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Über die Wichtigkeit von Ehe und Familie

Und aus welchen Gründen diese heute immer weniger Umsetzung finden

Seminararbeit 2013 33 Seiten

Sozialwissenschaften allgemein

Leseprobe

Inhalt

Einleitung
Einführung in den Themenschwerpunkt
a) Schwerpunkt der Hausarbeit
b) Vorgehensweise
Die Familie
a) Etymologische Bedeutung von Ehe
b) Etymologische Bedeutung von Familie
F für Fürsorge
a) Gedanken zur Ehe:
b) Gedanken zur Elternschaft
c) Gedanken zur Verwandtschaft
A für Autorität
M für Moralität
I für Identität
L für Loyalität
I für Integrität
E für Erziehung
Zusammenfassung:

Nachwort

Literaturverzeichnis

Einleitung

Besonders in den heutigen kirchlichen aber auch politischen Diskussionen steht die Stärkung der Familie an zentraler Stelle. Was bedeutet Familie heute? Was ist Familie? Welche Funktionen übernimmt Familie? Diese Fragestellungen werden seit Jahrzenten durch die verschiedenen Professionen der Soziologie, der Philosophie, der Theologie etc. durchleuchtet. Dennoch entsteht durch die Vielfalt von Familienreformen die stetige Schwierigkeit einer gemeinsamen Definition.[1]

Nach Meyer übernimmt die Familie die Funktion als „ein Reservat und Bollwerk,[…] das [sic!] die Aufgabe hat, die Zumutung der strukturell anders verfassten Bereiche der Öffentlichkeit zu kompensieren und das Bedürfnis nach Sicherheit, Intimität und Geborgenheit zu befriedigen.“[2]

Der Familie soll zusammenfassend vielmehr als Gegenbewegung gegen die Schnelllebigkeiten, Unsicherheiten usw. der heutigen gesellschaftlichen Anforderungen agieren.

Eine Abgrenzung oder Erklärung über Familie kann jedoch nur dann sinnstiftend sein, wenn man diese nicht (nur) nach den modernen „Änderungen“ beschreibt und ihr somit eine immer neue Anpassungsmöglichkeit gibt. Diese stetige Modellierung führt zu einer Orientierungslosigkeit. Das Bild der Familie muss auf ihr Fundament beschrieben werden und in der heutigen postmodernen Zeit wieder an Wert gewinnen.

Eines der solidesten Fundamente für die Familie ist die Ehe. Das gegenseitige Versprechen, sich treu zu lieben in guten wie in schlechten Tagen, verkörpert nicht nur das Prinzip der Gegenseitigkeit, sondern ebenso die Pflicht jedes Ehepartners und später Familienmitgliedes sich für das Eine zu entwickeln.

Einführung in den Themenschwerpunkt

Durch die Individualisierungswünsche der beruflichen und eigenen Lebensplanung entsteht ein drängender Prozess, der die Zumutungen der Personen mit anheizt und unterstützt. Bilanzen und Effizienz entfremden den Gedanken der Intimität und Geborgenheit. Sicherheit wird in Erfolgen gesucht. Es entstehen Familienproblematiken die zur Not einfach aus den Familien ausgelagert werden.[3] (Erziehungs-, Orientierungs,- Versorgungsdefizite). Auch die steigende Anzahl an kinderlosen Partnerschaften[4] stellt den Sozialstaat vor existenzielle Gefahren.

Wirtschaftlich geforderte Flexibilität fordert flexible Familienbilder.

Doch „entsinnt“ diese fortschreitende Verformbarkeit der Familie nicht ihre eigentliche Identität? Zuflucht, Geborgenheit, Sicherheit, Intimität.

Die Kulturwissenschaftlerin Stefanie Lohaus beschreibt in ihrem Beitrag in der Zeitschrift „The Germans“[5] die Unzufriedenheit deutscher Paare nach der Gründung einer Familie. Die hohe Trennungswahrscheinlichkeit bei Familien mit Kindern und das Gefühl der fehlenden Selbstverwirklichung verzögern den Schritt zum Ehebündnis und zur Familiengründung.

Das Zehnte Gebot[6] fordert auf, sich nicht von der Gier des Besitzens hinreißen zu lassen. Es wird deutlich, dass nicht jeder alles haben kann und man auf das Eigene vertrauen und für es sorgen soll.

Führt ein solches Festlegen „auf etwas“ oder „auf jemanden“ zu den derzeitigen Schwierigkeiten, sich bewusst auf eine gemeinsame Lebensform wie die der Ehe einzulassen?

a) Schwerpunkt der Hausarbeit

Die hier verortete Hausarbeit untersucht anhand von 7 Schwerpunkten die Herausforderung der Ehe- und Familienbildung. Durch die Fürsorge, Autorität, Moralität, Identität, Loyalität, Integrität und die Emotionen, werden die Wirkungsformen der Familie dargestellt, welche das „Bollwerk“ in der industrialisierten Zeit darstellen könnten.

b) Vorgehensweise

Zu Beginn folgt eine kurze etymologische Bedeutung von Ehe und Familie. Somit wird der gleiche positive Zugang zum derzeit schwammigen Familienbild ermöglicht. Im Folgenden werde Kernelement der Familie anhand von Fürsorge, Autorität, Moral, Identität, Loyalität, Integrität, und Emotion umschrieben und auf die Besonderheiten eingegangen. Diese werden durch die Chancen des Individuums und die Funktionen im Staatsleben verdeutlicht. Zum Ende der Hausarbeit erfolgt eine prägnante Zusammenfassung über die Wichtigkeit von Familie und die derzeitigen Hemmnisse.

Die Familie

Da die derzeitigen Definitionsversuche von Familie sich an die sozial-kulturellen Erscheinungsformen von Familie anpassen, wird zu Beginn der hermeneutischen Ausarbeitung die Entstehung der Wortes „Familie“ aufgeschlüsselt.

a) Etymologische Bedeutung von Ehe

Das Wort „Ehe“ findet seine Bedeutung in den westgermanischen Wörtern „Gesetz“, „ Recht“, göttliches Gebot“[7] und beschreibt „die ganzheitliche Lebensgemeinschaft zw.[sic!] Mann u. [sic!] Frau, die ihrer Natur nach auf das Gattenwohl u.[sic!] die Zeugung u. [sic!] Erziehung v. [sic!] Nachkommenschaft hingeordnet ist“[8].

b) Etymologische Bedeutung von Familie

Die etymologische Bedeutung von Familie wird in dem lateinischen Wort „famolus“[9] zu Deutsch „Diener“ gefunden. Die jedoch im heutigen Sprachverständnis negative Bedeutung von „dienen“ (das Abhängig sein von jemandem) verzerrt den positiven Sinn sich zur Wichtigkeit der Familie zu öffnen. „Dienen“ ohne die Variable dem abhängig sein von jemandem bedeutet dann, „Für jemanden etwas tun, ihm helfen.“[10] Im metaphorischen Sinne könnte Familie die „Hilfe zum Leben“ sein.

F für Fürsorge

Um die familiäre Fürsorge besser zu verstehen werden die drei theologisch-soziologischen Kernelemente von Familie durchleuchtet. Das Lexikon für Theologie und Kirche beschreibt diese drei Normenkomplexe in „Ehe, Elternschaft und Verwandtschaft.[11]

a) Gedanken zur Ehe:

„In guten wie in schlechten Zeiten“ versprechen sich Mann und Frau während ihrer Hochzeit, sich zu lieben und füreinander zu sorgen. Sich „Für Jemanden Sorgen“ lässt wohl die Ehe zu einer der intensivsten „Diener- Verhältnisse“ werden. Aus jeweils zwei unterschiedlichen Personen mit ihren eigenen Biografien, verschiedener sozialer Herkünfte usw. wird durch dieses Versprechen eine solide Einheit vor Gott gestaltet. Phänomenologisch erkennt man hierin die Aufgabe zur eigenen Hingabe. Jeder der Beiden lebte vorher als einzelner Seiender in seinem Sein. Erst durch das Eheversprechen geben sie ihr “Allein-Sein“ auf und erbauen ein “Zusammen-Sein“. So beschrieb Johannes Paul II. vom 22. November 1981 in seinem Apostolischen Schreiben die Ehe als die „erste Gemeinschaft […], die sich zwischen den Eheleuten bildet und entwickelt: Kraft des ehelichen Liebesbundes sind Mann und Frau "nicht mehr zwei, sondern eins" und berufen, in ihrer Einheit ständig zu wachsen durch die Treue, mit der sie täglich zu ihrem Eheversprechen gegenseitiger Ganzhingabe stehen.“[12] Deutlich wird, dass die Werte der Ehe keine einseitige Beziehung beschreibt, sondern die uneingeschränkte Gegenseitigkeit.

Auch durch die deutsche Rechtsprechung unterlieget die Ehe und die Familie dem besonderen Schutz des Staates [vgl. Artikel 6 GG]. Sowohl die theologischen als auch die politisch- rechtlichen Werte setzen die Ehe in eine enge Verbindung mit der Familie. Manfred Spieker pointiert „die natürliche Finalität der Ehe“[13] zu Recht in der Familie.

In der heutigen Gesellschaft erkennt man einen immer stärkeren Drang zum Narzissmus und die Vergötzung des eigenen Egos. Dieser wirkt sich ebenso auf die Ehe und Familie aus. „ Deutsche wollen nicht mehr Familie sein“lautete der Zeitungsbericht in der die Frankfurter Allgemeine, welche den starken Rückgang der Familie beschreibt. Eine Begründung des rapiden Rückgangs wird in der sinkenden Zahl der Eheschließung[14] gesehen. Was macht die Ehe also zu einer solch tragenden, soliden Grundlage für die Familie?

Die heutige Zeit ist übersät mit immer neuen Herausforderungen, die das Familienbild beeinflussen. Ein deutliches Bsp. ist die Patchwork- Familie.[15] Sie verkörpert, dass Mann und Frau beide berufstätig sein können und sich erfolgreich im Beruf behaupten, während die Kinder sich „fast“ von alleine Erziehen.

Das Fundament der Familie, die Ehe, wird nicht mehr als Voraussetzung für ein gesundes Familienleben genutzt. Es scheint, als ob die Finalität des Liebesbandes der Eheschließung nicht mehr benötigt wird. Möchte man sich eine Türe freihalten, durch die man zur Not „fliehen“ kann, wenn man etwas Besseres oder Lusterfüllenderes finden kann. Auch die Eheschließung an sich stellt scheinbar kein solides, emotional-moralisches Band der Gegenseitigkeit da, sondern erfüllt eher einen gesellschaftlich erwünschten „Status quo“[16] des menschlichen Zusammenlebens.

Aus den Werten des „Zusammen- Seins“, der Gegenseitigen Liebe, entsteht zunehmend ein aneinander „Mit-Leben“.

Der Werteverlust von Ehe und die dadurch kränkelnden Familienformen verlieren an ihrem Identifizierungscharakter. Diese Lähmung des Sinnbildes einer soliden Zwischenmenschlichen Einheit erkennt man auch in der derzeitigen Staatspolitik.

Immer seltener bekennt sich der Staat zu einem eindeutigen Familienbild. Viel mehr bemüht er sich die Familie als Wirtschaftskraft heran zu ziehen. Kindergartenplätze werden ganztägig geschaffen. Kampagnen von beruflichem Erfolg und sozialem Aufstieg vermitteln die „wirklichen Werte“ der Gesellschaft. „Frauenquoten“ versprechen den außerfamiliären Erfolg. Folgedessen kann und wollen Männer und Frauen ihren Lebensmittelpunkt nur noch schwer zusammen leben. Sie sind bereit in Fernbeziehung ihr Leben/ ihre Liebe zu gestalten, sodass jeder seinen eigenen, immer weniger einen gemeinsamen, Erfolg feiern kann.

Das lebenslange „hingeben“ zu einander, wie es die traditionellen Werte der Ehe sind, werden durch einen stetigen Orientierungszwang der Ehepartner aufgehoben.

Die Ehe sinkt immer mehr zu einem Produkt, gleich der einer Ware.

Die Industriezweige überschlagen sich mit Erneuerungen und technischen Fortschritten. Diese versuchen das menschliche Leben immer Konflikt- und Hindernisfreier zu gestalten. Auch dieser Trend ist in der Ehe zu verzeichnen. Das Eheversprechen als Flat-Rat- Vertrag? Sorgenfrei verlängern oder fristgerecht kündigen? Die moderne Liebe orientiert sich ganz nach den Bedürfnissen des „Konsumenten“. Bauman erklärt das zweischneidige Schwert der modernen Beziehung in einer Welt der ungebremsten „Individualisierung“. Diese „sind voller konfligierender Wünsche die in unterschiedlicher Richtung streben. Einerseits gibt es den Wunsch nach Freiheit und losen Fessel […]. Andererseits der Wunsch nach mehr Sicherheit durch engere Fesseln […].“[17]

Das Begehren der nächsten Frau und des nächsten Gut etabliert sich zur Überlebensstrategie der Spaßgesellschaft[18] . Immer auf der Suche nach dem neuen Kick.

Der „Bund fürs Leben“ verliert seine Kraft! Die Ehe als tragende Einheit für eine gesunde Familie ist in sich derzeit immer mehr von Fäulnis bedroht. Durch den Drang nach Hedonismus, privatem und beruflichem Erfolg und die stetige Gier sein Leben (hemmungslos) zu genießen, drängt vielmals die Entscheidung aus der gegenseitigen Liebe der Ehepartner eine Familie zu gründen, in den Hintergrund.

b) Gedanken zur Elternschaft

Ein weiterer Schwerpunkt des Familienbildes, die „Finalität der Ehe“[19] , wird in der Elternschaft gesehen. Diese ist ein weiteres Phänomen der Fürsorge.

Aus der Sicht der katholischen Soziallehre, entsteht aus der Liebe der Eheleute zu einander und zu Gott, durch die Sexualität neues Leben. Die Eltern sind in europäischen Kreisen moralisch und rechtlich dazu verpflichtet, sich um das Neugeborgene zu sorgen. Agnes Heller beschreibt: „die Familie wird zu einzigen Gemeinschaft innerhalb der Gesellschaft, in der uneigennützig gehandelt wird und in der Gefühlsfähigkeit ausgebildet wird.“[20] Die Eltern übernehmen sinnbildlich schöpferische Fähigkeiten, indem sie ihr Kind zu einem lebensfähigen Menschen formen dürfen und müssen. „Uneigennützigkeit“ beschreibt in diesem Kontext viel deutlicher die bedingungslose Gegenseitigkeit. Jedes Elternteil sollte Best möglichst auf sein Kind einwirken, sodass es seinen (späteren) Lebensweg mit Verantwortung gehen kann. Einwirken als Vater, Mutter und als eine Eltern-Einheit. Aus sozialethischer Sicht wird die Familie als eine Institution beschrieben, in der „familienbezogene gesellschaftliche Leitbilder und Regulative der Sitte, Moral und des Rechs“[21] durch das gemeinsame Zusammenleben erlernt und gelebt werden.

Somit handelt die Familie nicht nur in sich, sondern wirkt sich auf das Gesellschaftsleben aus.

Die demografische Entwicklung der Neuzeit lässt deutlich erkennen, dass auch der Wunsch Eltern zu werden, immer weniger an Bedeutung gewinnt. „ Fehlende innere Erlaubnis, das einseitige Streben nach Besitz und Vergnügen haben zusammen mit dem virulenten Geist des Feminismus kinderfeindliche Lebensformen geschaffen.“[22] Diese führen dazu, dass „Leistungswahn, Reiselust, auch harmlose Geschlechtslust […] einzelne wie das Ganze in die freud- und kinderlose Leere.“[23] stoßen. Es scheint als wäre der Erwachsene nicht mehr bereit, seine Bedürfnisse und Lebensträume innerhalb der Familie auszuleben oder diese daran zu orientieren. Sich durch Gegenseitigkeit gemeinsam zu einem Ziel auszurichten. Durch die Liebe zweier Menschen eine Einheit aus beiden Körpern zu erschaffen und „das Neue“ durch Erziehung zu einem Träger eines neuem „gemeinsamen Lebens“[24] zu formen.

Hedwig Conrad Maritius fixiert hierin die Aussage, welche wohl den modernen Menschen am meisten Angst einflößt. „Die Kinder sind das Selbsterzeugnis seiner Eltern.“[25] Es scheint viel häufiger an Mut zu fehlen, sich der Wollust zu widersetzen, um sich durch ein Kind selbst Zeugnis über seine Biografie, seiner Herkunft und seiner Ideale geben zu müssen. Rechenschaft abzulegen und Verantwortung für das Handeln des Kindes und sein eigenes Handeln zu übernehmen.

Verantwortung die in den damaligen Großfamilien, durch ihre Vielzahl an Aufgaben, selbstverständlich war.

Durch die Dezentralisierung der Familiensysteme wurde die Unterstützung durch die Verwandtschaft, sich in die Kindeserziehung zu integrieren, erschwert. Gerade im heutigen leistungsorientieren Europa lässt das Gefühl des Versagens, die Ängste so stark werden, aus welchen man sich gegen die Entscheidung ein Kind zu gebären entschließt. Bevor man seine Zeit in ein nicht von vorne herein erfolgsversprechendes Projekt investiert, welches ggf. keinen oder nur bedingten Erfolg verspricht, sucht man sich Orientierung in vorhersehbaren Zielen.

c) Gedanken zur Verwandtschaft

Von Natur aus sind die Menschen mit einander verwandt. Der Mensch ist Teil der „Menschheitsfamilie“. Durch die eine, gemeinsame Natur, so beschreibt es Reinhard Marx, ist der Mensch nicht nur Abbild seiner Kultur[26], Sitten und Normen. Wir sind mehr! Jeder ist ein Gleichnis Gottes.[27]

Spricht man im familiären Bezug von Verwandtschaft, definiert man hier durch „die Zugehörigkeit zur gleichen Familie“.[28] Infolge der Industriellen Revolution wurden die Verwandtschaftsgefüge zerrissen. Die jüngeren Generationen zogen in die Städte um dort Arbeit zu finden. Durch diesen Schritt versprach man sich, die Kernfamilie abzusichern. Verwandtschaftsverhältnisse wurden extensiviert.

Dennoch liegen die wichtigsten Funktionen in der Verwandtschaft in der Unterstützung, in gesammelten Wissensbeständen und in der Identifizierung. Konnte man sich früher bzgl. bestimmter Termine schneller gegenseitig entlasten sucht man heute teils lange Zeit nach einer Kinderbetreuung o.ä. Erfahrungswerte und Wissensbestände der vorherigen Generationen wird immer mehr durch Threats im Internet abgelöst und verallgemeinert. Realität verschwimmt im Netz. Die Gespräche mit Oma und Opa werden visuell mit Chat- Programmen durchgeführt oder teilweise auf Pflichtbesuche zum Wochenende begrenzt. Dieser Trend lässt einen deutlichen Werteverlust des familiären Netzwerkes erkennen. Im Unterpunkt I für Identität wird nochmals auf die Relevanz der verwandtschaftlichen Biografie eingegangen.

Zusammenfassung:

Es ist festzuhalten, dass die christlichen Werte der Ehe den modernen Werten des Lebens, der des Spaßes und Belustigung, nur sehr schwer standhalten können. Aus dem „Gemeinsam leben“ wird eine Mischung des

„Gem-Einsamlebens.“ Die sinkenden Ehezahlen sind auch durch den starken Wunsch der widerstandslosen Selbstverwirklichung zu erklären. Der pluralistische Individualisierungswunsch, die Verpflichtung nach Flexibilität usw. erklären den abnehmenden Wunsch Kinder zu bekommen. Sie könnten die eigene Biografie entschleunigen oder man zweifelt an den eigenen bzw. den Fähigkeiten seines Partners sein Leben mit Kind leben zu können.

„Die Ehe ist nicht länger die Basis einer Vereinigung von zwei Menschen. Lebensgemeinschaften (in denen Paare Zusammenleben und eine sexuelle Beziehung unterhalten) sind in den meisten Industriegesellschaften weit verbreitet.“[29]

„Ehe und Familie haben infolge des erweiterten Spektrums an Handlungsspielräumen an Attraktivität verloren, [sic!] und anders strukturierte Variationen des Zusammenlebens drängen stärker in den Vordergrund.“[30]

Das Familienbild der „Kernfamilie“[31] wird sich nicht auflösen. Auch werden immer Familiensysteme gegründet und fortbestehen. Festzuhalten ist jedoch, dass die Ehe in den letzten Jahrzehnten einen enormen Attraktivitätsverlust erfahren hat und der Anteil der Nicht- Heiratenden stetig gewachsen ist.[32] Es stellt sich die Frage, ob durch den Verlust der Ehe die Wertemoral des familiären Zusammenlebens an Geltung verliert. Die Ehe als Liebesbündnis zwischen Mann, Frau und Gott verliert an seiner Kraft.

[...]


[1] (Meyer, 2011)

[2] (Meyer, 2011)

[3] vgl. (Jünemann, 2009)

[4] vgl. (Meyer, 2011)

[5] (Lohaus, 2013)

[6] „Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.“ Ex 20,2–17 EU

[7] (Pfeifer, 2012)

[8] (Buchberger, 1995)

[9] (Pfeifer, 2012)

[10] (Pfeifer, 2012)

[11] (Buchberger, 1995)

[12] (Johannes Paul II)

[13] (Spieker, 2010)

[14] vgl. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2007)

[15] PatchWork- Familien beschreiben den Zusammenschluss, wo mindestens ein Partner seine Kinder aus einer vorherigen Beziehung mitbringt. Der altdeutsche Begriff „Stieffamilie“ wird durch seine negative Bedeutung (Stief= beraubt) nicht gerne verwendet. [vgl. (Fam13)] [Anmerk. Des Autors: Wenn die damalige Betonung von „beraubt“ durch den Tod eines Elternteils zu verstehen ist, könnte man heute auch das Auflösen eines Familiensystems darunter verstehen, indem die Kinder „gezwungen“ werden, sich zu entscheiden bei wem sie wohnen möchten. Die Trennung der Eltern „raubt“ ihnen Mutter oder Vater.

[16] Der Traum vieler Frauen „weiß“ heiraten zu können.

[17] (Bauman, 2003)

[18] vgl. (Theisen , 2009)

[19] (Spieker, 2010)

[20] (Knischek, 2006)

[21] (Buchberger, 1995)

[22] (Flöttmann, 13.06.2005)

[23] (Flöttmann, 13.06.2005)

[24] Anmerkung des Autors: Das „gemeinsame Leben“ bezieht sich auf das Kind. Aus naturwissenschaftlicher Sicht existiert dieses durch die Erbanlagen von Mann und Frau. Durch die Erziehung übernimmt das Kind Werte und Normen beider Elternteile, die er im Späteren Lebenslauf durch Reflexionsprozesse verfeinert oder ablehnt und seinen eigenen Standpunkt zu diesen entwickelt. Somit besteht ein Kind immer aus Vater, Mutter und eigener Potenz.

[25] (Knischek, 2006)

[26] vgl. (Marx, 2009)

[27] vgl. (Marx, 2009)

[28] (Pfeifer, 2012)

[29] (Giddens, et al., 2009)

[30] (Geißler, 2011)

[31] Kernfamilie Als Kernfamilie wird die familiäre Gemeinschaft von Eltern und ihren noch minderjährigen sowie ökonomisch unselbständigen Kindern bezeichnet, die in der Regel zugleich auch eine Haushaltsgemeinschaft ist. Zur erweiterten Familie zählen Verwandte sowie angeheiratete Personen. [Stefan Kutzner]

[32] vgl. (Geißler, 2011)

Details

Seiten
33
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656461203
ISBN (Buch)
9783656461395
Dateigröße
644 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v229937
Institution / Hochschule
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Note
1,0
Schlagworte
Ehe Familie Werte Kind

Autor

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