Lade Inhalt...

Delegation im Rahmen des Kooperativen Führungssystems

Hausarbeit 2012 12 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Kooperative Führungssystem
2.1 Voraussetzungen für kooperative Führung
2.2 Die Elemente des KFS

3 Delegation
3.1 Formen der Delegation
3.2 Probleme im Zuge der Delegation
3.3 Empirische Untersuchungen

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Grundlagen des Kooperativen Führungssystems (KFS) lassen sich auf den in den 1960er Jahren einsetzenden Wertewandel in Deutschland und innerhalb der Polizei zurückführen. So bewirkten wirtschaftliche, soziale und politische Umbrüche, dass ein Umdenken in der Organisations- und Führungslehre stattfinden musste.[1]

Der Anstieg teamorientierter Arbeitsformen und abteilungsübergreifender Kooperation erforderte wachsende Ansprüche an das Sozialverhalten und die Teamfähigkeit der Mitarbeiter.[2] Diese stellten ihrerseits aufgrund des stetig ansteigenden Bildungs- und Qualifikationsniveaus höhere Ansprüche an die Arbeitgeber; der Beruf sollte nicht nur allein dem Zweck des Geldverdienens dienen, sondern ebenso die Chance der Selbstverwirklichung und Mitarbeiterzufriedenheit bieten.[3]

In ihrem Programm für Innere Sicherheit beschloss die Innenministerkonferenz des Bundes und der Länder bereits 1974, dass die Polizei kooperativer geführt werden müsse. Somit sei ein Polizist nicht mehr als unselbstständiger Befehlsempfänger innerhalb streng hierarchischer Strukturen zu sehen, sondern als ein mit seinem Vorgesetzten kooperierender Mitarbeiter, auf dessen Fähigkeiten und Wissen zurückgegriffen werden kann.[4] Auch in der Fortschreibung des Programms, letztmalig 2008/2009, wurde weiterhin festgehalten, dass die erfolgreiche Steuerung und Führung innerhalb der Polizei darauf angelegt sein sollte, Leistung möglich zu machen und Abläufe zu optimieren, indem die konsequente Delegation von Verantwortung und die Beteiligung der Mitarbeiter als Kernelemente realisiert werden und das KFS Anwendung finden soll.[5]

Die praktische Umsetzung dieser Vorgabe lässt sich auch in der Polizeidienstvorschrift über Führung und Einsatz der Polizei (PDV 100) erkennen: So ist das KFS „verbindliche Führungskonzeption, in der sich aufgaben- und mitarbeiterbezogenes Führungsverhalten ergänzen.“(PDV 100, Nr. 1.5.3.1)

Im Folgenden wird dieses Element der Delegation im Rahmen des KFS unter theoretischen und empirischen Gesichtspunkten dargestellt und erläutert.

2 Das Kooperative Führungssystem

Seinen theoretischen Ursprung hat das KFS in den Arbeiten von Altmann und Berndt und wird definiert als die „zielorientierte soziale Einflussnahme zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben in/mit einer strukturierten Arbeitssituation unter wechselseitiger, tendenziell symmetrischer Einflussausübung und konsensfähiger Gestaltung der Arbeits- und Sozialbeziehungen.“(Wunderer; Grunwald, 1980, S. 105.) Diese Definition zeigt, dass ein kooperativer und damit demokratischer Führungsstil auch innerhalb der Organisationsstruktur der Polizei umgesetzt werden kann. Die Formulierung „tendenziell symmetrisch“ macht deutlich, dass die hierarchische Aufbauorganisation nicht im Widerspruch zum KFS stehen muss, da die Rollenverteilung als solche bestehen bleibt, die Mitarbeiter aber gerade in den Phasen der Entscheidungsfindung gleichberechtigt mitwirken dürfen.[6]

2.1 Voraussetzungen für kooperative Führung

Das KFS ist auf Wechselseitigkeit ausgelegt, daher ist es zwingend notwendig, dass die Mitarbeiter und Führungskräfte zur Kooperation bereit und fähig sind, sowie Möglichkeiten für die Kooperation bestehen. Im Rahmen der Aufbauorganisation der Polizei, mit Ausnahme der untersten und obersten Hierarchieebene, ist ein Mitarbeiter auch zugleich Vorgesetzter. Damit ist es eine zentrale Bedingung, dass die Bereitschaft für Zusammenarbeit auf jeder Ebene aktiv umgesetzt wird.[7] Voraussetzung für die Kooperation ist die Gleichwertigkeit und das Vertrauen zwischen den Beteiligten. Gleichwertigkeit meint in diesem Kontext nicht Gleichrangigkeit, sondern das Überprüfen des eigenen Führungsverhaltens und die offene Auseinandersetzung mit den Mitarbeitern. Vertrauen hingegen bedeutet, dass die Partner innerhalb dieses Systems alles unterlassen sollten, was die Beziehungsebene untereinander beeinträchtigen könnte, damit der wechselseitige Austausch nicht beeinträchtigt wird.[8] Das KFS und die Erfüllung polizeilicher Aufgaben können nur durch die Einbeziehung aller Mitarbeiter funktionieren. Das damit verbundene hohe Maß an Selbstentfaltung soll die Leistungsfähigkeit des Einzelnen sicherstellen und dadurch die der Organisation gewährleisten.[9]

2.2 Die Elemente des KFS

Das Ziel der kooperativen Führung liegt in der gemeinsamen Erreichung von Leistung, Arbeitszufriedenheit und Motivation.[10] Diese Zielsetzung soll durch das Zusammenwirken verschiedener Elemente erreicht werden.

Die Elemente beschreiben die Handlungsfelder, in denen das KFS realisiert werden soll:

1. Beteiligung der Mitarbeiter am Führungsprozess
2. Transparenz in den Führungsmaßnahmen
3. Repräsentation des eigenen Dienstbereichs
4. Zielorientierte Kontrolle
5. Feststellung der Leistung anderer und objektivierte Leitungsbewertung
6. Delegation von Aufgaben, Befugnissen und Verantwortung.[11]

Daraus wird deutlich, dass die zielorientierte Zusammenarbeit und Führung einen offenen, ehrlichen Umgang miteinander erfordern, was auch bedeutet, dass Individualität akzeptiert werden muss und Wertevorstellungen und Verhaltensweisen Anderer auch dann toleriert werden müssen, wenn sie von den eigenen abweichen.[12]

Im Folgenden wird das Element der Delegation im Rahmen des KFS detailliert dargestellt.

3 Delegation

Unter dem Begriff der Delegation versteht man das komplette Abgeben eines Entscheidungsproblems von einem übergeordneten Entscheidungsträger an einen oder mehrere untergeordnete Mitarbeiter. Damit soll erreicht werden, dass die Fähigkeiten und das Wissen der Mitarbeiter zur Entscheidungsverbesserung genutzt werden, wobei die Ergebnisverantwortung bei dem übergeordneten Mitarbeiter verbleibt.[13] Die Delegation soll anhand des Subsidiärprinzips erfolgen, d.h. dass die zu erledigende Aufgabe zunächst der Stelle innerhalb der Hierarchie zugewiesen werden soll, deren Kompetenz dafür gerade noch ausreichend ist.[14]

[...]


[1] Vgl. Uhlendorf; Jäger, 2011, S. 66.

[2] Vgl. Wunderer, 2009, S. 17.

[3] Vgl. Uhlendorf; Jäger, 2011, S. 67.

[4] Vgl. Fisch; Müller; Beck, S. 409.

[5] Vgl. IMK, 1994, S. 67.

[6] Vgl. Thielmann, 2009, S. 7.

[7] Vgl. Thielmann, 2009, S. 10.

[8] Vgl. Uhlendorf; Jäger, 2011, S. 71.

[9] Vgl. Reuter, 2007, S. 71.

[10] Vgl. PDV 100, Nr. 1.5.3.1.

[11] Vgl. Thielmann, 2009, S. 7; Uhlendorf; Jäger, 2011, S. 73.

[12] Vgl. MIK, 2004, S. 7.

[13] Vgl. Kräkel, 2007, S. 117.

[14] Vgl. Uhlendorff, 2011, S. 74.

Details

Seiten
12
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656448860
ISBN (Buch)
9783656449256
Dateigröße
546 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v229476
Institution / Hochschule
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen; Gelsenkirchen
Note
1,0
Schlagworte
delegation rahmen kooperativen führungssystems

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Delegation im Rahmen des Kooperativen Führungssystems