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Der diplomatische Einfluss Adenauers auf die Westintegration

Seminararbeit 2003 15 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen zur Zeit und Person Adenauers
2.1 Der Begriff "Ära Adenauer"
2.2 Konrad Adenauers Lebensweg
2.3 Weltordnung nach dem Zweiten Weltkrieg

3. Das politische Szenario der Außenpolitik
3.1 Die westliche Integration Deutschlands als das Hauptziel Adenauers Außenpolitik
3.2 Sind die Verträge ein politisches Element der Westintegration?
3.3 Adenauer als „Spalter“ Deutschlands?
3.4 Die Westintegration statt die Wiedervereinigung Deutschlands
3.5 Das Ende der „Ära Adenauer“

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit behandelt einen der interessantesten und politisch-historisch bedeutendsten Abschnitt bundesdeutscher Nachkriegspolitik.

Ein politisch-historischer Abschnitt deutscher Geschichte, dessen Name als „Ära Adenauer“ bezeichnet wird, soll hier dargestellt werden. Die recht umfangreichen politischen Ereignisse der deutschen Außenpolitik dieser Zeit (1949-1963), deren Voraussetzungen, der Verlauf und die Ergebnisse der deutschen Politik während der Regierungszeit Konrad Adenauer, bilden den Schwerpunkt dieser Arbeit.

Das Konzept der westeuropäischen Integrationspolitik und die Vereinigung Deutschlands, die in oberster Priorität der deutschen Außenpolitik standen, soll im Laufe dieser Arbeit vertieft werden.

Die zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Abkommen und Verträge der Jahre 1948 bis 1963, deren Inhalt und Bedeutung die internationalen Beziehungen mit den Westmächten als auch mit der Sowjetunion beeinflussen, sind ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit. Durch die Widergabe der bedeutendsten Zitate dieser Zeit, wird die Arbeit interessanter gestaltet. An Ihnen lässt sich der Verlauf der politisch-historischen Ereignisse der Ära Adenauer anschaulich erläutern.

In der Schlussbetrachtung wird auf den wichtigsten thematischen Punkte eingegangen, welche die Folgen der politischen Ausrichtung des Westens Nachkriegsdeutschlands in Richtung der westlichen Demokratien und der deutschen Wiedervereinigung beschrieben.

2. Grundlagen zur Zeit und Person Adenauers

2.1 Der Begriff "Ära Adenauer"

Der Abschnitt der deutschen Geschichte von 1949 bis 1963 wird oftmals als Ära Adenauer bezeichnet. Zum einen fielen in dieser Zeit, in der Konrad Adenauer (1876-1967) die westdeutsche Nachkriegspolitik maßgeblich geprägt hat, wichtige politische Grundsatzentscheidungen, so etwa über die Westintegration der Bundesrepublik Deutschland, die Aussöhnung mit Frankreich und das Wiedergutmachungsabkommen mit Israel. Zum anderen gelang es Adenauer schon bald nach Amtsantritt, die im Grundgesetz angelegte herausragende Stellung des Amtes als Bundskanzler der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland zu nutzen. Unumstritten war der 1949, mit nur einer Stimme Mehrheit

(seiner eigenen) zum Bundeskanzler gewählte CDU-Politiker nie und Kritiker bezeichnen die Bonner Republik unter Adenauer so oftmals als "Kanzlerdemokratie". Der Erfolg die von ihm verfolgte Politik verhelfen ihm noch dreimal zur Wiederwahl, ehe Adenauer 1963 "nicht leichten Herzens" abtritt.

2.2 Konrad Adenauers Lebensweg

Konrad Adenauer wurde 01.05.1876 in Köln geboren. Nach dem Volksschulabschluss begann Adenauer eine Karriere als Beamter in Köln, wird Jurist und Politiker der Zentrumspartei.

1917 wird er mit 42 Jahren jüngster deutscher Oberbürgermeister in Köln. Nach dem Abschluss des Versailler Vertrages zogen britische Truppen in Köln ein. Adenauer blieb jedoch Oberbürgermeister bis zur Enthebung aus dem Amt durch die Nationalsozialisten (1933.

Nach dem ersten Weltkrieg (1914-18) spielte Adenauer bereits mit dem Gedanken eines eigenen westlichen deutschen Staates ohne Preußen, wie es Frankreich zum Teil auch forderte. Adenauer verfolgte diesen Gedanken aber nie wirklich aktiv. Als Frankreich das Rheinland besetzte, verhandelte Adenauer im Auftrag der Reichsregierung mit den Franzosen. Er bekannte sich zum Vaterland und zur Republik, forderte aber die Aussöhnung nach Westen.

Von Mai bis Oktober 1945 war Adenauer kurzfristig wieder Oberbürgermeister von Köln. In der britischen Besatzungszone beteiligte er sich am Aufbau der Christlich Demokratischen Union (CDU) und wurde nach Errichtung der Bundesrepublik Deutschland 1950-66 ihr Bundesvorsitzender.

In den Jahren 1948-49 war Adenauer Präsident des Parlamentarischen Rats, der an der Ausarbeitung und Verabschiedung der deutschen Verfassung arbeitete.

1949 wird Adenauer Mitglied des 1. Deutschen Bundestages und am 01.09.49 wird der 73 jährige mit der Mehrheit seiner eigenen Stimmer zum ersten Bundeskanzler der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland gewählt. Diese Amt behält er bis 1963.

Konrad Adenauer stirbt am 19.04.1967 in Bad Honnef.

2.3 Weltordnung nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde auf dem internationalen Spielraum eine bipolare Weltordnung, mit neuen führenden Weltmächten geprägt. Es entstand eine unüberwindliche ideologische Kluft zwischen der sozialististischen Sowjetunion und den Westmächten, welche durch Liberalismus, Demokratie und freier Wirtschaft geprägt waren. Zwischen beiden Mächten herrschte ein Zustand, der als „Kalter Krieg“ bezeichnet wird. Deutschland stand während der gesamten Zeit politisch, ideologisch und strategisch im Zentrum des globalen Konflikts. Die Teilung des Deutschlands in einen östlich (Deutsche Demokratische Republik- DDR) und einen westlichen Staat (BRD) 1961 war gewissermaßen der manifeste Ausdruck der bipolaren Weltordnung.

3. Das politische Szenario der deutschen Außenpolitik

Die Ära Adenauer dauerte fast 14 Jahre bis 1963 und wurde bezeichnet als die Zeit des großen Wandels in der Außenpolitik des Deutschlands. Die Außenpolitik der BRD hatte unter Konrad Adenauer eine klare Richtung. Zahlreiche Abkommen und Verträgen sollten die Bundesrepublik Deutschland (BRD) als gleichberechtigten und verlässlichen Partner in die westliche Welt einbeziehen. Im Gegenzug sollte Schritt für Schritt ihr Entscheidungsraum vergrößert und ihre Souveränität erreicht werden.

3.1 Die westliche Integration Deutschlands als das Hauptziel Adenauers Außenpolitik

Adenauer hatte ein vorrangiges Ziel in seiner Politik. Er wollte ein souveränes, fest in den Westen integriertes Gesamtdeutschland prägen. Da er das aber zu der Zeit unmöglich ansah, versuchte er alles, um wenigstens die Bundesrepublik fest in den Westen zu integrieren. So wollte er die Freiheit Westdeutschlands sichern. Als größter Feind der Freiheit und somit auch der Einheit sah Adenauer die Sowjetunion an. Er sah die BRD und ganzer Europa durch den sowjetischen Expansionswillen stark bedroht. Daher stand als Ziel seiner Politik die europäische Vereinigung auf militärischer, wirtschaftlicher und politischer Basis an oberster Stelle. “Adenauer hatte die Vision einer vereinigten Welt aller freien, demokratische Staaten unter Führung der USA. Er verhandelte aus einer Position der Stärke mit der Sowjetunion und strebte danach, die Einheit Deutschlands in Freiheit zu erreichen. Durch die strikte Einbindung der Bundesrepublik in den Westen vertiefte er allerdings zunächst die Teilung, was in der Opposition und in Teilen der CDU erheblichen Widerstand auslöste.“1

[...]


1 Eduard Wilms: Deutschland nach 1945, Berlin 1955, S.76

Details

Seiten
15
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638260121
ISBN (Buch)
9783638771733
Dateigröße
390 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v22742
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Politische Wissenschaft
Note
2
Schlagworte
Einfluss Adenauers Westintegration

Autor

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