand 1989, S.752.

6 Italienische Begriffe: “il nome”-der Name, “la nomenklatura”-die Nomenklatur, “i predicati”-die Atributte.In: ibidem, S. 753.

7 Die italienischen Begriffe: “lo scopo”-das Ziel, “il destinatario”-der Empfänger, “il tipo di testo”-Texttyp.In: ibidem, S. 754.

8 Piccoli annunci di “Grazia”in: Caffi,Claudia,Corti,Maria:Per filo e per segno,Milano 1989, S.754.

9 Guida d´Italia.Napoli e dintorni,Touring Club Italiano,Milano,1960 in:Caffi,Claudia,Corti,Maria:Per filo e per segno,Milano 1989,S.755.

10 Guida d`Italia.Toscana,Touring Club Italiano,Milano,1974 in:Caffi,Claudia,Corti,Maria:Per filo e per segno,Milano 1989,S.756.

Details

Seiten
16
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638255004
ISBN (Buch)
9783656585275
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v22059
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover – Seminar für italienische Literatur und Sprachwissenschaft
Note
1
Schlagworte
Theorie Praxis Texte Italienischem Hauptseminar Narrazione Descrizione Argomentazione

Autor

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Titel: Die Theorie und Praxis der beschreibenden und informativen Texte im Italienischen