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Skizzieren Sie die Theorie der Arbeitsmotivation und stellen Sie Bezüge zur betrieblichen Praxis dar

Hausarbeit 2003 19 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung und Aufgabenstellung

2 Motivation
2.1 Arbeitsmotive
2.2 Der Motivationsprozeß

3 Motivationstheorien
3.1 Inhaltstheorien
3.1.1 Bedürfnishierarchie nach Maslow
3.1.2 Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg
3.2 Prozeßtheorien

4 Der Mitarbeiter
4.1 Szenario 1
4.2 Szenario 2
4.3 Motivationspotentiale in Bezug auf die Arbeitsproduktivität

5 Zusammenfassung

6 Literaturverzeichnis

1 Einführung und Aufgabenstellung

Die Arbeitsmotivation der Beschäftigten ist für die Güte des betrieblichen Leistungsprozesses und seiner Effektivität von herausragender Bedeutung. So trifft man in Unternehmen Mitarbeiter an, die mit Engagement und Begeisterung ihrer Arbeit nachgehen, während andere sich bereits zu Arbeitsbeginn den Feierabend herbeisehnen, um der Arbeit entfliehen zu können. Diese Verhaltensweisen sind keineswegs ausschließlich abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit und ihrer Vergangenheit, sondern häufig Ausdruck der Motivation der Beschäftigten.

Nachfolgend wird der Begriff „Motivation“ definiert. Einige wichtige Motivationstheorien werden vorgestellt. Anhand zweier Szenarien wird der Bezug dieser Theorien zur betrieblichen Praxis hergestellt und Maßnahmen zur Motivationssteigerung in Abhängigkeit von der Arbeitssituation aufgezeigt. Anschließend wird der Einfluß der Motivation auf die Arbeitsproduktivität erläutert.

2 Motivation

„Motivation, fälschlicherweise oft als ein Charakterzug bezeichnet, kann allgemein als die Bereitschaft oder der Wille zu einem bestimmten Verhalten bzw. zur Erreichung eines Ziels definiert werden. Bezüglich des Organisationsverhaltens sollte die Definition erweitert werden: Motivation ist die Bereitschaft, eine besondere Anstrengung zur Erfüllung der Organisationsziele auszuüben, wobei die Anstrengung die Befriedigung individueller Bedürfnisse ermöglicht (Strunz 1999, 41).“

„Motivation ist Prozessgeschehen, bei dem neben Motiven auch Erwartungen beteiligt sind (Schanz 2000, 105).“

Motivation ist ein Oberbegriff für alle Vorgänge und Faktoren, die menschliches Verhalten erklären und verständlich machen. Hierbei wird davon ausgegangen, dass menschliches Verhalten durch ein Motiv (eine Kraft) angetrieben bzw. gesteuert wird. Somit ist Motivation dasjenige in und um uns, was uns dazu bewegt und antreibt, uns in einer bestimmten Art und Weise zu verhalten (vgl. Hofmann 1999, 35).

2.1 Arbeitsmotive

In der Organisationspsychologie gibt es verschiedene Ansätze der Klassifizierung der Motive, die für das Arbeitsverhalten ausschlaggebend sind. Eine Möglichkeit ist die Differenzierung zwischen „extrinsischer“ und „intrinsischer“ Arbeitsmotive:

1) Extrinsische Arbeitsmotive werden durch die Folgen oder die Begleitumstände der Arbeit befriedigt, z. B.:

- Bedürfnis nach Geld
- Sicherheitsbedürfnis
- Geltungsstreben
- Kontaktbedürfnis (soweit mit Kollegen außerhalb der Arbeit zu befriedigen) und
- Sexualität.

2) Intrinsische Arbeitsmotive werden durch den Vollzug der Arbeitstätigkeit befriedigt, z. B.:

- Bedürfnis nach Tätigkeit
- Kontaktbedürfnis (soweit innerhalb der Arbeit zu befriedigen)
- Leistungsmotivation
- Machtbedürfnis und
- Bedürfnis nach Sinngebung und Selbstverwirklichung

(vgl. Rosenstiel 1992, 366).

2.2 Der Motivationsprozeß

Jeder Motivationsprozeß kann abstrakt in fünf Schritten dargestellt werden:

1. Entstehung eines Bedürfnisses
2. Daraus resultiert der Aufbau einer Bedürfnisspannung
3. Energien werden frei gesetzt und erzeugen ein bestimmtes Verhalten, vorausgesetzt, es besteht eine reale Chance zur Bedürfnisbefriedigung
4. Die Spannungen bauen sich durch die Bedürfnisbefriedigung ab
5. Entstehung eines neuen Bedürfnisses

Voraussetzung für motiviertes Verhalten ist also immer ein unbefriedigtes bzw. ein nicht voll befriedigtes Bedürfnis (vgl. Harlander 1989, 22).

3 Motivationstheorien

„Motivation beruflicher Arbeit heißt inhaltlich: Motivation zur Leistung (Kunst 1994, 18)." Mit Hilfe der Motivationstheorien werden Bestimmungsfaktoren für Leistungsprozesse und die Prozesse, die zu Ihrer Aktivierung führen, erforscht. Sie dienen damit u. a. zur Beantwortung folgender Fragen:

- Wie läßt sich der Vorgang der Motivation schlüssig erklären?
- Wo muß man ansetzen um Motivation zu erreichen?
- Wie motiviert man richtig?

(vgl. Gonschorrek 2001, 87).

Da es so viele Einflußfaktoren auf das menschliche Verhalten gibt, wurden eine Reihe von Motivationstheorien entwickelt. Es gibt eine Vielzahl von Ordnungsvorschlägen, wie diese Theorien zu Gruppen zusammenfaßt werden können. Scholz (2000) nimmt eine Klassifizierung in drei Gruppen vor:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Klassifizierung der Motivationstheorien (vgl. Scholz 2000, 879).

Aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichen Theorien kann im Rahmen dieser Arbeit nur auf einige wenige, in der Praxis anerkannter und häufig angewandter, Verfahren eingegangen werden.

3.1 Inhaltstheorien

Bei den Inhaltstheorien wird danach gefragt: „ Was motiviert uns?“.

„Sie beschreiben in erster Linie, welche Zielvorstellungen oder Bedürfnisse den Menschen zu konkreter Leistung veranlassen, und erst in zweiter Linie, wie und mit welcher Wirkung dies geschieht (Richter 1999, 166).“

Zu den bedeutendsten Inhaltstheorien zählen die Bedürfnishierarchie nach Maslow und die Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg.

3.1.1 Bedürfnishierarchie nach Maslow

Maslow (1954) nimmt an, daß menschliches Handeln von fünf allgemeinen Klassen von Bedürfnissen aktiviert wird, die im Hinblick auf ihre Dringlichkeit hierarchisch geordnet sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Die Maslowsche Bedürfnispyramide (Steinmann 2000, 497)

Diesen Bedürfnisklassen können, bezogen auf das Arbeitsumfeld eines Mitarbeiters, folgende Bedürfnisse zugeordnet werden:

1. „ Physiologische Bedürfnisse: grundlegende Bedürfnisse, z. B. nach Nahrung, Kleidung und Unterkunft, die allen anderen Bedürfnissen vorangestellt werden
2. Sicherheitsbedürfnisse: Wunsch nach Schutz vor Krankheit und Unfällen oder auch seelischem Schmerz
3. Soziale Bedürfnisse: Verlangen nach Zugehörigkeit, Akzeptanz, Freundschaft und Liebe
4. Wertschätzungsbedürfnisse: Suche nach Selbstachtung, Anerkennung und Status
5. Bedürfnis nach Selbstverwirklichung: Streben nach persönlichem Wachstum, Unabhängigkeit und der vollen Ausnutzung des eigenen Potentials (Strunz 1999, 43).“

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Details

Seiten
19
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638256094
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v22201
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule – Studienzentrum Osnabrück
Note
1,0
Schlagworte
Skizzieren Theorie Arbeitsmotivation Bezüge Praxis

Autor

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