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UN-Missionen in Afrika

Referat (Handout) 2004 9 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Afrika

Leseprobe

Die gegenwärtigen UN-Missionen in Afrika

MONUC – United Nations Organization Mission in the Democratic Republic of the Congo

„The human suffering in eastern Congo between 1999 and 2003 has been greater than in any armed conflict since World War II.“ (Bernath/Pearson 2003: 1)

Am 10. Juli 1999 unterzeichneten die Demokratische Republik Kongo, Sambia, Angola, Namibia, Ruanda, Uganda und Zimbabwe in Lusaka ein Waffenstillstandsabkommen für den Kongo. Die „Movement for the Liberation of the Congo“, eine von zwei kongolesischen Rebellengruppen, folgte mit der Unterzeichnung am 1. August und schließlich am 31. August auch die „Congolese Rally for Democracie“.

Die UN entsandten Beobachter zur Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens. Da deren Anzahl für eine solche Aufgabe bei Weitem nicht ausreichte, wurde über eine UN-Mission nachgedacht.

S/RES/1279 (30. November 1999): Beginn der „United Nations Organization Mission in the Democratic Republic of the Congo“ (MONUC)

S/RES/1291 (24. Februar 2000): Erweiterung der Mission – Bereitstellung von mehr Personal (5537 Mann militärisches Personal)

Das Mandat der MONUC besteht u.a. aus:

- Beobachtung der Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens und bei Verletzungen gegen dieses Untersuchungen durchführen
- in Kontakt mit allen militärischen Gruppen und deren Zentralen treten, diesen ausbauen und aufrechterhalten
- innerhalb von 45 Tagen seit Annahme der Resolution einen Aktionsplan zur Durchsetzung des Waffenstillstandsabkommens erarbeiten
- Einhaltung der Menschenrechte überwachen (besonders gegen schwache Gruppen wie Frauen, Kinder und ehemalige Kindersoldaten)
- Minenräumung unterstützen (Plan ausarbeiten und Minen räumen)

Der UN-Sicherheitsrat hat beschlossen, dass MONUC gemäß Kapitel VII der UN-Charta Waffengewalt einsetzten darf, sofern eigenes Personal oder Zivilisten von physischer Gewalt bedroht sind.

S/RES/1484 (30. Mai 2003): Entsendung einer „Interim Emergency Multinational Force“ (IEMF) nach Bunia um die seit Anfang Mai 2003 ausartenden Massaker zu unterbinden. Die IEMF wird durch Kapitel VII der UN-Charta bis zum 1. September 2003 mandatiert. Ihre Aufgaben sind: Stabilisierung der Sicherheitsbedingungen, Verbesserung der humanitären Lage, Schutz des Flughafens sowie der Binnenvertriebenen in den Lagern. Ungefähr 1200 der 1400 Soldaten der Operation „Artemis“ sind speziell für diese Art von Mission trainierte Marines, die mit Afrika und seiner Umwelt vertraut sind. Ihr größter Vorteil ist jedoch die Beherrschung der französischen Sprache durch die sie mit der Zivilbevölkerung kommunizieren und somit an Informationen gelangen können.

MONUC vs. MONUC II

Es besteht ein deutlicher Unterschied zwischen MONUC unter dem alten Mandat und der neuen MONUC, auch MONUC II genannt. Das Mandat von MONUC basierte auf Kapitel VI der UN-Charta mit einem Element aus Kapitel VII – „to protect United Nations and co-located [Joint Military Commission] personnel, facilities, installations and equipment, ensure the security and freedom of movement of ist personnel, and protect civilians under imminent threat of physical violence.“ (Bernath/Pearson 2003: 4)

MONUC II steht ausschließlich unter einem Kapitel VII-Mandat.

„Chapter VII is more comfortable for commanders [than Chapter VI]. It’s more flexible. Firing in self-defense means you can’t shoot until you’re dead. We shouldn’t have to wait to return fire. Chapter VII gives us the initiative.“ (Bernath/Pearson 2003: 14)

Der Vorteil einer Mission nach Kapitel VII im Gegensatz zu Kapitel VI ist, dass generell, je weitreichender das Mandat ausfällt, desto besser und schneller kann die Truppe die Lage im Krisengebiet verändern. Vor dem derzeitigen Mandat hatte MONUC nicht das Training, die Truppenstärke, die Ausrüstung oder den politischen und militärischen Willen um den Kapitel VII-Anteil ihrer Mission durchzuführen.

„The new MONUC force is barely sufficient to carry out its mandat in Ituri; it is not able to extend its influence throughout the rest of eastern Congo, as directed in the mandate.“ (Bernath/Pearson 2003: 2)

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Details

Seiten
9
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638261203
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v22889
Institution / Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig – Institut für Sozialwissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
UN-Missionen Afrika Humanitäre Intervention Schutz Menschenrechte

Autor

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Titel: UN-Missionen in Afrika