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Direkte Erlösmodelle des M-Commerce

Seminararbeit 2003 22 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Definitionen
1.1 Definition von M-Commerce
1.2 Definition von Erlösmodellen

2. Einleitung

3. Voraussetzungen für erfolgreiche Erlösmodelle

4. Direkte Erlösmodelle anhand von Portal-Diensten

5. Mobile-Payment

6. Preisdifferenzierung (Subskription, pay-per-use)

7. Erfolgreiche direkte Erlösmodelle

8. Ausblick

9. Praxisbeispiele
9.1 E-Plus
9.2 I-mode

10. Anhang
10.1 Moteran als Alternative zu UMTS

11. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Erlösmodellsystematik virtueller Communities

Abb. 2: Systematisierung von potenziellen Erlösquellen von Virtuellen Communities

Abb. 3: Business Case für Content Cluster

Abb. 4: Umsatzmodelle für Medienunternehmen - Beispiel i-mode

Abb. 5: Funktion von Moteran

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Definitionen

1.1 Definition von Mobile-Commerce

Als Mobile-Commerce (kurz: M-Commerce) wird der entgeltliche Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen Unternehmen sowie zwischen Unternehmen und Endverbrauchern über mobile Endgeräte bezeichnet.[1] Dabei sind die Techno-logie des Datenaustauschs sowie die Inhalte der ausgetauschten Daten von Bedeu-tung. Der Datenaustausch findet drahtlos über datenfähige Endgeräte statt. Wichtig für die Inhalte sind:

- effiziente und kostengünstige Abwicklung von Geschäftsprozessen,
- Kundenberatung und –bindung,
- sowie die Umsatzgenerierung, also insbesondere der Verkauf von Gütern und Dienstleistungen.

M-Commerce im weiteren Sinn beschreibt jede Art von Anwendung über mobile Endgeräte. Als Grundidee soll auf mobile Art Informationen zugänglich und Ge-schäfte abgeschlossen werden.[2]

Link hingegen nimmt zunächst eine Abgrenzung zwischen M-Business und M-Commerce vor, wobei er M-Commerce als Unterbegriff zum M-Business einbettet. M-Business wird als „Einsatz mobiler Endgeräte in Planungs-, Abwicklungs- und Interaktionsprozessen von Unternehmen“ (also in Geschäftprozessen) und M-Com-merce als „Einsatz mobiler Endgeräte bei der Anbahnung, Aushandlung und Ab-wicklung von Geschäftsprozessen zwischen Wirtschaftssubjekten“ (also in Ver-marktungsprozessen) definiert.[3] M-Business ist folglich eine eigenständige Katego-rie, die auf einer neuen Technologie fußt und neben neuen Applikationen, die im stationären Internet gar nicht möglich sind, einen bedeutenden Bereich des E-Com-merce ersetzen wird.[4] Es ergeben sich durch die mobile und überall verfügbare Nutz-ung von Services und Produkten neue Möglichkeiten für die Annahme von Ange-boten.1 Ebenso wird von M-Business gesprochen, wenn eine Transaktion letztlich im offline-Bereich zu Ende geführt wurde.4

Eine engere Begriffabgrenzung hingegen nimmt Durlacher vor, in dem er M-Com-merce als „any transaction with a monetary value that is conducted via a mobile telecommunication network“ bezeichnet.5

1.2 Definition von Erlösmodellen

Erlösmodelle dienen dazu unterschiedliche Erlösformen zu systematisieren.6 Sie zei-gen, welche Formen der Refinanzierung zur Verfügung stehen und auf welche Art und Weise Erlöse erzielt werden können. Die Frage, wie im M-Commerce Geld ver-dient werden kann, wird durch die Unterscheidung von direkten und indirekten Erlösmodelle behandelt.7

Von direkten Erlösen spricht man, wenn sie direkt aus dem Angebot von M-Com-merce-Leistungen hervorgehen.8 Diese können abhängig von der Nutzung einer Leis-tungsmenge oder der –dauer beim Konsumenten festgestellt werden. Hierzu zählen:

- Verbindungsgebühren für die Dauer des Zugang zu einem Netzwerk,
- Nutzungsgebühren, die nach der effektiv übertragenen Datenmenge abrechnet werden und
- Transaktionserlöse i.e.S. fallen für eindeutig definierte Services bzw. Dienst-leistungen an.9

Nutzungsunabhängige direkte Erlöse beinhalten eine pauschale Zahlungsweise, bei denen zwischen wiederkehrenden und einmaligen Anschluss- oder Lizenzgebühren differenziert werden kann.8 Zu den sog. transaktionsunabhängigen Erlösmodelle zählen:

- Einrichtungsgebühren entstehen, wenn Entgelte bezahlt werden müssen, bevor mobile Endgeräte oder spezielle Dienstleistungen genutzt werden, die der Ein-setzung bestimmter Hardware-/ Software-Systeme dienen.
- Grundgebühren werden für eine Inanspruchnahme mobiler Endgeräte veran-schlagt.9

Bei den indirekten Erlösformen wird die Inanspruchnahme von Leistungen nicht direkt durch den Kunden, sondern durch Unternehmen bzw. Dritte bezahlt.8 Dazu zählen die Modelle:

- Provisionen sind unmittelbare transaktionsabhängige Erlöse, die durch die direk-te Vermittlung von Transaktionen für dritte Unternehmen entsehen;
- Bannerwebung ist die Einrichtung von Werbeflächen auf der Homepage für dri-tte Unternehmen;
- Data-Mining-Erlöse werden durch die Veräußerung von Nutzerprofilen an dritte Unternehmen generiert;
- Sponsoring bezeichnet die exklusive Vermietung von Werberaum im Internet an dritte Unternehmen.10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Erlösmodellsystematik virtueller Communities

Quelle: Wirtz 2000, S. 86

Eine wichtige Entscheidung von Unternehmen des M-Commerce ist die „richtige“ Verbindung und Gewichtung der oben genannten Erlösformen, um eine sog. multi-revenue-stream-Optimierung (Optimierung des Erlösquellenstroms) zu erlangen.

Die Bedeutung der dargestellten Erlösformen differenzieren sich je nach Dienst-leistung. Prinzipiell kann auf dem Gebiet des Mobilfunks zwischen Content (Inhalt), Commerce (Geschäftstransaktionen), Context (Informationssuche) und Connection (Verbindungsleistungen) unterschieden werden.11

2. Einleitung

Die Bevölkerung wird immer mehr mobiler und es ist selbstverständlich für sie ge-worden, über unterschiedliche Arten miteinander zu kommunizieren. Durch die Ent-wicklung, Verbreitung und Akzeptanz von den verschiedensten mobilen Features, angefangen von SMS bis hin zu Videoaufnahmen über das mobile Endgerät, ent-wickelt sich ein neuer Markt und damit auch neue Erlösmodelle.12

Besonders die Mobilfunkbetreiber befinden sich in der Position tragfähige Erlösmo-delle und resultierende Gewinne zu erwirtschaften, um u.a. die hohen Investitionen in die Lizenzen für UMTS und deren Aufbau zu refinanzieren.13

Was es für eine Vielzahl von Erlösmodellen gibt, soll das kommende Bsp. verdeut-lichen: Die Idee ein Meinungsportal im mobilen Internet über diverse Produkte ein-zurichten, kann verschiedenste Erlösquellen zu Grunde haben.14 Ein Anbieter hofft, dass positive Meinungen über das Produkt geäußert werden und das Kunden es di-rekt auf der Web-Site bestellen. Ein zweiter Anbieter finanziert seinen Service durch Werbebanner. Ein dritter versucht Gewinne über die Auswertung und den Verkauf von Meinungsprofilen an Marktforschungsabteilungen der entsprechenden Produkte zu erzielen. Und ein vierter verkauft Beschwerden über die einzelne Produkte an die zuständigen Unternehmen. Neben diesen Erlösschwerpunkten sind auch Kombina-tionen der einzelnen Erlösmodellen denkbar.

Im Folgenden werden zunächst die Vorraussetzungen für erfolgreiche Erlösmodelle dargestellt. Insb. wird der Frage nachgegangen, wie die Ausgangslage für derartige Modelle ist. Das anschließende Kapitel beschäftigt sich mit direkten Erlösmodellen anhand von Portal-Diensten. Des weiteren werden unterschiedliche Zahlungsver-fahren und Abrechnungsmodelle bzgl. der direkten Erlösgenerierung im Abschnitt fünf beschrieben. Danach wird der Zusammenhang zwischen der Preisdifferenz-ierung und den direkten Erlösquellen verdeutlicht. Kapitel sieben zeigt dann nennenswerte erfolgreiche direkte Erlösmodelle auf. Der Ausblick stellt Potenziale und Erlösperspektiven dar. Die abschließenden Praxisbsp. des Düsseldorfer Tele-kommunikationsanbieters E-Plus und des japanischen Mobilfunkstandards i-mode zeigen konkrete Anwendungen von direkten Erlösmodellen. Der Anhang lässt mit der Verbindungssoftware von Moteran eine Alternative zu UMTS erkennen.

[...]


[1] vgl. hierzu und im Folgenden Geer (2001), S. 72f

[2] vgl. Themenmanagement 2003

[3] Link (2003) S. 5

[4] vgl. Zobel (2001), S. 3f

5 IfI Uni Zh 2003

6 vgl. hierzu und im Folgenden Wirtz (2001), S. 85

7 vgl. Geer (2001), S. 120

8 vgl. hierzu und im Folgenden Clement (2002), S. 35f

9 vgl. Link (2003), S. 50

10 vgl. hierzu und im Folgenden Wirtz (2001), S. 85ff

11 vgl. Clement (2002), S. 37

12 vgl. Röttger-Gerigk (2002), S. 19

13 vgl. Albers/Schäfers (2002), S. 230

14 vgl. hierzu und im Folgenden Zobel (2001), S. 203

Details

Seiten
22
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638260855
Dateigröße
797 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v22837
Institution / Hochschule
Universität Kassel – Wirtschaftswissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
Direkte Erlösmodelle M-Commerce Mobile Commerce Gegenstand Marketing-Controlling

Autor

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Titel: Direkte Erlösmodelle des M-Commerce