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Die Demokratische Entwicklung katholischer Jugendverbände im BDKJ

Am Beispiel der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) in der Erzdiözese Freiburg

Seminararbeit 2012 14 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Demokratische Entwicklung katholischer Jugendverbände im BDKJ
1. Darstellung der KJG
2. Historische Entwicklung der KJG .
a. Vor 1933
b. 1933 – 1947
c. 1947 – 1966
d. 1966 bis heute
3. Aktuelle Aktion der KJG: „demokratisch.amen“

III. Schlussbemerkung

IV. Anhang

V. Literaturverzeichnis .

I. Einleitung

Im Rahmen des Seminars „Demokratie in der Kirche? Die Diskussion seit dem 19. Jahrhundert“ soll in dieser Arbeit die demokratische Entwicklung katholischer Jugendverbände am Beispiel der KJG behandelt werden. Ziel ist es dabei, die Ereignisse und Veränderungen zu verdeutlichen, die dazu geführt haben, dass sich die anfangs eher autoritär geleiteten Verbände zu Vorbildern für demokratische Entscheidungs- und Organisationsformen entwickelt haben. Besonders wichtig sind dabei vor allem die Taten einzelner Personen und große gesellschaftliche Geschehnisse. Dabei soll folgendermaßen vorgegangen werden: Zuerst muss geklärt werden, was die KJG und der BDKJ sind, bevor dann die Geschichte von katholischen Jungendverbänden seit Ende des 19. Jahrhunderts geschildert werden kann. Dabei lässt sich eine Einteilung in vier verschiedene Abschnitte sehr gut vornehmen. Schließlich soll auf ein aktuelles Positionspapier der Freiburger KJG eingegangen werden, welches die momentane Situation und gegenwärtige Forderungen darlegt. Im Schlussteil wird dann verdeutlicht, wie groß der Einfluss der Ereignisse außerhalb der Verbände war und was geschehen wäre, wenn es diese Begebenheiten nicht gegeben hätte. Um den Rahmen einer Proseminararbeit nicht zu sprengen kann hier nicht weiter auf anders-konfessionelle oder freie Verbände eingegangen werden. Genauso wenig können kleinere Zeitabschnitte keinen Platz in der Übersicht finden. Zentrales Thema der Arbeit ist der Begriff der Demokratie, der hier weniger für die Legitimation einer Regierung steht, sondern viel mehr für die Art und Weise, wie Entscheidungen getroffen werden. Nämlich, dass jedes Mitglied gleichberechtigt und stimmberechtigt ist und dass jede Meinung und jedes Interesse gehört wird.

II. Die Demokratische Entwicklung katholischer Jugendverbände

1. Darstellung des BDKJ und der KJG

Der Bund der Deutschen katholischen Jugend, kurz BDKJ, ist der Dachverband der großen katholischen Jugendverbände. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass der BDKJ in Bundesebene und Diözesanebene gegliedert ist. Es sind jedoch nicht alle Jugendverbände in jeder Diözese vertreten. Auf Bundesebene umfasst der Dachverband 15 eigenständige Jugendverbände, davon sind 7 in der Erzdiözese Freiburg zusammengeschlossen. Innerhalb des BDKJ stellt die Katholische Junge Gemeinde, kurz KJG, den größten Jugendverband dar. Momentan zählt der Verband in ganz Deutschland etwa 80.000 Mitglieder. Der Diözesanverband Freiburg stellt die größte Gruppe mit rund 8.000 Kindern und Jugendlichen dar.[1]

Die Geschichte von BDKJ und KJG sind eng miteinander verbunden, weshalb es nicht möglich ist die Entwicklung getrennt voneinander zu betrachten. Außerdem kann die KJG zu Recht als Beispiel für alle katholischen Jugendverbände genannt werden, da die hier wichtigen Aspekte der Organisation bei allen Verbänden ähnlich sind. Der Weg von den Anfängen katholischer Jugendverbände zu der Verbandsvielfalt, wie wir sie heute erleben ist nicht einfach darzulegen. Oft ist es nicht möglich genau zu trennen, für welche Interessen und Positionen welcher Verband steht und ob eine Entscheidung im BDKJ oder in einem Mitgliedsverband getroffen wurde. Deshalb wird im Folgenden so vorgegangen, dass zuerst die Anfänge kirchlicher Jugendarbeit dargelegt werden. Nach der Zäsur durch das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg wird dann die Entwicklung, zuerst des BDKJ, später dann der KJG in der Erzdiözese Freiburg geschildert.

2. Historische Darstellung

a. Vor 1933: Blütezeit der katholischen Jugendbewegung

Die Anfänge katholischer Jugendverbände sind nur schwer zu datieren. Erste verbandsähnliche Jugendgruppen traten im 17. Jahrhundert auf. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden vermehrt Jugendverbände und –vereine, sodass sich schließlich im Jahr 1896 „ca. 600 Vereine der werktätigen Jugend, Lehrlingsvereine, Jungmännerbünde, Jugendvereine und Pfarrjugend zu einer Arbeitsgemeinschaft“[2] in Mainz zusammenschlossen. Der größte Teil dieser Gruppen war nur lokal vertreten, beziehungsweise auf einzelne Gemeinden beschränkt. Im späteren Verlauf, zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde aus dieser Arbeitsgemeinschaft der Katholische Jungmännerverband mit der Verbandszentrale in Düsseldorf. Etwa zeitgleich entstand die Katholische Jungfrauenvereinigung, die ihre Zentrale bis 1926 in Bochum, anschließend in Düsseldorf hatte.[3] Leitideen sämtlicher in dieser Zeit gegründeten Jugendverbände waren die Schaffung eigener Lebensräume für die Jugend und die Abgrenzung gegenüber den Erwachsenen, also das Durchsetzen eigener Interessen und Autonomie. Nicht nur im konfessionellen Kontext, sondern in der gesamten Gesellschaft bildeten sich Anfang des 20. Jahrhunderts Jugendvereine. Diese „bürgerliche Jugendbewegung“[4] war sogar die Vorherrschende. Sie beeinflusste so die Bestrebungen auf katholischer Seite sehr. Jedoch grenzten sich die katholischen Verbände von den bürgerlichen ab, wobei oftmals keine klare Trennung, zum Beispiel in Bezug auf die zugrunde liegenden sozialen Schichten, auszumachen war.[5]

Betrachtet man nun die Organisation der Verbände und vor allem des Katholischen Jungmännerverbands, so ist das gleichbedeutend sich das Leben und Werk von Ludwig Wolker klar zu machen. Er wurde 1927 als Vierzigjähriger zweiter Generalpräses des Katholischen Jungmännerverbands. Unter ihm erlebte die Jugendbewegung auf katholischer Seite eine Blütezeit, sodass er sogar der eigentliche Gründer der Bewegung genannt wird. Seine Forderungen lassen sich knapp zusammenfassen: „statt Betreuung und Vorsitz Führung im Verband“[6]. Er fördert somit die Selbstorganisation der Jugend und stärkt ihre Eigenverantwortung. Er führt weg von einem System, indem vor allem Kapläne und Jugendseelsorger maßgeblich den Ton angegeben haben.[7]

Es lässt sich also festhalten, dass bis zu diesem Zeitpunkt der Begriff demokratisch noch nicht für die katholischen Verbände verwendet werden kann. Entscheidungen wurden zwar nicht nur von oben nach unten getragen. Allerdings gingen Initiativen fast nie von der Jugend selbst aus, sondern von engagierten und offenen Erwachsenen, wie etwa Ludwig Wolker. Dass jedoch gerade mit ihm eine Veränderung eingesetzt hat, lässt sich an einem Ausspruch Hans Schroers ablesen: „Unter diesem Sturm ächzte das ganze Verbandsgefüge, und er ließ nicht wenige Vorsitzende, altgediente Pfarrer und Kapläne, kopfschüttelnd abtreten.“[8] Wobei hier auch deutlich wird, dass es zu dieser Zeit die normale Ordnung war, dass nicht Jugendliche selbst aktiv wurden, sondern fast immer die Initiative von Erwachsenen ausging, die durch ihren Beruf den Kontakt zur Jugend knüpfen konnten.

[...]


[1] Vgl. hierzu die Internetauftritte des BDKJ, Bundes- und Diözesanebene: www.bdkj.de und www.bdkj-freiburg.de

[2] Filsinger, Dieter; Fahlbusch, Martin: Katholische Junge Gemeinde. In: Jugend der Kirche. Hrsg. von Biemer, Günter. Freiburg: Herder 1988. S. 96.

[3] Vgl. ebd. S. 96.

[4] Ebd. S. 96.

[5] Vgl. ebd. S 96.

[6] Schmitz, Gerold: Die Katholische Jugendbewegung: Von den Anfängen bis zu den Neuaufbrüchen. Stein am Rhein: Christiana-Verlag 1997. S. 50.

[7] Vgl. ebd. S. 50ff.

[8] Ebd. S. 52.

Details

Seiten
14
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656445968
ISBN (Buch)
9783656446170
Dateigröße
605 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v229563
Institution / Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
2,7
Schlagworte
demokratische entwicklung jugendverbände bdkj beispiel katholischen jungen gemeinde erzdiözese freiburg

Autor

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